Kategorie: Augmented kitchen

Der Magen mag`s: Kurkuma

links vorne: frischer Kurkuma, oben Ingwerknollen, auf der Untertasse aufgeschnittener Kurkuma mit knallig-gelber Farbe. Hin und wieder eine Kurkuma-Latte mit Milch und Zimt kann vitalisierend wirken. Foto: shutterstock

Knallig gelbe Kurkumaknolle

Kurkuma ähnelt den Ingwerknollen. Kein Wunder, gehört es doch zur Gattung der Ingwergewächse. Kurkumaknollen sind schmaler und viel knalliger in ihrer gelb-orangenen Farbe unter der dünnen Schale. Deshalb Vorsicht: Wer frische Kurkumawurzeln schält, bekommt verfärbte Finger – ähnlich, wie es bei einer frischen roten Beete der Fall ist: Finger färben sich stark und es dauert eine Weile, bis es sich auswäscht.

Curcuma longa, auch Gelbwurz genannt: gängige Sorte

Curcuma longa ist die gängigste Sorte; sie wird auch „Gelbwurz“ genannt. Die Lebensmittelindustrie nutzt die Farbeigenschaft des Kurkumas mit dem Farbstoff E100: die charakteristische Farbe von Senf oder Curry rührt von daher.

Vom Geschmack her ist Kurkuma etwas süßlicher als Ingwer. Verwendet wird es in der Regel als Gewürzpulver. Aus den getrockneten unterirdischen Trieben wird das Pulver nach einem speziellen Prozess gewonnen. Frische Knollen kann man aber auch kaufen.

Das Pulvergewürz enthält ätherische Öle, Harze, Eiweiße, Zuckerverbindungen und ca 5% an biologisch aktivem Curcumin (inklusive weiterer Curcuminoide).

Bei Magen-Darm-Beschwerden kann Kurkuma helfen

Erfahrung von Sven W.* (55 Jahre alt, er leidet seit Jahren an einem Reizdarm):

„Ich habe sehr gute Erfahrungen mit gemahlenem Kurkuma aus dem Reformhaus gemacht. Ich rühre jeden Tag einen Teelöffel mit etwas Honig und nehme es ein. Es hat mir mehr geholfen, als vieles andere, was ich ausprobiert habe: Heilerde magenfein, basisches Pulver …“

Woran mag es liegen, dass Kurkuma gut tut bei Magen-Darm-Beschwerden?

Einig ist sich die Wissenschaft und alternative Medizin darin, dass das Curcumin im Kurkuma entzündungshemmend wirkt. Es könne darüber hinaus bei der Fettverdauung helfen.

Das war es dann auch schon mit der trauten Einigkeit. Schon bei der Frage, ob man Kurkuma mit Honig, als Latte-Getränk oder mit Pfeffer einnehmen sollte, scheiden sich die Geister.

Das liegt daran, dass unser Körper Probleme damit hat, Curcumin aufzunehmen. Es ist  instabil und schwer wasserlöslich. Ein großer Teil wird recht schnell wieder ausgeschieden, ohne dass unser Körper es optimal verwerten konnte.

Was ist mit dem Pärchen Kurkuma-Pfeffer?

Weil Kurkuma allein es nicht schafft, so lange im Darm zu verweilen, dass er seine Wirkung besser entfalten kann, braucht er Partner. Oft vorgeschlagen wird schwarzer Pfeffer. Problem: Nicht jeder verträgt das im Pfeffer enthaltene Piperin. Wer Magen-Darm-Probleme hat, sollte hier also besonders vorsichtig sein. Die Verbraucherzentrale rät, sich mit dem Arzt abzusprechen, wenn man vorhat, Kurkuma über das Maß eines normalen Gewürzes hinaus benutzen zu wollen. Denn ansonsten könne man das provozieren, wogegen man es einnehmen wollte: Blähungen, Sodbrennen, Durchfall, Übelkeit oder gar Schmerzen.

Die Konstellation Kurkuma-Pfeffer wird schon als fertiges Gewürz angeboten. Aber, wie schon oben gesagt: hier ist Vorsicht geboten wegen einer eventuellen Unverträglichkeit des Piperins im Pfeffer.

Braucht Kurkuma ein Transportvehikel wie Mizellen?

Andere Hersteller bieten Kurkuma mit Mizellen als Transportvehikel an, um die Bioverfügbarkeit zu verbessern. Auch hier warnt die Verbraucherzentrale, das eine bessere biologische Wirkung solcher Produkte nicht gewährleistet sei.

Und wie wäre es mit dem Duo „Kurkuma-Öl“?

Eine dritte Variante empfiehlt Öle wie Oliven-, Kokos- oder Mandelöl zur besseren Aufnahme von Kurkuma. Da hilft nur ausprobieren, was man am besten verträgt und was bei einem selbst gut wirkt. Immer jedoch mit der Vorgabe, zunächst mit dem Arzt abzuklären, ob und in welcher Dosis es angebracht und bekömmlich wäre.

Fazit:

Entweder man folgt den Empfehlungen der Verbraucherzentrale und benutzt Kurkuma wie andere Gewürze auch nur in geringen Mengen. Oder aber man bespricht vorab mit seinem Arzt, ob und in welcher Dosierung es ratsam wäre, Kurkuma regelmäßig einzunehmen. Der Arzt kennt sich mit Höchstdosierungen pro Tag besser aus als man selbst – vor allem kann man gemeinsam mit ihm eventuelle individuelle Unverträglichkeiten abchecken. Dies gilt in noch viel stärkerem Maße für Schwangere, Stillende oder Patienten mit Gallensteinen (Kurkuma fördert die Gallensaftproduktion).

Vorsicht bei unhaltbaren Heilversprechen!

Heilversprechen, die mit Kurkuma einhergehen und sich auf schwere Erkrankungen wie Krebs oder Alzheimer beziehen, sind m.E. kritisch zu betrachten. Es gibt noch keine überzeugenden Humanstudien darüber. Bisherige Laborergebnisse, die sich nur auf eine kleine Teilnehmerzahl beziehen oder Labortests, die zum Teil abgebrochen worden sein sollen, ergeben keine zuverlässigen Aussagen darüber, ob Kurkuma bei Krebs helfen kann.

Kurkuma in normalen Gewürzmengen: unbedenklich

Hier noch ein Kurkuma-Latte-Getränk für Zwischendurch –  mit Kurkuma-Mengen, die unter der empfohlenen Dosis von der EFSA (European Food Safety Authority) aus dem Jahr 2010 liegen: nicht mehr als zwei Milligramm Curcumin pro Kilogramm Körpergewicht täglich liegen und deshalb als unbedenklich gelten:

Rezept für 1 Glas Goldene Milch:

Zutaten:

1 Teelöffel Kurkuma-Pulver

5g Ingwer

200 ml Hafermilch (oder Kuh-, Soja-, Mandelmilch)

halber Teelöffel Oliven-, Kokos- oder Mandelöl

nach Gusto: Zimt, Pfeffer, Muskat und zum Süßen: etwas Honig

Zubereitung: Zuerst wird eine Paste hergestellt:

Ingwer schälen und fein reiben. 60 ml Wasser in einen kleinen Topf gießen. Kurkumapulver, geriebenen Ingwer zufügen, unter Rühren aufkochen. Einige Minuten köcheln lassen bei schwacher Hitze, bis es etwas verdickt.

Hafermilch erhitzen und 1TL Kurkuma-Paste und Oliven-, Kokos- oder Mandelöl darunter rühren. Nach Geschmack mit 1 Prise Zimt und einer sehr kleinen Prise Pfeffer würzen, mit Honig süßen.

Welche Kurkuma-Marken haben eine gute Qualität?

Ich kann nur die Marken mit gutem Gewissen empfehlen, die ich kenne und über Jahre ausprobiert habe. Dabei orientiere ich mich an Bio-Produzenten, die ich schon seit Jahren kenne. Sicherlich gibt es noch weitere qualitativ akzeptable Hersteller, aber da ich sie nicht getestet habe, tauchen sie hier nicht auf.

Kurkuma in guter Qualität der traditionsreichen Bio-Marke „Sonnentor“ ist hier erhältlichAFL:

https://amzn.to/3quXkMl

Ebenfalls eine bewährte Bio-Reihe ist „Lebensbaum“. Kurkuma von Lebensbaum gibt es hierAFL:

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Frischen Kurkuma kann man in einigen Supermärkten, Früchteläden oder online hier bestellenAFL:

https://amzn.to/39GgXuZ

Mit frischem Kurkuma lässt sich ähnlich wie mit frischem Ingwer ein heißer Tee herstellen: Kurkuma waschen, in dünne Scheibchen schneiden, mit heißem, nicht mehr kochendem Wasser übergießen und einige Minuten einwirken lassen. Passt gut dazu: Grüner oder schwarzer Tee (lose, Beutel), frische Minzblätter, einige Tropfen frische Zitrone.

*Name ist der Redaktion bekannt

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Weitere Infos über Kurkuma:

  1. https://www.br.de/wissen/kurkuma-gewuerz-pulver-kurkumin-superfood-goldene-milch-gesund-102.html
  2. eine kritische Betrachtung liefert die Verbraucherzentrale in ihrem Beitrag: https://www.br.de/wissen/kurkuma-gewuerz-pulver-kurkumin-superfood-goldene-milch-gesund-102.html

Augmented Kitchen 2: Deo aus dem Trio Salbei-Nelke-Sternanis

Deo aus der Natur – ohne Aluminiumsalze, ohne Alkohol: der ausgekochte Sud aus Salbei, Nelken und Sternanis ergibt ein wohlriechendes, schweißhemmendes Deo. foto: tk

Was hilft gegen Schwitzen?

Aus der Reihe „Augmented kitchen“, die Lebensmittel aus der Küche zu hilfreichen Heilmitteln oder Kosmetika „erweitert“, diesmal: Salbei-Deo gegen Schwitzen.

Schwitzen ist ein natürlicher Prozess und frischer Schweiß ist zunächst mal geruchsneutral. Erst dann, wenn er mit der Zeit zersetzenden Bakterien begegnet auf unserer Hautoberfläche, kann es unangenehm werden. Um nicht übel zu stinken, benutzen wir u.a. Deos. Salbei als Bestandteil von Deos kann den Schweiß hemmen. Fertige Salbei-Deos gibt es in Drogerien und Apotheken zu kaufen.

Die schweißhemmende Wirkung des Echten Salbeis (Salvia officinalis) wird den ätherischen Ölen zugeschrieben. Bestandteile der ätherischen Öle sind u.a. Thujon, Kampfer und Gerbstoffe. Salbeiblätter haben einen antimikrobiellen, antiviralen und zusammenziehenden Effekt.

Wie wirkt Salbei Schweiß entgegen?

Das vegetative Nervensystem steuert das Schwitzen – und zwar unwillkürlich. Das heißt, dass wir es nicht mit unserem Bewusstsein kontrollieren – ähnlich wie es sich auch beim Atmen verhält: der Körper tut es für uns. Eine wichtige Rolle nimmt beim Schwitzen der Nervenbotenstoff Acetylcholin ein. Vermutet wird, dass Salbei an den Nervenenden der Schweißdrüsen andockt und so den Schweiß hemmt.

Deos mit Aluminiumchloriden („Antitranspirante“ auch „Antiperspirante“ genannt) können zwar fühl- und sichtbar den Schweiß stoppen, aber sie sind in letzter Zeit in Verruf geraten: Immer öfter ist auf Deos zu lesen: „ohne Aluminiumsalze, ohne Alkohol“. Ob und inwiefern Aliminiumsalze schädlich sind und Brustkrebs oder Alzheimer auslösen können, wird kontrovers diskutiert. Einen Konsens scheint es darin zu geben, dass bei Aliminiumsalzen die Konzentration zu beachten ist: Mehr als 15 % sollte sie nicht betragen.

Mit Salbeiblättern lassen sich Deos ohne Aluminiumsalze zur äußerlichen Anwendung herstellen. Die innere Einnahme in Form von Tee kann auch den Schweiß reduzieren. Hier ist aber Vorsicht geboten: Weil der Echte Salbei das Nervengift „Thujon“ beinhaltet, sollte er nicht lange/ununterbrochen eingenommen werden (das alkoholische Kultgetränk „Absinth“ enthält auch Thujon und ist aus diesem Grund umstritten). Dies gilt vor allem für Leute, die zu Epilepsie neigen und für Frauen in der Schwangerschaft bzw. Stillzeit.

Aber äußerlich als Deo angewendet birgt der Salbei nicht diese Risiken. Was aber passieren kann, ist, dass die schweißhemmende Wirkung nach einer gewissen Zeit nachlässt (dies sowohl bei der äußeren wie auch inneren Anwendung).

Wer unter chronischer Hyperhidrose leidet, sollte einen Facharzt (z.B. Dermatologen) zu Rate ziehen. Gemeinsam ließe sich herausbekommen, ob es Sinn macht, mit einer Gleichstrom-Therapie („Iontophorese“) das übermäßige Schwitzen anzugehen oder ein individuell angepasstes Deo mit einer speziellen Konzentration an Aluminiumsalzen auszuprobieren. Hier ist wieder zu beachten, dass Aluminiumsalze stark umstritten sind (siehe weiter oben im Text).

Rezept für Salbei-Deo mit Salbeiblättern, Sternanis und Nelken

Benötigt werden 1 Tasse an frischen Salbeiblättern, 10 Gewürznelken, 2 Stück Sternanis und ca. 1 Liter Wasser.

Einen sauberen Topf nehmen, die gewaschenen und klein geschnittenen Salbeiblätter zusammen mit Nelkenknospen und Sternanis in den Topf füllen, Wasser hinzufügen und 15 Minuten lang unter gelegentlichem Umrühren kochen.

Währenddessen eine Sprühflasche sterilisieren mit heißem Kochwasser.

Den Sud abkühlen lassen und anschließend abseihen. In die Sprühflasche geben und fertig ist das natürliche Deo!

Eine weitere mögliche Variante ist, zusätzlich zum frischen Salbei getrockneten Salbei beizumengen. Oder allein mit getrockneten Salbeiblättern das Deo herstellen. Dabei auf gute Qualität achten (in Reformhäusern, Bioläden oder Apotheken ist loser Salbeitee in guter Qualität erhältlich).

Augmented Kitchen 1: Naturjoghurt zum Nachfetten der Haut statt teurer Cremes

Molkereien stellen Joghurt im großen Stil her, aber er lässt sich auch zu Hause selbst machen.
Foto: shutterstock

Die Reihe „Augmented kitchen“ stellt vertraute Lebensmittel aus der Küche vor und erweitert sie zu hilfreichen Heilmitteln oder Kosmetika.

Teil 1: Naturjoghurt zum Nachfetten: Kein langes Suchen nach DER Creme

Kann teure Cremes einsparen und macht die mühselige Suche nach DER richtigen Creme überflüssig: Naturjoghurt.

Anzahl und Art der käuflichen Gesichtscremes scheint schier unendlich zu sein: die Kosmetikindustrie lässt sich öfter mal was Neues einfallen und dann ist es DIE Creme überhaupt. Derzeit ist „Hyaluron“ das Zauberwort. Mag sinnvoll sein, Cremes etwas beizumengen, das eh ein Bestandteil unserer Haut ist und mit zunehmendem Alter verloren geht – aber eine Creme besteht ja in der Regel nicht nur aus Hyaluron. Und hier beginnt es schwierig zu werden: Wer eine empfindliche Haut hat, muss auf sämtliche Inhalts- und Zusatzstoffe achten, die ebenfalls in der Creme stecken.

Ich weiß also nicht, ob DIE Creme auch tatsächlich DIE Creme für mich ist. Die Hersteller können nicht wissen, was meine Haut gut verträgt und was nicht. Was allgemein gesund sein mag für die Haut, könnte im individuellen Fall eine allergische Reaktion hervorrufen. Das macht die Suche nach einer passenden Creme noch schwerer als es eh schon ist.

Natur pur: cremiger Joghurt ohne chemische Zusätze

Ein Natur-Produkt: innerlich wie äußerlich anwendbar und hilfreich Foto: tk

Wenn ich hingegen Joghurt aus der Küche hole, weiß ich, was ich mir auf die Gesichtshaut schmiere: kein Parfüm, kein Alkohol, keine chemischen Duft-, Konservierungs-, Emulsions- oder sonstige Zusatzstoffe.

Die Basis von Joghurt ist Milch. Wenn Milch mit bestimmten Milchsäurebakterien versetzt wird, entsteht Joghurt. Der in der Milch vorhandene Milchzucker (Laktose) wird in Milchsäure umgewandelt. Die Milch gerinnt und bekommt einen säuerlichen Geschmack. Nach diesem Prozess ist aus der Milch bekömmlicher Joghurt geworden. Viele, die Kuhmilch nicht gut vertragen, kommen aus diesem Grund mit Joghurt besser klar. Innerlich verspeist wirken Milchsäurebakterien im Darm als Probiotika: Wenn ich mir zu viel Joghurt aufs Gesicht geschmiert habe, kann ich es mit gutem Gefühl abschlecken und Richtung Magen-Darm schicken. Joghurt ist also innerlich und äußerlich anwendbar.

Es hat seinen Grund, warum im Vorderen Orient so viel Joghurt gegessen und Ayran (Joghurt plus Wasser plus Salz) getrunken wird: Viele haben immer noch keinen Kühlschrank und laufen dadurch Gefahr, verdorbene Lebensmittel (insbesondere Fleisch) zu essen. Mit Joghurt „reinigen“ sie ihren Darm auf natürliche und einfache Weise.

Auch bei der Küchen-Kosmetik gilt es, auf Verträglichkeit zu achten

Da Naturjoghurt mit 3,8 oder 10 Prozent Fettanteil eine cremige Konsistenz hat, wäre es wichtig, die Haut vorher gründlich zu reinigen. Sonst kann es passieren, dass man sich die Poren verstopft. Dies insbesondere dann, wenn man zu fettiger Haut neigt, deren Poren häufig verstopfen. Natürlich gilt es vorab zu testen, ob man Joghurt auf der Haut überhaupt verträgt. Wenn nicht, muss man sich wohl wieder auf die Suche nach einer Creme begeben.

Nach der gründlichen Gesichtsreinigung den Joghurt auf Gesicht, Hals und Dekolleté auftragen.

Den Joghurtfilm entweder sofort ausspülen oder etwas einwirken lassen. Es geht hier nicht um eine Joghurt-Maske, die circa 10 Minuten draufbleiben, sondern um das Nachfetten, das nach jeder Gesichtsreinigung erfolgen und deshalb nach dem sanften Einmassieren sofort wieder abgewaschen werden kann.

Beim Auftragen und Ausspülen darauf achten, dass in die Augen kein Joghurt gelangt, weil sie sonst gereizt reagieren könnten, indem das Weiß der Augen beispielsweise rot anläuft, es im Auge brennt oder man das Gefühl bekommt, einen Fremdkörper im Auge zu haben. Deshalb die Partie um die Augen herum besonders gründlich klarspülen und sanft tupfend abtrocknen.

Positiver Effekt von Natur-Joghurt: Haut wirkt regeneriert, glatter, samtig-weich – und vor allem: Nach dem Nachfetten mit Naturjoghurt lassen sich Puder oder MakeUp problemlos auftragen.

In Wintermonaten oder bei sehr trockener Haut bietet sich die griechische Version mit rund 10 Prozent Fettanteil an. Naturjoghurt macht die Haut angenehm geschmeidig, verleiht einen frischen Teint, wirkt faltenglättend und spendet Feuchtigkeit. Zu einem überwiegenden Teil besteht Joghurt aus Wasser. In Kombination mit 3,8 oder 10 Prozent Fettgehalt, Eiweiß und weiteren Bestandteilen wie Riboflavin oder Folsäure tut er der Haut schlichtweg gut.

Dadurch, dass der Joghurt nach der Gesichtsreinigung abgespült wird, wird die Haut durch diese zweite Reinigungsprozedur noch gründlicher sauber und gleichzeitig erhält sie eine satte Pflege.

Afer Sun Balsam: kühler Naturjoghurt aus dem Kühlschrank

Wer zu viel Sonne abbekommen hat und mit heißer, geröteter Nase/Haut nach Hause kommt, kann zum Naturjoghurt im Kühlschrank greifen und erfährt sofort eine wohltuende Kühlung samt Pflege. Die Haut beruhigt sich schnell wieder und dadurch kann einem lästigen Sonnenbrand entgegengewirkt werden.

Gesichtsmasken mit Joghurt sind auch empfehlenswert. Der Unterschied zum Nachfetten: Sie bleiben länger auf der Haut. 5 bis 20 Minuten einwirken lassen, je nachdem, ob und wie sehr man möchte, dass die Joghurtmaske antrocknet und die Haut beginnt zu spannen. Hier einige Kandidaten, die zusammen mit Joghurt wunderbare Pflegemasken ergeben:

Gurken

Eine kleine Gurke zusammen mit Joghurt mit dem Stabmixer pürieren, auf die Haut auftragen und nach ca 10 Minuten abspülen. Wer die Haut zusätzlich kühlen möchte (zB nach einem Sonnenbad), lässt die Mixtur 1 oder 2 Stunden im Kühlschrank liegen. Achtung: Gurken enthalten viel Wasser und machen die Mixtur dünnflüssig – daher entsprechend wenig Gurke hinzufügen, um die Maske problemlos und ohne viel Kleckerei auftragen zu können.

–Petersilie

Kann bei Rötungen im Gesicht helfen: Joghurt zusammen mit Petersilie pürieren und für ca 10 Minuten auftragen. Danach gründlich abspülen

–Aloe Vera

Das Öl der Aloe Vera-Pflanze zusammen mit Naturjoghurt ist ein reichhaltiger Power-Booster aus dem Hause „Mutter Natur“: pflegt die Haut, lässt sie strahlen

–Echter Honig

Sowohl der Joghurt als auch echter Honig haben eine antibakterielle Wirkung: Zusammen sind sie stark gegen Hautunreinheiten.

–Avocado

Wertvolle Öle der Avocato in Kombination mit Joghurt ergibt eine reichhaltige Paste zur natürlichen Pflege der Haut.

Um Joghurt selbst zu machen, braucht man nur (Voll)-Milch und Milchsäurebakterien, die bei einer bestimmten Temperatur (ca 40 Grad, etwas wärmer als handwarm) gut abgedeckt liegen gelassen werden für einige Stunden (über Nacht zB). Statt Milchsäurebakterien kann man auch gekauften Joghurt als „Treiber“ benutzen. Leider eignen sich nicht alle gekauften Joghurts als Treiber: also ausprobieren, bis man auf einen Sorte trifft, die es kann. Die Chancen sind groß, fündig zu werden, weil es bei den meisten Joghurtsorten hinhaut. 1 bis 2 Esslöffel fertigen Joghurt nehmen, ihn mit Wasser leicht verdünnen und in die gekochte, auf ca 40 Grad abgekühlte Milch geben, abdecken und ein paar Stunden ruhen lassen: fertig!

Hier die Inhaltsstoffe von Joghurt (viele sind identisch mit Milch):

Pro 100 g enthält Vollmilchjoghurt:

Energie: um die 70 kcal

Fett: 3,5 oder  3,8 %

Kohlenhydrate: 5g

davon Zucker: 5g

Eiweiß: rund 4g

Weitere Inhaltsstoffe sind: Thiamin (Vitamin B1), Riboflavin (Vitamin B2), Niacin (Vitamin B3), Vitamine B6, B12, Folsäure, Kalium, Calcium und Phosphor.

Wichtig: Dieser Artikel beruht auf rein subjektive Erfahrungen und kann nicht verallgemeinert werden. Was mir subjektiv gut tut, muss nicht bei jedem/jeder eine positive Wirkung haben. Aus diesem Grund ist der Inhalt keine Aufforderung zum Selbsttest. Wer es dennoch tut, haftet selbst für eventuelle Folgen.