Kategorie: Drugs & Rock`n Roll

Heißer Punsch mit und ohne Schuss

Wärmt an kalten Tagen: heißer aromatischer Punsch Foto: Shutterstock

Die kinderfreundliche Variante: alkoholfreier Punsch

Ganz gleich, ob selbst gemacht, gekauft, mit oder ohne Alkohol: typische Ingredienzien sind: Zimtstangen, Kardamom, Nelken und Sternanis.

Auch wenn wir heuer auf Glühwein- und Punsch-Stände in winterlicher Landschaft verzichten müssen: allein der Duft eines aromatisch gewürzten, dampfenden Wintergetränks strahlt Wärme aus.

Mit Kerzenlicht, Mandarinen, Orangen, Zimtstangen, gebackenen Plätzchen, Tannenzapfen… kann zu Hause die passende Atmosphäre kreiert werden.

Wer das open-Air-Feeling braucht, kann sich den heißen Punsch abfüllen in eine Thermoskanne und ihn nach draußen mitnehmen: den herrlich duftenden Punsch am  Lieblingsplatz in der Natur schlürfen: allein oder zu zweit…

Fertiger Punsch zum Kaufen

Fertigen Punch gibt es u.a. bei Discountern und Supermärkten. Ein Blick auf die Zutaten verrät einem, ob Inhalts- und Zusatzstoffe drin sind, die man eventuell nicht verträgt oder nicht mag. Ein qualitativ höherwertiger Punsch ohne (chemische) Zusatzstoffe/Geschmacksverstärker kostet zwar mehr, ist aber bekömmlicher. Es kann sich also in gesundheitlicher Hinsicht lohnen, nicht zum billigsten und nächstbesten Punsch zu greifen.

Punsch vom Reformhaus in guter Qualität

Der Bio-Siegel „Demeter“ gehört zu den strengsten und traditionsreichsten in Deutschland. Die Getränkemarke „Voelkel“ bietet schon sehr lange (Fruchtsaft)-Getränke in Demeter-Qualität. So auch diverse Punschsorten.

Beim „Hygge Punsch Aeble Mandarin“ dominieren Duft und Geschmack von Mandarinen, Apfel, Ingwer. Nicht allzu gesüßt (mit Rohrrohrzucker) eignet sich diese sanfte Variante für die ganze Familie. Das Heißgetränk enthält Mineralwasser, Apfelsaft, Mandarinensaft, Orangensaft und eine Gewürzmischung aus Zimt, Koriander, Anis, Nelken, Kardamom und Ingwer.

Das ergibt ein fruchtig-süßes Getränk mit harmonisch aufeinander abgestimmten Zutaten. Die Inhaltsstoffe sind entweder aus kontrolliert biologischem oder kontrolliert biologisch-dynamischem Anbau. Er muss nur noch heiß gemacht werden in einem Topf. Aeble Mandarin von Voelkel ist hier erhältlich (AFL). Bei dieser online-Bestellung kommen die Versandkosten hinzu.:

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Wer es herber mag, bzw. den Zuckergehalt und den Gewürzmix selbst bestimmen möchte, kann zum Holunder Bio-Saft von „Schoenenberger“ greifen. Schoenenberger ist eine ebenfalls gut etablierte Reformhausmarke, die auf Qualität bedacht ist.

Eine gewünschte Menge vom Holundersaft in einen Topf schütten, etwas Wasser dazu und mit Gewürzen wie Zimtstange, Kardamom, Ingwer, Nelke und Anis verfeinern. Entweder mit (Rohrrohr-)Zucker oder mit einem echten Bienenhonig süßen. Aber Vorsicht: Bei der Eigenkreation nicht daneben greifen, denn sonst ist es dahin mit dem harmonischen Miteinander der Zutaten. Abseihen nicht vergessen.

Holundersaft für heißen und kalten Punsch von „Schoenenberger/Salus“ gibt es hier (AFL):

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Orangen-Punsch ohne Alkohol zum Selbermachen

Benötigt werden Orangensaft (3 frisch ausgepresste Apfelsinen oder 300 ml  gekauften Orangensaft, 150 ml Apfelsaft, 150 ml Wasser, Zimt, Kardamom, etwas Vanillepulver (oder Mark), Nelken, Ingwer. Den Orangensaft zusammen mit dem Apfelsaft und Wasser in einem Topf leicht erhitzen, Gewürze dazu und circa 20 Minuten ziehen lassen, abseihen.

Punsch mit Schuss

Wem der alkoholfreie Punsch zu soft ist, kann wählen zwischen diversen Sorten mit Rum, Rot- oder Weißwein oder klarem Schnaps. Hier ist darauf zu achten, den kalten Glühwein langsam und gleichmäßig zu erwärmen bei einer Temperatur um 70 Grad in einem Edelstahl-Topf(AFL)https://amzn.to/3mNcWaZ

Optimale Temperatur

Wer die optimale Temperatur schlecht einzuschätzen vermag, kann einen Küchenthermometer zu Hilfe nehmen. Bei Temperaturen über 78/80 Grad riskiert man, dass der Alkohol verdampft: wirkt sich auf den Geschmack und die berauschende Wirkung aus.  Zudem können die Gewürze verbrennen und dem Ganzen eine bittere Note verleihen.

Das Magazin „Oekotest“ verweist in seinem Artikel „Optimale Glühwein-Temperatur: Heiß, aber bitte nicht zu heiß!“ (1) auf einen weiteren möglichen Fehler: Bei zu langem Erhitzen kann das Abbauprodukt Hydroxymethylfurfural (HMF) entstehen, dessen gesundheitliche Wirkungen noch nicht abschließend geklärt seien.

Wer seinen Glühwein selbst macht, geht sicher, keinen billigen Fusel trinken zu müssen – unter der Voraussetzung, dass er bei der Wahl des Rotweins, Schnapses Rums und der übrigen Zutaten auf gute Qualität achtet. Eventuell unverträglichen Zusatzstoffen geht man beim selbst gemachten Punsch elegant aus dem Weg.

Hier ein Rezept mit Rum und Weißwein als alkoholische Grundlage
  • 1,5 l Orangensaft (selbst ausgepresst oder gekauft)
  • 4 Teebeutel Orangen-, Früchte- oder Grüntee
  • Ca. 60ml Rum
  • 0,7 l Weißwein 
  • 1 l Wasser
  • 2 Zimtstangen
  • 10 Gewürznelken
  • Zucker oder Honig nach Belieben

Orangensaft, Wasser und Weißwein in einem Edelstahltopf bei geringer Hitze (zwischen 70 und 80 Grad) erhitzen. Nelken und Zimtstangen zufügen. Die 60ml Rum in den Topf kippen. Das Ganze etwa 30 Minuten gut ziehen lassen (nicht kochen). Punsch nach Belieben mit (Rohrrohr-)Zucker oder Honig süßen – vor dem Trinken das Abseihen nicht vergessen. Wohl bekomm`s!

(1) Zur optimalen Glühwein-Temperatur siehe: https://www.oekotest.de/essen-trinken/Optimale-Gluehwein-Temp

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Drugs & Rock`n Roll, Teil 2

Aus der Reihe: „Körpereigene Drogen“

Teil 2: Endorphine

Unser Körper: Ein Pool mit körpereigene Drogen

Wir haben körpereigene Drogen. Es geht hier also nicht um Marihuana, Kokain oder Ecstasy, die von außen zugeführt werden, sondern um die Stoffe, die wir bereits in uns tragen und deren Mengenverhältnisse samt komplexer physiologischer und psychischer Interaktion einen enormen Einfluss haben auf unsere Psyche, kognitiven Fähigkeiten, Gesundheit, unser Wohlbefinden und Verhalten.

Welche Drugs  es sind, wie wir sie mit natürlichen Mitteln & Methoden herauskitzeln können, das will ich in dieser kleinen Reihe „Drugs & Rock`n Roll“ beleuchten. Dabei betrachte ich die Effeke, die auf der einen Seite bei einem eklatanten Mangel und auf der anderen bei einem signifikanten Überschuss entstehen können.

ACHTUNG: Liegt ein gravierender Mangel oder Überschuss an bestimmten Substanzen wie Dopamin vor, ist dringend geboten, einen Arzt (in diesem Falle einen Neurologen/Psychiater) aufzusuchen, weil dies behandlungsbedürftige Erkrankungen zur Folge haben kann. Ich betrachte in dieser Reihe nur leichte,  graduelle Schwankungen, auf die wir selbst Einfluss ausüben können.

Was in dieser Reihe mit „Drugs“ gemeint ist

Den Begriff „Drug“ fasse ich recht weit: Alle Stoffe, die beteiligt sind, wenn es um unsere Hirn- und Körperfunktionen (so genannte „Neurotransmitter“ zum Beispiel) geht und die Einfluss nehmen auf unser Befinden, emotionales Verhalten, unsere Gedanken, Gefühle und die Perspektive, die wir einnehmen, wenn wir die Welt/Ereignisse/ andere Menschen betrachten/beurteilen.

Einen wissenschaftlichen Anspruch erhebe ich nicht.  Das heißt, dass ich lediglich eine Auswahl an „Drugs“ thematisiere, dabei manchmal nur Teilaspekte betrachte, die mir interessant erscheinen hinsichtlich der Frage: Kann ich bei einem eventuellen Mangel/einem Zuviel an körpereigenen Drugs etwas ändern, damit es mir besser geht? Oder, was deutlich vernünftiger wäre: Kann ich dies gemeinsam mit meinem Arzt/Therapeuten angehen? Genauere chemische Zusammensetzungen oder theoretische Abfassungen sind weniger Gegenstand dieser Betrachtungen.

Natürlich läuft es nicht so einfach, dass man sich einen Neurotransmitter reinschiebt und schon ist alles wieder im Lot. Erstens können einige Substanzen wie z.B. Serotonin leider nicht die Blut-Hirn-Schranke überwinden und zweitens spielen sich im Hirn/Körper hochkomplexe Funktionen ab, die miteinander zusammenhängen und nuanciert unterschiedliche Ergebnisse liefern. Medikamente (Psychopharmaka), die bei Depressionen oder Psychosen auf Neurotransmitter abzielen, um die Dysbalance wieder einigermaßen ins Gleichgewicht zu bringen, bringen manchmal leider gravierende Nebenwirkungen mit sich. Umweltfaktoren und die individuelle Gen-Landschaft spielen natürlich auch noch mit.

Teil 2: Endorphine

Körpereigene Endorphine stimmen uns euphorisch und lassen uns unser Ziel erreichen, trotz Anstrengung und Schmerzen. Das ist bei Profi-Athleten oft zu beobachten. Im normalen Alltag können wir auch etwas dafür tun, dass unser Körper mehr Endorphine ausschüttet. Foto: shutterstock

Runner`s Rausch

Ein Hobby-Sportler wird so etwas wie Runner`s Rausch („Runner`s High“) eher nicht erleben: Profisportler, die intensiv, häufig und lange trainieren, kennen hingegen den pushenden Kick-Effekt. Sie beschreiben es als eine Art Rausch, ein Glücksempfinden. Beim intensiven Sport setzt der Körper vermehrt Endorphine frei. Sie sind unsere endogenen Morphine, wie der Begriff selbst schon nahelegt. Da Endorphine an den gleichen Rezeptoren andocken wie von außen zugeführte Opiate, können sie den rauschartigen Zustand erzeugen und uns euphorisch stimmen.

Euphorie durch Endorphine

Im Profisport zu beobachten: Radrennfahrer, Langstreckenläufer oder Biathleten sehen aus, als seien sie am Limit, manchmal wirkt die Mimik angestrengt, schmerzverzerrt – aber am Ziel angekommen, lächeln sie befreit, können vor Glück kaum Worte finden, um auszudrücken, wie sehr sie sich freuen über die erbrachte Leistung. Unsere Endorphine sind in solchen Extremsituationen in der Lage, Schmerz zu unterdrücken. Ein probates Schmerzmittel also, das wir immer mit uns führen. Auf der anderen Seite verschaffen sie das Gefühl des euphorischen High-Seins. Sie gewinnen an Oberhand, wenn wir unbedingt ein bestimmtes Ziel erreichen wollen, es trotz aller Widerstände und Schmerzen durchziehen und unser Ziel erreichen. Als würden Endorphine den Schmerz betäuben, damit wir weitermachen können – doller Mechanismus, das.

Im Alltag helfen uns Endorphine ebenfalls mit ihrer schmerzstillenden Kraft: Wenn wir uns z.B. verletzt haben. Dass diese Funktion ihre Grenzen hat, liegt auf der Hand: Es gibt Schmerzen wie zB an einem akut entzündeten Zahn, die nicht auszuhalten sind.

Wenn die Endorphin-Funktion stimmig ist, sind wir belastbarer. Nichts haut uns so schnell um, wir sind heiter gestimmt. Fehlt es mir hingegen permanent und über einen längeren Zeitraum hinweg, feht es auch an Antrieb, Lust, Motivation und Freude.

Wie erreiche ich, dass mein Körper mehr Endorphine ausschüttet, obwohl ich kein Profisportler bin?

Wer sich müde, antriebslos oder gereizt fühlt und düsteren Gedanken nachhängt, kann ein Gegenprogramm ansteuern, um aus dieser negativen Spirale wieder rauszukommen. Das gilt nur für leichte Verstimmungen, ernsthafte Erkrankungen wie eine schwere Depression oder gar Psychose gehören in eine (fach-)ärztliche Behandlung.

Was wir selbst tun können bei leichten Verstimmungen und Antriebslosigkeit:

Versuchen, die Trägheit zu überwinden und raus an die frische Luft! Regelmäßige Spaziergänge können schon dazu beitragen, dass wir unseren Körper motivieren, vermehrt Endorphine auszuschütten. Am besten noch bei Sonnenschein, denn das hebt die Laune noch stärker. Unsere Haut kann mehr Vitamin D produzieren durch das Sonnenlicht: Vitamin D wiederum hilft im Wechselspiel mit körpereigenen Substanzen, unsere Glückshormone zu wecken. Lacht uns die Sonne an, lächeln wir zurück. Und Lachen ist die Medizin, die ebenfalls  in der Lage ist, Endorphine herauszukitzeln. Lächeln und Lachen, auch wenn nur der geringste oder sogar gar kein Anlass besteht: das kann uns helfen, düstere Stimmungsphasen elegant zu umgehen. Einige Psychologen und Hirnforscher gehen davon aus, dass es kaum einen Unterschied macht, ob wir lachen, weil wir tatsächlich einen Grund dafür haben oder es völlig grundlos tun: Wir können also unserem Hirn vorgaukeln, dass es was zu lachen gibt und er nimmt es uns ab. Mit diesem raffinierten Trick können wir unser Hirn und damit uns selbst auf eine heitere Ebene hieven. Ich erschrecke mich manchmal im Positiven, wie schön plötzlich ein Mensch aussieht, nur weil er/sie lächelt. Ein Grund mehr zu smilen. Weitere Möglichkeiten, Endorphine freizusetzen: Schoko essen (kann sich aber nachteilig auf Zähne und Gewicht auswirken) – oder Erotik/Sex.

Zu einem gewissen Teil können wir auch über unsere Ernährung unseren Endorphinspiegel beeinflussen.

Hierzu eignen sich u.a. folgende Lebensmittel:

Fisch

Bananen

Hülsenfrüchte

Sesam

Avocados

Haferflocken

Käse

Mehr Infos zum Thema Endorphine finden sich hier:

https://www.dasgehirn.info/krankheiten/sucht/dopamin-und-endorphin-stoffe-die-suechtig-machen

https://www.brain-effect.com/magazin/endorphine-glueckshormone

Drugs & Rock`n Roll

In uns schlummern körpereigene „Drogen“ wie Dopamin oder Serotonin: Ein Mangel oder Überschuss hat oft gravierende Folgen für die Psyche, Gesundheit und das Verhalten Foto: shutterstock

Unser Körper: Ein Pool mit körpereigene Drogen

Wir haben körpereigene Drogen. Es geht hier also nicht um Marihuana, Kokain oder Ecstasy, die von außen zugeführt werden, sondern um die Stoffe, die wir bereits in uns tragen und deren Mengenverhältnisse samt komplexer Interaktion einen enormen Einfluss haben auf unsere Psyche, kognitiven Fähigkeiten, Gesundheit, unser Wohlbefinden und Verhalten.

Welche Drugs  es sind, wie wir sie mit natürlichen Mitteln & Methoden herauskitzeln können, das will ich in dieser kleinen Reihe „Drugs & Rock`n Roll“ beleuchten. Dabei betrachte ich die Effeke, die auf der einen Seite bei einem eklatanten Mangel und auf der anderen bei einem signifikanten Überschuss entstehen können.

ACHTUNG: Liegt ein gravierender Mangel oder Überschuss an bestimmten Substanzen wie Dopamin vor, ist dringend geboten, einen Arzt (in diesem Falle einen Neurologen/Psychiater) aufzusuchen, weil dies behandlungsbedürftige Erkrankungen zur Folge haben kann. Ich betrachte in dieser Reihe nur leichte,  graduelle Schwankungen, auf die wir selbst Einfluss ausüben können.

Was in dieser Reihe mit „Drugs“ gemeint ist

Den Begriff „Drug“ fasse ich recht weit: Alle Stoffe, die beteiligt sind, wenn es um unsere Hirn- und Körperfunktionen (so genannte „Neurotransmitter“ zum Beispiel) geht und die Einfluss nehmen auf unser Befinden, emotionales Verhalten, unsere Gedanken, Gefühle und die Perspektive, die wir einnehmen, wenn wir die Welt/Ereignisse/ andere Menschen betrachten/beurteilen.

Einen wissenschaftlichen Anspruch erhebe ich nicht.  Das heißt, dass ich lediglich eine Auswahl an „Drugs“ thematisiere, dabei manchmal nur Teilaspekte betrachte, die mir interessant erscheinen hinsichtlich der Frage: Kann ich bei einem eventuellen Mangel/einem Zuviel an körpereigenen Drugs etwas ändern, damit es mir besser geht? Oder, was deutlich vernünftiger wäre: Kann ich dies gemeinsam mit meinem Arzt angehen? Genauere chemische Zusammensetzungen oder theoretische Abfassungen sind weniger Gegenstand dieser Betrachtungen.

Natürlich läuft es nicht so einfach, dass man sich einen Neurotransmitter reinschiebt und schon ist alles wieder im Lot. Erstens können einige leider nicht die Blut-Hirn-Schranke überwinden und zweitens spielen sich im Hirn/Körper komplexe Funktionen ab, die miteinander zusammenhängen und nuanciert unterschiedliche Ergebnisse liefern. Medikamente (Psychopharmaka), die bei Depressionen oder Psychosen auf Neurotransmitter abzielen, um die Dysbalance wieder einigermaßen ins Gleichgewicht zu bringen, bringen leider gravierende Nebenwirkungen mit sich. Berücksichtigt werden sollten auch noch Aspekte wie Umweltfaktoren und natürlich die individuelle Gen-Landschaft.

Körpereigene Drugs sind z.B:

Dopamin

Endorphine

Serotonin

Oxytocin

Melatonin

Tyrosin

Noradrenalin

Adrenalin

Teil 1: Dopamin und sein Mitspieler Tyrosin

Dopamin-Mangel

Als Neurotransmitter des Zentralnervensystems und vegetativen Nervensystems wirkt sich Dopamin u.a. auf Motorik und Motivation aus. Hat jemand zu wenig Dopamin im Hirn, fehlt ihm oft der Antrieb. Er macht sozusagen die Schotten dicht, wenn er schwierigen Phasen begegnet, gibt schnell auf, weil er sich oft gestresst, überfordert fühlt. Wird zum Loner, isoliert sich sozial.

Bei einem eklatanten Mangel können Depressionen bis hin zu einer schweren Psychose die Folge sein. Bei der Nervenerkrankung Parkinson spielt ebenfalls ein signifikanter Dopamin-Mangel eine gewichtige Rolle. Die Steuerung der Motorik in der Hirnregion „Substantia nigra“ ist bei Parkinson gestört.1 Patienten leiden unter dem typischen Zittern an Händen oder Kopf und einem unsicheren, mitunter gebückten Gang. Gravierende Dopamin-Mängel mit ernsthaften Erkrankungen wie Psychose oder Parkinson gehören in die Hände von Ärzten (Neurologen).

Ein weiteres mögliches Zeichen für einen Dopamin-Mangel: Die Flucht in kurzsichtige Bedürfnisbefriedigung: lieber Fastfood, Kohlenhydrate wie Nudeln, Reis, Kartoffeln, süßes wie Limo, Schoko, Kuchen, Zigaretten, Alkohol, andere externe Drogen wie Kokain, Heroin … Eben alles, was ganz schnell Befriedigung verspricht.

Fast & Furious oder Slow Motion?

Ein Trend, der sich Dopamin-Fasten nennt

Zunächst klingt es widersprüchlich: Warum sollten Menschen, die zu wenig Dopamin haben ausgerechnet beim Dopamin fasten? Dann haben sie doch am Ende noch weniger Dopamin und das wäre kontraproduktiv? Antwort: Wer es schafft, auf die schnelle Befriedigung durch Koks oder Alk zu verzichten, umgeht den Teufelskreis der Sucht. Denn wer sich daran gewöhnt, einen schnellen Dopamin-Schuss nach dem anderen herbeizurufen, der braucht immer mehr Dopamin. Wenn er sich hingegen die schnelle Befriedigung verkneifen kann, kann er erfahren, dass es durchaus möglich ist, abseits von Alkohol, Heroin … Befriedigung zu erlangen. Vielleicht nicht so schnell und intensiv, dafür aber ohne all die negativen Begleiterscheinungen, die eine Alkohol- oder Heroinsucht mit sich bringt. Fast & Furious oder Slow Motion: die Mitte zwischen diesen beiden Extremen könnte hilfreich sein.

Dopamin-Überschuss

Wer zu viel Dopamin hat, lässt mehr Reize durch, kann nicht mehr filtern und unterscheiden, was wichtig und was weniger wichtig ist. An sich irrelevante Geräusche oder Ereignisse bekommen mehr Gewicht. Man verzettelt sich total, verliert den Überblick fürs Große und Ganze und manchmal geht einem sogar das Gefühl für sich selbst abhanden, Apathie und Gleichgültigkeit kehren ein. Man beißt sich fest.

Durch die ungefilterte Reizüberflutung ist man überfordert, fühlt sich dauergestresst – dies kann bis zum Nervenzusammenbruch führen.  

Funktion des Dopamins

Als Botenstoff ist Dopamin fürs Weiterleiten der Signale zwischen den Neuronen im Hirn zuständig. Dieser wichtige Transmitterstoff beeinflusst sowohl die körperliche wie auch die psychische Beweglichkeit.

Ausgeglichen sind diejenigen mit einem durchschnittlichen Anteil an Dopamin im Körper/Hirn. Der Dopaminspiegel wirkt sich auch auf die Lebenslust, den Mut, Aufgaben anzugehen und abzuschließen oder neue ins Visier zu nehmen. Mit Belohnung/Bestrafung hat Dopamin ebenfalls zu tun. Wenn es um Sex oder Geld geht, scheint der Mensch keine Grenzen zu kennen, so die Erkenntnisse aus der Verhaltensforschung.

Was kann ich auf natürliche Weise tun, um meine Dopaminspiegel zu pushen?

Liegt nur ein gradueller Mangel vor, der sich lediglich leicht negativ auf die Stimmung und den Antrieb auswirkt, kann man selbst einiges tun. Gravierender Dopaminmangel kann schwere Erkrankungen wie eine Psychose oder Parkinson zur Folge haben und gehört in ärztliche Behandlung.

Was wir selbst tun können:

-rausgehen und bewegen

-Sport/Bewegung generell

-uns fokussieren auf Dinge, die uns gut tun: zB Musik, die man mag. Rock`n Roll im übertragenen Sinne für gute Vibes kann sich günstig auf unser Gemüt auswirken.

-Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Yoga, TaiChi, QiGong…

–soziale Kontakte pflegen (schwierig in Corona-Zeiten).

– möglichst einem Job nachgehen, der einen nicht frustet

-sich Ziele setzen, die erreichbar sind

– ausgewogene Ernährung mit Lebensmitteln, die dabei helfen können, den Dopamin- bzw. Tyrosinspiegel zu dopen. Die Aminosäure Tyrosin ist eine Zwischenstufe bei der Bildung von Dopamin. An der Produktion beteiligt sind auch Magnesium, Zink, Eisen, Folsäure und die Vitamine C und B6. Nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ist es nicht nötig, gezielt die Aminosäure Tyrosin einzunehmen.

Eine graduelle Beeinflussung könnte über unsere Ernährung laufen. Lebensmittel mit hohem Tyrosinanteil sind u.a:2

Nüsse: Erdnüsse haben den höchsten Tyrosingehalt unter den Nüssen, gefolgt von Sesam und Mandeln

Hülsenfrüchte enthalten recht viel Tyrosin: Sojabohnen, Erbsen, weiße Bohnen, Linsen, Kichererbsen

Milchprodukte/Käse mit hohem Tyrosingehalt: Parmesan 36,6 % Fett i.Tr, Gauda 45% F.i.Tr, Edamer 30 % Fett i.Tr., Camembert 30 % Fett i.Tr., Brie 50 % i.Tr., Magerquark, Frischkäse 50% Fett i.Tr.

Getreide: Haferflocken, Dinkelmehl, Hafer

Gemüse enthält relativ wenig Tyrosin, an vorderster Reihe stehen: Grünkohl, Petersilie, Spinat, Kartoffeln

Wie Gemüse auch, steckt in Obst recht wenig Tyrosin. Am meisten haben Avocado, Bananen, Erdbeeren

Fisch : Thunfisch, Rochen, Lachs, Kabeljau, Sardine, Forelle, Heilbutt, Hering, Garnele

Fleisch: Kochschinken, Schweinefleisch, Rindfleisch, Lammfleisch, Kalbfleisch

Supplemente, die eventuell helfen könnten: 3

Zink-Orotat, Magnesium-Orotat (oder-Threonat), Rosenwurzeltee (Rhodiola Rosea), Ginkgo Biloba, Guarana.

1. Zum Zusammenhang Dopamin-Mangel und Parkinson siehe:

https://www.spektrum.de/lexikon/neurowissenschaft/dopamin/2959

2. Zu den Lebensmitteln und ihrem Tyrosin-Gehalt siehe:

https://www.eucell.de/ernaehrung/ernaehrungslexikon/aminosaeuren/semi-essentielle-aminosaeuren/tyrosin/lebensmittel.html

3. Zum Thema: Dopamin, Mangel und Überschuss siehe das Video des Gesundheitsmanagers für Prävention,  Mario Danzer: „Dopamin & menschliches Verhalten“