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Bitcoin kaufen oder nicht?

Infos für Bitcoin-Beginners über Chancen/Risiken von Bitcoin-Käufen

Entree

Die Frage „BITCOIN kaufen oder nicht?“ lässt sich besser beantworten, wenn man sich vorab ein wenig informiert, was BITCOIN ist und welche Chancen und Risiken der Einstieg in BITCOIN mit sich bringen kann.

Wer sich relevante Basics aneignet, kann eigenverantwortlich entscheiden, ob ein Investieren in BITCOIN etwas für ihn ist oder ob er lieber die Finger davon lassen sollte angesichts der Risiken, Fallstricke, unseriöser Akteure/Angebote und des extrem stark schwankenden BITCOIN-Kurses.

Dieser Guide bietet Dir das nötige informative Rüstzeug, um selbst beurteilen zu können, ob und wenn ja: wie, wann und in welcher Höhe ein Einstieg in BITCOIN Sinn machen könnte für Dich. Vor allem zeigt dieser Leitfaden die seriösen Pfade auf, so dass Du eventuelle Betrugsmaschen von unsoliden Akteuren der Crypto-Szene elegant umschiffen kannst.

Weder empfehle ich, BITCOIN zu kaufen, noch rate ich davon ab. Denn das wäre zu pauschal. Es hängt von jedem einzelnen selbst ab, von seiner Lebens- und Finanzsituation und seiner Risikobereitschaft.

Solltest Du Dich mit dem Gedanken rumtragen, BITCOIN kaufen zu wollen oder hast Dich sogar dazu entschieden- und Du weißt nicht so recht, wie die nächsten Schritte aussehen, dann findest Du in diesem Leitfaden Hilfe.

Dieser Leitfaden ist in 10 Kapitel gegliedert. Man muss ihn nicht von Anfang bis Ende lesen. Es ist natürlich auch möglich, ein einzelnes Kapitel oder Thema rauszupicken. Wer z.B. gleich zu Kapitel 2 „Wie und wo kaufe ich BITCOIN?“ springt, kann das Dargestellte verstehen, ohne die anderen Kapitel zu kennen.

Um Freude an einen so riskanten Invest wie BITCOIN haben zu können, sollte man nicht nur mögliche hohe Gewinne anvisieren, sondern auch potenzielle Risiken einkalkulieren. Ebenfalls wichtig: unterscheiden zu können zwischen seriösen und unsoliden Angeboten/Akteuren der Crypto-Szene. foto: shutterstock

BITCOIN hat zwei Gesichter

Dieser BITCOIN-Guide soll Lesern dabei helfen, sauber trennen zu können zwischen dem seriösen Gesicht von BITCOIN und den unsoliden Machenschaften, die in seinem Namen betrieben werden, um andere mit vermeintlich lukrativen Gewinnen zu betrügen.

Jetzt, wo der BITCOIN-Kurs wieder gestiegen ist und im November 2020 um die 15.000 Euro(1) erreicht hat, werden wahrscheinlich viele neugierig auf diese Anlage und wollen einsteigen. Preisvergleich zu Dezember 2010 vor 10 Jahren: ein BITCOIN kostete 20 Cent, im Oktober 2011 gerade mal 3 Dollar.

Im Umgang mit BITCOIN gibt es auch ohne das Dazutun von mutmaßlichen Betrügern zahlreiche Tücken und Unwegbarkeiten, die viel Zeit und Nerven kosten können. Das fängt bei der Wahl der Crypto-Börse an (jede Börse hat ihre Eigenheiten in puncto Anmelde- und Identifikationsverfahren oder Usecase) und betrifft weitere Fragen wie: “ Wie bewahre ich BITCOIN möglichst sicher auf?“ Oder auch: „Reicht mein technisches Wissen, um BITCOIN zu kaufen und eigenverantwortlich aufzubewahren?“ Wer sich vorab über diese Dinge informiert, spart sich viel Zeit und Ärger.

Seit 2016 informiere ich mich darüber, wo es im Bitcoin- und Crypto-Space einigermaßen seriös zugeht und wie im Gegensatz dazu auf unsolider Seite unseriöse Akteure ihre Machenschaften betreiben. In diesem Dschungel fällt es vielen schwer, die Spreu vom Weizen zu trennen. Dieser Guide möchte dies leisten und etwas Licht und Klarheit ins Wirrwarr bringen.

Wie so oft im Leben, gibt es auch bei BITCOIN zwei Gesichter. Die hier gesammelten Informationen dienen dazu, beide Seiten zu beleuchten, um mögliche Fallen rechtzeitig zu erkennen und sie bestenfalls zu meiden. Ein informatives Rüstzeug, das Euch dabei helfen soll, auf soliden BITCOIN-Pfaden zu wandeln.

Zur Schreibweise von BITCOIN:

Wenn ich DEN Bitcoin meine (die erste, bekannteste und größte des anonymen Erfinders SatoshiNakamato), wähle ich Großbuchstaben „BITCOIN“. Die andere Schreibweise „(Bit-)Coin“ steht sowohl für den Muttercoin BITCOIN als auch für die zahlreichen anderen Coins, die es mittlerweile zu Hauf gibt. Es fing 2009 mit BITCOIN an, mittlerweile sind auf der Website „Coinmarketcap.com“ über 7.000 Coins aufgeführt (Stand November 2020). Sie werden „Altcoins“ genannt. BITCOIN wird abgekürzt mit „BTC“.

Fragen tauchen auf, wenn man sich überlegt, in BITCOIN zu investieren:

Was ist eigentlich „BITCOIN“? Wer hat`s erfunden? (Kapitel 1)

Wie und wo kaufe ich BITCOIN (BTC)? (Kapitel 2)

Was kostet „ein“ BITCOIN? (Kapitel 3)

Wie bewahre ich BITCOIN sicher auf? (Kapitel 4)

Wenn ich ü40 bin: lohnt sich da noch ein (Bit-)-Coin-Kauf bei meinem kürzeren Anlagehorizont? (Kapitel 5)

Wo lauern Fallen und betrügerische Angebote? (Kapitel 6)

Weiteres Wissenswertes über BITCOIN?! (Kapitel 7)

Muss ich Gewinne aus (Bit-)Coin-Verkäufen versteuern? (Kapitel 8)

Was sollte noch geschehen, damit immer mehr Menschen Bitcoin als lohnendes Investment betrachten? (Kapitel 9)

RESÜMEE: so kann ein einigermaßen vernünftiger Rahmen für den Umgang mit (Bit-)Coin aussehen. (Kapitel 10)

Diese und weitere Fragen rund um die digitale Währung BITCOIN will ich in diesem Leitfaden beantworten.

Betrüger gibt es in so gut wie jeder Branche. So auch in der Crypto- und (Bit-)Coin-Welt. Es wäre schade, wenn Neulinge in fiese Fallen tappen.

Unabhängig von potenziellen Betrügern birgt der Charakter von BITCOIN für sich genommen große Risiken: Der BITCOIN-Kurs schwankt enorm, seine Volatilität ist extrem hoch: noch höher als bei Aktien.

Wer gut informiert ist und seine Gier auf das vermeintlich schnelle Geld einigermaßen beherrschen kann, ist besser präpariert, um nicht in die zahlreichen Kurslöcher zu fallen, die BITCOIN in der Vergangenheit zuhauf gezeigt hat und sehr wahrscheinlich auch zukünftig weiterhin zeigen wird. Je kleiner ein Markt ist, desto stärker ist er manipulierbar – dazu braucht es nur einige wenige big player. Der BITCOIN-Markt ist verglichen mit älteren Anlage-Assets wie Aktien oder Gold noch klein und daher derzeit stark manipulierbar (Stand November 2020).

Wer den Charakter des BITCOINS kennen lernt, ist besser vorbereitet, um nicht Gefahr zu laufen, sein Geld an dubiose Anbieter zu verlieren. Dass der BITCOIN an sich eine höchstriskante Anlage ist und man allein durch diesen Umstand viel Geld verlieren kann – also auch ohne das Dazutun von Betrügern, bleibt als Fakt bestehen. Jeder muss selbst für sich entscheiden, ob er/sie ein solches Risiko eingehen möchte oder nicht.

Menschen mit schwachen Nerven oder einem schwachen Herzen rate ich davon ab, sich auf BITCOIN einzulassen: Es kam und kommt vor, dass der Kurs um bis zu 80 oder 90 % an Wert (also Euro/Dollar) verliert innerhalb einer erschreckend kurzen Zeit: Wer das nicht aushält, sollte sein Geld lieber woanders investieren (Immobilien, Gold etc.).

Dieser Guide ist keine Finanz- oder Investmentberatung!

Haftungsausschluss

Weder empfehle ich, in Bitcoins zu investieren, noch rate ich davon ab. Mir geht es darum, mit Informationen aufzuklären und im Wirrwarr dieses relativ neuen Assets sowohl auf Gefahren/Risiken als auch auf mögliche Gewinne hinzuweisen. Dabei fokussiere ich vorhandene seriöse Pfade und weise auf mögliche betrügerische Maschen hin, damit Neulinge nicht in die zahlreichen Fallen tappen, die es in der Bitcoin- und Cryptoszene leider gibt.

Ich stelle mit diesem Leitfaden lediglich Wissen zur Verfügung, das ich mir in den letzten 4 Jahren nach bestem Wissen und Gewissen angeeignet habe. Jeder muss selber entscheiden, ob er sein Geld in ein hochriskantes Asset wie BITCOIN steckt oder nicht. Wenn er/sie es kaufen sollte, trägt er/sie allein die Verantwortung für eventuelle Verluste.

Ich hafte in keiner Weise für eventuelle Verluste, wenn jemand trotz der hier genannten hohen Risiken in BITCOIN investieren und Geld verlieren sollte. Wenn jemand Gewinne machen sollte, weil ihm einige der hier erwähnten Tipps geholfen haben, dies ohne größere Unfälle zu tun, ist es schön und gut und ich will natürlich keinerlei Anteile an solchen möglichen Gewinnen. Umgekehrt aber möchte ich auch nicht Teil haben an möglichen Verlusten.

Es kann nicht oft genug darauf hingewiesen und betont werden:

Der Charakter von Bitcoin ist extrem schwankend („volatil“) und das bedeutet: Es lässt sich mit Bitcoin viel Geld gewinnen – aber ähnlich groß ist das Risiko, sein Geld zu verlieren!

Kapitel 1: Was ist eigentlich BITCOIN? Wer hat`s erfunden?

BITCOIN erklärt vom Bitcoin-Pionier Andreas Antonopoulos

Andreas Antonopoulos (im Folgenden mit „AA“ abgekürzt) gilt global als ausgesprochen seriöser BITCOIN-Experte. Als Software-Profi hat er den richtigen technologischen Hintergrund, um zu erfassen, worum es geht. Als early bird und BITCOIN-Pionier gehört zu den wenigen, die das Thema umfassend und übergreifend verstanden haben – dies, obwohl er selbst bescheiden beteuert, noch nicht alles begriffen zu haben. Sein überragendes Wissen kann er mit seiner klaren (englischen) Sprache und logischen Gedankengängen sehr gut vermitteln.

AA ist ein Software-Experte mit griechisch-britischem Hintergrund. Laut eigenen Angaben soll er bei einem BTC-Preis von 3 Dollar begonnen haben, sich auf Bitcoin einzulassen. Er gehört zu den wenigen Crypto-Enthusiasten, die sich ihre Arbeit in Bitcoin auszahlen lassen und BTC so benutzen, wie wir es mit Euro tun. Er kauft/verkauft sein Bitcoin nicht auf Börsen, sondern von peer to peer (von Computer/Smartphone zu Computer/Smartphone). Mobile Smartphone-Wallets zum Aufbewahren von Bitcoins beurteilt er als recht sicher (sicherer als Desktop-Wallets, so AA. Vor allem dann sicherer, wenn man Microsofts „Windows“ habe).

AA erklärt im September 2016 den Charakter und die Anfänge des BITCOINS in einem 37-minütigen Video mit dem Titel: „Bitcoin for Beginners“:

AA charakterisiert Bitcoin als ein dezentrales globales, digitales Geldsystem, das frei ist und für jeden zugänglich, soweit er/sie Computer und Internetanschluss hat: befreit von dritten Instanzen, mit offenem Quellcode, zensur-resistent, also: neutral und ohne Zugehörigkeit zu einem Staat oder einer zentralen Bank. BITCOIN betrachtet er als eine erste Anwendung dieses dezentralen Geldsystems.

Eine seiner in anderen Videos genannten Bitcoin-Definitionen in Kürze:

Hash-basierte peer-to-peer-Transaktioen in verteilter digitaler Datenstruktur mit Zeitstempel.

Die cryptischen Hash-Zeichen sind hypersensibel: sie ändern sich sofort, wenn ich auch nur einen einzigen Buchstaben oder eine Zahl ändere: Damit ändert sich die Folge der Hash-Zeichen total und lässt sich nicht mehr identifizieren als die Zeichenfolge, die sie mal war. Hash-basierte Daten tragen zur Sicherheit von BITCOIN bei.

Der dem BITCOIN innewohnende PoW-Mechanismus (ProofOfWork) als Sicherheitsmethode ist stromintensiv, weil er von leistungsstarken Rechnern durchgeführt wird: Umweltbewusste kritisieren diesen Umstand. BITCOIN-Maximalisten wie Andreas Antonopoulos verteidigen diesen Aspekt dahingehend, dass der „BITCOIN“ aus diesem Grund so sicher sei und so gut wie unmanipulierbar.

Andere Methoden wie „Proof of Stake“, die keinen hohen Stromverbrauch verursachen, seien hingegen weniger sicher und demzufolge anfälliger für Hacks.

Eine kurze Bitcoin-Definition auf Deutsch liefert das online-Magazin „btc-echo“ in einem Video von 2018:

1.1. BITCOINS Wurzeln

BITCOIN ist eine digitale Währung, die es seit 2009 gibt und die von dem Anonymous Satoshi Nakamoto (SN) als Antwort auf die Banken- und Finanzkrise von 2008 entwickelt wurde. Ob der BITCOIN-Erfinder ein Mann, eine Frau oder eine Gruppe ist, ist bisher unbekannt. Den quelloffenen (open-source) BITCOIN-Code soll SN bereits 2007 geschrieben haben.

Schon bei dem Ausdruck „Währung“ scheiden sich die Geister: Während die CryptoSzene kein Problem mit Begriffen wie „CryptoCurrency“ (CryptoWährung) hat, möchten weite Teile an staatlichen Repräsentanten und der herkömmlichen (Zentral-)Banken- und Finanzwelt dem BITCOIN die Eigenschaft „Währung“ absprechen. Ob BITCOIN eine Währung ist oder nicht, sei erst einmal dahin gestellt – hier soll es zunächst darum gehen, den Charakter von BITCOIN zu betrachten die Inhalte/Funktionen/Intentionen zu beleuchten, die in ihm stecken.

Bisher fungiert BITCOIN als Investition und weniger als Währung. Ähnlich wie bei Gold wird er gekauft und aufbewahrt in der Hoffnung, dass der Kurs steigt. Deswegen wird BITCOIN gerne als „digitales Gold“ bezeichnet.

Der BITCOIN-Pionier und Software-Experte Andreas Antonopoulos über die fragliche Identität des BITCOIN-Erfinders SatoshiNakamoto in einem Video von 2017 (auf Englisch):

Das 9 Seiten umfassende Whitepaper(2) publizierte SatoshiNakamoto Ende Oktober 2008. Sein Titel lautet: „Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System.“ Ein digitales Geldsystem, das von Rechner zu Rechner funktioniert und ohne dritte Instanzen wie Banken und Staaten auskommen soll.

1.2. Two faces of BITCOIN

Wie so vieles im Leben hat auch BITCOIN zwei Gesichter: Er ist auf der einen Seite eine hochriskante und hochspekulative Assetklasse, inklusive sich darin tummelnder betrügerischer Akteure. Auf der anderen Seite bietet BITCOIN aber auch die Möglichkeit, innerhalb relativ kurzer Zeit hohe Gewinne zu erzielen, wenn man gewisse Dinge beachtet, die hier im Leitfaden zur Sprache kommen. Ein Quäntchen Glück gehört auch dazu.

Eine Garantie, mit BITCOIN Gewinne zu machen, gibt es auch bei Einhalten der hier genannten Tipps nicht! Dazu ist sein Kurs zu schwankend, manche Dinge laufen intransparent ab, Manipulationen finden statt.

Am 3.1.2009 soll der erste Bitcoinblock rechnerisch am Computer gemined (geschürft) worden sein. Als Beweis dient eine kurze Notiz, die SM diesem Genesis-Block beigefügt haben soll: Zu sehen ist die „Times“-Ausgabe vom 3. Januar 2009 mit dem Titel

„Chancellar on brink of second bailout for banks.“ (3)

Die ersten 50 BITCOINS werden auch auf das Jahr 2009 datiert. Seit 2011 ist SN in der Anonymität verschwunden.

Zwischen dem 3. Januar 2009 und 25. Januar 2010 sollen bei Blocknummer 36288 insgesamt 1.814.400 BITCOINS geschürft worden sein. 63 Prozent davon sollen nie ausgegeben worden sein. Dem BITCOIN-Erfinder Nakamoto werden ca. 1 Million BITCOINS zugeschrieben, die bis heute (2020) nicht bewegt worden seien.

1.3. BITCOINS Minen (schürfen)

Mit Rechenpower können Miner (Schürfer) Bitcoin minen (schürfen). Je stärker die Rechenpower, desto größer die Wahrscheinlichkeit, Bitcoin erfolgreich zu schürfen. Mittlerweile sind – in China beispielsweise – große Miningfarmen mit entsprechender Rechenleistung entstanden, die BITCOINS kommerziell schürfen mit leistungsstarken Rechnern, die allein zum BITCOIN-Mining eingesetzt werden: Da haben Miner mit privatem Computer schlechte Karten.

Nur derjenige, der am schnellsten mit seiner Rechenpower den richtigen Hash findet (Hash = eine Reihe an cryptischen Zahlen und Buchstaben, die ein Algorithmus generiert (bei BITCOIN ist es der SHA256-Algorithmus(5), der gemäß Zufallsprinzip bestimmte, unverwechselbare Muster erzeugt), und den Block als Erster 100-prozentig korrekt verifizieren kann, wird mit BITCOINS belohnt (Block-Reward(6)). Alle anderen gehen leer aus, akzeptieren den Sieger und machen sich auf, den nächsten Block zu finden.

Das Fundament: die Blockchain

Alle 10 Minuten wird 1 Block gefunden und rechnerisch verifiziert. Jeder Block trägt die Daten des vorherigen Blocks: eine Kette an Blocks ergibt die Blockchain (Chain = Kette), die täglich anwächst. Die Aspekte Sicherheit und Konsens übernehmen Computer mit der Proof of Work-Methode (PoW)(7): Basierend auf der stromintensiven Rechenleistung wird verifiziert. Das ist auch der Grund, warum Miningfarmen sich in Ländern und Regionen niederlassen, in denen die Stromkosten vergleichsweise gering sind. Der chinesische Boss der großen „Bitmain“- Mining-Farm Jihan Wu(8) gehört zu den schillerndsten Akteuren in der Cryptoszene.

Wem das Minen gelungen ist, der bekommt als Belohnung derzeit 6,25 BITCOINS. Vor vier Jahren waren es noch 12,5 BITCOINS. Dahinter steckt das so genannte „Halving“(9). Alle 4 Jahre halbiert sich die Anzahl der Bitcoins, die an Miner gehen. 6,25 BITCOINS an Belohnung mag zunächst viel klingen, wenn 1 BITCOIN ca 15.000 Euro wert ist. Dem gegenüber stehen aber hohe Strom- und andere Kosten von Miningfarmen/Minern.

BITCOIN hat von Haus aus einen deflationären Charakter durch die Begrenzung auf maximal 21 Millionen BITCOINS(10). Das Halving verstärkt diesen Effekt.

Sind sie mal alle ausgeschürft, dann kann es sein, dass das Geschacher um begehrte BITCOINS erst recht losgeht.

Den derzeit circa 8 Milliarden Menschen an Weltbevölkerung stehen auf der anderen Seite maximal 21 Millionen schürfbare BITCOINS entgegen. Bullische BITCOIN-Analysten gehen deshalb davon aus, dass dieser deflationäre Charakter zusammen mit dem Halving-Effekt die BITCOIN-Preise mit der Zeit in die Höhe schießen werde (11)

Die bisherige Preis-Entwicklung entspricht dieser These: Während der BITCOIN-Kurs im Jahr 2011 nur 3 Dollar betrug (12), ist ein Bitcoin nach nur 10 Jahren mittlerweile um die 15.000 Euro wert (November 2020, (13)). Jeder darf jetzt ausrechnen, um wie viel Prozent der BITCOIN-Wert gewachsen ist: Kein anderes Asset kann da mithalten, auch materielles Gold nicht. Immer dabei die ähnlich massiven BITCOINs Abstürze auf der anderen Seite der Waagschale berücksichtigen.

1.4. BITCOINS Charakter: ein flink springender Flummi

Pump & Dump, Bulle & Bär

Das Investieren in BITCOIN zählt zu den risikoreichsten Investments, die es überhaupt gibt. Dies deshalb, weil der Charakter von BITCOIN einem hibbeligen Flummi ähnelt: Der Kurs prallt hart auf den Boden (Dump, Bär), um dann wieder aufzuspringen und sich phasenweise in schwindelerregende Höhen zu bewegen (Pump, Bulle) – um dann erneut extrem hart auf den Boden zu fallen (wieder Dump). Das muss man erst einmal mit den Nerven und dem Herzen verkraften können. Wenn nicht, lieber Hände weg.

Allein in diesem November 2020 ließ sich beobachten, dass der BITCOIN-Preis auf der Bitstamp-Börse zunächst auf 19.666 Dollar schoss, um dann auf 16.800 Dollar (26. November 2020) zu plumpsen. In nur wenigen Tagen verlor er also annährend 3.000 Dollar an Wert!

Noch krasser waren die Kursbewegungen im Winter 2017 vor 3 Jahren: Im September 2017 ruhte der BITCOIN-Kurs bei gerade mal rund 3.000 Euro, während er nur knapp 3 Monate später Mitte Dezember auf sein erstes AllZeitHoch (AllTimeHigh, ATH) bei über 16.000 Euro hüpfte – um dann im darauffolgenden Jahr am 6. Februar 2018 wieder zu sinken auf 5.089 Euro!!! Von über 16.000 Euro auf ca. 5. 000 Euro in nur 7 Wochen!!! Das verkraftet nicht jeder, deshalb ist höchste Vorsicht geboten! Diejenigen, die beim AllTimeHigh Dezember 2017 BITCOIN teuer gekauft und in einem der Tiefststände in Panik geraten sind und wieder verkauft haben, sind gebrannte Kinder, die Verluste hinnehmen mussten.

Niemand weiß, wann der BITCOIN einen tiefen Boden (bottom) finden wird. Ähnlich schwierig ist es, den Punkt ausfindig zu machen, an dem die Kurve wieder steil nach oben zeigt und einen vorläufigen Höhepunkt erlangt.

Typische Muster in der Kursdarstellung sind demgemäß ein „W“ oder ein „M“ („Mc-Donald-Effekt“) oder „ein spitzer Kopf mit tiefen Schultern“.

Analyse-Tools für Aktien oder für BITCOIN mögen schön und gut sein, aber die Analyse-Vorhersagen für die extrem volatilen Crypto-Währungen (Crypto-Currency) sind noch unzuverlässiger als dies bei der klassischen Aktien-Analyse so manches Mal der Fall ist.

Etwas beruhigen mag der Umstand, dass man bei direkten BITCOIN-Käufen (= ich kaufe BITCOIN und lasse mich nicht auf Geschäfte mit Brokern ein, bei denen ich nur ein Papier besitze, das in dieser oder jener Hinsicht BITCOIN indirekt repräsentieren soll, ohne dass ich BITCOIN besitze) nur das verlieren kann, was man an Geld investiert hat. Es gibt ja durchaus Anlagemethoden, bei denen man in den Negativbereich runterrutschen kann und noch mehr Verluste erleidet als man insgesamt hineingesteckt hat.

Dennoch ist Vorsicht geraten bei BITCOIN-Investments: Habe ich 5.000 Euro bezahlt, um BITCOIN(-Anteile) zu kaufen und verkaufe ich bei einem Kurs von 3.000, dann habe ich in diesem Moment unterm Strich 2.000 Euro an Verlusten zu verbuchen.

Wenn es mir in einem günstiger verlaufenden Szenario gelingen sollte, meine BITCOIN-Anteile später für 7.000 zu verkaufen, habe ich 2.000 Euro Gewinn eingeheimst. Wenn derjenige, der sie mir für 7.000 abgekauft hat, seine Anteile später für 6.000 verkauft, hat er 1.000 Euro Miese gemacht.

Es ist ein Verschieben der möglichen Gewinne/Verluste auf die beteiligten Handelspartner (so wie bei Aktien-Gewinnen/Verlusten auch). Bemerkenswert ist der Level, auf dem das Ganze stattfindet: Ob ich bei einem Kurs von 4.000 Euro pro BITCOIN verkaufe/kaufe oder bei 15.000 Euro, wirkt sich durchaus auf den Inhalt meines Portemonnaies aus.

1.5. Die riskante Seite von (Bit-)Coin

Mittlerweile gibt es über BITCOIN hinaus über 7.000 verschiedene Coins, die auf Coinmarketcap aufgelistet werden. Die Nummer 2 auf der Coin-Rangliste nach BITCOIN ist der ETHER von Ethereum-Gründer Vitalik Buterin.

„Kriminelle nutzen Bitcoin“

(Bit-)Coins haben aufgrund ihrer extrem schwankenden Kurse einen zweifelhaften Ruf. Staaten und zentrale Banken beäugen misstrauisch die Entwicklung auf dem Crypto-Markt, denn die überwiegende Zahl der (Bit-)Coins und vor allem der BITCOIN selbst beansprucht, ohne dritte Instanzen wie Banken und Staaten auszukommen.

Dem explizit deflationären BITCOIN-Charakter mit seinen maximal 21 Millionen schürfbaren BITCOINS stehen die inflationären Schuldenberge der Staaten entgegen: Die Gelddruckmaschinen der Staaten hingegen laufen – gerade auch in diesen Pandemiezeiten – heiß. Da bekommt der eine oder andere das Bedürfnis, in einen Posten wie BITCOIN zu investieren als vermeintlich sicherer Hafen gegen eine möglicherweise ausufernde Inflation.

Nationen können mit politischen Entscheidungen (Bit-)Coin reglementieren. Da der Crypto-Handel eine globale Angelegenheit ist, neigen Crypto-Unternehmen dazu, ein restriktiv vorgehendes Land zu verlassen und sich in Ländern niederzulassen, die mehr Freiheiten bieten.

Die in der Bitcoinszene durchaus vorhandenen betrügerischen Angebote/Akteure sind nicht zu leugnen. Drogenumtauschplatz (SilkRoad und Mt. Gox-Börsen-Skandal siehe weiter unten), Börsen-Hacks, Fake-Coins wie der „OneCoin“-Betrug oder fragliche Schneeballsysteme wie „Bitconnect“ tragen nicht unbedingt zur Vertrauensbildung bei.

Diese dubiosen Machenschaften thematisiere ich weiter unten in Kapitel 6: „Wo lauern Fallen und betrügerische Angebote?“ Dem Cryptomarkt werden darüber hinaus Geldwäsche und Terrorfinanzierung vorgeworfen. Solche Vorwürfe werden von Kritikern genutzt, um Restriktionen anzumahnen und durchzusetzen. Das war mit dem Internet in seinen Anfängen ähnlich: Es wurde moniert, dass schmuddelige Akteure wie die Pornoszene das Internet nutzen und darüber hinaus zu viele Kriminelle sich dort rumtummeln würden. Mittlerweile nutzt so gut wie jeder das Internet. Gefahren lauern immer noch, aber wir haben uns darauf eingelassen und sehen mehr oder minder erfolgreich zu, dass wir potenziellen Betrügern im Internet nicht aufsitzen.

Zu den mutmaßlichen Verflechtungen der gehackten Crypto-Börse „Mt. Gox“ und dem Drogenskandal „SilkRoad“ findet sich im folgenden Video von „Mad Bitcoins“ eine kurze Meldung aus dem Jahr 2014 (in Englisch):

Es liegt an uns, was wir aus BITCOIN und Crypto machen

BITCOIN hat durchaus ein wankelmütiges, unsolides Gesicht, hinter dem Betrugsfallen lauern. Wobei es nicht der BITCOIN selbst ist, sondern dubiose Akteure, die BITCOIN in betrügerischer Absicht für ihre kriminellen Machenschaften missbrauchen. Denn BITCOIN selbst ist zunächst einmal nur ein neutrales digitales Protokoll – ähnlich wie das Internet-Protokoll – das nach festgelegten mathematischen und cryptischen Regeln auf Rechnern funktioniert.

Wir stehen wieder einmal vor der klassischen Situation: Ich kann ein Messer zum Brotschneiden benutzen, ich kann es aber auch missbrauchen, in dem ich damit einen Menschen ersteche/verletze/töte. Es liegt an uns, was wir daraus machen und welche Absichten wir verfolgen.

Wobei zugegebenerweise zum Teil recht bizarre und umstrittene Gestalten zu den „Pionieren“ des (Bit-)Coins zählen. Der Anti-Virus-Entwickler und Drogenkonsument McAfee(14) gehört dazu oder einer wie CraigWright, der behauptet, der BITCOIN-Erfinder zu sein. Auch das trägt zur Verunsicherung bei. Mit der Zeit betreten immer mehr Mainstream-Player den Cryptomarkt, wie z.B. paypal(15) oder „MicroStrategy“(16)

1.6. BITCOIN (BTC) nicht mit BitcoinCash (BCH) verwechseln!

Ein Fehler, der Anfängern unterlaufen kann: Man will BITCOIN (BTC) kaufen und kauft versehentlich „BitcoinCash“ (BCH), weil es den Namen „Bitcoin“ enthält. Nun gibt es innerhalb der Coins mittlerweile einige mit dem Beinamen „Bitcoin“. BitcoinCash ist aus einem so genannten Hard-Fork aus dem originalen BITCOIN vergabelt worden (Fork = Gabel).(17) Weitere Ableger sind BitcoinGold oder auch BSV („BitcoinSatoshiVersion“ des umstrittenen CraigWright, der zu den Crypto-Figuren gehört, die behaupten, der BITCOIN-Erfinder zu sein.(18)

1.7. Hodln oder hold?

Als „Hodln“ wird das Halten von (Bit-)Coins bezeichnet: (Bit-)Coins kaufen und so lange hodln, bis der Wert steigt und ein (Teil-)Verkauf Gewinne einbringt. Manche Hardcore-Hodler verkaufen gar nicht. foto: shutterstock

Hodln ist  populär, ist kult: (Bit-)Coin kaufen und (zum Teil jahrelang) halten, bis sie stark an Wert gewonnen haben – um dann einen Teil davon gewinnbringend zu verkaufen.

Zum Begriff „Hodln“: Er soll versehentlich entstanden sein, weil ein  BITCOIN-Enthusiast sich im Gespräch versprochen und versehentlich „hodl“, statt „hold“ gesagt haben soll. Übernommen und kultiviert wird seit dem der Ausdruck „hodln“.

Hier ein nettes Musikstück von kool savash und sido zum „Hodln“:

Sido & Savas „Hodln“ (Official HD Video) 2018   

1.8. Bitcoin ist bisher ein (volatiler) Wertspeicher, man zahlt damit idR nicht seine Miete

Vom anonymen BITCOIN-Schöpfer Satoshi Nakamato war BITCOIN so konzipiert, dass es als digitales Bezahlsystem funktionieren und das herkömmliche Geld- und Finanzsystem ersetzen, zumindest ergänzen sollte. Aber die Leute hodln: BITCOIN horten in der Hoffnung, dass es oder Teile davon zu einem späteren Zeitpunkt gewinnbringend verkauft werden kann.

Wenn dem BITCOIN von Kritikern vorgeworfen wird, es sei kein „richtiges Geld“, keine „richtige Währung“, dann trifft dies derzeit zu. Nur wenige Leute bezahlen per (Bit-)Coin. Warum sollte man es auch tun, wenn man damit rechnen kann, dass der Wert innerhalb von Wochen um 3.000 Euro oder mehr steigen kann? Der weitere Vorwurf, BITCOIN sei aufgrund seiner unberechenbaren Kurssprünge nach oben wie nach unten ein Spekulationsobjekt, mag auch zutreffen. So faszinierend das Phänomen „BITCOIN“ sein mag, ich kann nicht nachvollziehen, warum glühende BITCOIN-Anhänger auch dann alle Kritik von sich weisen, wenn sie in Teilen sachlich betrachtet zutrifft. Eine Reaktion wie: „Ja, mag sein, dass die Kritik zutrifft, dennoch ist und bleibt BITCOIN für mich die Zukunft“- scheint mir angemessener zu sein.

Wenn paypal seinen Kunden ermöglicht, nicht nur (Bit-)Coin zu kaufen/verkaufen und aufzubewahren, sondern auch damit zu bezahlen, kann es sein, dass mehr Leute mit Coins ihre Klamotten oder Elokrogeräte kaufen als bisher. Dennoch glaube ich, dass Bitcoin auf absehbare Zeit eher ein Wertspeicher sein und bleiben wird. Ein Wertspeicher, dessen Kurs (noch) stark schwankt.

BITCOIN ist ähnlich wie Gold ein Asset, das in den Leuten die Hoffnung weckt, es werde mit der Zeit wertvoller. Der einzige Unterschied: (Bit-)Coin lässt sich einfacher über Computer/Handys hin- und herschicken. Wer physisches Gold besitzt, muss es mit sich tragen, wenn er es bei sich haben möchte – dies auch dann, wenn er ins Ausland reist. Oder er tut sein Gold in einen Banktresor, wofür er jährlich eine Mietgebühr bezahlen muss. Für einen „Banktresor“ im (Bit)-Coin-Space wie „Ledger“ oder „Trezor“ muss man nur einmalig derzeit (November 2020) knapp 60 Euro bezahlen – und fertig, es fallen keine weiteren jährlichen Mietgebühren an.

Bisher hat BITCOIN die Wertsteigerung eindrucksvoll gezeigt: Zu den Anfängen 2010 lediglich ein paar Cent wert, kostet 1 Bitcoin derzeit (Stand 24. November 2020): 15.586 Euro. Es sind nicht viele Menschen, die auf die Schnelle mal 15.000 Euro hinblättern können für einen einzigen BITCOIN. Die kleinere Bitcoin-Einheit wird in „Satoshis“ dargestellt und hat 8 Dezimalstellen nach dem Komma.

1 Satoshi = 0,00000001 BITCOIN (BTC). (19)

Es mag die Zeit kommen, in der 1 BITCOIN so teuer wird, dass man vermehrt dazu übergeht, die Mengen in Satoshis anzugeben.

Auch wenn PayPal in das Crypto-Geschäft eingestiegen ist 2020  und man derzeit in den USA über PayPal Bit(Coins) kaufen/verkaufen kann – und darüber hinaus mit (Bit-)Coin wird bezahlen können: Bis heute spielt (Bit-)Coin als Zahlungsmittel kaum eine Rolle. Denn so gut wie jeder hofft auf die Wertsteigerung und hält sich deshalb damit zurück, mit (Bit-)Coin ein Handy oder ein Auto zu kaufen.

Niemand weiß, um wie viel der Wert des BITCOINS in 1 Woche, 1 Monat, 1 Jahr, 5 Jahren steigen/sinken wird. Wir erinnern uns: im Gegensatz zum derzeit inflationär gedruckten Geld hat BITCOIN einen deflationären Charakter mit der Tatsache, dass sein Gründer S.N. die Gesamtzahl an kursierenden und schürfbaren BTC auf knapp 21 Millionen begrenzt hat. Sind in Zukunft alle BITCOINS ausgeschürft, können sie nur noch hin- und hergeschoben werden zwischen den Besitzern/Händlern.

Steigt die Nachfrage und betreten immer mehr Menschen weltweit den Handel mit BITCOIN, wird auch der Preis voraussichtlich steigen bei gleichbleibender Maximal-Menge. Dies entspricht einer Theorie über deflationäre Entitäten. Die Theorie mag schön und richtig sein, ist die Frage, ob die Realität sich nach Theorien richtet.

Derzeit haben wir eine Weltbevölkerung von ca. 8 Milliarden Menschen. Auf diese verteilen sich die insgesamt 21 Millionen BTC. Je höher der Bitcoin-Kurs ist, desto begehrter wird er sein. Wenn BTC einen Kurs von 100.000 Dollar erreichen sollte, ist der Handel damit ein sehr riskanter Salto-Sprung ohne Netz: Der Abgrund bleibt bestehen und ein Sturz von 100.000 Dollar-Höhe um bis zu 90% kann schmerzhafter sein als einer, der bei 20.000 oder 10.000 Dollar stattfindet. Denn bei einem rapid einsetzenden Abverkauf und einem damit einhergehenden schnellen Kurssturz gilt für BITCOIN: den letzten beißen die Hunde.

1.9. BITCOIN hat keinen Besitzer

Das Neue an BITCOIN: Es gibt keinen Besitzer im herkömmlichen Sinne. Niemand kann einen Urheberanspruch auf BITCOIN erheben. Offensichtlich will dies nicht eimal sein Urheber, der Anonymus SatoshiNakamoto. Über die Gründe seiner Versenkung in der Anonymität wurde und wird wild spekuliert. Zum Beispiel wird erwähnt, dass SN sich nicht erpressbar machen möchte, weil er ja im Besitz von circa 1 Millionen Bitcoins sei. Trotzdem bleibt die Frage, warum der BITCOIN-Erfinder nicht seine Identität frei gibt, denn bis zum heutigen Datum (2020) würde er zum Helden einer ganzen digitalen Generation erhoben. Warum SN diese Lorbeeren nicht ernten will, ist und bleibt ein Rätsel.

Alle haben Zugang zum BITCOIN-Protokoll, wenn sie über einen Computer mit Internet-Anschluss verfügen und wenn sie sich für das Protokoll interessieren. Allerdings sollte man eine gewisse technische Affinität mitbringen, wenn man sich genauer mit dem BITCOIN-Protokoll beschäftigen möchte.

Der Quellcode von BITCOIN ist offen (openSource), nationenübergreifend, dezentralisiert auf viele Rechner verteilt. Solange es Internet-Verbindung gibt, funktioniert das BITCOIN-System. Das Internet bis auf den letzten Computer weltweit komplett auszuschalten, dürfte sich als schwierig erweisen.

BITCOIN ist also OpenSourceMoney für alle, die eine IP-Verbindung haben.

Antonopoulos redet in seinem Video darüber, dass man ohne eine Anmeldung oder Identifizierung am Bitcoin-Netzwerk teilnehmen und BITCOINS von Person/(Computer) zu Person/(Computer) anonym und nationenübergreifend in so gut wie jeden Teil der Erde transferieren kann gegen relativ geringe Gebühren. Der Aspekt des „Anonymen“ war/ist den Pionieren sehr wichtig; es ist aber fraglich, ob dieser Anspruch beibehalten/erfüllt werden kann.

Sämtliche Transaktionen sind in der BITCOIN-Blockchain erfasst worden von Beginn an. Und diese Blockchain ist transparent für jeden einsehbar. Besser kann man Transaktionen nicht nachvollziehen.

Okay, er sieht nur cryptische Transfer-Adressen, keine Echtnamen. Aber für Geheimdienste oder Polizei dürfte es möglich sein herauszubekommen, wer hinter diesen Adressen steckt. Ähnlich wie es beim Internet möglich ist, anhand von IDs herausbekommen zu können, wer der Nutzer ist.

Wer es darauf anlegt und über das entsprechende technische Know-how verfügt, kann erkennen, wer hinter einer BITCOIN-Transaktion steckt. Deshalb könnte es sich als fahrlässig erweisen, wenn Crypto-Akteure sich auf die vermeintliche „Anonymität“ von (Bit-)Coins verlassen. Das gilt auch für Coins wie Monero(20) oder Dash, denen die Anonymität der Nutzer besonders am Herzen liegt.

1.10. Crypto-Börsen haben den (Bit-)Coin-Handel überwiegend übernommen

Mit dem anonymen Hin- und Her-Schieben ist es eh vorbei, zumindest, was die Mehrheit der (Bit-)Coin-Käufer angeht. Es sind Krypto-Handelsbörsen wie Kraken, bitcoin.de, Coinbase oder Binance entstanden, bei denen ein großer Teil des (Bit-)Coin-Handels über die online-Bühne laufen.

Bei den Crypto-Börsen muss man sich in der Regel zuvor identifizieren, um (Bit-)Coin und Altcoins kaufen/verkaufen zu können. Cryptobörsen verlangen idR eine solche Identifizierung. Je höher die Summen sind, mit denen man hantieren will, desto strenger und langwieriger sind die Identifikations-Stufen. Der Identifikationsprozess kann dauern, weil man einige Dokumente online einreichen und oftmals ein Video- oder Post-Ident-Verfahren durchlaufen muss.

Nach wie vor laufen Transaktionen auch außerhalb der Crypto-Börsen. Sie werden „Over the counter“Markt (OTC-Markt) (21) genannt. Im OTC-Markt werden vor allem big player der Cryptoszene vermutet, die so genannten Wale. Auch über diesen Kanal können Leute mit hohem Bitcoin-Besitz den Markt manipulieren.

Ein großer Vorteil von (Bit-)Coin ist, dass man nur ein Smartphone/Computer braucht, um (Bit-)Coins zu kaufen/verkaufen und seine eigene Bank zu sein. Das kommt global betrachtet vor allem Menschen in ärmeren Regionen zunutze, die gar kein Bankkonto haben – und das sind weltweit betrachtet mehrere Milliarden – vor allem in Drittland-Regionen. So verwundert es nicht, dass Bitcoins zB in Nigeria sehr beliebt sind.

1.11. Wie kann ich sicher gehen, dass die (Bit-)Coin-Transaktion funktioniert? Das Thema „Vertrauen“ übernehmen die Rechner:

don`t trust, verify!

Niemand muss Angst haben, dass der Transaktionspartner sich plötzlich nicht mehr daran erinnern will, dass man ihm am Tag x eine bestimmte Summe an (Bit-)Coin gegeben hat: die Blockchain registriert sämtliche Transaktionen mit korrektem Zeitstempel akkurat und nachvollziehbar. Wenn alle Parameter stimmen (z.B, dass ich nachweisen kann, dass die Coins auch wirklich mir gehören) – wird die Transaktion auf rechnerischem Wege verifiziert und für alle einsehbar archiviert. Jeder kann, wenn er will, in die Blockchain gehen und überprüfen, von welcher Bitcoin-Adresse welche Summe an welche Adressen wann gegangen ist. Es wird nicht mit Echtnamen gehandelt, sondern mit cryptografischen Einzahlungs- und Auszahlungs-Adressen, die ein Algorithmus gemäß Zufallsprinzip generiert.

Kapitel 2: Wie und wo kaufe ich BITCOIN (BTC)?

Was muss ich tun, um BITCOIN kaufen zu können, sind sie wie meine Euros auf einem Bankkonto?

2.1. Seriöse Crypto-Börsen, auf denen Du BITCOIN und andere CryptoCoins kaufen kannst

Die Pionier-Zeiten, in denen Bitcoins ohne Handelsbörsen ausgetauscht wurden über Computer oder Handys, sind so gut wie vorbei. Mittlerweile findet der weltweite Handel überwiegend auf Crypto-Börsen statt. Und dort muss man sich in der Regel anmelden und/oder identifizieren, denn immer mehr Crypto-Börsen richten sich nach der KYC-Regel: „KnowYourCustomer“ (KenneDeinenKunden) (22). Das fällt unter die Reglementierungen, die von staatlicher Seite verlangt werden. Wollen Börsen sich einen legalen Touch verschaffen, führen sie KYC ein.

Ich nenne erst einmal die Crypto-Börsen, die ich mit geringem Geldeinsatz selbst schon ausprobiert habe und bei denen ich deshalb weiß: es funktioniert. Ein weiteres wichtiges Kriterium: sie gelten als vergleichsweise seriös und wurden bisher nicht gehackt.

Crypto-Börsen, die ich erprobt habe mit wenig Geldeinsatz: diese hier funktionieren und wurden bisher nicht gehackt:

bitcoin.de

bitcoin.de ist eine deutsche Crypto-Börse. Man meldet sich mit seinen persönlichen Daten an, macht ein Identverfahren (online per Video oder kostenpflichtig per Post), hinterlässt ein Bankkonto. Für den so genannten Express-Handel kann man sich ein Konto bei der fidor-Bank einrichten. Dieses war früher kostenlos, imittlerweile aber mit Kontoführungsgebühren verbunden. Kauf/Verkauf/Aufbewahrung funktionieren auch ohne fidor-Bank über die eigene Hausbank. Von diesem Bankkonto wird das Geld abgezogen, wenn man Crypto kauft, und dort landet das Geld, wenn man sie verkauft.

Stärken von bitcoin.de

  • Relativ einfaches Anmeldeverfahren
  • seriöse Börse, in Deutschland ansässig
  • größter Teil der Coins werden nach eigenen Angaben in so genannten „cold wallets“ aufbewahrt (23)
  • deutschsprachiger Support per Mail
  • man kann mit Euros CryptoCoins wie BITCOIN kaufen (dies ist auf internationalen Börsen nicht immer der Fall)

Nachteile:

Es werden nur wenige Coins gehandelt: unter anderem BITCOIN (BTC), BitcoinCash (BCH), Ether, Litecoin. Wenn man bedenkt, dass es mittlerweile über 7.000 verschiedene Coins gibt, sind die auf bitcoin.de gehandelten von der Anzahl her recht wenig.

Der Handel konzentriert sich aber eh auf Bitcoin und Ether, die Bitcoin-Dominanz beträgt derzeit 66 % (Mitte November 2020). Dennoch: Es gibt aufstrebende Coins, die mit neuen technischen und anwenderorientierten Entwicklungen in der Crypto- und Blockchain-Szene einhergehen – und diese findet man vergeblich in bitcoin.de.

Es werden nur User mit deutschem Pass akzeptiert. Wohnort in Deutschland reicht nicht aus.

Hier ein kurzes Video über die wichtigsten Schritte bei der Registrierung auf der Handelsbörse bitcoin.de von „Crypvision“:

Man kann bei bitcoin.de über seine eigene Hausbank CryptoCoins kaufen oder aber man richtet sich ein Konto bei der fidor-Bank ein (jetzt „futurum“). Letzteres ermöglicht den Express-Handel und eine größere Preisauswahl beim Coinkauf: ich komme bei Kauf und Verkauf besser weg. Ohne fidor-Konto kaufe ich teurer ein und verkaufe meine Coins billiger – ist natürlich ärgerlich.

Hier ein zweites Video von „Cryptvision“ zum Thema Bitcoin.de-Verifizierung“

Mann kann mit einem fidor-Konto auf bitcoin.de Coins kaufen, muss es aber nicht. Da ein fidor-Konto mittlerweile mit Kontoführungs-Gebühren verbunden ist, bitte entsprechend vorher informieren, wie viel die aktuellen Kosten betragen (zuletzt war von 5 Euro an monatlichen Kontoführungsgebühren zu lesen).

Wer sich eingehend mit den Rahmen-Bedingungen von bitcoin.de beschäftigen möchte, schaut am besten in de FAQs auf bitcoin.de (24) Dort werden so gut wie alle wichtigen Fragen beantwortet.

Deutschsprachiger Support

Großer Vorteil von bitcoin.de: Es gibt einen deutschsprachigen E-Mail-Support. Es wird idR recht schnell geantwortet, wenn man Fragen hat oder Hilfe braucht. bitcoin.de vermittelt auch zwischen Händler und Käufer, wenn Schwierigkeiten auftauchen sollten.

Ebenfalls wichtig: Nachdem man seine (Bit-)Coin gekauft hat, muss man innerhalb einer bestimmten Zeit den Kauf und die Bezahlung explizit bestätigen, ansonsten ist der Handel ungültig und man büßt an seinem Trustlevel ein.

Wenn man sich angemeldet hat auf bitcoin.de mit persönlichen Daten und Ident-Verfahren, kann man je nach Trust-Level für eine bestimmte Summe (Bit-)Coins kaufen. Der Marktplatz bietet einen Überblick über die angebotenen Käufe und Verkäufe. Habe ich keine fidor-Bank, kann ich nur die Käufe angehen, die meinem Level entsprechen – und die sind wie gesagt ungünstiger als die mit fidor-Bank (=expressHandel).

Angenommen, ich will 0.1 Bitcoin kaufen über meine Hausbank, so kann ich mir entweder aus der Liste der angebotenen Käufe einen Posten auswählen und den Kaufprozess anleiern, oder aber ich gehe oben in die Zeile, in der ich meine gewünschte Menge für den gewünschten Preis eingeben kann (wer Preise eingibt, die deutlich abseits des jeweils aktuellen Preises stehen, darf sich nicht wundern, wenn er kaum/keine Angebote aufgelistet bekommt.

Käufe sind verbindlich und müssen explizit bestätigt werden

Wenn man auf „kaufen“ drückt, gilt dies als verbindlicher Kauf. Überweist man nicht die entsprechend geforderte Summe, wird man durch eine Sanktion in seinem Trust-Level herabgestuft: Wer es hier so weit treibt, dass er einen miserablen Trust-Level bekommt, kann es bei späteren Käufen/Verkäufen schwer haben, einen Handelspartner zu finden. Eine kleine Möglichkeit gibt es, den Kauf zu widerrufen: Man kann beim Handelspartner anfragen, ob er bereit ist, den Kauf/Verkauf zu stornieren.

Habe ich das Geld überwiesen, muss ich innerhalb eines befristeten Zeitfensters anklicken, dass die Anweisung erfolgt ist – ansonsten ist der Handel ungültig.

Ist das Geld eingegangen und hat mein Handelspartner dies bestätigt, gehören die 0,1 Bitcoin mir. Sie tauchen dann in dem Reiter „mein Bitcoin.de“ auf. Auf bitcoin.de habe ich eine Übersicht meiner Käufe und Verkäufe: Das ist sehr nützlich, wenn man gegenüber dem Finanzamt nachweisen muss, ob, wann und in welcher Höhe man Gewinne erwirtschaftet hat.

Hier kannst Du Dich bei bitcoin.de anmelden, um BITCOIN zu kaufen/verkaufenAFL:

https://www.bitcoin.de/de/r/m9ga6y

Binance

Wer sich über die bei bitcoin.de genannten wenigen Coins hinaus noch für viele andere Alt-Coins interessiert, ist bei der Crypto-Börse „Binance“ gut aufgehoben. Binance ist in China gegründet worden und unter anderem in Malta ansässig. Um zu wissen, in was ich investiere, sollte ich mich aber vorher informieren, was hinter dem Coin steckt (Konzept, Ziel, Funktion, Team, Netzwerk, Community, Fortschritt, Zukunftsaussichten…). Viele Coins kommen, werden raufgepumpt, um dann wieder in der Bedeutungslosigkeit zu versenken: Oft stehen kurzzeitige Schneeballsysteme dahinter, bei denen nur einige wenige den Reibach machen, während die Mehrheit leer ausgeht.

Coins, die stark dastehen durch ein funktionierendes Netzwerk an Entwicklern und Usern wie BITCOIN oder Ether und dazu noch vielfältige Anwendungsmöglichkeiten bieten wie die Ethereum-Blockchain, haben bis heute Bestand/Wert.

Relativ neu bei Binance: Mann kann Euros auf das Binance- Konto transferieren und damit Coins kaufen. Aber Achtung: Hier gibt es Limits. Wer mit höheren Summen handeln möchte, muss mit zusätzlichen Hürden bei der Identifikation rechnen.

Hier kannst Du Dich bei binance anmelden, um BITCOIN zu kaufen/verkaufenAFL:

https://www.binance.com/en/register?ref=16127617

blockchain.com

blockchain.com ist in erster Linie eine wallet, bei der man einige der bekannten Coins aufbewahren, aber auch kaufen kann. Wer seine Coins auf einer BörsenWallet wie blockchain.com aufbewahrt, sollte sich bewusst machen, dass er nicht den PrivateKey (siehe Kapitel 4.1.) besitzt. Wer nicht den Private Key, besitzt, der hat keine richtige Kontrolle über seine Coins.

Hier kannst Du Dich bei blockchain.info anmelden, um BITCOIN zu kaufenAFL:

Blockchain − das vertrauenswürdigste Kryptounternehmen

Weitere Börsen, die in der deutschen Crypto-Community als seriös gelten, die ich aber nicht ausprobiert habe:

  • Bison von der Börse Stuttgart. Bei Bison kann man mit Euros einige Cryptocoins kaufen, u.a. BITCOIN. Sie bezeichnet sich nicht als klassische CryptoBörse, weil beim Kauf/Verkauf nicht einzelne (Privat-)Händler stehen wie bei bitcoin.de: „Bei BISON handelst du nach der Anmeldung und der nötigen Verifizierung immer mit der EUWAX AG, einer Tochtergesellschaft der Boerse Stuttgart GmbH.“
  • Kraken gilt ebenfalls als eine seriöse Handelsbörse im internationelen Crypto-Handel. Ansässig ist sie in den USA. Viele in der Crypto-Szene schwören auf Kraken, weil (Bit)-Coin-Käufe verglichen mit anderen Börsen zu günstigeren Preisen ablaufen und anfallende Gebühren sich moderat halten.Weiterer Vorteil: Obwohl es eine amerikanische Börse ist, kann man mittlerweile Coins mit Euro kaufen.
  • Bitwala aus Berlin: mobile Banking und Crypto-Trading in einem nach Anmeldung und Video-Ident-Verfahren: „Bei Bitwala bist du im Besitz der privaten Wallet-Schlüssel. Du hast die volle Kontrolle über deine Keys und deine Coins, niemand sonst kann darauf zugreifen oder Transaktionen autorisieren, auch Bitwala nicht.“ Zitiert aus:

Meine Auswahl an Crypto-Börsen richtet sich in erster Linie nach persönlichen Auswahlkriterien: Ich empfehle nur Börsen, die ich mit wenig Geldeinsatz und ohne großen Aufwand selbst ausprobiert und als „funktionierend“ kennen gelernt habe. Darüber hinaus sind gelten die ausgewählten Börsen in der Crypto-Community als seriös und sind bisher nicht gehackt worden.

Es gibt natürlich noch mehr CryptoBörsen, die einen seriösen Ruf genießen und die nicht hier aufgelistet sind. Ich erhebe keinen Anspruch darauf, alle existierenden soliden Börsen aufzuzählen. Wenn Ihr meinen solltet, die und die Börse gehört unbedingt in diese Reihe und sollte aufgenommen werden als „seriöse und funktionierende“ Crypto-Exchange (Börse), könnt Ihr es mir gerne mailen/vorschlagen in Euren Kommentaren.

Kapitel 3: Was kostet „ein“ BITCOIN?

Der BITCOIN-Preis schwankt stark. Zu Pionierzeiten schickten sich BITCOIN-Enthusiasten im Jahr 2010 die Coins für wenige Cent hin und her. Nach 10 Jahren muss man heute (Stand 23. November 2020, 14 Uhr) annährend 15.700 Euro Zahlen. Ich habe an dieser stelle mit Absicht die Uhrzeit notiert, denn BITCOIN ändert häufig seinen Kurs, manchmal sind innerhalb von nur wenigen Minuten deutliche Kursschwankungen zu verzeichnen.

Der aktuelle BITCOIN-Kurs ist stets einsehbar unter coinmarketcap.com (25) oder finanzen.net (26)

Im Laufe der Jahre haben wir enorme Wertsteigerungen beobachten können, aber auch Abstürze von 80 Prozent und mehr. Deswegen wiederhole ich: BITCOIN ist ein hochvolatiles Asset und nur mit der entsprechenden Vorsicht und Nervenstärke zu genießen.

Niemand muss „ein“ BITCOIN kaufen. Zumal man in diesem November 2020 über 15.000 Euro dafür hinblättern muss. Es lassen sich auch kleinere Anteile erwerben: 0,1 oder 0.2 oder 0,001…

3.1. BITCOINS Leitwährung in Fiat ist der US-Dollar

BITCOINS Kurspreis wird international in US-Dollar angezeigt. So wie es auch bei materiellem Gold der Fall ist. Derzeit haben wir einen recht schwachen Dollar (1 Dollar = 84 Cent im November 2020). Vor nicht allzu langer Zeit lag der Dollar bei 88/89 Cent: Hier sind die entsprechenden Währungs-Wechselkurse zwischen Euro und Dollar zu beachten.

Kapitel 4: Wie bewahre ich meine BITCOINS sicher auf?

Für viele wahrscheinlich ein Problem, für BITCOIN-Enthusiasten hingegen ein positives Alleinstellungsmerkmal und einer der wichtigen Gründe, warum es überhaupt BITCOIN gibt:

„Be your own bank“ bedeutet, dass man selbst für seine Cryptos und deren Aufbewahrung verantwortlich ist. Dafür gibt es so genannte Wallets ( = digitale Geldbörsen). Bei Hardwallets wie „Ledger Nano“ oder „Trezor“ besitzt man den privaten Zugangsschlüssel (Private Key). Andreas Antonopoulos pflegt zu sagen:

„Your private key = your bitcoin, not your private key = not your bitcoin“.(27)

Andreas Antonopoulos

Was er damit meint und was gemacht werden muss, um seine BITCOIN möglichst sicher aufzubewahren, seht Ihr in seinem Video von 2017:

Aus meiner Sicht das größte Risiko, seine (Bit)-Coins zu verlieren: Fehler bei der Aufbewahrung, die wir selbst zu verschulden haben.

Mögliche Fehler: Ich weiß nicht mehr, wo ich meinen PrivateKey und mein PIN aufbewahre.

Nach dem Kauf von Bitcoins müssen wir uns selbst darum kümmern, dass unsere Coins sicher aufbewahrt werden. Wir sind unsere eigene Bank: mit allen Vorteilen und den möglichen Nachteilen. Wir können nicht mehr unsere Sparkasse anrufen und dies und das erfragen. Auch sind unsere Einlagen auf den meisten Plattformen nicht im klassischen Banksinne bis zu 100.000 Euro gesichert.

4.1. Der Private Key

Wir sind unsere eigene Bank und selbst verantwortlich für den Zugang zu unseren Crypto-Konten. Dabei hilft uns der Private Key

Nur dann, wenn wir den so genannten PrivateKey besitzen, besitzen wir auch unsere (Bit-)Coins, bzw. er ist der Schlüssel zum Zugang zu unseren (Bit-)Coins.

Das (Bit-)Coin-Konto verwaltet man selbst mit Hilfe seines Private Keys und einer PIN.. Das erfordert nicht nur Verantwortung, sondern auch a bisserl (technisches) KnowHow.

Den Private Key richten wir selbst ein. Er besteht aus 12, bzw. 24 kurzen Wörtern, die nach dem Zufallsprinzip generiert werden aus dem Fundus des englischsprachigen Wörterbuchs.

Aus diesem Private Key werden die so genannten Public Keys generiert, wenn es darum geht, (Bit-)Coin-Transaktionen in die Wege zu leiten. Andreas Antonopoulos in eines seiner weiteren Videos aus dem Jahr 2018 über Private und Public Keys:

(Bit-)Coin in einer Hardware-Wallet aufbewahren mit Private Key

Eine vergleichsweise sichere Verwahrungsart stellen so genannte Hardware-Wallets dar. Sie ähneln einem USB-Stick. Wer so etwas besitzt und es sich korrekt einrichtet, ist im Besitz seines Private Keys und damit auch im Besitz seiner (Bit-)Coins.

Wenn es um Summen geht, deren Verlust wir nicht verkraften (möchten), empfiehlt sich eine solche Hardware Wallet.

4.2. Hardware-Wallet Ledger Nano

Der Ledger Nano sieht aus wie ein USB-Stick und kostet derzeit 59 Euro (Stand November 2020, in früheren Jahren war er deutlich teurer).

Es wurden in der Vergangenheit zwar die eine oder andere Schwachstelle am Ledger aufgezeigt, aber sie sind bisher nicht geknackt worden. Das spricht für sie und deshalb gelten Hardware-Wallets wie der Ledger (auch „cold wallet“ genannt) als eine sichere Art, (Bit-)Coins aufzubewahren.

Kaufen wir uns einen Ledger und richten ihn ein (wie das geht, wird im unteren Video von TOGB gezeigt), wird der so genannte PrivateKey durch ein Zufallsprinzip generiert. Er besteht aus 12 oder 24 englischen kurzen Wörtern (SEED genannt). Er zieht sich seine Phrase aus 2048 Wörtern des Englischen Wörterbuchs. Bei einem 12-Seed sind dies 2048 hoch 12 Kombinations-Möglichkeiten. Also schlecht knackbar.

Von diesem MasterPrivateKey werden PublicKeys generiert. Darüber hinaus müssen wir eine PIN wählen, die wir im Ledger eingeben, damit er sich mit der „Ledger Live-App“ auf unserem Computer-Desktop verbinden kann. Mit dieser PIN haben wir Zugang zu unserem (Bit-)Coin. Die Bitcoins selbst liegen stets auf der Blockchain, nicht im Ledger. Der Ledger ist unser Zugang zum (Bit-)Coin.

Neben dem Ledger gibt es auch die Möglichkeit, sich auf dem Computer-Desktop eine Wallet einzurichten.  Eine Desktop-Wallet gilt jedoch als unsicherer. Auf mobilen Smartphones lassen sich ebenfalls Wallets laden.

Da Hardware-Wallets wie der Ledger derzeit als recht sichere Methode gelten, verweise ich auf ein Video-Tutorial von Patrick, der unter dem Namen „TOGB“ einen Youtube-Kanal laufen hat und ausführlich den Umgang mit dem Ledger Nano erklärt:

TOGB-Youtube-Video im Mai 2019 zum Thema „Ledger Nano-Anleitung zur sicheren Bitcoin-Aufbewahrung:

Etwas kürzer, aber auch gut erklärt von btc.echo im Dezember 2017:

Der beste Weg, sich einen Ledger zu kaufen, ist über die Website des Herstellers zu gehen:

Hier kanns Du direkt beim französischen Hersteller „Ledger“ eine Ledger-HardwareWallet kaufenAFL:

 https://shop.ledger.com/?r=2a80f9641227


4.3. Alternative zum Ledger: Hardware-Wallet trezor

Die Hardware-Wallet „Trezor“ gilt ebenfalls als sicher. Der „Trezor one“ kostet derzeit 56,56 Euro und kann hier gekauft werden:

Trezor wirbt mit dem Slogan: „The safe place for your coins“. Der Trezor unterscheidet sich optisch ein wenig vom Ledger: ist etwas breiter und kürzer. Wie der Ledger auch, kann der Trezor über Bitcoin hinaus auch Ether und viele andere Altcoins sicher verwahren.

4.4. Wo ist mein PrivateKey? Wo habe ich meine PIN aufgehoben?

Wenn man seinen PrivateKey verliert und sich dann vielleicht noch nicht mehr an seinen HardwareWalletPin erinnern kann, hat man leider keinen Zugang mehr zu seinen BITCOINS. Zwar liegen BITCOINS noch auf der Blockchain, aber ich habe keine Möglichkeit mehr, an sie ranzukommen: sie sind für mich verloren.

Der einzige Trost: Es passiert auch anderen. Einige Millionen Bitcoin gelten als „eingefroren“, weil die ehemaligen Besitzer ihren PrivateKey und ihre PIN verloren haben.

Solche Verluste, bzw, die Angst, den Zugang zu seinen (Bit-)Coins zu verlieren, tragen dazu bei, dass (Bit-)coin noch nicht die Massenadaptation erfahren hat: Wer nicht mehr weiß, wo er seinen PrivateKey aufbewahrt hat mit den code-Wörtern und dann noch seine PIN vergessen hat, der hat schlechte Karten, denn er kommt nicht mehr an seine (Bit-)Coins ran.

Je höher die Summen sind, die man ausgegeben hat für (Bit-)Coins, um so bitterer ist ein solcher Verlust. Wir können uns nicht mehr darauf verlassen, dass unsere Coins von einer Bank wie die Sparkasse oder Postbank aufbewahrt wird – wo wir die Möglicheit haben, einen neuen PIN zu beantragen für den Fall, dass wir ihn verloren/vergessen haben. Der Handel mit (Bit-)Coins ist ein Salto-Sprung ohne Netz: ein harter Prall kann die Folge sein (bringt uns zwar nicht um wie ein wirklicher Salto-Fall, aber tut trotzdem weh.)

Big Player wie PayPal haben den Cryptomarkt betreten: US-Bürger können jetzt schon (November 2020) Bitcoin und einige weitere Coins über PayPal kaufen/verkaufen. Sie können ihre Coins auch aufbewahren lassen von PayPal: Aber sie haben dann nicht den PrivateKey in der Hand. Wenn es einen Hack o.ä geben sollte, sind (Bit-)Coin-Besitzer auf die Kulanz von PayPal angewiesen, wenn es darum geht, gestohlene und damit verlorene (Bit-)Coins zu erstatten.

Der Trend wird wahrscheinlich mehr und mehr dahin gehen, dass die Leute ihre (Bit-)Coins von einer dritten Instanz aufbewahren/verwalten lassen. Das steht der ursprünglichen Idee von BITCOIN „sei deine eigene Bank“ entgegen, aber andererseits ist es eben nach wie vor für viele schwierig, mit der Technik eines Hardwarewallets wie Ledger nano oder Trezor umzugehen – samt PrivateKey.

Kapitel 5: Wenn ich ü40 bin: lohnt sich da noch ein (Bit-)Coin-Kauf bei meinem kürzeren Anlagehorizont?

Wir haben in den vorherigen Kapiteln den Charakter des BITCOINS kennengelernt und den Umstand, dass es sich um ein stark schwankendes Investment handelt. Das entspricht dem bisher geltenden Grundsatz: Je risikoreicher ein Asset ist, desto lukrativer können die Gewinne sein. Das trifft auf BITCOIN zu – genauso trifft es aber zu, dass man riskiert, Geld zu verlieren. Dies wahrscheinlich in stärkerem Maße, als es bei Assets wie Betongold, Gold oder ETFs der Fall wäre.

Es kann nicht oft genug wiederholt werden: Nur dann, wenn man weiß, dass man es nervlich aushält, Geld zu verlieren durch BITCOIN-Invests, sollte man sich hineinwagen.

Der Zeit-Horizont eines ü-40-Menschen ist faktisch kürzer als der eines Mittzwanzigers. Ein zwanzigjähriger Student mag vielleicht 1.000 Euro in BITCOIN investieren – wenn der Kurs abstürzen  und er mit Verlusten verkaufen sollte, ist dies zwar ärgerlich, aber nach diesem Lehrgeld hat er noch viel Zeit vor sich, um das Lenkrad umzudrehen und hoffentlich Gewinne zu erwirtschaften durch zukünftige Anlagen.

Handelt es sich aber um einen 45, 55, 65 Jährigen, der zudem wenig Geld besitzt, ist bei BITCOIN Vorsicht geboten: Für alle und insbesondere für Ältere gilt: Nie mehr Geld einsetzen, als man finanziell und emotional verkraften kann bei einem eventuellen Totalverlust. Vor allem nicht sein sein ganzes Hab & Gut einsetzen, um noch mitmischen zu können bei BITCOIN.

Wenn ich denke: „Ich habe nur einen Teil meines Geldes in BITCOIN gesteckt, sollte der Kurs total den Bach runtergehen und ich verkaufe ganz unten, dann weine ich nicht um meine schönen Kröten“ – in so einem Fall wäre ein BITCOIN-Invest in finanzieller und emotionaler Hinsicht okay.

Klamm sein, womöglich noch Geld leihen müssen, um auf den rapid fahrenden BITCOIN-Zug zu springen in einer Phase, in der er enorm an Fahrt nach oben gewonnen hat – und sich dadurch hoffnungslos zu verschulden: nicht ratsam.

Kapitel 6: Wo lauern Fallen und betrügerische Angebote?

Ein Fallstrick, den es schon öfter gab: Crypto-Börse wird gehackt

Ich habe mich bei einer Crypto-Börse angemeldet, dort BITCOIN gekauft und lasse sie auf der Börse liegen. Wenn meine (Bit-)Coins auf einer Börse liegen, besitze ich sie nicht und habe keine Kontrolle über sie. Die Kontrolle, wenn es denn eine gibt, hat die Börse.

Ich bin nicht im Besitz des „Private Key“, wenn meine Coins auf ner Exchange (Handelsplattform) liegen. Nur dann, wenn ich den Private Key besitze, besitze ich auch meine Bitcoin. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn ich mir eine Hardware-Wallet besorge und mit ihrer HIlfe meine (Bit-)Coins „cold“ aufbewahre.“Cold“-Wallets (28) wie Ledger Nano oder Trezor hebe ich separat vom Computer/Internet woanders auf – sie haben keine Verbindung zum Internet – es sei denn, ich stelle sie zeitweise bewusst her, um (Bit-)Coins zu transferieren.

Manche Exchanges wie bitcoin.de oder binance heben nach eigener Aussage einen großen Teil ihrer Coins in einer cold-Wallet auf. Auch in diesem Fall besitze ich nicht den PrivateKey: „not your privateKey, not your bitcoin“. Falls die Börse gehackt wird, bin ich auf die Kulanz der Exchange angewiesen, wenn es darum geht, die User zu entschädigen.

6.1. Dubiose Akteure, Fallstricke, gehackte Börsen

Dieses Video bietet einen kleinen Überblick über einige krumme Machenschaften und deren dubioso Akteure, die beispielsweise beim FakeCoin „OneCoin“ , dem Skandal rund um „SilkRoad“/der CryptoBörse „Mt.Gox“ oder dem Schneeballsystem „BitConnect“ ihr Unwesen trieben (in Englisch):

Hacks und Scams fingen erschreckend früh an:

Der Börsen-Hack von Mt. Gox(29)

Beim Hack der großen Mt. Gox-Börse im Jahr 2011 soll ein „Unbekannter“ sich Zugang verschafft und 25.000 BITCOINS entwendet haben. Der BITCOIN-Preis lag im Juni 2011 bei 30 Dollar, nach dem Mt.Gox- Hack fiel er auf 3 Dollar im Oktober 2011.

Silk Road galt als halbseidenes Darknet für Drogengeschäfte. SilkRoad-Chef Ross Ulbricht wurde 2014 verhaft. Es hinterlässt einen faden Beigeschmack, wenn man betrachtet, dass es personelle Überschneidungen zwischen Mt.Gox und SilkRoad gegeben haben soll. (29)

Von denjenigen, die ihre Coins auf der Mt.Gox-Börse liegen gelassen hatten, verloren manche diese. Das kann immer und auf jeder Börse passieren, auch auf denen, die als seriös gelten. Das liegt einfach daran, dass Cyberkriminelle nicht schlafen und immer wieder Versuche starten, auf diese Weise sich zu bereichern. Abgesehen davon wurde und wird der Verdacht geäußert, dass es Mitglieder der Börse selbst sein könnten, die hinter dem Scam stecken. In beiden Fällen würde ich meine Coins verlieren. Deshalb ist es so wichtig, sich eine externe digitale Geldbörse einzurichten wie die Hardware-Wallet Ledger Nano oder Trezor und darüber zu wachen, dass man sein PrivateKey und seine PIN nicht verliert. Sollte ich meine PIN verlieren, kann ich mir mit Hilfe des PrivateKeys dennoch Zugang verschaffen zu meinem Konto.

Mt. Gox verprach nach dem Hack, seine Kunden entschädigen zu wollen. Ob und in welchem Umfang dies tatsächlich geschehen ist, konnte ich nicht umfassend nachverfolgen.

6.2. Tether-Hack im November 2017

Der Tether-Hack umfasste 31 Millionen Dollar. Das Pikante daran: Tether arbeitete mit der Börse „Bitfinex“ zusammen, die gehackt wurde. Bitfinex-Chef Strategy Officer Phil Potter soll gleichzeitig als Tether-Direktor fungiert haben. Tether selbst spielt als so genannter Stable-Coin eine zentrale Rolle im Crypto-Ökosystem. Tether behauptet, dass jeder Tether durch 1 Dollar gedeckt sei – einen Beweis konnten sie leider bis heute nicht erbringen. (30)

6.3. BitConnect: Bitconneeeeeccct!-Scam!!!!!!!!!!!!!!

BitConnect war eine große Betrugsmasche im Stile eines Pyramiden-Systems, auf die leider relativ viele Leute reinfielen. Der Bitconnect-Token wurde fleißig gekauft von Leuten, die den leeren Versprechen Glauben schenkten in der Hoffnung, schnell Geld zu scheffeln. Nachdem die Wertpapierbörse Texas das „Projekt“ BitConnect als Schneeballsystem bezeichnet und eine Unterlassungsklage angestrengt hatte, verlor der Token nach Ankündigung der Schließung über 90 % seines Wertes: viele verloren ihr Geld, nur einige wenige, die auf der Spitze der Pyramide saßen, sackten die Gelder ein. (31)

6.4. OneCoin-Scam

2014 gegründet, gehörte Onecoin zeitweise nach Bitcoin zum zweitgrößten Coin. Verantwortlich für die Betrugsmaschinerie von Onecoin ist die selbsternannte Crypto-Queen Ruja Ignatova . Zusammen mit ihren Gefolgsleuten sammelte sie viel Geld ein und tauchte dann unter. (32)

Hier ein aktuelles Video vom Januar 2020 über die dubiose Ruja Ignatova:

6.5. Mehrzahl der ICOs auf Ethereums Blockchain in den Jahren 2017/2018

Es gibt Trends in der Crypto-Ökonomie, die einem ermöglichen, viel Geld zu scheffeln: ICOs (InitialCoinOfferings). Analog zu Initial Public Offerings (IPOs) aus dem klassischen Börsenterrain werden bei ICOs für ein Projekt/StartUp Gelder von potenziellen (privat-)Investoren gesammelt. Das Geld lag bei Crypto-Enthusiasten recht locker in den Taschen, so dass riesen-Summen eingesammelt wurden. Nur leider verliefen bis zu 95 Prozent dieser ICOs ins Leere, bzw in die Taschen dubioser Akteure.

Allein Telegram sammelte im Rahmen eines ICOs 1,7 Milliarden Dollar. Bei dem Crypto-Unterfangen „EOS“ waren es 4,1 Milliarden. Daran ist zu erkennen, wie viel Geld global im Namen von Crypto-Start-ups eingesammelt wurde. Problem dabei: Seriöse Crytpo-Beobachter gehen davon aus, dass bis zu 90 Prozent dieser Gelder ins Leere gingen, weil z.B. Projektziele nicht erreicht/realisiert wurden – oder dass immense Summen in die Taschen dubioser Akteure geflossen sind.

Der Programmierer IvanOnTech zum Thema „ICO-Scams“:

6.6. DeFi-Hype und mögliche Scams

Nach dem ICO-Hype der Jahre 2017/18 erscheint gegenwärtig ein neuer Trend am Crypto-Horizont: DeFi (DecentralizedFinance/dezentrale Finanzen).

Bei DeFi geht es beispielsweise darum, auf dezentralisierten Plattformen mit Hilfe von SmartContracts (33)Coins zu verleihen/leihen und dafür Zinsen zu bekommen. Oder auch Crowdfounding zu betreiben. Wie bei ICOs in der Vergangenheit auch, dient die Ethereum-Blockchain für DeFi-Anwendungen.

Hier eine Kurz-Definition von Andreas Antonopoulos zur Frage: Was ist DeFi? Er vergleicht in seinem Video DeFi mit CeFi (Centralized Finance):

Es ist Vorsicht geboten bei Hypes wie ICO damals und DeFi jetzt. So wie in den Jahren 2017/18 immense Summen gesammelt wurden durch ICOs, wird dies in wahrscheinlich in ähnlicher Weise bei DeFi passieren. Das lockt Hacker an, die Lücken und Wege finden, illegal an Coins/Token ranzukommen, sprich: zu stehlen.

Darüber hinaus gibt es schon Hinweise für erste DeFi-exit-Scams (34). Es geht hier nicht darum, DeFi-Projekte zu verteufeln und sie alle als Scam abzustempeln. DeFi bietet viel Potenzial, ohne Frage – birgt aber auch hohe Risiken und Fallen. Es gilt – wie bei BITCOIN auch – sich vorab zu informieren, wenn man in DeFi einsteigen möchte.

btc-echo im September 2020 über das umstrittene DeFi-Projekt „SushiSwap“ und ob diesem Projekt ein Exit-Scam anhaftet oder nicht:

Kapitel 7: Weitere detaillierte Infos über BITCOIN

7.1. BITCOIN- und CryptoSzene (noch) männlich dominiert

Noch immer ist die Crypto-Szene von Männern dominiert: bei Crypto-Meetings around the world sind Männer überproportional anwesend, führende Bitcoin-Experten sind Männer. Von der Altersstruktur her sind zwanzig- und dreißigjährige Männer stark präsent.

Es gibt Bitcoin-Akteure wie Andreas Antonopoulos oder IvanOnTech, deren Wissen anderen sehr hilft – und es gibt leider sehr viele, die einfach nur mit ihrem Wissen angeben, ohne darauf zu achten, ob der Rezipient das Gesagte versteht oder nicht. Schön und gut, wenn jemand sich als „Experte“ tituliert (und das tun leider viele Dampfplauderer auf youtube) – aber m.E. kommt es darauf an, sein Wissen auch vermitteln zu können in der Weise, dass andere was davon haben.

Ein guter Anhaltspunkt, der hier die Spreu vom Weizen trennt: Crypto-Enthusiasten setzen ihre informativ-aufklärende Arbeit auch dann fort, wenn es stiller wird um BITCOIN, weil er eine jahrelange Talfahrt hat und in der öffentliche Wahrnehmung so gut wie verschwindet.

BITCOIN-Pioniere der ersten Stunde

Zur ersten Bitcoin-Generation gehören unter anderem:

Satoshi Nakamoto, Gavin Andresen, Hal Finney, Martti Malmi, Amir Taaki, Pieter Wuille, Nils Schneider, Jeff Garzik.

Gavin Andresen soll den BITCOIN-Core-Team verlassen haben, nachdem ihm vorgeworfen worden sei, dass sein Account kompromittiert worden sei. Ein Zugang, den Satoshi himself ihm ermöglicht haben soll. Er soll zum Team des Coins „BitcoinCash“ von Roger Ver gewechselt sein.

Weitere namhafte Bitcoin-Developer (abgekürzt „Dev“, übersetzt: Entwickler) waren/sind: Wladimir van der Laan, Eric Lombrozo, Matt Corallo, Peter Todd, Peter Wuille.

Zentrale Akteure bei BITCOIN ist das Entwickler-Team, das seit 2014 die Dokumentation übernommen haben soll und „BITCOIN-Core“ genannt wird: ein open-source-Projekt mit weltweit verteilten Unterstützern.

BITCOIN gehört niemandem. Unabhängig von zentralen Banken, Großunternehmen und Staaten existiert er und ist ein für jedermann in der Welt zugängliches Allgemeingut, das digital vorliegt und nach festgesetzten mathematischen Codes/Regeln funktioniert. BITCOIN-Core-Leute pflegen im Namen von BITCOIN das Netzwerk gemäß diesen Regeln, reagieren auf mögliche Fehler (Bugs) etc.

Die offizielle Website des Bitcoin-Core-Teams lautet: www.bitcoincore.org. Wer wissen möchte, wie die technischen Aktionen einzelner Bitcoin-Core-Devs aussehen, kann dies auf dieser Website einsehen:

www.github.com

Contributors to bitcoin/bitcoin · GitHub

GitHub ist ein offener Server (openSource), auf den Software-Codes gespeichert werden können. Alle, die Zugang zu diesem Server haben, können zusammen am Code arbeiten.

Im Juni 2018 soll Microsoft GitHub gekauft haben, woraufhin das CoreTeam den Wechsel zu Git-Lab anvisierten.

GitLab.org / GitLab · GitLab

Zum Core-Entwickler-Team gehört eine erlesene Anzahl an Devs, die über die reibungslose Funktion wachen und bei eventuellen Bugs (Fehlern, Schwächen) möglichst schnell reagieren. Einer der Bitcoin-Core-Devs, der von Anfang an dabei war, heißt Martti Malmi. Ein finnischer Computerwissenschaftler, der zu den allerersten gehören soll, die eMail-Kontakt mit dem anonymen Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto gehabt haben sollen.

7.2. BITCOINS strahlendes Antlitz

Bitcoins existieren wie bereits erwähnt nur digital: man kann sie nicht anfassen. Dennoch werden Bitcoins oft in Form einer strahlenden, goldenen Münze mit einem dicken „B“ bildhaft dargestellt. Das mag dem Bedürfnis des Menschen entgegenkommen, sich ein Bild machen zu wollen von einer Sache, die er verstehen will. Bitcoin-Symbole helfen zudem den Medien, ihre Texte mit passenden Fotos zu versehen: so wie ich es hier in meinem Text vorneweg getan habe. Bilder lockern den Text auf. Mit dem Charakter von Bitcoin hat dies aber nichts zu tun.

Das BITCOIN-Konzept basiert auf einem virtuellen Internet-Protokoll, existiert nur auf Rechnern. Es ist die reine Rechenleistung von Computern, die nach festgesetzten Regeln (rules) Bitcoins generieren.

BITCOINS inhaltlich strahlendes Antlitz steht für die Möglichkeit, mit Hilfe seriöser Anbieter, einem guten Timing , vernünftiger Strategie, nicht zu viel Gier auf Geld und einem Pensum Glück gewinnbringend in diese Cryptowährung zu investieren. Darüber hinaus bietet die seinem kleineren Crypto-Bruder“Ethereum“ (Coinname: Ether) zugrunde liegende Blockchain-Technologie mit ihren Smart Contracts eine neue Landschaft, in der sich digitale Infrastrukturen aufbauen lassen, die sich mit realen Entitäten wie sichere Nachverfolgbarkeit in der Logistik, Identitätsverfahren, Geldleihen/verleihen etc verbinden.

7.3. BITCOIN-Code bisher unknackbar

Seit der Existenz von BITCOIN ist es bisher NIEMANDEM gelungen, den von Satoshi Nakamoto festgelegten Bitcoin-Code zu knacken!

Man kann sich vorstellen, mit welchem Eifer weltbeste Hacker versuchten/versuchen, diesen Code zu hacken: bisher vergeblich – das will was heißen.

BITCOIN wird eher gehortet mit der Hoffnung, ihn oder Teile davon später gewinnbringend veräußern zu können. Das Problem dabei ist, dass es ein ständiges und unruhiges Auf und Ab ist. Es ist kein kontinuierlicher, leiser Anstieg. Manchmal geht es so rapide aufwärts bzw. abwärts in wenigen Minuten, dass manch einer in seiner Beobachtung nicht nachkommt.

BITCOIN verhält sich – wie bereits oben erwähnt- wie ein Flummi: Es prallt manchmal wuchtig auf den Boden, ist unten angekommen relativ wenig wert, um dann wieder abrupt hochzuspringen und hohe Preise zu erklimmen.

Diese extreme „Volatilität“ (Schwankung) schreckt viele potenzielle Investoren davon ab, BITCOIN zu kaufen.  Anhänger hingegen finden genau diese Sprunghaftigkeit spannend und hoffen auf jähe Wechsel, um bei einem eventuellen AllTimeHigh (AllZeitHoch) eine hübsche Summe abzusahnen (auszucashen) – um dann wiederum bei einem eventuellen Dip am Boden billig BITCOIN nachzukaufen. Ein Spiel, das klappen – aber auch gehörig daneben gehen kann.

7.4. Nur wenige (Bit-)Coin-Trader sahnen ab

Dann gibt es erklärte (Bit-)Coin-Trader (Händler), die mit aberwitzigen Trade-Begriffen um sich schmeißen (teilweise aus den Aktien-Chartanalysen übernommen und mit neuen Mode-Begriffen aus dem Crypto-Space geschmückt) und behaupten, sie würden durch den häufigen Handel mit (Bit-)Coins viel Geld machen. Demgegenüber steht die Statistik, dass man bei einem häufigen Hin- und Her eher Geld verliert: Nur ein kleiner Teil der Day-Trader macht tatsächlich sein Glück, der große Rest geht leer aus. Beobachter geben an, dass 80 bis 90 Prozent der Day-Trader Verluste erleiden, während nur circa 10 Prozent Gewinne einkassieren. Es gibt pessimistischere Analysten, die dieses Verhältnis 95:5 sehen.

7.5. Gier nach dem schnellen Geld und nach Reichtum

Gerade weil die theoretische Möglichkeit besteht, mit (Bit-)Coin viel Geld zu machen, sprießen Träume in die Höhe wie dieser hier, der in der Crypto-Szene massenweise durchgeschleust wurde und sich zusammenfassen lässt in dem bekannten Slogan

„When Lambo?“

Will heißen: Ich mache das dicke Geld mit Bitcoin und kaufe mir einen Lamborghini. Wie so oft gibt es einen großen Unterschied zwischen Traum und Wirklichkeit und wie so oft wird es wahrscheinlich nur wenigen Leuten gelingen, tatsächlich viel Geld zu scheffeln, sich einen „Lambo“ oder was auch immer zu kaufen.

Die Gier auf das vermeintlich schnelle Geld kann dazu verführen, ein risikoreiches und fahrlässiges Invest-Verhalten an den Tag zu legen – schließlich will man nicht ewig auf seinen Lambo, sein Traumhaus, seine erste Million etc warten.

7.6. FOMO & FUD sind schlechte Begleiter bei Kauf-/Verkaufentscheidungen

Wenn der BITCOIN-Preis auf dem aufsteigenden Ast nach oben läuft, kehrt bei manch einem FOMO ein: Fear Of Missing Out: Die Angst, den rapid nach oben fahrenden Zug zu verpassen. Die ganze Zeit, wo der Kurs relativ niedrig lag, hat man gezögert und plötzlich – bei einem hohen Preis – meint man, aufspringen zu müssen. Ergebnis: Man zahlt relativ hohe Preise.

FUD (Fear, Uncertainty, Doubt = Angst, Unsicherheit, Zweifel) kann zu jeder Zeit einkehren: Angst, dass der Bitcoinpreis zu Boden fällt und dort verharrt, Zweifel, ob BITCOIN überhaupt eine einigermaßen sinnvolle Geldanlage ist…

Hohe Risiken einzugehen wegen FOMO oder FUD, ohne sie zu reflektieren, kann sehr schnell schief gehen. Es wäre nicht das erste Mal, dass zu viel Gier zu immensen Verlusten führt.

Wie bei Aktien-Käufen und -Verkäufen auch, profitiert der eine, während gleichzeitig jemand anders einen Verlust erleidet. So läuft es auch auf dem Crypto-Markt. Er ist noch vergleichsweise klein. Es gibt so genannte „Wale“, die sehr viele Bitcoins besitzen. Immer mehr institutionelle Anleger und Big Player steigen mit der Zeit ein und kaufen hohe Mengen an Bitcoin (z.B paypal). Es braucht nur ein einziger Wal seine große Bitcoinmenge bewegen: das erzeugt deutliche Wellen im gesamten Haifischbecken.

Gegen große BITCOIN-Wale und Haie hat der kleine Fisch kaum eine Chance: Bis er begriffen hat, dass die Großen zum schnellen Angriff nach unten oder oben blasen, ist es meist schon zu spät.

Je größer die Marktkapitalisierung ist, desto weniger fällt ein einziger Akteur auf. Aus der herkömmlichen Aktien- und Finanzwelt finden einige Instrumente den Weg in die noch junge Crypto-Ökonomie: Es gibt bereits BitcoinFutures (35)und es ist lediglich eine Frage der Zeit, wann Bitcoin-ETFs auf den Markt kommen. Auch mit Hilfe von BitcoinFutures und ähnlichen Finanzinstrumenten können Marktmanipulationen bei BITCOIN vorgenommen werden.

Viele hatten erst dann begonnen, BITCOIN zu kaufen, als der Kurs vor circa 3 Jahren (Ende 2017) sein AllTimeHigh (ATH, Allzeithoch) erreicht hatte mit fast 20.000 Dollar. Dann kam der Fall: Der Kurs rutschte zwischenzeitlich auf fast 3.000 Euro runter. Wer bei 7.000, 6.000 oder gar 4.000 verkauft hat, hat sich bös verbrannt.

Kapitel 8: Muss ich Gewinne aus (Bit-)Coin-Verkäufen versteuern?

Hodln bringt den Vorteil mit sich, dass wenn ich Bitcoin länger als 1 Jahr halte, die Gewinne aus einem Verkauf steuerfrei sind. Möchte ich das Jahr nicht abwarten und vorher verkaufen, ist ein Betrag bis maximal 599 Euro ebenfalls steuerfrei.(36)

Ich bin keine Finanzamt-Expertin und angesichts der Tatsache, dass die Regelungen zur Steuer bezüglich (Bit-)Coins geändert werden könnten, ist es ratsam, sich stets aktuell zu informieren bei seinem Steuerberater, wie die aktuelle Gesetzeslage ist.

Zu empfehlen ist, sich seine Bitcoin-Käufe und -Verkäufe aufzubewahren, um einen Überblick darüber zu haben, ob und welche Coins der Steuer unterliegen. Und um dem Finanzamt gegenüber auf eine eventuelle Nachfrage hin beweisen zu können, wie die Gewinn- und Verlustverläufe waren/sind.

Kapitel 9: Was noch geschehen sollte, damit immer mehr Menschen Bitcoin als ein lukraktives Investment betrachten

Das Anmeldeverfahren auf Online-Crypto-Börsen ist für den Normalverbraucher nach wie vor zu kompliziert/langwierig. Das schreckt ab. Zukünftig müsste es einfacher werden, sich bei einer Börse anzumelden, bzw (Bit-)Coins zu kaufen. PayPal ermöglicht derzeit (November 2020) nur seinen amerikanischen Kunden den relativ einfachen Kauf/Verkauf/Aufbewahrung von (Bit-)Coins. Ob und wann dies in Europa und Deutschland der Fall sein, wird, ist noch nicht bekannt.

Die Tatsache, dass PayPal mitmischt, hat dem BITCOIN-Kurs einen Aufschwung verschafft, so die einhellige Meinung der Beobachter.

Allerdings: Die Pay-Pal-(Bit-)Coins liegen bei PayPal, man besitzt nicht seinen Private Key. Passiert etwas, drohen Verluste. Inwieweit PayPal für eventuelle Verluste gerade steht, ist mir nicht bekannt.

Die Aufbewahrung von (Bit-)Coins ist derzeit noch ein großes Problem. Was ist sicher, was praktikabel? Was, wenn ich meinen Private Key nicht mehr finde und auch nicht mehr weiß, wie meine PIN lautet? Denn dann habe ich keinen Zugang mehr zu meinen (Bit-)Coins, habe sie faktisch verloren.

Es wird geschätzt, dass circa 5.000 000 Bitcoins eingefroren sind deshalb, weil keiner mehr Zugang zu den betreffenden PrivateKeys/PINs hat.

Das kann jedem/jeder passieren: Man möchte seine wertvollen (Bit-)Coins besonders sicher aufbewahren und versteckt sie so, dass man sie selbst nicht mehr findet. Außerdem ist angeraten, PrivateKey und PIN getrennt aufzubewahren. Das erschwert das Aufbewahren und Wiederfinden zusätzlich.

Lösen ließe sich das Problem, wenn Anbieter- ähnlich wie eine herkömmliche Bank – für die Einlagen bis zu einer gewissen Höhe garantieren. Dann ähnelt die Crypto-Ökonomie zwar verstärkt dem herkömmlichen Bankensystem (was sie vom ursprünglichen Anspruch her eigentlich nicht wollte), aber dafür wäre die Kohle für die Kunden sicher.

Kapitel 10: RESÜMEE und ein einigermaßen vernünftiger Rahmen für den Umgang mit (Bit-)Coin

In diesem Guide galt es nicht zu klären, ob es ratsam ist, in (Bit-)Coin zu investieren oder nicht. Weder empfehle ich ein BITCOIN-Invest, noch rate ich davon ab. Die Infos dieses Leitfadens helfen hoffentlich dem einen oder anderen bei der Frage: „Ist BITCOIN was für mich oder sollte ich lieber die Finger davon lassen.?

Wenn jemand sich trotz aller oben genannten Risiken und Fallstricke dazu entscheiden sollte, (Bit-)Coin zu kaufen, dann könnte ein einigermaßen vernünftiger Umgang mit diesem hochriskanten Asset so aussehen:

Ich kaufe nur für so viel Geld (Bit-)Coin, wie ich einen eventuellen Totalverlust verkraften kann.

Mein (Bit-)Coin-Invest stellt bestenfalls nur einen kleinen Teil meiner gesamten Asset-Anlagen dar. Ich habe meine Invests also verteilt (diversifiziert) auf Immobilien, Gold, eventuell Aktien …. Damit habe ich das Risiko verteilt auf mehrere Schultern: sollte die eine total einknicken, bleiben noch meine anderen Invests übrig. Ich sollte stets darauf achten, dass ich flüssig genug bleibe, um monatlich wiederkehrende Kosten wie Miete, Lebensmittel, sonstige Anschaffungen… zahlen zu können.

Für den Kauf suche ich mir eine seriöse Cryptobörse wie bitcoin.de oder binance.com.

Habe ich für eine recht hohe Summe (Bit-)Coin gekauft und würde mich der Verlust durch einen eventuellen Börsen-Hack stark schmerzen, transferiere ich meine Coins auf eine Hardwallet von Ledger Nano oder Trezor. Ich kaufe direkt Bitcoins auf einer soliden Börse, lasse mich nicht auf „Broker“ ein, die für mich x oder y-Papiere kaufen, die angelehnt an den Bitcoin irgendwelche Anteilsscheine darstellen.

Ich vermeide den Fehler und leihe mir nicht Geld, um noch auf den rapid fahrenden Bitcoin-Zug zu springen. Ich entscheide mich fürs Hodln, weil ich das in Bitcoin investierte Geld nicht liquide brauche. Ich warte geduldig, bis Bitcoin ein relatives Hoch erreicht hat. Wenn ich einen Teil auscashen möchte, mache ich das, weil ich zum Beispiel das wieder in meinem Portemonnaie haben möchte, was ich ursprünglich investiert habe: danach kann ich entspannter zuschauen, wie der BITCOIN-Preis sich entwickelt. Mit einem gewissen Teil bleibe ich möglichst in BITCOIN drin, damit ich noch mitspiele für den Fall, dass der Kurs steil nach oben gehen sollte.

Beobachte ich einen Dump, kann ich wieder Bitcoin nachkaufen. Zu lange zu warten, bis der „höchste Punkt“ oder der „tiefste Boden“ erreicht ist, kann schief gehen: Nicht zu gierig auf das schnelle Geld sein und sich damit zufrieden geben, dass es einem nicht gelungen ist, auf dem „höchsten Stand“ zu verkaufen und am „tiefsten Punkt“ (nach-)gekauft zu haben. Denn das Höchste und das Tiefste lassen sich leider nur im Nachhinein ausmachen:

„Wenn ich gewusst hätte, dass der BITCOIN so weit hoch geht, hätte ich früher gekauft/später verkauft“ – solche und ähnliche Sätze sind nicht hilfreich. Denn wissen konnte es niemand.

Niemand muss einen ganzen BITCOIN kaufen: Es lassen sich auch kleine Anteile von 0,1, 0,2 oder 0,005 und noch kleiner kaufen. Gerade, weil der Kurs stark gestiegen ist, werden sich viele keinen ganzen BITCOIN kaufen können. Manche legen sich monatlich eine Summe beiseite, die sie entbehren können und die sie mehr oder weniger regelmäßig in BITCOIN investieren.

Anmerkung zu Affiliate-Programmen: Dieser Beitrag enthält Affiliate Links (mit AFL gekennzeichnet), also Verweise zu Unternehmen wie zB „ledger nano“ oder der Crypto-Börse „bitcoin.de“. Über diese AffiliateLinks empfehle ich Unternehmen oder Produkte, die zu den behandelten Themen passen (basierend auf eigene Erfahrung oder nach eingehender Analyse der Beurteilungen anderer Nutzer/Käufer). Wenn Leser auf einen AffiliateLink klicken und ein Produkt eines Partner-Unternehmens kaufen/nutzen, kann es sein, dass wir eine geringe Provision erhalten. Damit bestreiten wir einen Teil der Kosten für Betrieb und die Wartung unserer Website (Webhost, Theme, Content, Bilder…)

Disclaimer:

Zum Schluss möchte ich noch einmal betonen, dass dieser Guide keine Finanz- und Investmentberatung ist. Weder empfehle ich, in Bitcoins zu investieren, noch rate ich davon ab. Mir ging es nur darum, auf mögliche Risiken und Fallstricke hinzuweisen, die es leider gibt im (Bit)-Coin-Space. Dies in der Absicht, Infos zu liefern in diesem Leitfaden, um bei dem hochriskanten Narurell des BITCOINS Fallstricke möglichst zu meiden.

Wer trotz aller oben genannten hohen Risiken sich dazu entscheiden sollte, in (Bit-)Coin zu investieren, verantwortet ganz alleine eventuelle Verluste/Gewinne aus seinen (Bit-)Coin-Käufen/Verkäufen: Ich hafte nicht für etwaige Verluste.

Mögliche Fallstricke und größere Unfälle beim (Bit-)Coin-Invest lassen sich besser umschiffen, wenn man sich vor dem Einstieg in die (Bit-)Coin-Welt informiert. Damit Neulinge nicht in die zahlreichen Fallen tappen, die es in der Bitcoin- und Cryptoszene in betrügerischer Absicht leider gibt, sollten sie bestenfalls VORHER diese Infos lesen oder sich anderweitig informieren über den Charakter von BITCOIN: YouTuber/CryptoExperten wie Andreas Antonopoulos, TOGB oder IvanOnTech leisten hier hervorragende Aufklärungsarbeit.

Auch ohne betrügerische Akteure ist der relativ neuartige BITCOIN-Space mit zeit- und nervenaufwändigen Unwegbarkeiten bestückt, die man sich weitgehend ersparen kann, wenn man sich vorab vorbereitet.

Betrüger gibt es übrigens in so gut wie jeder Branche. Dieser Guide möchte dazu beitragen, die ungute Spreu vom nützlichen Weizen zu trennen. Die Infos habe ich nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Ich erhebe NICTHT  den Anspruch der Vollständigkeit (weil ich hier bewusst nur die Aspekte thematisiere, die mir wichtig erscheinen). Dieser Leitfaden beansprucht auch nicht, eine wissenschaftliche Doktorarbeit zum Thema „BITCOIN“ zu sein. Dennoch war es mir wichtig, bestimmte Inhalte und Begriffe mit Quellenhinweisen zu versehen: so haben Leser die Chance zu prüfen, woher ich die Infos habe und inwieweit sie glaubhaft sein mögen. Es kann sein, dass dieser Guide Fragen aufwirft. Diese können gerne an mich geschickt werden über die Kommentarfunktion dieses Blogs.

Für Anregungen und Hinweise auf eventuelle Ergänzungen oder Fehler bin ich dankbar und werde diese dann einarbeiten, nachdem ich die betreffenden Fakten überprüft habe: das Melden kann über die Kommentarfunktion ablaufen.

Dieser Guide enthält Affiliate-Links (mit AFL gekennzeichnet) in der Weise, dass ich nur diejenigen Unternehmen aus der Crypto-Branche empfehle, deren Dienste ich selbst ausprobiert, überprüft und für gut bzw. funktionsfähig befunden habe.

Ich habe diesen Guide erstmals November 2020 veröffentlicht. Nach und nach werde ich weitere Themen/Infos anfügen – fürs Erste aber hoffe ich, dass er viele nützliche Infos bietet für BITCOIN-Beginners.

Kurz zu mir:

Mein Name ist Tizia Koese. Als freie Autorin/Journalistin verfasste ich zahlreiche Artikel u.a. für örtliche Ausgaben der „Süddeutschen Zeitung“ und „welt kompakt“ München. Darüber hinaus sind zwei Romane von mir veröffentlicht worden: „netzlos glücklich“, „Granatapfelsplitter“.

Meine erste Begegnung mit BITCOIN: 2016

2016 hatte ich die erste konkrete  Begegnung mit Bitcoin&Blockchain. In den Jahren zuvor hörte ich hin und wieder mal das Wort„BITCOIN“, konnte aber damit nichts anfangen. Meine Assoziation war: „Irgendwas Dubioses, was ich nicht verstehe.“

Dann der Anruf meines Bruders 2016, der BWLer ist und als ChangeManager Unternehmen berät.

„Es geht um ein Kunst-Projekt, das ich realisieren möchte mit der Künstlerin Maris Palmi und das auf der Blockchain von Ethereum fußt“, sprach er.

„Aha“, dachte ich mir und verstand nichts.

Dann erklärte er mir, was er mit seinem Projekt namens „Theoretical Art“ vorhatte: Ein autarkes Geldsystem mit Hilfe der damals neuen Ethereum-Plattform (Blockchain) entwickeln, um den Erlös daraus freischaffenden Leuten in Musik, Malerei, Theater, Literatur… zugute kommen zu lassen. Ohne die finanzielle Not im Nacken zu spüren, sollten Freischaffende sich ihrer Kunst widmen können. Als freie Autorin mit beharrlichen finanziellen Fragen im Nacken war ich natürlich sehr interessiert und machte mit.

Ich begann in gewohnter Manier, genau zu recherchieren, worum es bei Bitcoin, Ethereum, Blockchain etc. geht. Je mehr ich las, desto mehr sah ich mich mit weiteren Fragen konfrontiert, so dass es notwendig wurde, sich stetig Informationen anzueignen über die Jahre hinweg. Das habe ich bis heute getan und mir ein gewisses Basiswissen angeeignet. Wobei ich nicht behaupten würde, dass ich alles verstanden hätte, aber ich habe durch meinen relativ frühen Einstieg einen gewissen Wissensvorsprung. Dieses Wissen will regelmäßig gepflegt und aktualisiert werden: Die Entwicklungen in der Crypto-Welt sind rasant, wenn man auf dem aktuellen Stand der Dinge bleiben will, sollte man stets up-to-date sein.

Mein Wissen gebe ich mit diesem Guide weiter, damit andere davon profitieren können in der Weise, dass sie verlustreiche und anstrengende/mühsame Wege meiden, wenn sie die CryptoCoin-Welt betreten möchten.  Ich erhebe NICHT den Anspruch der Vollständigkeit (weil ich hier bewusst nur die Aspekte thematisiere, die mir wichtig erscheinen und weil ich einen gewissen quantitativen Rahmen nicht sprengen möchte).

Fragen, Anregungen und Hinweise sind willkommen. Diese können gerne an mich geschickt werden über die Kommentarfunktion dieses Blogs.

Quellen und weiterführende Informationen:
  1. Der aktuelle BITCOIN-Kurs lässt sich auf diesen Websites verfolgen: Cryptocurrency Prices, Charts And Market Capitalizations | CoinMarketCap (in Dollar oder Euro) und auf FINANZEN.NET: Börse und Finanzen (in Euro).
  2. Einsicht in das Original-Whitepaper von Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto kriegt man hier: bitcoin.pdf Die deutsche Version findet man hier: Bitcoins Marktplatz, Forum und Informationen | futurum bank AG
  3. Nähere Erläuterungen zum 3. Januar 2009 finden sich in: Das ist der Grund, warum Bitcoin exisitert – Business Insider und in: Zehn Jahre Bitcoin: Es werde Geld | heise online
  4. Zum Thema „Blockchain“ siehe: Blockchain_WhitePaper_Grundlagen-Anwendungen-Potentiale.pdf (fraunhofer.de)
  5. Näheres zum Bitcoin-Algorithmus SHA256 und Hash-Graphen siehe: Was ist Hashing? | Binance Academy
  6. Zum Thema „Block-Reward“siehe: Bitcoin Halving 2020: All You Need to Know (ig.com)
  7. Zum haschbasierten Proof of Work-Konsens (PoW) siehe: Blockchain — Enzyklopaedie der Wirtschaftsinformatik (enzyklopaedie-der-wirtschaftsinformatik.de)
  8. Etwas mehr über Jihan Wu steht in: Die aktuellsten Nachrichten über Jihan Wu | Cointelegraph
  9. Ein Überblick über das „Halving“ findet sich in: Bitcoin-Halving-Countdown | Binance Academy Zu der Frage „Wann/Wenn der letzte Bitcoin geschürft ist?“ schreibt das online-Medium „btc-echo“: Anno 2140: Was passiert, wenn der letzte Bitcoin gemint wurde? (btc-echo.de)
  10. Näheres zu den maximal 21 Millionen Bitcoins ist nachzulesen in: Warum wird es ausgerechnet 21 Millionen Bitcoin (BTC) geben? (btc-echo.de)
  11. Interessante Gedanken zum deflationären Charakter von Bitcoin finden sich in: Deflationary Currency, Bitcoin, and Just a Store of Value? | by ecurrencyhodler | Medium
  12. BITCOIN-Kurs im Oktober 2011 lediglich 3 Dollar wert: #1 Einfaches Bitcoin Kurshistorie-Diagramm (Seit 2009) (buybitcoinworldwide.com). Auf Coinmarketcap (Bitcoin (BTC) Historical Data | CoinMarketCap) sind die Preise für BITCOIN erst ab April 2013 bis heute aufgezeichnet. Wenn man auf coinmarketcap.com geht, dort auf „Bitcoin“ (der erste Coin auf der Liste) klickt, dann auf „historical data“ und bei den Daten auf „all“ drückt, bekommt man einen Überblick über den historischen Verlauf des Bitcoin-Preises. Zu beachten ist, dass Bitcoin schon vor 2013 gehandelt wurde – außerhalb von Crypto-Börsen und meist unter frühen BITCOIN-Enthusiasten.
  13. Überblick über aktuelle Kurse und die mehr als 7.000 Cryptocoins bietet: Cryptocurrency Prices, Charts And Market Capitalizations | CoinMarketCap
  14. McAfee-Betrug: Bitcoin (BTC)-Wette abgesagt! Empfiehlt stattdessen diese Coins | Coin Kurier
  15. Bitcoin prices surge after Paypal jumps into the cryptocurrency business – CNN
  16. MicroStrategy Founder Predicts Bitcoin Would Become Primary Treasury Reserve Asset | Headlines | News | CoinMarketCap
  17. Über den Hard-Fork rund um BitcoinCash im Jahr 2017 siehe: Bitcoin Cash Hardfork: Was ihr beachten müsst (cryptomonday.de)
  18. Zum Australier CraigWright und seinen Behauptungen über BITCOIN und BSV siehe: Bitcoin-Erfinder: Ist Bitcoin SV der „wahre“ Bitcoin und steckt Craig Wright tatsächlich hinter Satoshi Nakamoto? | Nachricht | finanzen.net
  19. #1 Satoshi to Bitcoin Converter (EASY!) (buybitcoinworldwide.com)
  20. Zum Charakter von Monero siehe: Monero (XMR) price, marketcap, chart, and info | CoinMarketCap
  21. Bitcoin Over the Counter Trades (OTC): How the Whales Purchase Crypto (blockonomi.com)
  22. Blocktrainer 1×1: Was bedeutet KYC/AML | Blocktrainer
  23. In den FAQs von bitcoin.de findet sich diese Aussage: „Ähnlich wie Banken nur noch geringe Bargeldbestände bevorraten, halten wir auch nur geringe Bestände von Kryptowährungen auf unseren Servern für Auszahlungsanforderungen von Kunden in sogenannten Hot Wallets regelmäßig bereit. Dies entspricht ungefähr 2% des Gesamtbestands an Kryptowährungen, die von uns für unsere Kunden verwahrt werden. Das eigene Euro- und Kryptowährungsvermögen der futurum bank AG übersteigt den Bestand der Kryptowährungen in den Hot Wallets um ein Vielfaches und kann somit bei einem möglichen Verlust voll entschädigt werden.“ Zu finden in: Bitcoins Marktplatz, Forum und Informationen | futurum bank AG
  24. Fragen und Antworten (FAQs) werden auf bitcoin.de hier behandelt: Bitcoins Marktplatz, Forum und Informationen | futurum bank AG
  25. Cryptocurrency Prices, Charts And Market Capitalizations | CoinMarketCap
  26. FINANZEN.NET: Börse und Finanzen
  27. Andreas Antonopoulos zum Thema „private key“: (1184) Bitcoin Q&A: How Do I Secure My Bitcoin? – YouTube
  28. Welche Wallets es gibt, was der Unterschied von cold- und hot-Wallets ist und welche recht sicher sind, lässt sich nachlesen in: Was ist ein Kryptowährungs-Wallet? | Binance Academy
  29. Zum Mt.Gox-BörsenHack und welche Überschneidungen es mit dem SilkRoad-Skandal gibt, siehe: Mt Gox CEO Mark Karpeles Implicated as Silk Road Mastermind (coindesk.com)
  30. Zu Tethers umstrittener Rolle in der CryptoCoin-Szene siehe: Breaking: Tether ist nicht zu hundert Prozent durch hinterlegte US-Dollar gedeckt (btc-echo.de)
  31. Zum BitConnect-Schneeballsystem-Betrug siehe: Der BitConnect Betrug – Was ist eigentlich passiert? | Coin-Update.de (coin-update.de)
  32. Zum großen OneCoin-Betrug siehe:Cryptoqueen: How this woman scammed the world, then vanished – BBC News
  33. Eine verständliche Definition von SmartContracts findet sich in: Was bedeutet Smart Contract? | BTC-ACADEMY (btc-echo.de)
  34. Ein DeFi-exit-Scam wurde August 2020 in „Concierge“ thematisiert: Der Ethereum DeFi-Raum hat einen Exit-Scam erfahren (coincierge.de). Ob „SushiSwap“ ein Scam war oder nicht, wurde lebhaft in Medien diskutiert, u.a. hier: SushiSwap – Millionen-Scam bei DeFi-Hoffnung? | FinanceFWD.
  35. Bitcoin (BTC) Futures: Alles, was man wissen muss (btc-echo.de)
  36. Einige Infos zum Thema „(Bit-)Coin und Steuern gibt es hier: Welche Nachweise verlangt das Finanzamt bei Gewinnen durch Bitcoin und Kryptowährungen? (anwalt.de)

Relaxen & Energie aufsaugen mit Autogenem Training

Lieblings-Liegeposition einnehmen und schon kann es losgehen mit dem Autogenen Training. Wer zum Frieren neigt, nimmt sich eine kuschelige Decke. Foto: shutterstock

Dem Autogenen Training (AT) haftet nichts Esoterisches an, es ist in erster Linie eine autosuggestive Technik, die jeder erlernen und anwenden kann, wenn er sich mehr Ruhe, Entspannung und Energie wünscht.

Es gibt exotische, fernöstliche Meditationsübungen, denen manche nachjagen und die nicht unbedingt zu einem Mitteleuropäer passen. Sie können natürlich trotzdem wirksam sein, vor allem, wenn man sich mit Körper & Seele voll darauf einlässt. Aber kaum jemand hat die Zeit, sich beispielsweise mit dem Zen-Buddhismus samt seinen zahlreichen Schulen und Meistern zu beschäftigen. Allein schon bei der Frage: „Welche Variante der Zen-Meditation ist für mich die passende?“ müssen viele schon passen. Bei Yoga wird es bereits schwierig, wenn Yogaübungen mit Spirituellem verknüpft werden. Ganz zu schweigen davon, dass es auch hier zahlreiche Schulen und Strömungen mit unterschiedlichen Ansätzen und Zielen gibt.

At-Übungen sind leicht zu erlernen

Eine einfache Technik wie Autogenes Training ist weitgehend frei von spirituellen Aspekten und lässt sich leicht erlernen: entweder bei einem erfahrenen Therapeuten im Einzelkurs, in Gruppenkursen oder durch gute YouTube-Videos (zwei ausgewählte werde ich unten verlinken).

Wichtig ist, vor dem Autogenen Training sicherzustellen, dass man 10, 20 oder 30 Minuten Ruhe haben wird, ohne gestört zu werden durch Telefone/Pflichten u.ä. Eine gemütliche Liege- oder Sitzhaltung ist auch angebracht. Am Anfang würde ich es vorziehen, die Übungen im Liegen zu machen. Kleidung sollte bequem sein und nicht einengen. Augen zu scheint mir für Beginner auch geeigneter als offene Augen (machen Fortgeschrittene manchmal). Wer zum Frieren neigt, kann eine Decke über den Körper ziehen.

Für 10 oder 20 Minuten ungestört sein, abschalten

Liege ich also gemütlich und werde für die Dauer des Autogenen Trainings (10, 20 Minuten oder auch länger) nicht von Geräuschen, Handyanrufen etc gestört, kann ich mit den Übungen beginnen. Ich habe über Jahre hinweg mit den folgenden Übungen gute Erfahrungen gemacht. Gelernt habe ich sie in einem Gruppenkurs, nachdem ich feststellte, dass ich gegen meine Schlafstörungen etwas tun sollte.

Das ist eine der größten Stärken des Autogenen Trainings: Macht man es regelmäßig und bleibt dran, kann es Schlaftabletten ersetzen – es fungiert sozusagen als „mentales Schlafmittelt“ – ganz ohne Pillen und ohne üble Nebenwirkungen.

Es gibt viele Varianten des Autogenen Trainings, hier nenne ich nur die Übungen, die ich kenne und die mir sehr geholfen haben.

Übung 1 ist das Schwere-Gefühl.

Mit dem kurzen Satz

„Meine Arme sind schwer“

kann ich das Schweregefühl autosuggestiv herbeirufen. Der Satz wird 3 bis 6 mal wiederholt. Ich kann mir dabei vorstellen, wie die Schwerkraft der Erde mich anzieht, meine Schwere spüren lässt. Es folgt der Übergang zu den Beinen:

„Meine Beine sind schwer.“

Ebenfalls so lange wiederholen, bis man es satt hat. Vor dem Übergang zu den Wärme-Übungen kann man sich vorstellen, dass die herbeigerufene und empfundene Schwere von einem abfällt: nach unten plumpst oder auf eine Wolke gehievt wird… Das ist Geschmackssache, man kann auch im Schweregefühl verharren. Ich habe einen AT-Therapeuten gefragt, ob es okay sei, wenn ich das Schweregefühl abwerfe. Seine Antwort: „Ja, so, wie man sich besser damit fühlt.“

Nach der ersten Übung sich selbst still sagen:

„Ich atme ruhig und gleichmäßig, ich bin ruhig und entspannt.“

Der Ruhesatz beendet jede Übungseinheit.

Übung Nr. 2 betrifft das Wärmegefühl.

Sie beginnt ebenfalls mit den Armen:

„Meine Arme sind angenehm warm/temperiert.“

Nach Gusto wiederholen. Das Interessante dabei: Je nachdem, ob ich es gerade als zu kalt oder zu warm empfinde, kann ich selbst regulieren, wie mein Körper sich fühlen soll. Schwitze ich gerade sehr und mir ist zu warm, dann lieber diesen Satz sich selbst still vorsagen:

„Meine Arme sind angenehm temperiert.“

Ist mir hingegen eher zu kalt, dann:

„Meine Arme sind angenehm warm“.

Das Gleiche mit den Beinen:

„Meine Beine sind angenehm warm/temperiert.“

Wärmeübung abschließen mit:

„Ich atme ruhig und gleichmäßig, ich bin ruhig und entspannt.“

Übung 3 betrifft das Atmen direkt

Ganz in Ruhe, gleichmäßig, langsam und tief einatmen und ebenso langsam wieder ausatmen. Diese Übung wiederholen, so lange man will.

Abschließen wieder mit:

„Ich atme ruhig und gleichmäßig, ich bin ruhig und entspannt.“

Übung 4 zielt auf das Herz ab

„Mein Herz schlägt gleichmäßig und ruhig.“

Bis 6x wiederholen und Abschlusssatz anfügen:

Ich atme ruhig und gleichmäßig, ich bin ruhig und entspannt.“

Übung 5 betrifft die Mitte, den Bauchnabel, auch „Sonnengeflecht“ genannt.

„Meine Mitte ist strömend warm.“

Nach Gusto wiederholen. Wer mag, kann sich warme Sonnenstrahlen vorstellen, die auf den nackten Bauch scheinen: damit kann man das strömende Wärmegefühl besser einfangen.

Abschluss wie gehabt mit:

„Ich atme ruhig, gleichmäßig, ich bin ganz ruhig und entspannt.“

Übung 4 zielt auf einen kühlen und entspannten Kopf

„Meine Kopfhaut/mein Kopf ist entspannt und angenehm kühl.“

Ausprobieren, ob man mit „Kopfhaut oder Kopf“ einen kühlen Kopf erreicht. Wer sich einen Windhauch vorstellt, der über Kopfhaut, Stirn, Augen und Gesicht weht, erlangt eventuell besser den sanft kühlenden Entspannungseffekt.

Zum letzten Mal den Abschlusssatz

„Ich atme ruhig und gleichmäßig, ich bin ganz ruhig und entspannt“

still für sich aufsagen. Danach sich in diese Ruhe und Entspannung fallen lassen. Damit fällt alles Angespannte von einem ab, eine wohltuende Leichtigkeit und ein „Sich-zu-Hause-Fühlen“ kehrt ein. Dies einfach nur genießen, so lange man kann und will.

Zurück zur Realität mit anspannenden Streckübungen

Um wieder in die Realität zurückzukehren, spannen wir Arme und Beine an, strecken uns mit geschlossenen Augen wie eine Katze, öffnen die Augen und lassen unseren Augen/Sinnen die Zeit, alles langsam wieder wahrzunehmen, was uns umgibt. Nur eben mit neuer Energie, Gelassenheit, neuem Blick. Manchmal, wenn es mir besonders gut gelungen ist, mich der Entspannung und Stille hinzugeben, erscheint mir meine Umgebung so, als würde ich sie zum ersten Mal im Leben wahrnehmen: so hell, so klar, so intensiv.

Als hätte ich an einem Schlauch neue Energie eingesaugt und diese Energie hält immerhin ein paar Stunden an. Ganz ohne künstliche Aufputschmittel gelingt es mir durch einfaches Autogenes Training, mit neuer Kraft, Ruhe und Tatendurst die Dinge anzugehen. Apropos „Durst“: es gut gut, nach dem Autogenen Training ein oder zwei Gläser Wasser zu trinken.

AT mit Visualisierung oder ohne?

Fortgeschrittene schwören darauf, mit suggestiven Bildern zu arbeiten. Mir persönlich reicht es, wenn ich die Sonnenwärme oder einen angenehm kühlen Windhauch zu Hilfe nehme. Natürlich kann man vieles visualisieren. Aber da würde ich empfehlen, dies zunächst gemeinsam mit einem verantwortungsvollen und erfahrenen Therapeuten anzugehen, dem/der man vertraut. Denn diese Art der Entspannung tendiert in Richtung Hypnose und das ist mit Vorsicht zu genießen. Weil nicht jeder sich einer Hypnose hingegen möchte. Weil man unerwünschte Gefühle provozieren kann, wenn man unpassende Assoziationen weckt… etc.

Mit Musik oder ohne?

Ob man meditative Musik dazu hört oder nicht, ist Geschmackssache. Manch einen beruhigt es, ein Meeresrauschen oder Vogelgezwitscher zu hören. Wenn, dann sollten es eher harmonische, beruhigende und gleichmäßige Klänge sein. Ich brauche es nicht, weil ich die Stille vorziehe.

Ich begnüge ich mich seit Jahrzehnten mit den rein technisch erlernbaren Anteilen des Autogenen Trainings – ohne spirituellen Schnickschnack drumherum (dies ist nicht abwertend gemeint, denn: es gibt ne Menge Leute, denen der spirituelle Aspekt hilft und alles, was heilt, hat m.E. seine Berechtigung).

AT ist nebenwirkungsfrei

Ein weiterer Riesen-Pluspunkt des Autogenen Trainings: Im Gegensatz zu Medikamenten, die einen Gewohnheitseffekt haben können derart, dass ich die Dosis erhöhen muss, bleibt mir die positive Wirkung des Autogenen Trainings über Jahre und Jahrzehnte erhalten. Dies auch dann, wenn ich als Fortgeschrittene die Übungen nur 2 Minuten lang mache – oder sie im Sitzen, draußen in der Natur oder sonstwo durchführe. Je öfter ich die autosuggestiven Kurzsätze wiederhole und je länger ich gegen Ende in der erreichten Entspannung verharre, desto länger dauern die Übungen – und natürlich umgekehrt: ein Quickie geht fast immer und beansprucht nur 2 oder 3 Minuten.

Ein Mittel, das wir immer mit uns führen und jederzeit so gut wie überall anwenden können – ohne belastende Nebenwirkungen. Mittlerweile kann ich sogar dann abschalten und Autogenes Training machen, wenn um mich herum Unruhe ist. Alles, was ich dafür tun muss: lediglich regelmäßig einige Minuten üben und das bereits Erlernte/Geübte so einsetzen, dass ich äußere Reize abschalten kann, um zur inneren Ruhe zu gelangen.

AT funktioniert nicht nur zum Energietanken, sondern auch zum Einschlafen

Mag zunächst widersprüchlich klingen, wenn ich sage, dass man mit AT-Übungen sowohl wach werden und Energie einsaugen, als auch ruhig einschlafen kann. Der einzige Unterschied besteht darin, dass ich zum Zweck des Einschlafens mich ins Bett lege und zum Schluss die Aufweckübung des Anspannens und Glieder-Streckens weglasse, um in die Ruhe und Stille der Nacht einsinken zu können.

Hier die autosuggestiven Sätze im Überblick und zeitlicher Reihenfolge:

„Meine Arme sind schwer“ (3-6x)

„Ich atme ruhig und gleichmäßig, ich bin ruhig und entspannt.“ (1x)

„Meine Beine sind schwer.“ (3-6x)

„Ich atme ruhig und gleichmäßig, ich bin ruhig und entspannt.“ (1x)

„Meine Arme sind angenehm warm/temperiert.“ (3-6x)

„Ich atme ruhig und gleichmäßig, ich bin ruhig und entspannt.“ (1x)

„Meine Beine sind angenehm warm/temperiert.“ (3-6x)

„Ich atme ruhig und gleichmäßig, ich bin ruhig und entspannt.“ (1x)

„Ich atme langsam und gleichmäßig, ich bin ganz ruhig.“ (3-6x oder mehr)

„Ich atme ruhig und gleichmäßig, ich bin ruhig und entspannt.“ (1x)

„Mein Herz schlägt gleichmäßig und ruhig.“ (3-6x)

„Ich atme ruhig und gleichmäßig, ich bin ruhig und entspannt.“ (1x)

„Meine Mitte ist strömend warm“ (3-6x)

„Ich atme ruhig und gleichmäßig, ich bin ruhig und entspannt.“ (1x)

„Meine Kopfhaut/mein Kopf ist entspannt und angenehm kühl.“ (3-6x)

„Ich atme ruhig und gleichmäßig, ich bin ruhig und entspannt.“ (1x)

Zum Energietanken gegen Schluss strecken und anspannen. Zum Einschlafen in die Entspannung eintauchen und einschlummern…

Hier zwei youtube-Videos mit Autogenem Trainings-Übungen. Sie sind zwar etwas anders als meine oben beschriebenen, aber m.E. auch gut und effektiv.

AT-Übungen zum Einschlafen werden im folgenden Video gezeigt. Natürlich ohne Aufweckfunktion, denn man will ja dahinschlummern…Wenn man sich bei der Anweisung „Nacken…ist warm und entspannt“ nicht wohl fühlen sollte, kann man alternativ auch „Nacken ist angenehm temperiert und entspannt“ wählen. Denn „angenehm temperiert“ ist für jeden etwas anderes und man kann die passende Temperatur einsetzen. Individuelle Änderungen sind okay, soweit sie zur Entspannung und Ruhe beitragen.

Der Magen mag`s: Kurkuma

links vorne: frischer Kurkuma, oben Ingwerknollen, auf der Untertasse aufgeschnittener Kurkuma mit knallig-gelber Farbe. Hin und wieder eine Kurkuma-Latte mit Milch und Zimt kann vitalisierend wirken. Foto: shutterstock

Knallig gelbe Kurkumaknolle

Kurkuma ähnelt den Ingwerknollen. Kein Wunder, gehört es doch zur Gattung der Ingwergewächse. Kurkumaknollen sind schmaler und viel knalliger in ihrer gelb-orangenen Farbe unter der dünnen Schale. Deshalb Vorsicht: Wer frische Kurkumawurzeln schält, bekommt verfärbte Finger – ähnlich, wie es bei einer frischen roten Beete der Fall ist: Finger färben sich stark und es dauert eine Weile, bis es sich auswäscht.

Curcuma longa, auch Gelbwurz genannt: gängige Sorte

Curcuma longa ist die gängigste Sorte; sie wird auch „Gelbwurz“ genannt. Die Lebensmittelindustrie nutzt die Farbeigenschaft des Kurkumas mit dem Farbstoff E100: die charakteristische Farbe von Senf oder Curry rührt von daher.

Vom Geschmack her ist Kurkuma etwas süßlicher als Ingwer. Verwendet wird es in der Regel als Gewürzpulver. Aus den getrockneten unterirdischen Trieben wird das Pulver nach einem speziellen Prozess gewonnen. Frische Knollen kann man aber auch kaufen.

Das Pulvergewürz enthält ätherische Öle, Harze, Eiweiße, Zuckerverbindungen und ca 5% an biologisch aktivem Curcumin (inklusive weiterer Curcuminoide).

Bei Magen-Darm-Beschwerden kann Kurkuma helfen

Erfahrung von Sven W.* (55 Jahre alt, er leidet seit Jahren an einem Reizdarm):

„Ich habe sehr gute Erfahrungen mit gemahlenem Kurkuma aus dem Reformhaus gemacht. Ich rühre jeden Tag einen Teelöffel mit etwas Honig und nehme es ein. Es hat mir mehr geholfen, als vieles andere, was ich ausprobiert habe: Heilerde magenfein, basisches Pulver …“

Woran mag es liegen, dass Kurkuma gut tut bei Magen-Darm-Beschwerden?

Einig ist sich die Wissenschaft und alternative Medizin darin, dass das Curcumin im Kurkuma entzündungshemmend wirkt. Es könne darüber hinaus bei der Fettverdauung helfen.

Das war es dann auch schon mit der trauten Einigkeit. Schon bei der Frage, ob man Kurkuma mit Honig, als Latte-Getränk oder mit Pfeffer einnehmen sollte, scheiden sich die Geister.

Das liegt daran, dass unser Körper Probleme damit hat, Curcumin aufzunehmen. Es ist  instabil und schwer wasserlöslich. Ein großer Teil wird recht schnell wieder ausgeschieden, ohne dass unser Körper es optimal verwerten konnte.

Was ist mit dem Pärchen Kurkuma-Pfeffer?

Weil Kurkuma allein es nicht schafft, so lange im Darm zu verweilen, dass er seine Wirkung besser entfalten kann, braucht er Partner. Oft vorgeschlagen wird schwarzer Pfeffer. Problem: Nicht jeder verträgt das im Pfeffer enthaltene Piperin. Wer Magen-Darm-Probleme hat, sollte hier also besonders vorsichtig sein. Die Verbraucherzentrale rät, sich mit dem Arzt abzusprechen, wenn man vorhat, Kurkuma über das Maß eines normalen Gewürzes hinaus benutzen zu wollen. Denn ansonsten könne man das provozieren, wogegen man es einnehmen wollte: Blähungen, Sodbrennen, Durchfall, Übelkeit oder gar Schmerzen.

Die Konstellation Kurkuma-Pfeffer wird schon als fertiges Gewürz angeboten. Aber, wie schon oben gesagt: hier ist Vorsicht geboten wegen einer eventuellen Unverträglichkeit des Piperins im Pfeffer.

Braucht Kurkuma ein Transportvehikel wie Mizellen?

Andere Hersteller bieten Kurkuma mit Mizellen als Transportvehikel an, um die Bioverfügbarkeit zu verbessern. Auch hier warnt die Verbraucherzentrale, das eine bessere biologische Wirkung solcher Produkte nicht gewährleistet sei.

Und wie wäre es mit dem Duo „Kurkuma-Öl“?

Eine dritte Variante empfiehlt Öle wie Oliven-, Kokos- oder Mandelöl zur besseren Aufnahme von Kurkuma. Da hilft nur ausprobieren, was man am besten verträgt und was bei einem selbst gut wirkt. Immer jedoch mit der Vorgabe, zunächst mit dem Arzt abzuklären, ob und in welcher Dosis es angebracht und bekömmlich wäre.

Fazit:

Entweder man folgt den Empfehlungen der Verbraucherzentrale und benutzt Kurkuma wie andere Gewürze auch nur in geringen Mengen. Oder aber man bespricht vorab mit seinem Arzt, ob und in welcher Dosierung es ratsam wäre, Kurkuma regelmäßig einzunehmen. Der Arzt kennt sich mit Höchstdosierungen pro Tag besser aus als man selbst – vor allem kann man gemeinsam mit ihm eventuelle individuelle Unverträglichkeiten abchecken. Dies gilt in noch viel stärkerem Maße für Schwangere, Stillende oder Patienten mit Gallensteinen (Kurkuma fördert die Gallensaftproduktion).

Vorsicht bei unhaltbaren Heilversprechen!

Heilversprechen, die mit Kurkuma einhergehen und sich auf schwere Erkrankungen wie Krebs oder Alzheimer beziehen, sind m.E. kritisch zu betrachten. Es gibt noch keine überzeugenden Humanstudien darüber. Bisherige Laborergebnisse, die sich nur auf eine kleine Teilnehmerzahl beziehen oder Labortests, die zum Teil abgebrochen worden sein sollen, ergeben keine zuverlässigen Aussagen darüber, ob Kurkuma bei Krebs helfen kann.

Kurkuma in normalen Gewürzmengen: unbedenklich

Hier noch ein Kurkuma-Latte-Getränk für Zwischendurch –  mit Kurkuma-Mengen, die unter der empfohlenen Dosis von der EFSA (European Food Safety Authority) aus dem Jahr 2010 liegen: nicht mehr als zwei Milligramm Curcumin pro Kilogramm Körpergewicht täglich liegen und deshalb als unbedenklich gelten:

Rezept für 1 Glas Goldene Milch:

Zutaten:

1 Teelöffel Kurkuma-Pulver

5g Ingwer

200 ml Hafermilch (oder Kuh-, Soja-, Mandelmilch)

halber Teelöffel Oliven-, Kokos- oder Mandelöl

nach Gusto: Zimt, Pfeffer, Muskat und zum Süßen: etwas Honig

Zubereitung: Zuerst wird eine Paste hergestellt:

Ingwer schälen und fein reiben. 60 ml Wasser in einen kleinen Topf gießen. Kurkumapulver, geriebenen Ingwer zufügen, unter Rühren aufkochen. Einige Minuten köcheln lassen bei schwacher Hitze, bis es etwas verdickt.

Hafermilch erhitzen und 1TL Kurkuma-Paste und Oliven-, Kokos- oder Mandelöl darunter rühren. Nach Geschmack mit 1 Prise Zimt und einer sehr kleinen Prise Pfeffer würzen, mit Honig süßen.

Welche Kurkuma-Marken haben eine gute Qualität?

Ich kann nur die Marken mit gutem Gewissen empfehlen, die ich kenne und über Jahre ausprobiert habe. Dabei orientiere ich mich an Bio-Produzenten, die ich schon seit Jahren kenne. Sicherlich gibt es noch weitere qualitativ akzeptable Hersteller, aber da ich sie nicht getestet habe, tauchen sie hier nicht auf.

Kurkuma in guter Qualität der traditionsreichen Bio-Marke „Sonnentor“ ist hier erhältlichAFL:

https://amzn.to/3quXkMl

Ebenfalls eine bewährte Bio-Reihe ist „Lebensbaum“. Kurkuma von Lebensbaum gibt es hierAFL:

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Frischen Kurkuma kann man in einigen Supermärkten, Früchteläden oder online hier bestellenAFL:

https://amzn.to/39GgXuZ

Mit frischem Kurkuma lässt sich ähnlich wie mit frischem Ingwer ein heißer Tee herstellen: Kurkuma waschen, in dünne Scheibchen schneiden, mit heißem, nicht mehr kochendem Wasser übergießen und einige Minuten einwirken lassen. Passt gut dazu: Grüner oder schwarzer Tee (lose, Beutel), frische Minzblätter, einige Tropfen frische Zitrone.

*Name ist der Redaktion bekannt

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Weitere Infos über Kurkuma:

  1. https://www.br.de/wissen/kurkuma-gewuerz-pulver-kurkumin-superfood-goldene-milch-gesund-102.html
  2. eine kritische Betrachtung liefert die Verbraucherzentrale in ihrem Beitrag: https://www.br.de/wissen/kurkuma-gewuerz-pulver-kurkumin-superfood-goldene-milch-gesund-102.html

Himmlisch umami oder höllisch schädlich: Glutamat

Mmmmm umami! China-Food aus dem Wok ist lecker, enthält aber viel Glutamat – verträgt nicht jede/r
foto: shutterstock

Glutamat grundsätzlich ungesund?

Zu behaupten, Glutamat sei generell schädlich, scheint auf eine falsche Fährte zu führen. Denn: Es ist nur schädlich, wenn man zu der Personengruppe gehört, die sehr empfindlich reagiert auf Lebensmittel und Speisen, die viel Glutamat enthalten.

Fünf Freunde gehen in ein China-Lokal und essen glutamatreiche Kost. Am nächsten Tag hat nur einer von denen Kopfschmerzen, verspürt Übelkeit… Die anderen vier nicht. Ihnen geht es blendend und sie haben das gemeinsame Essen ohne negative Folgen sehr genossen. Wie kommt das?

Diese Indizien sprechen dafür, dass jemand China-Food ohne üble Folgen genießen kann:

-Die Blut-Hirn-Schranke funktioniert einwandfrei. Wenn dies der Fall ist, lässt diese Barriere das von außen zugeführte Glutamat nicht oder nur in vernachlässigbaren Mengen zu.

– Keine Störungen des Zentralnervensystems oder des endogenen Glutamat-Stoffwechsels.

– keine Hepatitis der Leber oder Darmerkrankung akut oder in der Vergangenheit.

Umgekehrt sollten all jene vorsichtig sein bei glutamatreichen Lebensmitteln/Speisen, deren Blut-Hirn-Schranke nicht einwandfrei funktioniert, die Probleme mit ihrem Zentralnervensystem haben, an Hepatitis oder Darmerkrankungen leiden.

Was ist Glutamat und worin kommt es vor?

In unserem Körper findet sich Glutamat.  Es fungiert als erregender Neurotransmitter im Zentralnervensystem (ZNS) und gilt als Vorläufer des Neurotransmitters y-Aminobuttersäure (GABA).

Glutamat spielt bei der Entwicklung des Nervensystems eine große Rolle und soll an Lern- und Gedächtnisprozesse beteiligt sein. Für den Darm ist Glutamat eine Energiequelle. Babys brauchen Glutamat in der Phase, in der sich die plastische Verknüpfung von Neuronen in ihrem Gehirn entwickelt.

Welche Lebensmittel enthalten viel Glutamat?

Überraschend: Neben Parmesano, Tomaten und Sojasauce gehören Erbsen zu den Lebensmittel mit einem hohen Glutamat-Gehalt.

Glutamate sind Salze der Glutaminsäure, einer Aminosäure. Und Glutaminsäure steckt in vielen Lebensmitteln wie Tomaten, Erbsen, reifer Käse, Fleisch (Rindfleisch u.a.), Fisch (Lachs u.a.), Kartoffeln, Spinat, Möhren, Eier, Kuhmilch, Muttermilch… und nicht zu vergessen Snacks wie Chips etc..

Die Nr 1 ist überraschender Weise „Erbsen“: Mit einem Anteil von 5583 mg in Protein gebundenem und 200 mg freiem Glutamat pro 100g  belegen Erbsen unangefochten den ersten Platz in der Liste der glutamatreichen Lebensmittel. Besonders hohe Werte an freien Glutamat finden sich auch in Tomaten oder Kartoffeln (mehr Infos dazu finden sich im Bericht der Senatskommission zur Beurteilung der gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Lebensmitteln aus dem Jahr 2005).

Lecker umami!

Freies, nicht in Protein gebundenes Glutamat wird wegen seiner geschmacksverstärkenden Wirkung als Salz Lebensmitteln wie Saucen (Sojasauce zB), Würzen (Maggi zB) zugesetzt. Es bekam sogar die eigene Bezeichnung umami, die neben den Varianten „süß/salzig/sauer/bitter“ offiziell zu den grundlegenden Geschmacksrichtungen zählt. Übersetzt heißt es so viel wie „schmackhaft/würzig“.

Der Bericht der obig genannten Kommission kommt zu dem Ergebnis, dass gesunde Menschen glutamatreiche Speisen wie chinesische Gerichte, Parmesan, Chips… essen können, ohne krank zu werden. Aber gleichzeitig verweist die Studie darauf, dass noch zu wenig erforscht sei, wie es bei Risikogruppen aussieht. Zu diesen gehören wie bereits erwähnt Leute, die u.a. Probleme mit dem Darm haben oder eine Hepatitis durchleiden mussten.

Wer bei sich feststellen sollte, dass er nach einer China-Mahlzeit oder nach größeren Mengen an Parmesan, Chips, Tomaten, Erbsen von unangehmen Erscheinungen wie Kopfschmerzen (Migräne), Übelkeit oder Erbrechen heimgesucht wird, der kann davon ausgehen, dass er Glutamat höchstwahrscheinlich nicht verträgt – vor allem in höheren Mengen nicht verträgt.

Eine Abhilfe wäre, nur wenig von den verdächtigten Lebensmitteln zu verspeisen. Denn wie so oft, kommt es auch beim Glutamat darauf an, wie hoch der Spiegel ist. Je höher, desto größer dürften auch die Beschwerden sein. Wer also genau beobachtet, wie viel er verträgt und ab welcher Menge er üble Probleme bekommt, kann trotzdem alles essen – vorausgesetzt, er hält sich an die individuelle Grenze, ab der es anfängt zu kippen.

Darüber hinaus kann es ratsam sein, mit Hilfe des Arztes festzustellen, wie hoch der individuelle Glutamat-Spiegel im Körper ist. Wenn ein hoher Wert rauskommen sollte und man zu den oben genannten Risikogruppen gehört, könnte dies ein Hinweis dafür sein, dass der Körper einem signalisieren möchte:

„Hab schon genug Glutamat intus, bitte gib mir nicht zu viel, weil meine Blut-Hirn-Schranke nicht ganz dicht ist und dadurch mein Glutamat-Pegel sich noch mehr erhöhen kann. Wenn du mich weiter mit Glutamat vollstopfst, reagiere ich wie ein volles Wasserglas, in das du unaufhörlich Wasser kippst: Das bringt mein Fass zum Überlaufen und die Folgen trägst am Ende wieder du, wenn du Kopfschmerzen bekommst, dir übel wird oder du dich gar übergeben musst.“

Mundmaske nicht zur Viren-Rückschleuder werden lassen

In Coronazeiten kein Verstoß gegen das Vermummungsverbot: Mundmaske, Mütze, Sonnenbrille. Damit Mundmasken nicht gegen Hygieneregeln verstoßen, sollte beim Tragen auf einige Aspekte ein achtsames Auge geworfen werden.

Unabhängig davon, ob es Sinn macht oder nicht, einen simplen Mundschutz zu tragen: Auf die Hygiene sollte jeder achten.

Mundmaske tragen oder nicht? Diese Frage wird kontrovers diskutiert. Während Österreich eine landesweite Mundmasken-Pflicht in Supermärkten angeordnet hat, werden sie in anderen europäischen Nachbarländern freiwillig oder eben nicht getragen. Es wird häufig darauf hingewiesen, dass Mundmasken ohne die FFP2- oder FFP3- Zertifizierung professioneller Atemschutzmasken einen selbst nicht ausreichend schützen würden. Vielmehr würden sie „lediglich“ andere schützen für den Fall, dass ich das Virus in mir trage.  Je mehr Menschen eine Mundmaske tragen, desto geringer wäre diesem Gedanken zufolge das Risiko einer Ansteckung.

Ob und wie im professionellen medizinischen Umfeld benötigte FFP2- oder FFP3-Atemschutzmasken wieder verwendbar sind, darauf gehe ich hier nicht näher ein. Sie sollten eh dem Fachpersonal in Krankenhäusern, Arztpraxen etc. vorbehalten bleiben. Für den normalen Alltag lassen sich schnell selbst welche machen/nähen.

Unabhängig davon, ob es Sinn macht, simple Mundmasken zu tragen oder nicht: Wer sich dafür entscheidet, sollte in jedem Fall auf die notwendige Hygiene achten. Sonst kann sie zu einer Viren-Rückschleuder und damit selbst zur Quelle einer Infektion mutieren.

Hätten wir genügend Mundmasken, wäre es ratsam, sie nur einmal zu benutzen. Dem ist aber nicht so: der Mangel an Mundmasken ist – gerade auch global betrachtet – eklatant. Deshalb macht es Sinn, darüber nachzudenken, ob es möglich ist, sie mehrfach zu nutzen.

Unser Atem ist feucht. Wenn wir eine Mundmaske lange tragen, wird sie ebenfalls feucht. Wird eine solche Maske nicht häufig gewechselt beziehungsweise gründlich gereinigt/desinfiziert, kann sie uns in hygienischer Hinsicht schaden.

Wer eine Mundmaske aus Stoff hat und sie wieder verwenden möchte, sollte versuchen, sie sauber und hygienisch zu halten. Einige Methoden, die im Umlauf sind und die ich nachvollziehen kann, stelle ich hier vor.

Aber: Es gibt bei all diesen Methoden keine Garantie dafür, dass Mundmasken bei mehrmaligem Gebrauch tatsächlich ausreichend schützen!

Mundmasken reinigen/desinfizieren/trocknen

Mundmaske aus Baumwollgemisch-Stoff waschen

Eignet sich der Stoff zum Waschen bei mindestens 60 – oder noch besser bei 90 Grad: in die Waschmaschine und – falls trocknergeeignet – danach in die Trocknertrommel. Es heißt, dass Mikroben ab 60 der Garaus gemacht wird. Allerdings gab es auch schon Virologen, die für das Corona-Virus die Zahl ab 70 Grad genannt haben. Um sicher zu gehen, sollte also die Mundmaske aus einem kochfesten Stoff sein und lieber bei 90 Grad gewaschen werden. Über das Coronavirus (SARS-coV-2) heißt es, es möge keine Hitze und wegen seiner Fetthülle auch keine Seife. Eine Temperatur von 90 Grad kombiniert mit fettlösendem Waschpulver scheint also eine gute Hygiene-Waffe zu sein. Alternativ kann die Maske separat in einem Gefäß mit heißem Wasser und Waschpulver (ca 90 Grad) gewaschen werden. Liegt in der Maske auf Nasenhöhe eine Verstärkung aus Kunststoff oder Draht, wäre es vorteilhaft, dass sie so eingenäht wurde, dass man sie vorab herausnehmen kann.

Mundmaske desinfizieren

– mit Isopropanol

Mit 70-prozentigem Alkohol (Isopropanol) lassen sich Masken desinfizieren. Aber: Alkohol als Desinfektionsmittel (bzw. als Bestandteil von Desinfektionsmitteln) wird derzeit (April 2020) dringend in Krankenhäusern, Arztpraxen, Pflegeberufen etc. benötigt. Es wäre falsch, diesen Leuten das Mittel wegzunehmen für den privaten Gebrauch. Deshalb lieber die alternativen Wege wählen für die Hygiene von Mundmasken. Abgesehen davon weiß man nicht, ob man bei der Verwendung von Desinfektionsmitteln nicht unerwünschte Resistenzen schafft.

Gut, aber ohne Garantie: Im Backofen Viren an Mundmaske abtöten

Keine 100 % sichere Methode zum Abtöten von Viren, aber zum Trocknen gut geeignet: Backofen vorheizen auf 60 bis 90 Grad und hinein legen.

Methoden wie im Backofen bei 60-90 Grad trocknen lassen mögen zwar besser als nichts sein, gelten aber leider nicht als sicher, wenn es um das Abtöten von Viren geht. Dennoch ist es wichtig, die Mundmaske möglichst trocken zu halten, nachdem sie mit unserem feuchten Atem in Berührung gekommen ist. Falls der Stoff geeignet dafür ist, Mundmaske in den Backofen stellen und der Hitze aussetzen. Vorsicht: nicht verbrennen lassen.

Mit Bügeleisen trocknen

Eine Methode, die es ebenfalls schafft, die Mundmaske zu trocknen, bei der aber wie beim Backofen nicht sicher ist, ob auch wirklich alle Viren abgetötet werden: Bügeleisen heiß werden lassen, soweit der Stoff es zulässt und rübergehen – gleichzeitig wird der Stoff einigermaßen imprigniert. Und wasserabweisend ist gut bei Mundmasken, damit unser feuchter Atem sich darin nicht so stark verfängt.

Eine weitere Methode zum Trocken der Mundmasken: Bügeleisen heiß werden lassen und rübergehen. Temperatur so hoch wie möglich einstellen, ohne dabei den Stoff zu verbrennen.

Mundmaske aus Stoff selbst nähen: Wahl des Materials ist wichtig

Eine gute Variante ist es, die Mundmaske aus einem Stoff zu nähen, den ich problemlos in einem Topf auskochen oder der Waschmaschinen-Kochwäsche beifügen kann bei 90 Grad (bitte dabei die Befestigung am Kopf/hinter den Ohren berücksichtigen: Wenn sie aus Gummi sein sollte, kann sie schnell ausleiern. Besser wäre, auch hier einen kochfesten Stoff zu benutzen, den man sich um den Kopf oder hinter die Ohren binden kann). Des Weiteren wäre es praktisch, einen eventuell vorhandenen Nasenbügel aus Draht herausnehmen zu können vor dem Waschen. Ist der Ausgangsstoff wasserabweisend, um so besser: unser feuchter Atem verfängt sich darin weniger als bei einem weichen, saugfähigen Baumwollstoff. Zu dünn sollte der Stoff auch nicht sein. Auch wenn er gefaltet und dadurch dicker wird, ist ein dicht gewebter Stoff vorzuziehen.

Je trockener und sauberer die Mundmaske ist, desto größer ist die Chance, dass unser Mundschutz nicht zur Virusschleuder mutiert und uns dann womöglich mehr schadet als hilft. Außerhalb dieser Mundmasken-Maßnahme ist es hilfreich, auf Abstand zu achten, Hände gründlich/häufig zu waschen und in die Armbeuge zu husten/niesen. Oder noch besser: Wer niest/hustet, sollte es in einer solchen Phase vermeiden, Plätze aufzusuchen, an denen er anderen begegnet.

Einweg-Mundmaske aus Papier

Wer seine Mundmasken aus Küchenpapier und Tempotaschentüchern bastelt, kann sie nach einmaligem Gebrauch einfach entsorgen.

Auf YouTube gibt es mittlerweile zahlreiche Anleitungen für das Nähen von Mundmasken. Tipp: lieber eine simple Anleitung wählen, die im Ergebnis eine Maske hervorbringt, die kochfest ist, einen Nasenbügel hat und sich problemlos befestigen lässt hinter den Ohren oder am Hinterkopf.

FFP2-Maskenpflicht in Bayern

In Bayern gilt seit dem 18. Januar 2021 die Pflicht, nur noch FFP2-Masken tragen zu dürfen, wenn man Geschäfte, Busse, Bahnen oder Arztpraxen betreten möchte. Ob dies eine sinnvolle Verordnung ist, mag dahingestellt sein. Wer sie braucht und bestellen möchte, bekommt eine Packung mit 20 Masken für 16,59 Euro beispielsweise hier (eine Maske entspricht ca 80 Cent) (AFL):

https://amzn.to/3qF2Z2b

In anderen Bundesländern darf man die günstigeren OP-Masken tragen. Packung mit 50 zertifizierte OP-Masken (KN95) für 13,99 Euro sind hier erhältlich (AFL):

https://amzn.to/3bj1gc4

Tipp für Leute, die Mundmasken nähen und vertreiben: Bitte achtet darauf, wie ihr sie nennt, um nicht diese Klage-Roboter am Hals zu haben. Sie dürfen nicht „Atemschutzmaske“ oder „Virenschutzmaske“ genannt werden. Es geht darum, nicht dem Eindruck zu erwecken, dass man ein Medizinprodukt vertreibt, das bestimmte Verordnungsgesetze zu erfüllen hat. Aber es gibt genügend Alternativen, um nervtötende juristische Fallstricke zu umgehen: „Mundbedeckung“ z.B soll juristisch einwandfrei sein.

Amigos machen es wie neuronale Zellen: Sie vernetzen sich

Parallele Ähnlichkeiten zwischen neuronalen Netzen und der sozialen Vernetzung von Amigos in Politik/Wirtschaft oder Stars aus Film-/Musik-/Kulturbranche (Foto: Shutterstock)

Zwei Ebenen, eine Ähnlichkeit: Vernetzung

Oft sind diejenigen, die eine herausragende Stelle in Politik, Wirtschaft oder Showbiz ergattern konnten, sehr gut vernetzt. Oder anders ausgedrückt: Je besser jemand sozial vernetzt ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass er/sie erfolgreich ist. Ausnahmen mag es geben in der Art, dass ein radikaler Einzelkämpfer ohne Hilfe seine Ziele erreicht. Aber wir betrachten hier die häufigen Fälle. Und in denen heißt es oft: „X hat an mich geglaubt, Y hat mich gefördert, Z hat mir die Kontakte verschafft…“

Auch wenn am Ende eine einzelne Person im Scheinwerferlicht des Erfolgs das Erreichte strahlend genießt, stehen oft hinter ihm/ihr Menschen, die ihn/sie bis dahin getragen oder zumindest die richtigen Impulse gegeben haben. Bei Preisverleihungen oder in Biografien wird dies auch erwähnt.

Dass aber eine einzelne Person im Vordergrund steht und die anderen quasi unsichtbar sind, verleitet den einen oder anderen Heranwachsenden fatalerweise zu der Annahme: „Das ist ein starker Einzelkämpfer, der hats geschafft, das möchte ich auch.“ Und vergisst dabei, das Unsichtbare zu erkennen: all die helfenden Hände und Ideen im Hintergrund, die Hilfe, die ein gut vernetzter Mensch erfährt.

Klassische Amigo- oder Spezl-Vernetzungen spiegeln diese Tendenz ebenfalls wider, wenn auch weniger schillernd als bei Stars. Bis vor einiger Zeit profitierten vorwiegend Männer von solcherart Netzen. Dass Frauen das Vernetzen immer stärker für sich entdecken, wird ihnen vermutlich helfen, ersichtliche Erfolge zu erzielen. Dass sie es früher nicht so fleißig taten wie Männer, finde ich schade. Es wird Zeit, hier aufzuholen – nicht im Sinne einer Emanzipation, die ihre Aufgabe darin sieht, zielgerichtet gegen Männer zu agieren – sondern im Sinne einer Vernetzung mit allen, die es wollen: Frauen wie Männer, die sowas nicht vom Geschlecht abhängig machen.

Die Macht und neuronale Parallelität der sozialen Vernetzung

Ob es nun Zufall sein mag oder nicht:

Wir finden ein Netzwerk-Pendant tief verankert in unserem Körper: Unsere Hirnzellen sind auf eine wunderbare und rätselhafte Weise miteinander vernetzt. Ohne das Funktionieren dieser neuronalen Vernetzungen würde unser Hirn nur schlecht bis gar nicht funktionieren.

Neurologen stellen fest, dass beim Aufbau von neuronalen Netzen im Kindesalter ne Menge los ist: Das sich entwickelnde Hirn des Kindes ist höchst aktiv, durch unzählige und weitgehend angstfreie try-and-error-Versuche verlinkt es die Erfahrungen, die es macht – es entstehen neue neuronale Verbindungen. Die Erfahrungen prägen sich regelrecht ins Hirn ein: Das Kind lernt, seine Umgebung, die Sprache, die Menschen drumherum etc. zu verstehen.

Ein Feuerwerk an neuronalen Reizen und Reizübertragung. Wenn wir davon ausgehen, dass das Hirn zunächst unbeschriebenen Blättern entsprach (im Babyalter), dann werden nach und nach die Seiten beschrieben/geprägt durch die Lernprozesse, die ein jeder von uns macht. Dabei entstehen immer mehr neuronale Netze, die im ausgewachsenen Alter so komplex sind, dass auch die ausgefuchsten Profis (namhafte Neurologen, Psychiater) ratlos und bewundernd davor stehen, weil sie die Komplexität oder Teile davon in Bezug auf das Ganze nicht oder nur ungenügend erklären können.

Unser Hirn kann mehr, als wir ihm zutrauen

Eines kristallisiert sich immer mehr heraus: Wenn wir im Erwachsenenalter hinnehmen, dass unser Hirn nicht mehr so doll funktioniert, dass wir beispielsweise nicht mehr (so schnell) eine Fremdsprache erlernen wie im Kindes- oder Jugendalter, dann lassen wir etwas brach liegen, was in Wirklichkeit durchaus noch funktionieren und auch im höheren/hohen Alter aktiviert werden kann.

Wir können im Einzelfall mit mehr oder weniger Aufwand unser erwachsenes/altes Hirn dazu bewegen, wieder vermehrt neuronale Netze aufzubauen, mehr und NEUE Verbindungen einzugehen. Mit dem Ergebnis, dass wir erstaunlicherweise mehr Hirnleistung erbringen als wir dachten und uns zugetraut hatten.

Das mag ein Grund sein, warum es immer mehr „junge Alte“ gibt: Sie trainieren ihre Körper mehr als es ältere Menschen noch vor 50 oder 20 Jahren getan haben – und darüber hinaus trainieren sie ihr Hirn wie einen „Muskel“, der nicht erschlaffen soll.

Es gibt genug Wissenschaftler und Ärzte, die diese Tendenzen unterstützen. Ich nenne nur mal Michael Merzenich, ein US-Neurologe/Psychiater, der viel über das „plastische Hirn“ geforscht und erstaunliche Resultate in seiner Praxis/seinen Projekten erzielt hat. Er geht davon aus, dass unser Hirn nicht fest verschaltet ist, sondern sich durch seinen „plastischen“ Charakter durch das gesamte Leben hinweg bis ins hohe und höchste Alter verändern und darüber hinaus sogar neu erfinden kann.

Michael Merzenich hat es mit seinem „scientific-learning-project“ geschafft, autistische Kinder, die verzögert lernten, dazu zu bringen, normale bis überdurchschnittliche Leistungen zu erbringen. Darüber hinaus geht er davon aus, dass es auch Erwachsenen/alten Menschen gelingen kann, mit den entsprechenden Hirn-Übungen geistig fit zu bleiben und dafür zu sorgen, möglichst verschont zu werden von Demenz oder Parkinson.

Unsere Körper werden immer älter, Hirn hinkt häufig hinterher

Der Neurologe ist sich der Schieflage bewusst, dass unser Körper zwar zunehmend älter wird, der Geist aber leider hinterher hinkt und an Demenz oder Parkinson erkranken kann. Ein ungleiches Verhältnis auf der Waage, das wir mit speziellem Training aber gut ausgleichen können.

Im Alltag können es Dinge wie „Fremdsprache/Musikinstrument lernen“ sein. Wobei es einen größeren Effekt haben soll, wenn wir uns an Sprachen ranmachen, die mit fremden Zeichen arbeiten: Chinesisch oder Russisch beispielsweise.

Wenn wir also beginnen, die vielen chinesischen Zeichen nach und nach zu lernen, sorgen wir für eine stärkere neuronale Vernetzung in unserem Hirn.  Das kann uns bis zu unserem Lebensende gelingen, wenn wir Glück haben und wenn wir am Training dranbleiben.

Die Ähnlichkeit/Parallelität zwischen sozialen und neuronalen Vernetzungen ist m.E. frappierend, sie mag eine Bedeutung haben oder nicht: erwähnenswert ist sie allemal.

Resümee:

Vereinfacht ausgedrückt: Je mehr wir an sozialen und neuronalen Vernetzungen vorweisen können, desto besser kann es uns gehen. Natürlich gibt es nicht den „einen, einzig-richtigen Weg“, Erfolg zu haben und sich gut zu fühlen, aber es könnte sich durchaus lohnen, über solche Zusammenhänge nachzudenken und das eine oder andere mutig auszuprobieren.

Weiterführende Literatur: Wer sich mehr über neuronale Netze des Hirns informieren möchte, dem sei das Hörbuch des Forschers und Psychiaters Norman Doidge „Neustart im Kopf“ (2017) empfohlen. Doidge geht in seinem Werk auch intensiv auf den im Text erwähnten US-Neurologen Michael Merzenich ein. Faszinierend, wie Norman Doidge darstellt, dass unser Hirn nicht nur bis ins hohe/höchste Alter lernfähig bleiben, sondern auch sich selbst reparieren kann.

CBD-ÖL: Hype oder hilfreich?

Eine Pipetten-Flasche mit CBD-Öl, die als Inhaltsstoffe Hanfextrakt und Olivenöl enthält.

CBD-Öl mag derzeit ein Hype sein, aber ist es auch eine ernstzunehmende Hilfe?

Die Frage „Hype oder Hilfe?“ habe ich einigen Schulmedizinern gestellt (Neurologen, Internisten, Allgemeinmedizinern). Die Antworten ähnelten sich und können so zusammengefasst werden:

„Es gibt nicht genügend (Langzeit-)Studien über CBD-Öl, aber ich habe Patienten, denen es sehr hilft und andere, bei denen sich nichts tut.“

Oder auch: „Die bisherigen Studienergebnisse und Statistiken sprechen nicht für die zweifelsfreie Wirksamkeit von CBD-Öl, aber einigen meiner Patienten habe ich es empfohlen und die subjektiven Erfahrungen sind zum Teil sehr positiv.“

Was mich überraschte: Alle Schulmediziner, die ich befragt habe, zeigten sich aufgeschlossen gegenüber CBD-Öl. Wenn ein Präparat wenig negative Nebenwirkungen aufzeigt wie es bei CBD der Fall ist, haben manche Schulmediziner eine kritische Einstellung nach der Denke: „Wenn es keine Nebenwirkungen hat, dann wohl wahrscheinlich auch keine evidente Wirkung. Sie können ja auch Zucker-Globuli schlucken, hilft auch manchen.“ Diese Haltung ignoriert, dass es Leute gibt, denen Soft-Präparate manchmal mehr helfen als schulmedizinische Hammerpräparate. Oder auch die Kombination von Schulmedizin und ergänzender Naturheilkunde. Darüber hinaus wertschätzt sie nicht die in zahlreichen Studien beobachteten Wirkungen von Placebo-Mitteln, die beispielsweise nur Zucker enthalten.

Was ist CBD-Öl eigentlich und bei welchen Beschwerden kann es helfen?

„CBD“ steht für „Cannabidiol“, dem nicht berauschenden/psychoaktiven Teil der Cannabis-Pflanze. Das CBD-Öl wird aus weiblichen Cannabispflanzen gewonnen. Es enthält die Inhaltsstoffe Cannabidiol auf Ölbasis.

Cannabispflanzen enthalten diverse Wirkstoffe, sogenannte Cannabinoide. Das populärste Cannabinoid ist das „THC“ (= Tetrahydrocannabinol), verantwortlich für die berauschende Wirkung. Um CBD legal herstellen und verkaufen zu können, darf es in Deutschland nur einen THC-Gehalt von maximal 0,2 Prozent haben.

Wichtig zu wissen: die saubere Unterscheidung zwischen einer Cannabis-Schmerz-Therapie, die durchaus und bewusst deutlich mehr THC enthalten kann und das frei verkäufliche CBD-Öl mit verschwind geringem THC.

Wobei kann das CBD-Öl helfen?

In erster Linie bei chronischen Schmerzen: chronische Migräne, Rückenschmerzen und andere Schmerzen des Gelenk/Knochenapparats – darüber hinaus bei Schlafstörungen, Verspannungen, Stress…

Dem CBD-Öl wird eine entkrampfende, entzündungshemmende, angstlösende Wirkung zugesprochen. Es wird auch gegen Übelkeit eingesetzt (zB bei einer Chemotherapie, um Begleiterscheinungen wie Übelkeit/Erbrechen zu lindern).  Ein „Drogenrausch“ ist nicht zu erwarten, da im CBD-Öl nur ein verschwindend geringer Anteil der psychoaktiven Substanz THC stecken darf (0,2 Prozent).

Da die Wirkung von CBD-Öl sehr subjektiv ist, wenn man denn überhaupt darauf anspringt, gilt es, einfach auszuprobieren, ob es etwas für einen selbst ist (dies am besten in Absprache mit dem Arzt).

Der menschliche Körper weist körpereigene Cannabinoide auf.

Es gibt verschiedene Konzentrationen, in denen CBD-Öl angeboten wird: 5, 10, 15, 20, 40…%ig zum Beispiel. Je höher konzentriert, desto teurer.

Migräne-Geplagte greifen zur 5%igen Flasche, die gängigste Konzentration gegen chronische Schmerzen oder Schlafstörungen ist die 10%-Variante.

CBD-Öl kann die Stimmung heben

Obwohl CBD-Öle nicht mehr als 0,2 Prozent der psychoaktiven Substanz THC enthalten dürfen, also als harmlos gelten, können sie die Stimmung heben. Diese erfreuliche Wirkung kann, muss aber nicht auftreten.

Wie wird CBD-Öl eingenommen?

CBD-Öl gibt es üblicherweise in kleinen Fläschchen mit einer Pipette oben drauf. Mit Hilfe dieser Pipette lassen sich CBD-Tropfen recht genau dosieren: Mit der Pipette etwas Öl aus der Flasche anpumpen, Mund öffnen und die Tropfen unter die Zunge tröpfeln. Circa 60 Sekunden (1 Minute) im Mund belassen und dann hinunter schlucken.

Was die Anzahl der Tropfen angeht, gibt es Berichte seitens der Anwender dahingehend, dass eine niedrige Anzahl an Tropfen eher stimulierend wirke und eine höhere entspannt bis schläfrig mache. Da CBD-Öl individuell anders wirkt, gilt es auszuprobieren, was einem besser bekommt/was einem lieber ist.

Als eine mögliche Richtschnur mag gelten (bei chronischen Schmerzen): 3×3 Tropfen täglich.

Wo kann man CBD-Öl beziehen?

Ich empfehle eine Apotheke des Vertrauens in Deutschland. Oder hier mal reingucken: Die österreichische Arbeitsgemeinschaft „ARGE CANNA“ prüft und zertifiziert Gütesiegel für CBD-Öle.

O-Ton ARGE CANNA: „Das unabhängige Gütesiegel der ARGE CANNA für cannabinoidhaltige Produkte seit 2016.“ Link: https://arge-canna.at/guetesiegel/

Allerdings ist man nach der Auswahl eines Gütesiegel geprüften CBD-Öls bei der Bestellung auf die Website des jeweiligen Anbieters angewiesen, wenn man nicht extra nach Österreich/Wien fahren will, um es vor Ort zu kaufen. Und Internet-Bestellungen von Medikamenten/Heilmitteln, na ja, da bin ich skeptisch. Zu viele schwarze Schafe, denen man begegnen kann. Als Anhaltspunkte bei der Auswahl könnten diese Fragen dienen:

  • Wie transparent vertreibt der jeweilige Anbieter sein CBD-Öl (gibt es beispielsweise Einsicht in die Ergebnisse einer Analyse, die von einem externen Labor durchgeführt wurden?)
  • Welches Verfahren wurde bei der Extraktion des Wirkstoffs Cannabidiol angewendet (ein möglichst schonendes Verfahren ist vorzuziehen)
  • Wie sieht es mit den Herkunftspflanzen aus? Sind sie belastet durch Pestizide und andere Schadstoffe?
  • Liegt der Preis deutlich niedriger als bei einem Öl mit geprüften Siegel (zB von „ARGECANNA“ geprüft/zertifiziert). Wenn ja, könnte es sich um ein Hanföl handeln, das sich zwar ähnlich gut wie Leinöl in der Küche verwenden lässt, aber nicht den Wirkstoff Cannabidiol in der notwendigen Menge enthält.

Ein 10ml-Fläschchen mit 10 %igem CBD-Öl kostet um 65/70 Euro. Die 5%ige Variante, die oft für Migräne-Patienten empfohlen wird, liegt bei circa 35 Euro. Also aufpassen vor Angeboten im Internet, die mit Billigpreisen locken.

Subjektive Erfahrungen mit CBD

Ich habe neben den Schulmedizinern auch einige befragt, die das CBD-Öl bereits einnehmen. Hier eine kurze Zusammenfassung der Antworten:

„Seitdem ich es nehme, habe ich keine Migräne-Attacken mehr“, erzählte mir eine 45-jährige Frau, die seit ihrem 15. Lebensjahr unter chronischer Migräne litt.

Auf meine Nachfrage hin, wie lange sie es bereits schlucke, lautete die Antwort:

„2 Wochen.“

Meine Reaktion: „Bisserl kurz, um beurteilen zu können, ob CBD wirklich hilft, oder?“

„Mag zunächst so aussehen, aber wenn du bedenkst, dass die Migränegefahr bei mir jeden Tag präsent war und ich 1x die Woche einen 24 bis 36 Stunden andauernden Schmerzanfall  hatte mit Übelkeit, Erbrechen, passiv im Bett liegen möglichst ohne Licht, Ton, Lärm…, dann empfinde ich es als einen Segen, 14 volle Tage totale Ruhe zu haben und schmerzfrei zu sein.“

Ein 37-jähriger mit chronischen ISG-Schmerzen berichtete:

„Sind plötzlich verschwunden, weiß auch nicht so genau, warum.“

Wieder meine Frage nach der Länge der Einnahme: 4 Wochen.

Weitere Frage: „Was konntest du beobachten in dieser Zeit?“

„Dass der Schmerz wieder zurückkehrte, wenn ich die Tropfen auch nur einen Tag/eine Nacht nicht einnahm.“

Das klang in meinen Ohren nicht so doll. Sollte es heißen, dass man ein Leben lang CBD-Öl-Tropfen schlucken muss, um schmerzfrei zu bleiben? Eher lästig und zudem ist das Zeug teuer. Ich konfrontierte den ISG-Kandidaten mit dieser Frage.

„Lebenslange Einnahme wäre nicht schön, klar, aber andererseits: auch wenn das Zeug sauteuer ist und ich es ein Leben lang nehmen müsste, würde ich alles daran setzen, es mir leisten zu können. Die Belohnung ist Schmerzfreiheit, das wäre es mir wert.“

Kritische Stimmen/negative Erfahrungen

Ich habe auch mit Leuten gesprochen, die nicht so begeistert waren.

„Am Anfang dachte ich: `wow, ich spüre meine Schmerzen am Rücken weniger, manchmal sogar gar nicht`. Dann aber merkte ich, dass das CBD-Öl mich unruhig und fahrig machte. Das störte mich dermaßen, dass ich es nicht mehr einnehme. Ich bin wieder zurückgekehrt zu meinen sanften Rückenübungen.“

Ich fragte zurück: „Aber ich hatte gelesen, dass die Einnahme von CBD-Öl einen eher ruhig stimmt?!“

„Keine Ahnung, mag theoretisch stimmen. Aber bei mir mit Sicherheit nicht. Ich hätte mir gewünscht, dass es mich beruhigt, aber genau das Gegenteil trat bei mir ein.“

Eine Migräne-Patientin machte ebenfalls negative Erfahrungen:

„Zuerst fühlte mein Kopf sich schön leicht an, die Migräne-Attacken kamen nicht so häufig. Das fand ich klasse. Ich begann zaghaft mit nur 2 Tropfen pro Tag, weil ich weiß, dass mein Migräne-Kopf sehr empfindlich auf fremde/neue Stoffe reagiert. Ich erhöhte auf 3 Tropfen und damit ging es mir gut. Dann 4 Tropfen: Ich bekam einen so schweren Migräne-Anfall, dass es viel länger als üblich dauerte, bis er der Schmerz und die Übelkeit endlich verschwanden: 2 Tage und 2 Nächte habe ich höllisch gelitten – seitdem fasse ich das Zeug nicht mehr an. Vor allem kam so ein unerklärlicher starker Druck zum Schmerz und zur Übelkeit hinzu, den ich sonst ohne CBD nicht hatte. Ab da hatte ich Angst vor einer weiteren Attacke dieser Art und lasse es lieber.“

Eines noch zu Schlafproblemen. Auch hierzu habe ich CBD-Probanden befragt.

„Ich schlafe besser ein und auch durch.“

Auf meine Nachfrage, wie das allgemeine Wach-Schlaf-Empfinden sei, hieß es:

„Auf mich wirkt das CBD-Öl tagsüber ähnlich stimulierend wie ein Espresso, dennoch kann ich nachts gut schlafen.“

Zu hören war aber auch: „Auf mich wirkt es beruhigend, ich brauche zusätzlich ein bis fünf Tassen Kaffee, um mich wachzuhalten tagsüber.“

Oder auch:

„Mich macht das Öl so unruhig, dass ich die ganze Nacht nicht schlafen kann und häufig aufwache, mich wie ein Propeller im Bett drehe.“

Auch hier wieder: widersprüchliche Erfahrungen/Wirkungen.

Aufgepasst bei Alkoholkonsum: Nicht ratsam ist die gleichzeitige Einnahme von Alkohol und CBD, weil es zu Schwindel kommen kann. Wer viel Kaffee trinkt und ein hypersensibles Nervenkostüm hat, sollte beobachten, wie das CBD auf Coffein reagiert.

Als mögliche Nebenwirkungen werden Mundtrockenheit, Herzrasen oder Benommenheit aufgeführt. Letzteres deutet auf veränderte Wahrnehmung hin. Wenn jemand Wahrnehmungsstörungen beobachten sollte, dann ehrlich die Frage beantworten: „Kann/soll ich noch Auto fahren?“

Zusammenfassend lässt sich sagen: Manchen hilft CBD-Öl, anderen nicht. Deshalb lautet die Antwort auf die Frage im Titel dieses Artikels: CBD-Öl ist derzeit (April 2020) sowohl Hype als auch hilfreich – zumindest bei einigen. Da ich auch mit Leuten gesprochen habe, die keinerlei Wirkung beobachten konnten bzw. Verschlimmbesserungen erlebt haben, kann ich keine Aussage darüber machen, ob man CBD nehmen sollte oder nicht. Wer aber ausprobieren möchte, ob er zu denen gehört, denen es hilft, kann es testen – muss aber damit rechnen, dass es entweder gar nicht hilft oder das die Beschwerden sogar schlimmer werden als zuvor. Ratsam wäre es, das Austesten von einem Arzt begleiten zu lassen.

Wie viel CBD?

Die jeweils auf der Packung empfohlenen Mengen an Tropfen nicht zu sehr überschreiten, weil es Schläfrigkeit oder Appetitlosigkeit hervorrufen kann (Appetitlosigkeit könnte zB bei Krebspatienten bedenklich sein, weil ihre Krankheit häufig mit Gewichtsverlust einher geht). Bei chronischen Schmerzen werden zB  3×3 Tropfen an 10-prozentigem CBD-Öl angeraten.

CBD-ÖL hat einen Chamäleon-Charakter

Das CBD-Öl scheint einen Chamäleon-Charakter zu haben: Es zeigt bei jedem ein anderes Gesicht. Passt sich offensichtlich dem an, was es im Körper des Einzelnen vorfindet. Es fehlen Langzeitstudien, die belegen könnten, dass und wie CBD wirkt. Dennoch bin ich noch keinem Schulmediziner begegnet, der eine mögliche positive Wirkung bei chronischen Schmerzen oder Schlafstörungen radikal verneint hätte. Obwohl Langzeitstudien noch fehlen und obwohl man (noch) nicht so richtig weiß, wie und warum  CBD wirkt, raten diejenigen Schulmediziner, die ich befragt habe, dazu, das CBD-Öl auszutesten. Dies wohl auch deshalb, weil wenig bis keine Nebenwirkungen zu befürchten sind. Wer herausbekommen möchte, ob CBD bei ihm/ihr wirkt und welches seiner zahlreichen Gesichter es im Einzelfall zeigt, tut dies am besten mit Hilfe eines Arztes. Der einem bestenfalls auch sagen kann, ob es denn überhaupt ratsam ist, angesichts der persönlichen Krankengeschichte/Indikationen das CBD auszuprobieren.

Wichtig: Dieser Artikel dient nur der Information und nicht der Selbstmedikation. Er gibt lediglich subjektive Erfahrungswerte wieder und ruft in keiner Weise dazu auf, mit CBD eine Selbstmedikation durchzuführen. Wer diese Substanz ausprobieren möchte, sollte sich unbedingt von einem Arzt beraten/begleiten lassen. Vor allem vor Beginn einer CBD-Einnahme ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt führen, um abzuklären, ob angesichts der eigenen subjektiven Krankenhistorie das CBD-Öl ratsam wäre oder nicht.

Essen gegen Depressionen

Essbare Kandidaten, die gegen leichte Depressionen helfen sollen Foto: Shutterstock

Immer wieder wird behauptet, es gäbe Lebensmittel, die Depressionen lindern.

In diesem Beitrag geht es um leichte, vorübergehende Verstimmungen und nicht um eine schwere Depression oder gar Psychose, die in die Hände von behandelnden Ärzten, Psychologen oder Psychiatern gehört.

Welche essbaren Kandidaten sind es, die den Ruf genießen, unsere Stimmung aufzuhellen?

Nun, es fällt auf, dass die natürlichen Anti-Depressiva so ziemlich übereinstimmen mit dem, was landläufig als gesunde Ernährung angepriesen wird:

Viel Wasser trinken, Obst/Gemüse/Hülsenfrüchte/Vollkornprodukte/ pflanzliche Öle wie Rapsöl, Olivenöl, Leinöl/Fisch wegen den Omega-3-Fettsäuren und Nüsse (u.a. B-Vitamine).

Wenn wir davon ausgehen, dass B-Vitamine und Omega-3-Fettsäuren eine Rolle in unserem Hirn spielen, scheint es da tatsächlich interessante Zusammenhänge zu geben.

Omega-3-Fettsäuren wird nachgesagt, dass sie den Stoffwechsel des Neurotransmitters Serotonin beeinflusse – dies vor allem in Kombination mit Vitamin D.  Das ist schon mal eine gute Nachricht. Die schlechte: Unser Körper kann weder die mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren selbst produzieren, noch ist er in der Lage, über die Nahrung genügend Vitamin D aufzunehmen.

Wenn wir einen fetten Seefisch wie Lachs essen (oder als Vegetarier Nüsse und pflanzliche Öle (= Omega-3-Aufnahme)) – und dabei an der Sonne sitzen (Vitamin D-Bildung), müssten wir eigentlich glücklich sein: Über die Haut sind wir bei Sonneneinstrahlung in der Lage, vermehrt Vitamin D zu produzieren und die Omega-3-Fettsäuren sollen sich positiv auf unser Gehirn auswirken. Ist natürlich sehr vereinfacht und grob dargestellt, denn in unserem Hirn finden hochkomplexe Prozesse statt, die teilweise bis heute nicht genügend erforscht sind – aber ein solches Bild ist hilfreich, um sich die Vorgänge besser vorstellen zu können.

Eine perfekte „Hirnmahlzeit“ könnte also so aussehen:

Riesensalat als Vorspeise – mit Olivenöl- und Zitronen-Dressing, zum Hauptgang ein Lachsfilet mit Pfannengemüse (vegetarische Variante: Tofu-Gemüse-Pfanderl) und als Dessert Nüsse, die mit Früchten und Honig zubereitet wurden (heiß oder kalt).

Wenn ich mich tendenziös so ernähre, vermeide ich also Depressionen? So einfach ist es leider nicht. Denn es gibt Depressions-Arten, die allein mit der Nahrung nicht beeinflussbar sind. Sie sollten dann behandelt werden von ärztlicher, bzw. psychologischer Seite.

Aber ausprobieren sollte man diese Dinge schon, um herauszubekommen, ob sie einem persönlich helfen oder nicht. Schaden tut es nicht, weil es – wie oben schon erwähnt – auf der gleichen Linie liegt, wo auch die gesunde Ernährung angelegt wird.

Was angenommen wird, ist, dass bei Depressionen etwas mit den Botenstoffen im Hirn nicht stimmt. Betroffene sollen zu wenig von den so genannten Glückshormonen wie „Serotonin“ oder „Dopamin“ haben.

Allerdings weisen neuere Theorien darauf hin, dass Depressionen nicht durch einen Serotonin-Mangel verursacht werden. Begründet wird diese Annahme damit, dass man bei depressiven Patienten keinen Mangel an Serotonin festgestellt habe – und dass es sogar vorgekommen sei, dass sie mehr Serotonin vorweisen konnten als nicht-Depressive.

Ob Serotonin-Mangel zu Depressionen führt oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Es herrscht wieder mal Irritation über eine Annahme, die lange als richtig betrachtet, aber nach einer gewissen Zeit über Bord geworfen wurde.

Am besten selbst ausprobieren, ob und wie sich eine bewusst herbeigeführte Änderung des Serotonin-Spiegels auf einen auswirkt.

Auf die Idee zu kommen und Serotonin „pur“ zu schlucken, bringt leider nichts, denn unsere Blut-Hirn-Schranke ist für Serotonin nicht durchlässig. Daher der Umweg über die Vorstufe namens Tryptophan (L-Tryptophan).

Es gibt L-Tryptophan-Kapseln zum Einnehmen, die dem Serotonin-Mangel entgegenwirken sollen – aber der Griff nach Medikamenten sollte der letzte Schritt sein. Lieber natürliche Methoden angehen.

Johanniskraut als natürliches Anti-Depressivum ist möglich, aber:

Die Wirkung fällt bei jedem anders aus, wenn denn eine Wirkung überhaupt einsetzt nach Wochen. Abgesehen davon muss bei Johanniskraut darauf geachtet werden, sich möglichst nicht der Sonne auszusetzen, weil man lichtempfindlich reagiert. Ohne Sonne kann unser Körper wiederum nicht so gut Vitamin D produzieren. Wer sich für Johanniskraut entscheidet, sollte dies auf die Wintermonate verlegen.

Vitamin D soll in der Lage sein, aus der Aminosäure Tryptophan die Serotonin-Bildung zu aktivieren: Also raus in die Sonne, damit wir über unsere nackte Haut unser Vitamin-D-Depot auffüllen können (auch hier gibt es natürlich Pillen und Ärzte empfehlen bei Leuten, die einen extremen Mangel an Vitamin-D haben, es hochdosiert einzunehmen – dies vor allem in der dunkleren Winterzeit).

Apropos Sonne und Vitamin D: Dass viele von uns an dunklen Novembertagen und im Winter depressiver sind als im Frühling oder Sommer, scheint der Vitamin-D-These zu entsprechen. Was also tun an trüben Tagen? Na, Nüsse essen oder ein gebrutzeltes Fischfilet oder viel Obst & Gemüse – und trotz des miserablen Wetters rausgehen, denn wenn ich mich bewege, könnte es mir gelingen, meine schlechte Stimmung zu vertreiben.

Hier noch zwei Kandidaten, denen neben den oben genannten ebenfalls eine erhellende Wirkung nachgesagt wird: Süßholzwurzel und Safran. Öfter mal an einer Süßholzwurzel kauen, am besten beim Spazierengehen, das könnte belebend und aufmunternd wirken.

Ist die Walnuss so schlau wie wir?

Eine frappierende optische Ähnlichkeit hat sie ja mit unserem  Hirn, die Walnuss – aber ist sie auch so schlau wie wir?

Einig sind sich Essexperten darin, dass die Walnuss Substanzen enthält, die unseren grauen Zellen einen Kick geben mit dem Ergebnis, dass wir uns z.B. besser konzentrieren können. By the way: Ob dabei unsere grauen in leuchtend gelbe oder gar rote Hirnzellen umgewandelt werden, darüber hat sich bisher kaum jemand geäußert.

Es heißt, das Hirn bräuchte Zucker, um gut zu funktionieren. Damit sind nicht eine Tafel Schokolade oder Sachertorte gemeint, sondern eher wertige Kohlenhydrate, die sich im Körper in Zucker umwandeln oder frisches, saftig-süßes Obst. Ist aber klar, dass dieses komplexe Organ nicht allein Zucker/Kohlenhydrate benötigt., zumal ihm nachgesagt wird, dass er circa 20 Prozent der Energie verbrauche, die wir durch Nahrung aufnehmen.

Was wir wissen, ist, dass Kalium eine große Rolle bei Hirnprozessen spielt. Walnüsse enthalten u.a. Kalium. Wir profitieren auch davon, dass Walnüsse uns mit Magnesium, Zink, wertvollen pflanzlichen Fetten versorgen (ja, die berühmt-berüchtigten Omega-3-Fette, die als mehrfach ungesättigt bezeichnet werden). Die in Nüssen enthaltenen B- und E-Vitamine sind ebenfalls brauchbare Nervennahrung.

Faszinierend ist, dass Walnüsse in der Lage sein sollen, uns Stoffe zuzuführen, die als Vorstufe zur Bildung von Neurotransmittern dienen. Das so genannte Serotonin ist beispielsweise ein Neurotransmitter: Wer zu wenig davon hat, für den ist das Leben bitter. Ein Mangel an Serotonin wird verantwortlich gemacht für Depressionen.

Bei Depressionen können wir nicht einfach ein oder zwei Portionen Neurotransmitter wie Serotonin oder Dopamin schlucken, um sie loszuwerden. Das lässt unsere so genannte Blut-Hirn-Schranke leider nicht zu. Was wir aber tun können, ist, Substanzen einnehmen, die in der Lage sind, als Vorstufe zu diesen Neurotransmittern dafür zu sorgen, dass sie vermehrt gebildet werden können.

Dann müsste ein depressiver Mensch also reichlich Walnüsse essen, um seine lästige Krankheit loszuwerden? Es kommt drauf an: Wenn ich lediglich eine kurzzeitige Verstimmung haben sollte, kann es funktionieren, dass meine Laune etwas besser wird, weil ich Nüsse knacke. Leide ich hingegen an einer veritablen, schweren Depression, dürften Nüsse kapitulieren.

Ich habe noch nie von einem Fall gehört, in dem es geheißen hätte:

„Depressionspatient ist geheilt durch tägliches Walnuss-Futtern“.

Heilen lassen sich schwere Depressionen durch Walnüsse sicherlich  nicht. Wenn Ernährungsexperten die Nuss anpreisen, dann gehen sie von einem relativ gesunden Menschen aus und betrachten die Walnuss nicht als Arznei. Deswegen posaunen sie sowas wie:

„Walnuss, Kraftstoff für den Kopf“. Es scheint um Nuancen zu gehen, die wir kaum mitbekommen in unserem Alltag. Nur wenn wir uns aufmachen würden, über einen längeren Zeitraum hinweg genauer zu beobachten und zu analysieren, ob und wenn ja, welche Änderungen eintreffen bei einem regelmäßigen Verzehr von Nüssen, dann würden wir es eventuell mitbekommen. Tut aber kaum einer von uns, ergo müssen wir uns auf Erkenntnisse der Ernährungswissenschaften verlassen. Und die sind sich einig: Wer regelmäßig Nüsse (Walnüsse, Mandeln, Pekannüsse, Haselnüsse…) verspeist, der tut sich und seinem Hirn was Gutes.

Wollen wir`s mal glauben – zumal das Zeug ja lecker ist. Aber schon gibt es die nächste Einschränkung: Manche warnen davor, nicht mehr als eine Handvoll Nüsse täglich zu verzehren. Wohl weil sie vor den  Fetten warnen wollen. Auch wenn es pflanzliche, wertvolle Omega-3-Fette sind, soll man nicht zu viel davon essen. Ansonsten drohen uns die Fettpölsterchen. Am besten ausprobieren, wo die individuelle Grenzlatte hängt. Meine habe ich deutlich höher gehängt als allgemein empfohlen wird. Ich verdrücke täglich etwas fünf oder sechs faustgroße Mengen Nüsse. Nur dann, wenn ich merke, dass es zuviel wird, höre ich auf. Und erstaunlicherweise ist es mein Kopf und nicht mein Magen, der mir signalisiert:

„Halt, Stop, das reicht für heute mit den Nüssen, sonst kriegst du ne ernährungstechnische Kopfnuss von mir.“

Wir stellen uns vor den Spiegel und erhalten die Antwort auf unsere anfängliche Frage:

„Ja, die Walnuss ist schlau, aber du, mein menschliches Hirn, das hinter den Bergen, bei den sieben …. wohnt, bist noch viieeel schlauer!“.

Kopfschwarte lockern: wirksam bei Migräne

Hände und 10 Minuten Zeit für schmerzlindernde Übungen

Mit der  Kopfschwarten-Lockerung haben es Migräne-Geplagte sprichwörtlich in der Hand, Schmerzanfälle vorzubeugen. Für diese Methode braucht es lediglich beide Hände und 10 bis 20 Minuten Zeit.

Weniger Schmerzen und keine Nebenwirkungen

Diejenigen, die sich nicht auf eventuelle negative Nebenwirkungen von Schmerzmitteln einlassen wollen, haben mit dieser manuellen Methode eine reelle Chance, die Häufigkeit und/oder Intensität der Schmerzattacken signifikant zu reduzieren.

Die Wicker-Klinik in Bad Wildungnen hat die Kopfschartenlockerung vor circa 20 Jahren entwickelt und wendet sie in ihrer Abteilung Neurologie/Psychosomatik in Ergotherapie-Gruppen bei Schmerzpatienten an. In einer Gruppe sitzen circa 20 Leute. Sie werden aufgefordert, die Massageübungen nachzumachen, die der Therapeut zeigt.

Vorweg schon mal das statistische Ergebnis, bevor wir auf die Übungen konkret eingehen: Nach der halbstündigen Sitzung, an der ich teilnahm, stellten 11 von 20 Patienten fest, dass ihnen die Eigenmassage geholfen hatte: Ihr Kopf fühlte sich leichter an und bei der nächsten Sitzung berichteten sie, dass sie über viele Stunden schmerzfrei geblieben seien.  Die 9 anderen konnten keine Wirksamkeit feststellen. Sie sagten aus, dass es ihnen auch nicht geschadet habe. Dies ist ein Hinweis darauf, dass negative Nebenwirkungen aller Voraussicht nach nicht zu erwarten sind.

Einige sprechen bombastisch gut auf diese Massagetechnik an

Knapp über 50 Prozent der Teilnehmer hatten also ein wirksames Instrument in die Hände bekommen, das sie jederzeit selbst anwenden konnten. Mit bloßen Händen, einer erlernten Kopfmassagetechnik und 10 bis 20 Minuten ungestörter Zeit lässt sich diese manuelle Heilmethode erfolgreich anwenden. Natürlich ist es auch möglich, dass man nicht selbst, sondern eine andere Person die Massage vornimmt. Vorausgesetzt, dieser Jemand hat die Technik erlernt und kann sie helfend einsetzen. Wenn man die möglichen Nebenwirkungen von Schmerzmedikamenten oder speziellen Migränepräparaten wie Triptane bedenkt, könnte es sich also lohnen, die nebenwirkungsfreie Kopfschwartenlockerung bei sich auszuprobieren.

Massage-Übungen:

Vor dem Start  betont der Ergotherapeut, dass Ruhe und mindestens 15 Minuten Zeit gute Voraussetzungen für das Gelingen sind. Er fängt mit Entspannungsübungen im Gesicht an.

„Legen sie die Finger beider Hände auf die Stirnmitte und streichen sie die Haut sanft nach außen. Das Gleiche machen Sie von der Nasenwurzel über das obere Augenlid an den Augenhöhlen, unter den Brauen entlang.“

Tatsächlich scheint die Stelle zwischen den Augenbrauen ein neuralgischer Punkt zu sein. Wer leicht an den Enden der Nasenwurzel klopft – und zwar dort, wo die Augenbrauen beginnen, wird eine Art neuralgische Aufladung spüren können. Entspannt ungemein die Augen, wenn man nach dem Klopfen mit den Fingern nach außen ausstreicht.

Nach der Gesichtsmassage beginnt er mit der eigentlichen Lockerung der Kopfschwarte. Die  Schwarte ist die Kopfhaut, die sich hin- und her bewegen lässt. Der Skalp sozusagen.

Die Finger werden oberhalb der Ohren an den Schläfen angelegt und ziehen die Kopfhaut leicht nach oben an, loslassen. Kreisende Bewegungen sind ebenfalls möglich: einfach ausprobieren, was mehr entspannt. Stück für Stück arbeiten sich die Finger beidseitig nach oben, bis sie sich an der höchsten Stelle in der Mitte des Kopfes treffen.

Im nächsten Schritt setzt man die Finger hinter den Ohren an und verfährt ähnlich: In Abständen von einigen Zentimetern wandern die Fingerkuppen kreisend oder hebend und loslassend vor, bis man oben zur Kopfmitte gelangt.

Dann ist der Hinterkopf an der Reihe: die Stelle ausmachen, wo der letzte Halswirbel endet und der Kopf beginnt, bzw. draufliegt. Dort kann man leicht reindrücken und dann die kreisenden Bewegungen machen bzw. die Haut hochziehen und loslassen. Die Entspannung ist vor allem am Kiefer, an unserem Kauapparat zu spüren: dort, wo es sonst so fest zugeht. Manche sind hier derart verspannt, dass sie nachts knirschen. Für die Knirscher kann dies eine sehr entspannende Übung sein. In kurzen Abständen den Hinterkopf nach oben hin massieren, bis der höchste Punkt erreicht ist.

Gerade am Hinterkopf kann man die Entspannung merklich verstärken, indem man die Schwarte mit leichtem Druck gegen den Kopf hebt und loslässt. Wer noch mehr Entspannung möchte, kann die beschriebenen Bewegungen von der Kopfmitte jeweils wieder zurück nach unten bis zum Ansatzpunkt führen.

Nach der Massage ein Cooldown mit sanften Streichübungen folgen lassen

Nach der Kopfmassage den Kopf um circa 45 Grad langsam nach links drehen, mit der rechten Hand zum Hals greifen und am Nacken entlang nach vorne zum Hals sanft streichen. Das Gleiche auf der rechten Seite machen. Zum Schluss ebenfalls im 45-Grad-Winkel mit der Hand von der Stirnmitte am Gesicht seitlich entlang zum Hals bis zur Schulter gleiten – ebenfalls beidseitig ausführen.

Tut gut: ein oder zwei Gläser Wasser trinken. Es bietet sich auch an, ins Autogene Training rüberzuleiten, um die Entspannung zu vertiefen.

 

Besser schlafen und intensiver träumen

Kurz vor dem Einschlafen ist die Massage besonders wirksam: Sie kann zu besserem Schlaf und intensiverem Träumen führen. Eine der Teilnehmerinnen der Ergogruppe sagte aus: „Ich träume intensiver und kann am nächsten Tag meine Träume viel besser erinnern. Früher vergaß ich sie meistens sofort.“

Schon nach der ersten Übung kann jeder prüfen, ob diese Methode ihm hilft oder nicht. Entweder man spricht darauf an oder nicht. Ist ähnlich wie bei der Akupunktur: Manchen hilft sie sehr, andere verspüren keine oder kaum Wirkung. Diejenigen, die auf die Heilmethode der Kopfschwarten-Lockerung anspringen, haben damit eine kostenlose und extrem hilfreiche Methode gewonnen, die Phasen der Schmerzfreiheit deutlich zu verlängern. Wer unter chronischer Migräne leidet, weiß, wie sehr die Lebensqualität dadurch steigt.

Noch ein Vorteil: Man spart sich zeitintensive und teure Gänge zum Therapeuten. Allerdings muss diese Methode ernst einmal ordentlich erlernt werden. Da nicht jeder eine Aufnahme in die Reha-Klinik angehen kann oder will, empfiehlt es sich, die Übungen nach obiger Anleitung auszuprobieren. Allerdings sei an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen, dass wir keinerlei Gewähr übernehmen, was die Wirksamkeit angeht. Zumal es eh individuell verschieden ist, ob jemand darauf anspricht oder nicht. Wer die Übungen ausführt, tut dies auf eigene Verantwortung.

Ähnlich wie das Autogene Training kann die Kopfschwarten-Lockerung jederzeit und so gut wie überall ausgeführt werden: Auf dem Sofa, in der Arbeitspause, im Zug, im Flieger, auf dem Balkon, im Garten, im Bett…