Body&Soul

Baustelle Body&Soul

Bis 25 baut der Körper auf, danach soll es bereits abwärts gehen. Das sind harte Zahlen und so ganz mag ich ihnen nicht glauben, denn ich sehe manch eine 40-Jährige, die gesünder und fitter wirkt als die eine oder andere 20-Jährige. „Ja, aber aus biologischer Sicht ist es nun mal so, dass der Körper ab 25 abbaut“, heißt es dann bei selbsternannten oder graduierten Experten.

Wenn es eine biologische Tatsache ist, dass mein Körper ab dem 25. Lebensjahr nicht mehr von sich aus aufbaut, dann folgere ich daraus logisch, dass ich ihm ab da helfen sollte, weiterhin aufzubauen – oder zumindest nicht rapide abzubauen. Es ist uns möglich, den Alterungsprozess zu verlangsamen, ihn zu verhindern ist dagegen nicht machbar – jedenfalls noch nicht.

Wer die 40 überschritten hat, dem kommt der Körper manchmal wie eine ewige Baustelle vor, bei der mal die eine Ecke, dann wieder die andere Ecke dringend an Reparation benötigt. Manchmal wissen wir gar nicht, wo wir vor lauter reparationsbedürftigen Stellen anfangen sollen. Tja, da hilft nichts anderes, als zwei und mehrgleisig zu verfahren. Denn wenn wir über unsere körperlichen Dys-(Funktionen) hinaus auch noch die Wechselwirkungen mit Geist und Seele betrachten, dann kommen wir zu der Überschrift dieses Artikels: „Baustelle Body&Soul“.

Ich denke, es ist hilfreich, Körper und Geist als Baustelle zu betrachten, um die sich gekümmert werden muss. Damit meine ich nicht, einem fernen Ideal nachzujagen und aus dieser unrealistischen Perspektive den eigenen Körper ständig als Baustelle zu empfinden. Nein, es geht hier vielmehr darum, vorbeugend Gutes zu tun, um nicht krank oder gebrechlich zu werden.

Wenn ich meine eigenen Baustellen wahrnehme und vernünftig bearbeite, kann ich Krankheiten verhindern. Jeder von uns weiß, welche Rolle Ernährung und Bewegung dabei spielen. Da es keine absolut richtigen allgemein gültigen Regeln gibt, liegt es an mir, das herauszupicken aus dem riesigen Angebot, was speziell mir gut tut. Es bringt mir nicht viel, wenn ich allgemeinen Empfehlungen folge und dabei ignoriere, dass ich jemand bin, bei dem eine an sich gesunde Kost eher Schaden anrichtet. Kleines Beispiel: Es gilt, dass Tomaten gesund hin. Nun habe ich gemerkt, dass ich nach dem Verzehr von Tomaten am nächsten Tag Ausschlag bekomme. Ergo ist die Tomate ein Lebensmittel, das an sich betrachtet gesund sein mag, in meinem speziellen Fall aber ungesund, gar schädlich auf mich wirkt. Umgekehrt wird vor Schokolade manchmal gewarnt. Wenn überhaupt, dann sollen wir nur dunkle Schoko mit viel Kakaoanteil essen. Wenn ich weiße oder Vollmilch-Schokolade esse, fühle ich mich hinterher wunderbar. Ich kann keine schädliche Wirkung beobachten, zumal ich recht schnell meine Zähne putze und meistens in der Lage bin, nicht übermäßig viele Riegel zu verdrücken. Wenn ich mich hingegen dazu zwinge, die von mir nicht geliebte dunkle Schokolade oder – schlimmstenfalls – gar keine zu essen, dann bin ich sehr unzufrieden und weiß vor lauter Nervosität nicht, was ich tun soll.

Als mündiger Mensch und Patient bin ich in der Lage, mich, meinen Körper und meine Seele selbst zu beobachten, scharfe Erkenntnisse daraus zu ziehen und auf Grundlage dieser Beobachtungen meinem Body&Soul alles zuzuführen, was aufbauend wirkt. Natürlich hat diese Methode ihre Grenzen. Es kann Grund und Anlass bestehen, einen Arzt aufzusuchen. Bei einem akuten Beinbruch oder einem plötzlich auftretenden Schlaganfall macht es wenig Sinn, im mentalen Ratgeber nach Lösungen zu suchen. Hier ist ohne Wenn und Aber die Hilfe von Ärzten und Kliniken vonnöten.

Krankenkassen wissen übrigens sehr genau, warum sie immer mehr dazu übergehen, diejenigen Versicherten zu belohnen, die im Rahmen des Möglichen Vorsorge betreiben und viel dafür tun, nicht zu erkranken. Das schont die Gesundheit und den Geldbeutel.

Der Körper sendet von sich aus Signale, wenn es Baustellen gibt. Manche von uns hören und sehen diese Signale recht schnell, andere scheinen sehr begabt darin zu sein, auch die klarsten Anzeichen zu übersehen. Woran dies liegt, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich stelle nur fest: Je stärker wir bemuttert wurden, desto mehr erwarten wir von außen und von anderen, dass alles wieder ins Lot gerät. Menschen hingegen, die früh auf sich selbst gestellt sind/waren, sind häufig besser in der Lage, die Arbeit auf ihren Baustellen aktiv und effektiv anzugehen.

 

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