Hartnäckige Geschichte: Iliosakralgelenk-Blockade

Ziemlich schmerzhafte Angelegenheit, wenn man sich am Iliosakralgelenk (ISG) verletzt: Diagnose „ISG-Blockade“
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Kann `ne sehr hartnäckige Angelegenheit werden, wenn man sich am Iliosakralgelenk (ISG) verletzt. Dass es so etwas wie das ISG gibt, weiß man spätestens dann, wenn dort Schmerzen auftauchen und es beim Gang zum Orthopäden heißt:

„Sie haben eine ISG-Blockade.“

Aha, mag man sich denken, und was ist das? Der Knochendoc wendet sich dem Skelett zu, das in der Ecke seines Behandlungszimmers steht und deutet auf eine Stelle seitlich-hinten am Becken hin, da wo es hoch zur Wirbelsäule geht. Jetzt wissen wir schon mal, dass es ein solches Gelenk gibt, wie es heißt und dass es marternd schmerzen kann.

Klassische Situation, bei der man sich an diesem Gelenk verletzen kann: Man hebt einen schweren Gegenstand hoch, achtet nicht darauf, dass der Rücken gerade ist und dass man in die Hocke gehen sollte – schon kann sich ein solcher Quälgeist im Körper einschleichen.

Wenn starke akute Schmerzen auftreten, ist der Gang zum Orthopäden unumgänglich. Dort hat man die Wahl zwischen einer Schmerzspritze oder/und einem hochdosierten Schmerzpräparat wie z.B. Ibuprofen 600 mg. Da Ibuprofen in Verruf geraten ist, gilt es abzuwägen, ob man es schluckt oder nicht. Die längere Einnahme von Ibuprofen wird nicht empfohlen. Bei Männern, denen in einer Testreihe 14 Tage lang täglich 600 mg Ibuprofen verabreicht wurde, sollen negative hormonelle Veränderungen beobachtet worden sein, die als eine mögliche Ursache für Impotenz, Depressionen und Herz-Kreislaufbeschwerden angesehen werden. Aber für eine kurze Zeit von beispielsweise 3 Tagen verschreiben Ärzte durchaus dieses Mittel. Muss jeder selbst entscheiden, ob er es zusätzlich zur Schmerzspritze nimmt oder nicht. Natürlich ist auch die Schmerzspritze kein Muss. Aber wer ISG-Schmerzen hat, der wirft schnell über Bord, wie schädlich eine solche Spritze sein könnte.

Nach der akuten Behandlung wird der Orthopäde eine Physiotherapie empfehlen. Kann nicht schaden. Sind meist 6`er-Packungen, die man verschrieben bekommt: 6x hingehen und Übungen zeigen lassen, die einem helfen sollen. Das Eigenartige an der ISG-Blockade ist: Es gibt Tage, da verschwindet der Schmerz und dann taucht er plötzlich wieder auf. Eine ziemlich langwierige Angelegenheit. Die Heilung erfordert viel Geduld.

Es gibt eine Übung, die tatsächlich gut hilft. Ich habe sie bei dem Medical Fitness Trainer Luke Brandenburg in einem Youtube-Video entdeckt:

Auf den Rücken legen, die Füße/Beine im 45-Grad-Winkel hochstellen (z.B. auf einen  Hocker oder auf einen Gymnastikball). Der Rücken berührt auf ganzer Linie den Boden. Tief Luft holen und in den Bauch einatmen (Bauch wölbt sich), beim Ausatmen den unteren Bauch noch stärker gegen den Boden drücken, dort lassen. Dann nur noch in den Brustkorb einatmen und jedes Mal beim Ausatmen den Unterbauch immer tiefer drücken: so 3 bis 5 x wiederholen. Ist eine sehr sanfte Übung, die Schmerzen reduziert.

Weiterhin hilfreich ist eine Wärmflasche. Wer bei feucht-kaltem Wetter zu dünn angezogen ist und ISG-Probleme hat, der wird danach vermutlich stärkere Schmerzen bekommen, bzw. bei dem tauchen die Schmerzen eventuell wieder auf, obwohl sie für ne gewisse Zeit verschwunden waren. Nicht Kälte, sondern Wärme hilft: Auf Nachfrage haben mir ein Orthopäde und eine Physiotherapeutin dies bestätigt.

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