Migräne vorbeugen

Migräne möglichst im Vorfeld vorbeugen

Sie mindert unsere Lebensqualität und sie breitet sich mit all ihren negativen Begleiterscheinungen in unserem Leben aus: die Migräne. Wie weiß ich eigentlich, ob ich Migräne habe oder unter einer anderen Kopfschmerzart leide? Unter www.gesuendernet.de/service-und-wissen/item/584-kopfschmerzen-special-welche-kopfschmerzarten-gibt-es? findet sich eine verständliche Übersicht über die verschiedenen Kopfschmerztypen. An dieser Stelle nur so viel: Meist tritt die Migräne auf ein und derselben Kopfseite auf und geht mit Übelkeit/Erbrechen oder Sehstörungen einher. Auf Sinnesreize reagieren Betroffene übermäßig, am liebsten möchte man nichts mehr sehen, hören, riechen und fühlen. Bisher gibt es kein Allheilmittel gegen Migräne, aber Betroffene haben im Vorfeld die Chance, eine Schmerzattacke zu verhindern. Wer es schafft, die Migräne vorzeitig abzuwehren, gewinnt an Lebensqualität und muss nicht passiv darauf warten, bis die starken Schmerzen endlich wieder weggehen. Wir Stellen hier einige Mittel und Methoden vor, die in der Lage sein können, einen Schmerzanfall abzuwehren.

Koffein gegen Migräne

Manche Migräne-Betroffene haben gute Erfahrungen mit Koffein gemacht. Wenn die Migräne sich ankündigt, schnell eine Tasse stark gebrauten Espresso schlürfen, dazu ein Glas Wasser mit frischer Zitrone. Das kann im Vorfeld helfen. Hartgesottene tröpfeln die Zitrone direkt in den Espresso/Kaffee. Jeder sollte ausprobieren, was ihm besser hilft: Espresso oder Filterkaffee, mit Zitrone oder ohne. Die Wirkung von Koffein bei Migräne ist umstritten. Es heißt, dass Koffein die Blutgefäße in den Eingeweiden verenge, die Hirngefäße aber erweitere. Einige Migränemedikamente enthalten Koffein. Das Koffein scheint also eine Rolle zu spielen bei Migräne, nur sollte jeder selbst austesten, ob es ihm hilft oder ob Koffein erst recht dazu führt, Migräne zu bekommen.

Viel Wasser oder gekühlten Minztee trinken

Generell ist es gut, viel Wasser zu trinken. Wer unter Migräne leidet, sollte besonders darauf achten, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Migräne-Betroffene berichten davon, dass sie weniger Schmerzattacken bekommen, wenn sie viel Wasser und ungesüßte Kräutertees trinken. Minztee ist hervorzuheben, weil ihm eine entkrampfende Wirkung nachgesagt wird – Pfefferminztee kann also bei Migräne helfen. Es gibt ja diese Minzöle, die man äußerlich einreibt bei Kopfschmerzen. Da scheint also was dran zu sein. Minztee kann auch innerlich wirken. Am besten ausprobieren, ob gekühlter Minztee besser wirkt als heißer. Denn heißer Tee kann die Gefäße erweitern, was wiederum bei manchen die Migräne begünstigt.

Kalte Umschläge verengen Gefäße 

Manche berichten davon, es würde ihnen helfen, wenn sie ihren Kopf kühlen. Es gibt Kühlgels oder man nimmt ein kaltes Tuch oder wickelt Eiswürfel in ein (Geschirr-)Tuch. Kälte zieht die Gefäße zusammen und wenn man zu den Migränegeplagten gehört, bei denen die Gefäßerweiterung zu Migräne führt, können kühlende Auflagen Linderung verschaffen.

Akupunktur

Mit Hilfe der Akupunktur ist es einigen Migränepatienten gelungen, die Schmerzen für immer loszuwerden. Andere berichten von einer Linderung in dem Sinne, dass die Schmerzintensität spürbar geringer geworden sei. Es lohnt sich also, Akupunktur auszuprobieren. Zu empfehlen sind Ärzte, die sich Zeit nehmen für die Akupunktursitzugen. Wer sich bei einer Akupunkturbehandlung entspannen kann, erzielt bessere Ergebnisse.

Magnesium

Magnesium wird eine entkrampfende Wirkung zugesprochen. Dies bezieht sich i.d.R. auf die Muskeln, aber Migränepatienten konnten feststellen, dass Magnesium auch gegen Migräne wirkt. Bis zu 600 mg können täglich eingenommen werden. Abends vor dem Schlafengehen macht es Sinn, Magnesium zu schlucken, weil die Entspannung auch zu einem besseren Schlaf verhilft.

Biorhythmus, ausgewogene Ernährung, Bewegung an frischer Luft

Starke Abweichungen im täglichen Biorhythmus können eine Ursache für Migräne sein. Da hilft nur austesten. Wer feststellt, dass er eher einen Schmerzanfall bekommt, wenn er am Wochenende lange schläft, während er werktags früh aufstehen muss, der sollte versuchen, durchgängig früh hochzukommen. Möglichst oft an die frische Luft gehen und sanfte Sportarten wie Wandern oder Schwimmen können dabei helfen, Migräne zu vermeiden.

Bei den Lebensmitteln scheiden sich die Geister. Die eine meint, sie bekomme Migräne, wenn sie Schokolade isst, der andere, wenn er beim Chinesen glutamatreiche Kost genossen hat. Neuerdings heißt es aus der Medizin, dass nicht die Schokolade/Süßes die Migräne verursache, sondern dass dem Betroffenen stark nach Schokolade sei, weil er eh kurz davor stünde, einen Schmerzanfall zu bekommen. Auch hier gilt: ausprobieren und beobachten, ob Lebensmittel und Substanzen wie Schokolade, Glutamat, Hartkäse, Tomaten etc. eine Migräne verursachen. Wenn ja, dann lieber auf dieses Lebensmittel verzichten.

Autogenes Training

„Wenn ich drei bis fünf Mal Autogenes Training täglich mache, bin ich für Wochen schmerzfrei. Einmal habe ich es sogar damit geschafft, drei Monate durchgehend keinen einzigen Migräne-Anfall zu bekommen“, ließ ich mir von einer Frau sagen, die seit 30 Jahren an chronischer Migräne leidet. Dabei spiele es bei ihr eine untergeordnete Rolle, ob eine Sitzung nur zwei Minuten dauere oder ob sie zwei Stunden eintauche in die entspannende Welt des Autogenen Trainings.

Wer die einzelnen Übungen von Grund auf erlernt und übt, erzielt die besten Ergebnisse. Es gibt Therapeuten und Heilpraktiker, die Autogenes Training anbieten. Einmal erlernt, verlernt man es eigentlich nicht mehr – ähnlich wie beim Fahrradfahren. Wer keine Lust hat, einen Experten aufzusuchen, kann sich im Internet Videos angucken, die ganz gut veranschaulichen, wie die Übungen aussehen.

Als jemand, der die Technik des Autogenen Trainings bei einem erfahrenen Experten vor vielen Jahren erlernt hat, kann ich das Video von „BodyMindPower“ mit dem Titel „Autogenes Training- Kopf-Übung/Stirnkühle“ empfehlen: https://www.youtube.com/watch?v=VJ_9VG_n0Qk&index=13&list=RDSh8GcYWoRdA. Zwar heißt es dort, dass die Übungen für Fortgeschrittene seien, aber ich denke, dass auch blutige Anfänger gut reinkommen. Das Video dauert circa 27 Minuten. Also bitte dafür sorgen, dass man in dieser Zeit nicht gestört wird durch Telefongeklingel oder durch Leute, die einen ansprechen könnten. Ruhe und Geduld sind unbedingt notwendig, um ungestört eintauchen zu können in die Entspannung.

Der Effekt dieser Übungen ist, einen angenehm warmen und entspannten Körper zu haben, während der Kopf und die Stirn sich kühl anfühlen. Wenn im Video von einem „Sonnengeflecht“ die Rede ist, dann ist der Bereich über dem Bauchnabel gemeint (zwischen Rippenbogen und Bauchnabel). Dort zu spüren, wie die Wärme sich im Körper ausbreitet, ist eine Wohltat. Wer die Übungen oft wiederholt und den positiven Effekt  wahrnimmt, braucht später nur noch einen Bruchteil der 27 Minuten, um zu entspannen. Ich habe eine Bandbreite von 1 Minute bis mehrere Stunden, wobei ich das Autogene Training insbesondere abends anwende, um über Nacht einige Stunden durchgehend schlafen zu können. Hilft mir besser als Schlaftabletten und ich muss keine Nebenwirkungen befürchten. Wer sich nicht traut, ohne Anleitung eines Therapeuten mit Autogenem Training zu beginnen: Keine Angst, man kann nicht viel falsch machen. Höchstens, dass der erhoffte Entspannungseffekt nicht einsetzt – aber das wäre der Zustand, der vorher auch schon da war, insofern kann man nicht viel verlieren. Im Gegenteil: Die Chance, sich eine Technik anzueignen, die sowohl bei Migräne hilft als auch die Schlafqualität erhöht, ist recht hoch.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.