Rot wie eine Tomate anlaufen: Rosacea

Rote Flush-Attacken

Die Rosacea ist äußerst lästig, weil der Betroffene keine Kontrolle darüber hat, dass er im Gesicht, eventuell auch an Hals und Dekolleté flushartig rot anläuft wie eine Tomate. Aber immerhin gibt es Mittelchen und Methoden, besser mit dieser Hauterkrankung zurechtzukommen. Die Rosacea geht mit sporadisch auftretenden oder dauerhaften Rötungen an Nase, Wangen und Kinn und eventuell auch an Hals und Dekolleté einher, die fleckenartig oder großflächig sein können. Die Haut fühlt sich erhitzt an. Lidrandentzündungen am Auge können ebenfalls Teil des Krankheitsbildes sein. Wenn über die diffusen Rötungen hinaus noch Eiterpusteln sprießen, handelt es ich um die so genannte „entzündliche Rosacea“.

Wären die äußerlichen Symptome der Rosacea am Rücken angesiedelt, könnte sie durch Kleidung verdeckt werden – das Gesicht hingegen lässt sich nicht verstecken und das erhöht den Leidensdruck von Rosacea-Geplagten.

Mit der „Säufernase“ hat Rosacea nichts zu tun

„Hast wohl ein wenig über den Durst getrunken?“ oder auch „Wohl zu lang an der Sonne geschmort, oder?“ Solche und ähnliche Sätze müssen sich Rosacea-Patienten anhören. Das Problem: Auch wenn man keinen Tropfen Alkohol zu sich nimmt und die Sonne möglichst meidet oder Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor auf die Haut schmiert, können die Rötungen auftreten. Wobei Alkohol und Sonnenlicht durchaus zu den Triggerfaktoren gehören, die eine Attacke auslösen und die Rosacea verschlimmern können. „Trigger“ sind Reize, denen eine Reaktion folgt.

Als heilbar gilt die Rosacea nicht, sie ist aber glücklicherweise nicht ansteckend. Die Ursachen sind bis heute (stand April 2016) nicht ganz geklärt und niemand weiß, warum sie manche erwischt und andere nicht. Es gibt lediglich Vermutungen über mögliche Ursachen (erbliche Veranlagung scheint eine Rolle zu spielen). Es sollen derzeit circa 5 Millionen Menschen von Rosacea betroffen sein. Der höchste Erkrankungsgipfel liegt bei  den 40-50-Jährigen.

Ärzte teilen die Rosacea in Stadien auf

– am Anfang treten sporadisch Rötungen („Flush“ genannt) oder rote Flecken auf, die verschwinden und wiederkehren. Das passiert, wenn Blutgefäße sich erweitern

– Im nächsten Stadium bleiben die Blutgefäße geweitet und dies führt zu einer dauerhaften Rötung

– Wenn die Rosacea mit entzündlichen Pusteln einhergeht, haben sich über die Rötungen hinaus die Talgdrüsen entzündet (entzündliche Rosacea)

– vom letzten Stadium sind mehr Männer als Frauen betroffen: Eine Knollnase entsteht durch Wucherung des Bindegewebes, im Volksmund scherzhaft „Säufernase“ genannt

Alles, was dazu führt, die Blutgefäße zu erweitern oder die Hautporen zu verstopfen, kann die Rosacea verschlimmern:

– Sonne

– Alkohol

– scharfes Essen

– Stress

– zu fettige Cremes

– Temperaturschwankungen (z.B. aus der Kälte in einen warmen Raum kommen oder      umgekehrt)

Betroffene sollten sich möglichst vor zu starker/langer Sonneneinstrahlung schützen (Cremes mit hohem Licht-Schutz-Faktor (LSF) nehmen, z.B. LSF  30 oder 50). Vorsichtig mit Alkohol und scharfem Essen umgehen, zu viel Stress möglichst meiden und keine allzu fettigen Cremes auftragen. Gegen Temperaturschwankungen lässt sich nichts tun, aber hat man aus der Kälte heraus einen warmen Raum betreten, hilft es manchmal, Wasser zu trinken, um eine gewisse Abkühlung am Körper herbeizurufen. Es wäre hilfreich, stets ein Fläschchen Wasser bei sich zu haben. Oder kurz mal das Bad aufsuchen und kaltes Wasser über die Pulsadern fließen lassen, das kühlt ebenfalls angenehm ab. Wer die Optik kaschieren möchte, trägt a bisserl Puder/Make up auf. Kosmetik sollte die Haut nicht unnötig reizen, d.h. sie sollte möglichst  keine Duft- oder Konservierungsstoffe enthalten. Es gibt Kosmetikreihen, die speziell für die Rosacea-Haut entwickelt wurden. Im Rosacea-Forum www.rosazea.net werden Kosmetikprodukte von Betroffenen unter die Lupe genommen.

Mittelchen/Methoden gegen Rosacea und der Gang zum Hautarzt.

Neben der Vermeiden von auslösenden/verschlimmernden Faktoren wie Sonne oder Alkohol, ist es ratsam, einen Hautarzt aufzusuchen. Mit ihm lässt sich absprechen, wie die Behandlung aussehen könnte. Infrage kommen äußerlich anzuwendende Cremes und innerlich einzunehmende Medikamente. Cremes auf Metronidazol-Basis oder mit Azelainsäure können äußerlich aufgetragen werden. Da hilft leider nur ausprobieren. Bei manch einem schlagen Metronidazol-Cremes gut an, bei anderen nicht, bzw. sie reagieren mit der Zeit resistent. Für die innere Einnahme werden Medikamente verschrieben, die in erster Linie gezielt die Entzündung bekämpfen sollen. Dazu eignen sich sehr niedrig dosierte Antibiotika, die beispielsweise Doxycyclin enthalten. Vitamin-A-Säure ist eine weitere Alternative, um gegen Rosacea vorzugehen. Aber Achtung! Vitamin-A-Säure darf nicht bei Schwangerschaft angewendet werden! Unbedingt Rücksprache mit dem behandelnden Arzt halten, um Fragen über Schwangerschaft, Fruchtbarkeit und Vitamin-A-Säure zu klären.

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