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Heißer Punsch mit und ohne Schuss

Wärmt an kalten Tagen: heißer aromatischer Punsch Foto: Shutterstock

Die kinderfreundliche Variante: alkoholfreier Punsch

Ganz gleich, ob selbst gemacht, gekauft, mit oder ohne Alkohol: typische Ingredienzien sind: Zimtstangen, Kardamom, Nelken und Sternanis.

Auch wenn wir heuer auf Glühwein- und Punsch-Stände in winterlicher Landschaft verzichten müssen: allein der Duft eines aromatisch gewürzten, dampfenden Wintergetränks strahlt Wärme aus.

Mit Kerzenlicht, Mandarinen, Orangen, Zimtstangen, gebackenen Plätzchen, Tannenzapfen… kann zu Hause die passende Atmosphäre kreiert werden.

Wer das open-Air-Feeling braucht, kann sich den heißen Punsch abfüllen in eine Thermoskanne und ihn nach draußen mitnehmen: den herrlich duftenden Punsch am  Lieblingsplatz in der Natur schlürfen: allein oder zu zweit…

Fertiger Punsch zum Kaufen

Fertigen Punch gibt es u.a. bei Discountern und Supermärkten. Ein Blick auf die Zutaten verrät einem, ob Inhalts- und Zusatzstoffe drin sind, die man eventuell nicht verträgt oder nicht mag. Ein qualitativ höherwertiger Punsch ohne (chemische) Zusatzstoffe/Geschmacksverstärker kostet zwar mehr, ist aber bekömmlicher. Es kann sich also in gesundheitlicher Hinsicht lohnen, nicht zum billigsten und nächstbesten Punsch zu greifen.

Punsch vom Reformhaus in guter Qualität

Der Bio-Siegel „Demeter“ gehört zu den strengsten und traditionsreichsten in Deutschland. Die Getränkemarke „Voelkel“ bietet schon sehr lange (Fruchtsaft)-Getränke in Demeter-Qualität. So auch diverse Punschsorten.

Beim „Hygge Punsch Aeble Mandarin“ dominieren Duft und Geschmack von Mandarinen, Apfel, Ingwer. Nicht allzu gesüßt (mit Rohrrohrzucker) eignet sich diese sanfte Variante für die ganze Familie. Das Heißgetränk enthält Mineralwasser, Apfelsaft, Mandarinensaft, Orangensaft und eine Gewürzmischung aus Zimt, Koriander, Anis, Nelken, Kardamom und Ingwer.

Das ergibt ein fruchtig-süßes Getränk mit harmonisch aufeinander abgestimmten Zutaten. Die Inhaltsstoffe sind entweder aus kontrolliert biologischem oder kontrolliert biologisch-dynamischem Anbau. Er muss nur noch heiß gemacht werden in einem Topf. Aeble Mandarin von Voelkel ist hier erhältlich (AFL). Bei dieser online-Bestellung kommen die Versandkosten hinzu.:

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Wer es herber mag, bzw. den Zuckergehalt und den Gewürzmix selbst bestimmen möchte, kann zum Holunder Bio-Saft von „Schoenenberger“ greifen. Schoenenberger ist eine ebenfalls gut etablierte Reformhausmarke, die auf Qualität bedacht ist.

Eine gewünschte Menge vom Holundersaft in einen Topf schütten, etwas Wasser dazu und mit Gewürzen wie Zimtstange, Kardamom, Ingwer, Nelke und Anis verfeinern. Entweder mit (Rohrrohr-)Zucker oder mit einem echten Bienenhonig süßen. Aber Vorsicht: Bei der Eigenkreation nicht daneben greifen, denn sonst ist es dahin mit dem harmonischen Miteinander der Zutaten. Abseihen nicht vergessen.

Holundersaft für heißen und kalten Punsch von „Schoenenberger/Salus“ gibt es hier (AFL):

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Orangen-Punsch ohne Alkohol zum Selbermachen

Benötigt werden Orangensaft (3 frisch ausgepresste Apfelsinen oder 300 ml  gekauften Orangensaft, 150 ml Apfelsaft, 150 ml Wasser, Zimt, Kardamom, etwas Vanillepulver (oder Mark), Nelken, Ingwer. Den Orangensaft zusammen mit dem Apfelsaft und Wasser in einem Topf leicht erhitzen, Gewürze dazu und circa 20 Minuten ziehen lassen, abseihen.

Punsch mit Schuss

Wem der alkoholfreie Punsch zu soft ist, kann wählen zwischen diversen Sorten mit Rum, Rot- oder Weißwein oder klarem Schnaps. Hier ist darauf zu achten, den kalten Glühwein langsam und gleichmäßig zu erwärmen bei einer Temperatur um 70 Grad in einem Edelstahl-Topf(AFL)https://amzn.to/3mNcWaZ

Optimale Temperatur

Wer die optimale Temperatur schlecht einzuschätzen vermag, kann einen Küchenthermometer zu Hilfe nehmen. Bei Temperaturen über 78/80 Grad riskiert man, dass der Alkohol verdampft: wirkt sich auf den Geschmack und die berauschende Wirkung aus.  Zudem können die Gewürze verbrennen und dem Ganzen eine bittere Note verleihen.

Das Magazin „Oekotest“ verweist in seinem Artikel „Optimale Glühwein-Temperatur: Heiß, aber bitte nicht zu heiß!“ (1) auf einen weiteren möglichen Fehler: Bei zu langem Erhitzen kann das Abbauprodukt Hydroxymethylfurfural (HMF) entstehen, dessen gesundheitliche Wirkungen noch nicht abschließend geklärt seien.

Wer seinen Glühwein selbst macht, geht sicher, keinen billigen Fusel trinken zu müssen – unter der Voraussetzung, dass er bei der Wahl des Rotweins, Schnapses Rums und der übrigen Zutaten auf gute Qualität achtet. Eventuell unverträglichen Zusatzstoffen geht man beim selbst gemachten Punsch elegant aus dem Weg.

Hier ein Rezept mit Rum und Weißwein als alkoholische Grundlage
  • 1,5 l Orangensaft (selbst ausgepresst oder gekauft)
  • 4 Teebeutel Orangen-, Früchte- oder Grüntee
  • Ca. 60ml Rum
  • 0,7 l Weißwein 
  • 1 l Wasser
  • 2 Zimtstangen
  • 10 Gewürznelken
  • Zucker oder Honig nach Belieben

Orangensaft, Wasser und Weißwein in einem Edelstahltopf bei geringer Hitze (zwischen 70 und 80 Grad) erhitzen. Nelken und Zimtstangen zufügen. Die 60ml Rum in den Topf kippen. Das Ganze etwa 30 Minuten gut ziehen lassen (nicht kochen). Punsch nach Belieben mit (Rohrrohr-)Zucker oder Honig süßen – vor dem Trinken das Abseihen nicht vergessen. Wohl bekomm`s!

(1) Zur optimalen Glühwein-Temperatur siehe: https://www.oekotest.de/essen-trinken/Optimale-Gluehwein-Temp

*Dieser Beitrag enthält Affiliate Links (mit AFL gekennzeichnet), also Verweise zu Unternehmen wie zB amazon. Über diese AffiliateLinks empfehle ich Produkte, die zu den behandelten Themen passen (basierend auf eigene Erfahrung oder nach eingehender Analyse der Käuferbeurteilungen). Wenn Leser auf einen AffiliateLink klicken und ein Produkt eines Partner-Unternehmens kaufen, kann es sein, dass wir eine geringe Provision erhalten. Damit bestreiten wir einen Teil der Kosten für Betrieb und die Wartung (Webhost, Theme, Content, Bilder…)

Relaxen & Energie aufsaugen mit Autogenem Training

Lieblings-Liegeposition einnehmen und schon kann es losgehen mit dem Autogenen Training. Wer zum Frieren neigt, nimmt sich eine kuschelige Decke. Foto: shutterstock

Dem Autogenen Training (AT) haftet nichts Esoterisches an, es ist in erster Linie eine autosuggestive Technik, die jeder erlernen und anwenden kann, wenn er sich mehr Ruhe, Entspannung und Energie wünscht.

Es gibt exotische, fernöstliche Meditationsübungen, denen manche nachjagen und die nicht unbedingt zu einem Mitteleuropäer passen. Sie können natürlich trotzdem wirksam sein, vor allem, wenn man sich mit Körper & Seele voll darauf einlässt. Aber kaum jemand hat die Zeit, sich beispielsweise mit dem Zen-Buddhismus samt seinen zahlreichen Schulen und Meistern zu beschäftigen. Allein schon bei der Frage: „Welche Variante der Zen-Meditation ist für mich die passende?“ müssen viele schon passen. Bei Yoga wird es bereits schwierig, wenn Yogaübungen mit Spirituellem verknüpft werden. Ganz zu schweigen davon, dass es auch hier zahlreiche Schulen und Strömungen mit unterschiedlichen Ansätzen und Zielen gibt.

At-Übungen sind leicht zu erlernen

Eine einfache Technik wie Autogenes Training ist weitgehend frei von spirituellen Aspekten und lässt sich leicht erlernen: entweder bei einem erfahrenen Therapeuten im Einzelkurs, in Gruppenkursen oder durch gute YouTube-Videos (zwei ausgewählte werde ich unten verlinken).

Wichtig ist, vor dem Autogenen Training sicherzustellen, dass man 10, 20 oder 30 Minuten Ruhe haben wird, ohne gestört zu werden durch Telefone/Pflichten u.ä. Eine gemütliche Liege- oder Sitzhaltung ist auch angebracht. Am Anfang würde ich es vorziehen, die Übungen im Liegen zu machen. Kleidung sollte bequem sein und nicht einengen. Augen zu scheint mir für Beginner auch geeigneter als offene Augen (machen Fortgeschrittene manchmal). Wer zum Frieren neigt, kann eine Decke über den Körper ziehen.

Für 10 oder 20 Minuten ungestört sein, abschalten

Liege ich also gemütlich und werde für die Dauer des Autogenen Trainings (10, 20 Minuten oder auch länger) nicht von Geräuschen, Handyanrufen etc gestört, kann ich mit den Übungen beginnen. Ich habe über Jahre hinweg mit den folgenden Übungen gute Erfahrungen gemacht. Gelernt habe ich sie in einem Gruppenkurs, nachdem ich feststellte, dass ich gegen meine Schlafstörungen etwas tun sollte.

Das ist eine der größten Stärken des Autogenen Trainings: Macht man es regelmäßig und bleibt dran, kann es Schlaftabletten ersetzen – es fungiert sozusagen als „mentales Schlafmittelt“ – ganz ohne Pillen und ohne üble Nebenwirkungen.

Es gibt viele Varianten des Autogenen Trainings, hier nenne ich nur die Übungen, die ich kenne und die mir sehr geholfen haben.

Übung 1 ist das Schwere-Gefühl.

Mit dem kurzen Satz

„Meine Arme sind schwer“

kann ich das Schweregefühl autosuggestiv herbeirufen. Der Satz wird 3 bis 6 mal wiederholt. Ich kann mir dabei vorstellen, wie die Schwerkraft der Erde mich anzieht, meine Schwere spüren lässt. Es folgt der Übergang zu den Beinen:

„Meine Beine sind schwer.“

Ebenfalls so lange wiederholen, bis man es satt hat. Vor dem Übergang zu den Wärme-Übungen kann man sich vorstellen, dass die herbeigerufene und empfundene Schwere von einem abfällt: nach unten plumpst oder auf eine Wolke gehievt wird… Das ist Geschmackssache, man kann auch im Schweregefühl verharren. Ich habe einen AT-Therapeuten gefragt, ob es okay sei, wenn ich das Schweregefühl abwerfe. Seine Antwort: „Ja, so, wie man sich besser damit fühlt.“

Nach der ersten Übung sich selbst still sagen:

„Ich atme ruhig und gleichmäßig, ich bin ruhig und entspannt.“

Der Ruhesatz beendet jede Übungseinheit.

Übung Nr. 2 betrifft das Wärmegefühl.

Sie beginnt ebenfalls mit den Armen:

„Meine Arme sind angenehm warm/temperiert.“

Nach Gusto wiederholen. Das Interessante dabei: Je nachdem, ob ich es gerade als zu kalt oder zu warm empfinde, kann ich selbst regulieren, wie mein Körper sich fühlen soll. Schwitze ich gerade sehr und mir ist zu warm, dann lieber diesen Satz sich selbst still vorsagen:

„Meine Arme sind angenehm temperiert.“

Ist mir hingegen eher zu kalt, dann:

„Meine Arme sind angenehm warm“.

Das Gleiche mit den Beinen:

„Meine Beine sind angenehm warm/temperiert.“

Wärmeübung abschließen mit:

„Ich atme ruhig und gleichmäßig, ich bin ruhig und entspannt.“

Übung 3 betrifft das Atmen direkt

Ganz in Ruhe, gleichmäßig, langsam und tief einatmen und ebenso langsam wieder ausatmen. Diese Übung wiederholen, so lange man will.

Abschließen wieder mit:

„Ich atme ruhig und gleichmäßig, ich bin ruhig und entspannt.“

Übung 4 zielt auf das Herz ab

„Mein Herz schlägt gleichmäßig und ruhig.“

Bis 6x wiederholen und Abschlusssatz anfügen:

Ich atme ruhig und gleichmäßig, ich bin ruhig und entspannt.“

Übung 5 betrifft die Mitte, den Bauchnabel, auch „Sonnengeflecht“ genannt.

„Meine Mitte ist strömend warm.“

Nach Gusto wiederholen. Wer mag, kann sich warme Sonnenstrahlen vorstellen, die auf den nackten Bauch scheinen: damit kann man das strömende Wärmegefühl besser einfangen.

Abschluss wie gehabt mit:

„Ich atme ruhig, gleichmäßig, ich bin ganz ruhig und entspannt.“

Übung 4 zielt auf einen kühlen und entspannten Kopf

„Meine Kopfhaut/mein Kopf ist entspannt und angenehm kühl.“

Ausprobieren, ob man mit „Kopfhaut oder Kopf“ einen kühlen Kopf erreicht. Wer sich einen Windhauch vorstellt, der über Kopfhaut, Stirn, Augen und Gesicht weht, erlangt eventuell besser den sanft kühlenden Entspannungseffekt.

Zum letzten Mal den Abschlusssatz

„Ich atme ruhig und gleichmäßig, ich bin ganz ruhig und entspannt“

still für sich aufsagen. Danach sich in diese Ruhe und Entspannung fallen lassen. Damit fällt alles Angespannte von einem ab, eine wohltuende Leichtigkeit und ein „Sich-zu-Hause-Fühlen“ kehrt ein. Dies einfach nur genießen, so lange man kann und will.

Zurück zur Realität mit anspannenden Streckübungen

Um wieder in die Realität zurückzukehren, spannen wir Arme und Beine an, strecken uns mit geschlossenen Augen wie eine Katze, öffnen die Augen und lassen unseren Augen/Sinnen die Zeit, alles langsam wieder wahrzunehmen, was uns umgibt. Nur eben mit neuer Energie, Gelassenheit, neuem Blick. Manchmal, wenn es mir besonders gut gelungen ist, mich der Entspannung und Stille hinzugeben, erscheint mir meine Umgebung so, als würde ich sie zum ersten Mal im Leben wahrnehmen: so hell, so klar, so intensiv.

Als hätte ich an einem Schlauch neue Energie eingesaugt und diese Energie hält immerhin ein paar Stunden an. Ganz ohne künstliche Aufputschmittel gelingt es mir durch einfaches Autogenes Training, mit neuer Kraft, Ruhe und Tatendurst die Dinge anzugehen. Apropos „Durst“: es gut gut, nach dem Autogenen Training ein oder zwei Gläser Wasser zu trinken.

AT mit Visualisierung oder ohne?

Fortgeschrittene schwören darauf, mit suggestiven Bildern zu arbeiten. Mir persönlich reicht es, wenn ich die Sonnenwärme oder einen angenehm kühlen Windhauch zu Hilfe nehme. Natürlich kann man vieles visualisieren. Aber da würde ich empfehlen, dies zunächst gemeinsam mit einem verantwortungsvollen und erfahrenen Therapeuten anzugehen, dem/der man vertraut. Denn diese Art der Entspannung tendiert in Richtung Hypnose und das ist mit Vorsicht zu genießen. Weil nicht jeder sich einer Hypnose hingegen möchte. Weil man unerwünschte Gefühle provozieren kann, wenn man unpassende Assoziationen weckt… etc.

Mit Musik oder ohne?

Ob man meditative Musik dazu hört oder nicht, ist Geschmackssache. Manch einen beruhigt es, ein Meeresrauschen oder Vogelgezwitscher zu hören. Wenn, dann sollten es eher harmonische, beruhigende und gleichmäßige Klänge sein. Ich brauche es nicht, weil ich die Stille vorziehe.

Ich begnüge ich mich seit Jahrzehnten mit den rein technisch erlernbaren Anteilen des Autogenen Trainings – ohne spirituellen Schnickschnack drumherum (dies ist nicht abwertend gemeint, denn: es gibt ne Menge Leute, denen der spirituelle Aspekt hilft und alles, was heilt, hat m.E. seine Berechtigung).

AT ist nebenwirkungsfrei

Ein weiterer Riesen-Pluspunkt des Autogenen Trainings: Im Gegensatz zu Medikamenten, die einen Gewohnheitseffekt haben können derart, dass ich die Dosis erhöhen muss, bleibt mir die positive Wirkung des Autogenen Trainings über Jahre und Jahrzehnte erhalten. Dies auch dann, wenn ich als Fortgeschrittene die Übungen nur 2 Minuten lang mache – oder sie im Sitzen, draußen in der Natur oder sonstwo durchführe. Je öfter ich die autosuggestiven Kurzsätze wiederhole und je länger ich gegen Ende in der erreichten Entspannung verharre, desto länger dauern die Übungen – und natürlich umgekehrt: ein Quickie geht fast immer und beansprucht nur 2 oder 3 Minuten.

Ein Mittel, das wir immer mit uns führen und jederzeit so gut wie überall anwenden können – ohne belastende Nebenwirkungen. Mittlerweile kann ich sogar dann abschalten und Autogenes Training machen, wenn um mich herum Unruhe ist. Alles, was ich dafür tun muss: lediglich regelmäßig einige Minuten üben und das bereits Erlernte/Geübte so einsetzen, dass ich äußere Reize abschalten kann, um zur inneren Ruhe zu gelangen.

AT funktioniert nicht nur zum Energietanken, sondern auch zum Einschlafen

Mag zunächst widersprüchlich klingen, wenn ich sage, dass man mit AT-Übungen sowohl wach werden und Energie einsaugen, als auch ruhig einschlafen kann. Der einzige Unterschied besteht darin, dass ich zum Zweck des Einschlafens mich ins Bett lege und zum Schluss die Aufweckübung des Anspannens und Glieder-Streckens weglasse, um in die Ruhe und Stille der Nacht einsinken zu können.

Hier die autosuggestiven Sätze im Überblick und zeitlicher Reihenfolge:

„Meine Arme sind schwer“ (3-6x)

„Ich atme ruhig und gleichmäßig, ich bin ruhig und entspannt.“ (1x)

„Meine Beine sind schwer.“ (3-6x)

„Ich atme ruhig und gleichmäßig, ich bin ruhig und entspannt.“ (1x)

„Meine Arme sind angenehm warm/temperiert.“ (3-6x)

„Ich atme ruhig und gleichmäßig, ich bin ruhig und entspannt.“ (1x)

„Meine Beine sind angenehm warm/temperiert.“ (3-6x)

„Ich atme ruhig und gleichmäßig, ich bin ruhig und entspannt.“ (1x)

„Ich atme langsam und gleichmäßig, ich bin ganz ruhig.“ (3-6x oder mehr)

„Ich atme ruhig und gleichmäßig, ich bin ruhig und entspannt.“ (1x)

„Mein Herz schlägt gleichmäßig und ruhig.“ (3-6x)

„Ich atme ruhig und gleichmäßig, ich bin ruhig und entspannt.“ (1x)

„Meine Mitte ist strömend warm“ (3-6x)

„Ich atme ruhig und gleichmäßig, ich bin ruhig und entspannt.“ (1x)

„Meine Kopfhaut/mein Kopf ist entspannt und angenehm kühl.“ (3-6x)

„Ich atme ruhig und gleichmäßig, ich bin ruhig und entspannt.“ (1x)

Zum Energietanken gegen Schluss strecken und anspannen. Zum Einschlafen in die Entspannung eintauchen und einschlummern…

Hier zwei youtube-Videos mit Autogenem Trainings-Übungen. Sie sind zwar etwas anders als meine oben beschriebenen, aber m.E. auch gut und effektiv.

AT-Übungen zum Einschlafen werden im folgenden Video gezeigt. Natürlich ohne Aufweckfunktion, denn man will ja dahinschlummern…Wenn man sich bei der Anweisung „Nacken…ist warm und entspannt“ nicht wohl fühlen sollte, kann man alternativ auch „Nacken ist angenehm temperiert und entspannt“ wählen. Denn „angenehm temperiert“ ist für jeden etwas anderes und man kann die passende Temperatur einsetzen. Individuelle Änderungen sind okay, soweit sie zur Entspannung und Ruhe beitragen.

Kräuter und Tees, die wach machen

Der Klassiker: schwarzer Tee. Ein Samowar liefert den ganzen schönen Tag über köchelnd heißes Wasser für schwarzen Tee. Beliebt in Ländern wie Russland oder Türkei. Der Wachmacher im Tee ist das Teein. foto: shutterstock

Es muss nicht immer Kaffee sein. Es gibt auch reichlich Tees und Kräuter, die einen wach machen. Schwarzer Tee ist der Klassiker.

Wachmacher aus der Natur: schwarzer, grüner oder weißer Tee

Große Tee-Nationen wie Russland, Japan, China oder Türkei zelebrieren eine Teekultur, die Land und Leute prägt: Tee zum Frühstück, Tee in Teehäusern im geselligen Miteinander, Tee in wohlgeformten Samowars, die mit ihrem stets köchelndem Wasser den ganzen Tag über für Nachschub sorgen. Während in Russland oder der Türkei überwiegend schwarzer Tee getrunken wird, sind in Japan und China auch die grüne oder weiße Version weit verbreitet. Ihre Wurzeln gehen auf einen Teestrauch zurück: „Camellia sinensis“.

Der Wachmacher im schwarzen Tee ist das so genannte „Teein“, das dem Koffein im Kaffee ähnelt. Der Unterschied soll darin bestehen, dass für eine Tasse Tee weniger Teeblätter benötigt würden als Kaffeebohnen für eine Tasse Kaffee. Die Wachmach-Kurve ist bei Tee nicht so steil wie bei Kaffee, dafür fällt sie nicht so abrupt wie bei Kaffee oder Espresso – sie hält länger an (insbesondere ist dies bei grünem Tee der Fall).

Mit einem stilvollen Samowar lassen sich die guten Eigenschaften des schwarzen Tees auf raffinierte Art und Weise rauskitzeln: im unteren großen Kessel wird Wasser gekocht, oben landet der schwarze Sud in einer Kanne. Morgens, wenn man den ersten Tee macht, wird er recht schnell getrunken, um in den Genuss der anregenden Wirkung zu kommen.

Schwarzer Tee soll innerhalb von fünf Minuten belebend wirken, danach neutral bis entspannend. Je länger die Teeblätter im Sud ziehen, desto mehr Gerbstoffe landen in der Teetasse: das kann sich beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt auswirken. Anregend und beruhing zugleich, je nachdem, wie lange schwarzer/grüner/weißer Tee einzieht und woher die Teesträucher kommen. Ein Vorteil gegenüber Kaffee ist, dass weitaus mehr Tee getrunken werden kann, ohne Magen, Darm oder Nerven zu strapazieren. Bei Kaffee kann es durchaus vorkommen, dass man sich nach der fünften oder sechsten … Tasse nervös fühlt, hippelig wird oder Übelkeit im Magen verspürt.

Über den ganzen Tag hinweg köchelt es im Samovar und zu jedem Anlass wird Tee eingeschenkt. Es braucht auch gar keinen Anlass: oftmals ist es auch pure Gewohnheit, die einen zur Teetasse greifen lässt. Ganz zu schweigen davon, dass Gäste in Ländern mit einer langen und ausgeprägten Teekultur mit dem aromatischen Heißgetränk empfangen und bewirtet werden: Tee ist die aromatische Verlängerung des geselligen Miteinanders.

Hier eine Auswahl an schwarzen und grünen Tees, die ich kenne und die mir munden:

Schwarztee Darjeeling der Bio-Marke „Lebensbaum“AFL: https://amzn.to/2JQyRAl

Aromatischer Schwarztee in Pyramidenbeuteln von „PG“AFL: https://amzn.to/2JNDURV

Grüner Tee lose von „Lebensbaum“AFL: https://amzn.to/39LpDAm

Schießt bei mir übers Ziel hinaus: Matcha-Tee

Matcha-Tee soll stark beleben, heißt es. Als es groß aufkam, habe ich es mir besorgt, weil ich nach einer Alternative zu Espresso und Cappuccino war. Ich kann 5 Espressi trinken, danach geht es nach hinten los: ich werde fahrig und nervös. Bei Matcha ging es noch schneller: schon nach der zweiten Teetasse fühlte ich mich so, dass ich mir schwor, nie wieder dieses Zeug zu trinken. Es mag Leute geben, die nicht so heftig auf Matcha reagieren – für die ist es sicher ein interessanter Muntermacher.

Ich weiß nicht, warum ich so heftig auf Matcha-Teepulver reagiere. Zumal als Basis bestimmte Grünteesorten verwendet werden. Da müsste doch die Wirkung ähnlich wie bei Grüntee sein. Ist aber bei mir nicht so, also lasse ich es lieber mit Matcha. Ich war kurz davor, mir teure Utensilien zu kaufen, die es für die Matcha-Teezeremonie gibt: Bambusbesen zum Umrühren des Pulvers und ein spezielles, ostasiatisch anmutendes Gefäß. Die längere Zubereitungszeit schreckte mich eher ab. Obwohl ich mein Erstes Mal mit einem teuren Bio-Produkt hatte, schmeckte mir der Matcha-Tee ordinär nach Gras. Die Kurve zum Aufwachen fiel bei mir weg, ich war gleich oben auf – mit einem Level an Nervosität, den ich nicht noch einmal erleben wollte. Nicht jeder Tee-Trend ist auch gut für einen selbst, muss man ausprobieren, um es herauszufinden.

Wer Matcha-Tee gut verträgt und den Geschmack mag, kann sich mal an der Matcha-Zeremonie mit dazugehörigen Utensilien versuchenAFL:

https://amzn.to/3lKTk6T

Mate- und Yogi-Tee

Der klassische Yogi-Tee enthält Zimt, Ingwer, Kardamom, Nelken und etwas Pfeffer. Lässt sich mit Milch gut aufbereiten. Sind überwiegend Zutaten, die belebend wirken können: So richtig hellwach macht mich Yogi aber nicht. Ich kenne aber Leute, die sehr zufrieden sind, weil Yogi-Tee sie sanft belebt.

Soll auch anregend wirken: Yogi-Tee in der Klassik-Version mit u.a. Zimt, Kardamom, Pfeffer

Loser YogiTea mit Zimt und Ingwer ist hier bestellbarAFL: https://amzn.to/3or6SWY

Matetee

Meine dritte Enttäuschung nach Matscha- und Jogie-Tee: der in Südamerika häufig getrunkene Matetee. Schmeckt okay, aber macht mich keineswegs wach. Obwohl Mate-Blätter den Wachmacher Koffein enthalten sollen, spüre ich davon nichts. Dann doch lieber schwarzer oder grüner Tee – weil ich einen starken schwarzen Tee mit Honig versüßen oder mit Milch aufpeppen kann. Abgesehen davon hält mich schwarzer Tee wach. Matetee mit Honig oder Milch schmeckt mir hingegen nicht.

Wer den Geschmack von Mate-Tee mag und durch ihn Frischkicks bekommt, kann ihn in guter Bio-Qualität hier bestellenAFL: https://amzn.to/2VCf5Lo

Belebende Kräuter

Die stärksten Wachmacher aus der Kräuter- und Teeecke, die ich kenne, sind:

Rosmarin und Petersilie.

Eher als Gewürze vertraut beim Kochen, aber durchaus hilfreich, wenn es darum geht, sich einen sanften Kick zu verschaffen.

Rosmarin

Grüne Nadeln des Rosmarins. Wirken sowohl belebend als auch entspannend.

Ein Tee mit grünen Rosmarin-Nadeln regt an: Rosmarin mit kochendem Wasser aufgießen, circa 7 Minuten ziehen lassen und über den Tag hinweg trinken.

Belebend sind vor allem die ätherischen Öle des Rosmarins. Dem intensiv duftenden Kraut wird u.a. eine durchblutungsfördernde und tonisierende Wirkung nachgesagt.

Petersilie: als Bruscetta oder Kräuter-Tee macht sie müde Männer und Frauen munter

Entweder mit Tomaten und Mozarella als eine Art Brusceta essen oder – why not – mit kochendem Wasser übergießen und ähnlich wie bei Tee circa 7 Minuten ziehen lassen. Um das Ganze geschmacklich aufzupeppen, passen Pfefferminze oder Ingwer gut zur Petersilien-Variante.

Das Interessante an Petersilie ist, dass sie relativ viel Eisen enthält. Und wer unter Eisenmangel leidet, fühlt sich oftmals müde. Petersilie kann also müde Männer und Frauen munter machen.

Gut bei Eisenmangel, der Müdigkeit hervorrufen kann: Petersilie enthält recht viel Eisen.

Guarana

„Guaranaaa – huaaaaa!“ Hörte ich so einige hinter vorgehaltener Hand geheimnisvoll raunen. „Eigentlich eine Droge, aber…“. Aha Droge. Drogen sind nicht so meins, aber ich fing trotzdem an, mich mit Guarana zu beschäftigen. Weil ich einen stärkeren Wachmacher als den gängigen schwarzen Tee oder Espresso wollte.

Guarana soll ja wacher machen als Kaffee, heißt es zumindest. Ich begann zaghaft mit einem Guarana-Kaugummi: keinerlei Wirkung. Danach eine Nummer stärker als Pulver eingenommen: spürte immer noch nix. Es soll ja auch verbotene Drogen geben, die bei manchen keinerlei Wirkung zeigen – ich scheine zu dieser Gruppe zu gehören. Guarana bei mir also wirkungslos und daher uninteressant.

Und was ist mit Kreuzkümmel, Brennnessel, Chili?

Tja, das würde ich auch gerne wissen. Bei Kreuzkümmel und Brennnessel ist mir nicht aufgefallen, dass ich nach dem Verzehr/Trunk mich wacher gefühlt hätte.

Roter Chili enthält Capsaicinoide, die uns Schärfe und Hitze empfinden lassen: kann munter stimmen, muss aber nicht.

Chili umgibt die Aura des „Aphrodisiakums“: kann schon sein, dass Chili munter macht. Die im Chili enthaltenen Capsaicinoide reizen die Nerven des Rachenraums, wir fühlen die Schärfe, Hitze kommt auf. Chili wirkt durchblutungsfördernd. Während und nach einem Essen mit viel Chilli stelle ich lediglich fest, dass das Essen so scharf war, dass mir rein körperlich heiß wird (ohne, dass ich an Erotisches denke) und dass ich mächtig schwitzte. Dass Chili Endorphine ausschütten lässt, habe ich leider noch nicht erlebt. Chili in Maßen verleiht Speisen ein appetitliches Aroma . Als Wachmacher oder gar Aphrodisiakum nur dann brauchbar, wenn man zu den Glücklichen gehört, die wahrnehmen, dass sie nach dem Chili-Verzehr eine natürliche Endorphin-Spritze verabreicht bekommen haben.

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Genießen ist gesund

Manchmal darf es opulent sein: Wer ab und zu ohne Reue genießen kann, tut sich was Gutes. Das hat allerdings nichts mit gewohnheitsmäßiger Völlerei zu tun. foto: shutterstock

Manche können`s, andere nicht: Gelegentliches Genießen ohne schlechtes Gewissen

Manchen Menschen scheint die Genuss-Fähigkeit zu fehlen. Ganz gleich, wie gut es ihnen vergleichsweise gehen mag: Das Leben meint es ja so schlecht mit Ihnen, wie sollen sie da genießen können? Dezente Hinweise, dass es annährend 95 Prozent der Leute in der Welt übler erwischt hat als sie in puncto komfortables Leben, verpuffen. Obwohl aus Sicht dieser 95 Prozent alle Voraussetzungen zum Genießen gegeben wären, können oder wollen sie es nicht.

Aber es gibt sie: Genießer, die sich unabhängig davon, ob es ihnen objektiv betrachtet gut geht oder nicht, dem Genuss hingeben können – und wenn es nur ein Augenblick ist, der wenige Sekunden dauert.

Wer hin und wieder genießen kann, tut was für seine Psycho-Hygiene und damit für seine Gesundheit. Er versetzt sich mit eigener Kraft in eine helle Stimmung, freut sich beispielsweise die ganze Woche darauf, sich am Wochenende mit Freunden zu treffen in einem Schlemmerlokal.

Den Nichtgenießer sucht anlässlich solcher Ereignisse gleich das schlechte Gewissen heim:

„Oh, ich muss in ein Lokal, in dem es lauter kalorienreiche Speisen gibt. Aber ich kann nicht so zulangen wie die anderen, weil es doch ungesund ist, wenn ich nach der Vorspeise ein opulentes Gericht bestelle und das Ganze auch noch mit einem süßen Dessert abschließe. Ich darf also wieder nur zuschauen, wie andere alles in sich reindreschen, als gäbe es kein Morgen.“ Sowas macht na klar schlechte Laune, erzeugt einen inneren Druck, der sich aufstauen und in einen Bumerang verwandeln kann, der zurückgeschleudert wird: Der Nichtgenießer wundert sich dann, dass es ihm schlecht geht, obwohl er sich doch so gut wie alles verbietet. Missmutig betrachtet er die anderen in der Runde.

„Wenn Sabine auch nur ein weiteres Gramm zunimmt, platzt ihre Elastan-Hose“, denkt der Nichtgenießer im Kreise seiner Freunde. Sein Blick streift zu Inge: „Die kann sich demnächst eine komplett neue Garderobe besorgen von A bis Z – allerdings in der nächsthöheren Konfektionsgröße.“ Ganz schlimm fällt ihm Thomas auf: „Der hat doch ne Fettleber, wie kann er da einfach den ganzen Teller Pasta mit ultrafetter Scampi-Soße aufessen – ganz zu schweigen von seinem Nachtisch?!“ Während also die Griesgrämigkeit die Gedanken des Nichtgenießers beherrschen, sitzen um ihn herum lauter Leute, die herzhaft zulangen und in ausgelassener Stimmung ihre (Small-)Talks führen.

Ein Genießer hingegen ist in der Lage, bei seltenen und besonderen Ereignissen wie einem auswärtigen Essenstreffen mit Freunden das schlechte Gewissen auszuladen.

„Endlich sehe ich meine Freunde wieder und wie schön sich die vielen bunten Speisen auf dem großen Tisch ausnehmen! Es bringt mir Spaß, in geselliger Runde zu schmausen und das werde ich auch tun. Wer weiß, wann wir uns alle wieder sehen. Ich setze mir vorweg keine Grenzen, das wird mein Magen schon von allein tun. Ohne Reue genießen, das wird wunderbar!“

Ein seltener Glücksfall ist es, wenn ein Dessert genauso gut schmeckt wie es aussieht. Auf diese süße Komposition aus edler dunkler Schokolade („Dark secret“) und Pistazienmus trifft es zu. Kreiert vom Chocolatier für den gelegentlichen Genuss

Und unser Nichtgenießer? Er zwingt sich dazu, nur einen mageren Salat zu bestellen, dazu 1 Liter Wasser. Sein Hauptaugenmerk gilt aber all den vermeintlich ungesunden Speisen der Freunde, die da „sündigen“. Womöglich fühlt er sich den anderen überlegen, weil er den mühsamen Weg des Verzichtens geht.

Er merkt nicht, dass es gerade dieses erzwungene Verbot ist, das in seinem Körper vermehrt das Stresshormon Cortisol freisetzt. Ungünstig für ihn, denn zu viel Cortisol im Blut kann die Gewichtszunahme begünstigen. Wenn diese Annahme stimmt, dann kann es sein, dass unser Nichtgenießer zunimmt, obwohl er es sich versagt hat zu schlemmen.

Die Frage ist, was ungesünder ist: Diesen inneren Druck samt eventuell höherem Cortisolspiegel riskieren oder alle paar Wochen mal alle Fünfe gerade sein lassen und einfach nur genießen? Diese Frage darf jeder für sich selbst beantworten.

Himmlisch umami oder höllisch schädlich: Glutamat

Mmmmm umami! China-Food aus dem Wok ist lecker, enthält aber viel Glutamat – verträgt nicht jede/r
foto: shutterstock

Glutamat grundsätzlich ungesund?

Zu behaupten, Glutamat sei generell schädlich, scheint auf eine falsche Fährte zu führen. Denn: Es ist nur schädlich, wenn man zu der Personengruppe gehört, die sehr empfindlich reagiert auf Lebensmittel und Speisen, die viel Glutamat enthalten.

Fünf Freunde gehen in ein China-Lokal und essen glutamatreiche Kost. Am nächsten Tag hat nur einer von denen Kopfschmerzen, verspürt Übelkeit… Die anderen vier nicht. Ihnen geht es blendend und sie haben das gemeinsame Essen ohne negative Folgen sehr genossen. Wie kommt das?

Diese Indizien sprechen dafür, dass jemand China-Food ohne üble Folgen genießen kann:

-Die Blut-Hirn-Schranke funktioniert einwandfrei. Wenn dies der Fall ist, lässt diese Barriere das von außen zugeführte Glutamat nicht oder nur in vernachlässigbaren Mengen zu.

– Keine Störungen des Zentralnervensystems oder des endogenen Glutamat-Stoffwechsels.

– keine Hepatitis der Leber oder Darmerkrankung akut oder in der Vergangenheit.

Umgekehrt sollten all jene vorsichtig sein bei glutamatreichen Lebensmitteln/Speisen, deren Blut-Hirn-Schranke nicht einwandfrei funktioniert, die Probleme mit ihrem Zentralnervensystem haben, an Hepatitis oder Darmerkrankungen leiden.

Was ist Glutamat und worin kommt es vor?

In unserem Körper findet sich Glutamat.  Es fungiert als erregender Neurotransmitter im Zentralnervensystem (ZNS) und gilt als Vorläufer des Neurotransmitters y-Aminobuttersäure (GABA).

Glutamat spielt bei der Entwicklung des Nervensystems eine große Rolle und soll an Lern- und Gedächtnisprozesse beteiligt sein. Für den Darm ist Glutamat eine Energiequelle. Babys brauchen Glutamat in der Phase, in der sich die plastische Verknüpfung von Neuronen in ihrem Gehirn entwickelt.

Welche Lebensmittel enthalten viel Glutamat?

Überraschend: Neben Parmesano, Tomaten und Sojasauce gehören Erbsen zu den Lebensmittel mit einem hohen Glutamat-Gehalt.

Glutamate sind Salze der Glutaminsäure, einer Aminosäure. Und Glutaminsäure steckt in vielen Lebensmitteln wie Tomaten, Erbsen, reifer Käse, Fleisch (Rindfleisch u.a.), Fisch (Lachs u.a.), Kartoffeln, Spinat, Möhren, Eier, Kuhmilch, Muttermilch… und nicht zu vergessen Snacks wie Chips etc..

Die Nr 1 ist überraschender Weise „Erbsen“: Mit einem Anteil von 5583 mg in Protein gebundenem und 200 mg freiem Glutamat pro 100g  belegen Erbsen unangefochten den ersten Platz in der Liste der glutamatreichen Lebensmittel. Besonders hohe Werte an freien Glutamat finden sich auch in Tomaten oder Kartoffeln (mehr Infos dazu finden sich im Bericht der Senatskommission zur Beurteilung der gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Lebensmitteln aus dem Jahr 2005).

Lecker umami!

Freies, nicht in Protein gebundenes Glutamat wird wegen seiner geschmacksverstärkenden Wirkung als Salz Lebensmitteln wie Saucen (Sojasauce zB), Würzen (Maggi zB) zugesetzt. Es bekam sogar die eigene Bezeichnung umami, die neben den Varianten „süß/salzig/sauer/bitter“ offiziell zu den grundlegenden Geschmacksrichtungen zählt. Übersetzt heißt es so viel wie „schmackhaft/würzig“.

Der Bericht der obig genannten Kommission kommt zu dem Ergebnis, dass gesunde Menschen glutamatreiche Speisen wie chinesische Gerichte, Parmesan, Chips… essen können, ohne krank zu werden. Aber gleichzeitig verweist die Studie darauf, dass noch zu wenig erforscht sei, wie es bei Risikogruppen aussieht. Zu diesen gehören wie bereits erwähnt Leute, die u.a. Probleme mit dem Darm haben oder eine Hepatitis durchleiden mussten.

Wer bei sich feststellen sollte, dass er nach einer China-Mahlzeit oder nach größeren Mengen an Parmesan, Chips, Tomaten, Erbsen von unangehmen Erscheinungen wie Kopfschmerzen (Migräne), Übelkeit oder Erbrechen heimgesucht wird, der kann davon ausgehen, dass er Glutamat höchstwahrscheinlich nicht verträgt – vor allem in höheren Mengen nicht verträgt.

Eine Abhilfe wäre, nur wenig von den verdächtigten Lebensmitteln zu verspeisen. Denn wie so oft, kommt es auch beim Glutamat darauf an, wie hoch der Spiegel ist. Je höher, desto größer dürften auch die Beschwerden sein. Wer also genau beobachtet, wie viel er verträgt und ab welcher Menge er üble Probleme bekommt, kann trotzdem alles essen – vorausgesetzt, er hält sich an die individuelle Grenze, ab der es anfängt zu kippen.

Darüber hinaus kann es ratsam sein, mit Hilfe des Arztes festzustellen, wie hoch der individuelle Glutamat-Spiegel im Körper ist. Wenn ein hoher Wert rauskommen sollte und man zu den oben genannten Risikogruppen gehört, könnte dies ein Hinweis dafür sein, dass der Körper einem signalisieren möchte:

„Hab schon genug Glutamat intus, bitte gib mir nicht zu viel, weil meine Blut-Hirn-Schranke nicht ganz dicht ist und dadurch mein Glutamat-Pegel sich noch mehr erhöhen kann. Wenn du mich weiter mit Glutamat vollstopfst, reagiere ich wie ein volles Wasserglas, in das du unaufhörlich Wasser kippst: Das bringt mein Fass zum Überlaufen und die Folgen trägst am Ende wieder du, wenn du Kopfschmerzen bekommst, dir übel wird oder du dich gar übergeben musst.“

Bärlauch 2020 est arrivé

März bis Mai eine Labsal: frischer Bärlauch/ foto: tk

Bärlauch im Frühjahr 2020

Der Bärlauch blüht wie jedes Jahr im Frühjahr und ich frage mich, ob wir die grüne Blätterpracht stärker wahrnehmen in Zeiten der Corona-Krise oder ob sie weitgehend unbemerkt an uns vorübergeht.

Auf der einen Seite haben viele von uns jetzt mehr Zeit zum Spazierengehen, aber der Fokus ist oftmals auf beängstigende News gerichtet und weniger auf das, was uns in diesen engen Zeiten helfen oder als schön empfunden werden könnte – und wenn es bloß sattgrüne Bärlauchblätter sind, die völlig losgelöst von menschlichen Ängsten und Tragödien jedes Jahr aufs Neue aus Mutter Erde herausragen. Wir sollen uns ja derzeit nur in unserem eigenen Umkreis bewegen: nicht überall innerhalb enger Radien dürfte der Bärlauch wachsen. Eher schon in ländlichen Gebieten, an einem waldnahen Bachlauf zum Beispiel: Bärlauch liebt schattig-feuchte Wälder. Wer in der Nähe eines Bärlauchgebiets wohnt, kann sich derzeit damit eindecken und ein herrlich aromatisches Pesto machen.

Lieblingsplatz des Bärlauchs: feucht-schattige Wälder

Bärlauch nicht mit giftigen Maiglöckchen verwechseln beim Sammeln

Aber Vorsicht beim Sammeln: Bärlauchblätter sehen den giftigen Maiglöckchen-Blättern verdammt ähnlich. Da hilft nur, Blatt für Blatt kurz zwischen den Fingern zu zerreiben: Wenn das Blatt nach Knoblauch riecht, kann es weiterverwendet werden in der Küche. Allerdings kann die Nase nach einer gewissen Zeit diese Unterscheidung nicht mehr so zuverlässig vornehmen. Daher noch ein Hinweis fürs Sammeln: an einem Stiel hängt jeweils ein längliches, lindgrünes Bärlauchblatt, von der Konsistenz her eher weich.  Der Stiel selbst ist auch länglich, ragt direkt aus der Erde. Mehrere Blätter an einem einzigen Stiel hingegen sind für das Maiglöckchen charakteristisch. Fehlt der Stängel ganz, ist es auch kein Bärlauch, sondern die giftigen Herbstzeitlosen. Beim Bärlauch glänzt nur die Oberseite, bei Maiglöckchen und Herbstzeitlosen hingegen beide.

Längliches lindgrünes Blatt mit glänzender Oberseite, das beim Zerreiben nach Knoblauch riecht: so erkennt man den Bärlauch beim Sammeln/ foto: tk

Wem das Sammeln zu anstrengend ist oder wer Bedenken hat, weil auch Gassi gehende Hunde die Blätter beehren (und darauf urinieren), der kann Bärlauch natürlich auch kaufen. Sie werden bundweise angeboten. In beiden Fällen gilt: gründlich mit warmem Wasser waschen.

Bärlauch im Bund wird abgepackt in Läden angeboten/ foto: tk

Bärlauch riecht und schmeckt so ähnlich wie Knoblauch, daher wird er „wilder Knoblauch“ genannt. Anfang März kann mach die ersten Blätter entdecken, bis in den Mai hinein bietet er uns die Grundlage für ein aromatisches, gesundes Pesto oder kann als Zutat/Gewürz ähnlich wie Knoblauch den Speisen zugefügt werden.

Bärlauch enthält viel Wasser und wenig Kalorien. Mit Bärlauch nehmen wir wertvolle Vitamine zu uns: vor allem ist er reich an Vitamin C und dient zudem als Eisenlieferant. Darüber hinaus enthält er u. a. sekundäre Pflanzenstoffe, Senfölglykoside und ätherisches Öl. Das im Bärlauch steckende schwefelhaltige Allicin genießt den Ruf, antibakteriell und antifugal zu wirken. Senfölgylkoside finden sich nicht nur im Bärlauch, sondern auch in Senfpflanzen oder Rettichen (Meerrettich z.B.). Sie regen den Stoffwechsel an und wirken in unserem Körper als natürliches Antibiotikum.

Gegen Ende der Erntezeit zeigen sich weiße Blüten am Bärlauch: Wer vom natürlichen Antibiotikum Allicin profitieren möchte, sollte Bärlauch vor dieser Blütephase verwenden. Bärlauch soll leicht blutverdünnend wirken, heißt es. Zusammen mit der Annahme, dass Bärlauch auch gegen die Bildung von Ablagerungen in den Gefäßen („Arterienverkalkung“) wirksam sei, kann er dabei helfen, das Risiko eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts zu verringern.

Bärlauch-Pesto schnell selbst gemacht mit 4 Zutaten

Frischer Bärlauch

Olivenöl

Nüsse oder Pinienkerne

Parmesan oder Pecorino-Käse, gerieben

Mengenangaben lasse ich weg, weil man nach Gusto ausprobieren kann, wie man es mag:

Bei den Nüssen kann man jede beliebige Nusssorte nehmen oder aber den Klassiker Pinienkerne. Die Pinienkerne bzw. Mandeln ohne Öl rösten, danach zerkleinern. Nüsse kann man zwar generell rösten, aber nicht alle Nuss-Sorten munden nach dem Rösten besser: Cashewnüsse beispielsweise röste ich nicht so gerne, weil sie mir hinterher schlechter schmecken: nun, ist Geschmackssache.

Nüsse/Pinienkerne in ein ausreichend tiefes Gefäß geben, mit Öl eindecken, frischen Bärlauch (gewaschen und geschnitten), geriebenen Käse hinzufügen und mit dem Rührstab eine Pesto-Konsistenz mixen, fertig. Mit Salz abschmecken. Da Parmesan/Pecorino recht salzig ist, braucht man nur wenig zusätzliches Salz. 

Bärlauchpesto passt nicht nur zu Nudeln, sondern auch zu Brotaufstrichen. In sauberen Gläsern aufgehoben kann man sein Pesto über eine längere Zeit im Kühlschrank lagern und im Nu ein schmackhaftes Essen zaubern: denn dann braucht man nur noch Nudeln im Wasser aldente kochen.

Lucky Lado statt leiden

Wo sind wir lucky, was macht uns glücklich? Es gibt Orte, die einen aufbauen: Ein quicklebendig fließender Bach ist eine solche Lucky Lado (frei übersetzt: glückliche Ladung/glücklicher Weg fürs Leben).

Mitten im fließenden Wasser sitzen, buntes Gemüse auf der linken Flosse, Kuchen auf der rechten.

Ich habe mich für die süße Variante entschieden, beiße in den Erdbeerkuchen – und das ohne schlechtes Gewissen, denn ich bin zuvor eine Stunde am idyllischen Bach gelaufen – ohne Flossen, versteht sich. Natürlich weiß ich, dass ich durch dieses gemächliche Gehen nicht die Erdbeerkuchenkalorien abgearbeitet habe, aber das trübt meine sonnige Laune nicht. Weiterlesen