Dicker oder dünner an der Darmschraube drehen

Die Schraube soll einen Kothaufen stilisieren, deren Konsistenz änderbar ist

Das mit der „Darmschraube“ ist natürlich sinnbildlich gemeint und steht dafür, wie wir selbst die Konsistenz des Stuhls beeinflussen können. Manche haben über Jahre und Jahrzehnte hinweg eine gut funktionierende Verdauung. Sie können weitgehend regelmäßig und problemlos ihren Darminhalt leeren. Bei anderen hingegen fällt es entweder zu fest aus (Verstopfung) oder es tendiert zu einer Flade bis hin zum Durchfall.

Bei einer ernsthaften Erkrankung im Magen-Darm-Bereich, die vielleicht auch noch länger anhält, sollte nicht selbst rumgedoktert werden. In solchen Fällen ist der (Fach-)Arzt aufzusuchen. Wenn es lediglich darum geht, Einfluss auf die Stuhlkonsistenz zu nehmen mit natürlichen Mitteln, eignen sich folgende Tipps. Ich habe im Dschungel der Empfehlungen nur diejenigen herausgepickt, die wirklich erprobt sind.

Soll dünner werden

  • Haferkleie

Der Darm liebt Haferkleie. Zusammen mit viel Wasser ist dies eine sehr natürliche und sanfte Art, die Dinge wieder ins Lot zu bringen. Wer bei Haferkleie Demeter-Bio-Qualität findet, sollte zugreifen: nach meiner Erfahrung mit das Beste, was es auf dem Biomarkt gibt. Der riesige Bio-Trend mündet mittlerweile in dem Slogan: „Nicht überall, wo BIO draufsteht, ist auch BIO drin.“ Bei Demeter-Produkten bin ich bisher noch nie enttäuscht worden.

  • Getrocknete Pflaumen

Die getrockneten Pflaumen in Wasser einweichen und danach essen. Wer sie trocken ist, bewirkt, dass die Pflaumen dem Körper Wasser entziehen. Einweichwasser kann auch getrunken werden. Was besser schmeckt: Die eingeweichten Pflaumen zum Smoothie mixen, etwas frischen Ingwer dazugeben und trinken. Ingwer wärmt und desinfiziert auf natürliche Art.

  • Leinsamen

Leinsamen enthalten Öl, Eiweiße, Ballaststoffe. Die Ballaststoffe binden Wasser und quellen auf (dies ist der Grund, warum man viel trinken sollte, wenn man Leinsamen zu sich nimmt). Ansonsten riskiert man, dass die Verstopfung noch schlimmer wird. Wenn jemand zu Darmverschluss neigt, sollte er/sie lieber die Finger von aufquellenden Mitteln wie Leinsamen, Haferkleie oder Flohsamen lassen – oder nur unter ärztlicher Aufsicht die Sache angehen.

Am besten ganze Leinsamen kaufen und zu Hause in Gewürzmühle schroten. Das soll den Stuhl geschmeidiger machen. Leinsamen wird nachgesagt, eine hormonelle Wirkung zu haben. Daher wird geraten, nicht über einen zu langen Zeitraum hinweg es einzunehmen, sondern zwischendurch zu pausieren.

  • Flohsamen (Vorsicht!)

Flohsamen machen den Stuhl zwar dünner, aber es sollte auf keinen Fall vergessen werden, viel Wasser zu trinken. Flohsamen binden sehr viel Flüssigkeit (um zu bewirken, dass sie schön aufquellen, braucht es eine Menge Wasser). Bei zu wenig Flüssigkeitszufuhr kann es nach hinten losgehen bis hin zum gefährlichen Darmverschluss. Wer dazu neigt, das Trinken zu vergessen/zu vernachlässigen, sollte lieber die Finger von Flohsamen lassen.

  • Viel Trinken

Immer angesagt: Egal, ob man zu Verstopfung oder zu flüssigen Fladen neigt oder keine Beschwerden hat: Trinken ist essenziell. Auch dann trinken, wenn sich das Durstgefühl noch nicht meldet.

  • Viel bewegen

Generell angebracht: Bewegung. Wer sich zu wenig bewegt, darf sich nicht darüber beschweren, dass auch der Darminhalt sich nicht/ kaum regt.

Soll dicker werden

Was bei Kuhfladen normal ist, ist beim Menschen eindeutig zu dünn. Lässt sich aber wieder zurückschrauben mit Mitteln, die weiter unten erwähnt werden.
  • Schwarzer Tee

Trägt dazu bei, eine festere Stuhlkonsistenz zu erlangen.

  • Porridge

Ein Porridge mit Haferkleie, Hafermilch und einem geriebenen Apfel ist bekömmlicher als ein normales Müsli, weil alles aufgekocht wird. Das kann der Darm im akuten Durchfall-Zustand besser verarbeiten als Rohkost. Die Schale des Apfels sollte unbehandelt sein, denn es ist wichtig, dass sie im Porridge landet: Sie enthält Pektine, die in der Lage sind, den Stuhl einzudicken. Das erinnert an selbst gemachte Marmelade, bei der auch Apfel-Pektine benutzt werden können, um auf den eindickenden Gelierzucker verzichten zu können. Was also bei der Marmelade funktioniert, scheint auch in unserem Organismus zu funktionieren: die Masse wird dicker.

  • Karottensuppe

Vor allem, wenn das Ganze mit krampfartigen Schmerzen einhergeht, ist eine Karottensuppe zu empfehlen. Das Süppchen enthält nur Karotten, Wasser und etwas Salz.

  • Elektrolyte-Haushalt wieder ausgleichen bei Flüssigkeitsverlust durch Durchfall

trinken, trinken, trinken: am besten stilles Mineralwasser guter Qualität, abgekochtes und danach abgekühltes Leitungswasser (wenn das hauseigene Leitungswasser unbedenklich ist), ungesüßte Kräutertees.

Über die reine Flüssigkeit hinaus sollten die verlorenen Salze wieder zugeführt werden. Elektrolyte-Produkte kann man in der Apotheke fertig kaufen oder aber ein entsprechendes Getränk selbst herstellen:

Selbst gemachte Elektrolyte:

Hauptbestandteil sind Wasser und Kochsalz. Man nehme 1 Liter Wasser und füge 1 TL Speisesalz hinzu. Weitere mögliche Zutaten: Traubenzucker, zerdrückte Banane oder Saft einer ausgepressten Orange.

  • Wärmflasche (hilfreich bei krampfartigen Schmerzen im Magen-Darm-Bereich)
  • Darmfreundliche Kräutertees

Fenchel, Kamille (nur dann, wenn Korbblütler wie Kamille vertragen werden), Brombeerblätter, Kümmel, Thymian, Oregano)

Wichtig: Dies sind nur allgemeine Infos. Sie ersetzen in keinem Fall eine ärztliche Beratung oder den Gang zum Arzt.

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