Almwiesen und Alpenrosen

Wandern bis zur Berghütten                                                      

Auf Berggipfeln herrscht eine andere Geschwindigkeit: Wir atmen den Takt der Natur ein, fern von der forcierten Schnelligkeit unseres Alltags. Dann der erhabene Panoramablick von oben ins Tal: Auch hier gewinnen wir Abstand, nicht nur räumlich, auch mental.

Alpenrosen, Almwiesen und relaxte Wiederkäuer, die sich kaum die Mühe machen, zu uns aufzuschauen: beste Bedingungen für Kontemplation. Ich und die Natur: da findet ein innerer stiller Dialog statt. Hier ist nicht nötig, sich laut Gehör zu schaffen. Zeit, einfach mal den Mund zu halten und dem natürlichen Ton wilder Landschaften und erquicklich fließender Bäche zu lauschen. Mal frei von Feinstaub und Benzingestank tief die frische Bergluft einatmen: Allein das kann den Blick für neue Perspektiven öffnen.

Wer den Bergwanderweg zu Fuß erklommen hat, spürt, wie gut ihm die Bewegung tut und freut sich auf die Belohnung, die ihn hoch oben erwartet. Die Vogelperspektive entrückt den Alltag: Häuser und Straßen sehen erstaunlich klein aus wie in einem Spielzeugland. Im Hier und Jetzt bin ich mitten in der Berglandschaft, ich lasse mich vollends darauf ein und freue mich auf die erbauliche Einkehr in der Berghütte.

Für ein ungetrübtes Vorhaben sind bequeme und wettergerechte Klamotten samt Schuhwerk vonnöten. Schuhe, mit denen es sich problemlos ein oder mehrere Stunden wandern lässt. Es müssen keine teuren Marken-Bergschuhe sein. Sie sollten stabil sitzen, ohne einzuengen und genug Profil haben, um nicht abzurutschen. Wer dazu neigt, abzuknicken, greift eher zu Wanderschuhen, die die Fußknöchel zum Bein hin abstützen. Bei den Klamotten hat sich das Zwiebelprinzip bewährt: Sachen übereinander anziehen, die ich je nach Bedarf ablegen und um die Hüfte oder um die Schultern binden kann.

Man muss kein Menü mit nach oben schleppen, aber etwas Wasser und eine kleine Brotzeit bieten sich an, um nicht verdurstet oder halb verhungert das Ende des Wanderns herbeizusehnen. Wer empfindlich auf Sonnenstrahlen reagiert, setzt sich eine Schirmmütze auf. Eincremen mit hohem Lichtschutzfaktor schützt vor Sonnenbränden. Einen Nachteil hat es aber, wenn man Kopf und Haut bedeckt: Wir nehmen dadurch unserem Körper die Chance, vermehrt Vitamin D zu produzieren. Also am besten abwägen, was gut und verträglich für einen selbst ist.

Für alle Fälle auch Regenkleidung einpacken: es gibt welche, die sich zusammenrollen lassen und wenig Raum einnehmen im Rucksack. Wer mag, nimmt auch seine Wanderstöcke mit. Leute, die Knie oder andere Gelenkprobleme haben, tun sich leichter mit Stöcken.

Wanderer begegnen auf dem  Berg nicht nur der wildschönen Landschaft, sondern auch ihren Grenzen. Deshalb lieber vorher überlegen, welche Route machbar ist, welche von der Kondition viel abverlangt und welche eher ungeeignet ist. Wer sich zu viel vornimmt und dadurch überfordert, tut sich nichts Gutes. Im Gegenteil: Unrealistische, zu  lange und zu schwierige Bergwanderungen können der Gesundheit und dem Gemüt schaden. Es gibt eine Erschöpftheit, die gut tut und bei der man sich sagt: „Mann, das war super anstrengend, aber gut!“. Wenn jedoch diese Grenze überschritten wird, dann ist es nur noch anstrengend, aber leider nicht mehr gut.

Wer schlecht zu Fuß ist und unbedingt auf eine Berghütte möchte, die recht hoch liegt, sollte sich vorher erkundigen, ob es nicht eine Forststraße für Autos gibt. Vielleicht sogar mit einem Parkplatz, der 2 oder 3 Kilometer von der Hütte entfernt ist. Dann dürfte es easy sein, den Rest bis zur Hütte per pedes zu gehen.

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