Schlagwort: Bärlauch-Pesto

Bärlauch 2020 est arrivé

März bis Mai eine Labsal: frischer Bärlauch/ foto: tk

Bärlauch im Frühjahr 2020

Der Bärlauch blüht wie jedes Jahr im Frühjahr und ich frage mich, ob wir die grüne Blätterpracht stärker wahrnehmen in Zeiten der Corona-Krise oder ob sie weitgehend unbemerkt an uns vorübergeht.

Auf der einen Seite haben viele von uns jetzt mehr Zeit zum Spazierengehen, aber der Fokus ist oftmals auf beängstigende News gerichtet und weniger auf das, was uns in diesen engen Zeiten helfen oder als schön empfunden werden könnte – und wenn es bloß sattgrüne Bärlauchblätter sind, die völlig losgelöst von menschlichen Ängsten und Tragödien jedes Jahr aufs Neue aus Mutter Erde herausragen. Wir sollen uns ja derzeit nur in unserem eigenen Umkreis bewegen: nicht überall innerhalb enger Radien dürfte der Bärlauch wachsen. Eher schon in ländlichen Gebieten, an einem waldnahen Bachlauf zum Beispiel: Bärlauch liebt schattig-feuchte Wälder. Wer in der Nähe eines Bärlauchgebiets wohnt, kann sich derzeit damit eindecken und ein herrlich aromatisches Pesto machen.

Lieblingsplatz des Bärlauchs: feucht-schattige Wälder

Bärlauch nicht mit giftigen Maiglöckchen verwechseln beim Sammeln

Aber Vorsicht beim Sammeln: Bärlauchblätter sehen den giftigen Maiglöckchen-Blättern verdammt ähnlich. Da hilft nur, Blatt für Blatt kurz zwischen den Fingern zu zerreiben: Wenn das Blatt nach Knoblauch riecht, kann es weiterverwendet werden in der Küche. Allerdings kann die Nase nach einer gewissen Zeit diese Unterscheidung nicht mehr so zuverlässig vornehmen. Daher noch ein Hinweis fürs Sammeln: an einem Stiel hängt jeweils ein längliches, lindgrünes Bärlauchblatt, von der Konsistenz her eher weich.  Der Stiel selbst ist auch länglich, ragt direkt aus der Erde. Mehrere Blätter an einem einzigen Stiel hingegen sind für das Maiglöckchen charakteristisch. Fehlt der Stängel ganz, ist es auch kein Bärlauch, sondern die giftigen Herbstzeitlosen. Beim Bärlauch glänzt nur die Oberseite, bei Maiglöckchen und Herbstzeitlosen hingegen beide.

Längliches lindgrünes Blatt mit glänzender Oberseite, das beim Zerreiben nach Knoblauch riecht: so erkennt man den Bärlauch beim Sammeln/ foto: tk

Wem das Sammeln zu anstrengend ist oder wer Bedenken hat, weil auch Gassi gehende Hunde die Blätter beehren (und darauf urinieren), der kann Bärlauch natürlich auch kaufen. Sie werden bundweise angeboten. In beiden Fällen gilt: gründlich mit warmem Wasser waschen.

Bärlauch im Bund wird abgepackt in Läden angeboten/ foto: tk

Bärlauch riecht und schmeckt so ähnlich wie Knoblauch, daher wird er „wilder Knoblauch“ genannt. Anfang März kann mach die ersten Blätter entdecken, bis in den Mai hinein bietet er uns die Grundlage für ein aromatisches, gesundes Pesto oder kann als Zutat/Gewürz ähnlich wie Knoblauch den Speisen zugefügt werden.

Bärlauch enthält viel Wasser und wenig Kalorien. Mit Bärlauch nehmen wir wertvolle Vitamine zu uns: vor allem ist er reich an Vitamin C und dient zudem als Eisenlieferant. Darüber hinaus enthält er u. a. sekundäre Pflanzenstoffe, Senfölglykoside und ätherisches Öl. Das im Bärlauch steckende schwefelhaltige Allicin genießt den Ruf, antibakteriell und antifugal zu wirken. Senfölgylkoside finden sich nicht nur im Bärlauch, sondern auch in Senfpflanzen oder Rettichen (Meerrettich z.B.). Sie regen den Stoffwechsel an und wirken in unserem Körper als natürliches Antibiotikum.

Gegen Ende der Erntezeit zeigen sich weiße Blüten am Bärlauch: Wer vom natürlichen Antibiotikum Allicin profitieren möchte, sollte Bärlauch vor dieser Blütephase verwenden. Bärlauch soll leicht blutverdünnend wirken, heißt es. Zusammen mit der Annahme, dass Bärlauch auch gegen die Bildung von Ablagerungen in den Gefäßen („Arterienverkalkung“) wirksam sei, kann er dabei helfen, das Risiko eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts zu verringern.

Bärlauch-Pesto schnell selbst gemacht mit 4 Zutaten

Frischer Bärlauch

Olivenöl

Nüsse oder Pinienkerne

Parmesan oder Pecorino-Käse, gerieben

Mengenangaben lasse ich weg, weil man nach Gusto ausprobieren kann, wie man es mag:

Bei den Nüssen kann man jede beliebige Nusssorte nehmen oder aber den Klassiker Pinienkerne. Die Pinienkerne bzw. Mandeln ohne Öl rösten, danach zerkleinern. Nüsse kann man zwar generell rösten, aber nicht alle Nuss-Sorten munden nach dem Rösten besser: Cashewnüsse beispielsweise röste ich nicht so gerne, weil sie mir hinterher schlechter schmecken: nun, ist Geschmackssache.

Nüsse/Pinienkerne in ein ausreichend tiefes Gefäß geben, mit Öl eindecken, frischen Bärlauch (gewaschen und geschnitten), geriebenen Käse hinzufügen und mit dem Rührstab eine Pesto-Konsistenz mixen, fertig. Mit Salz abschmecken. Da Parmesan/Pecorino recht salzig ist, braucht man nur wenig zusätzliches Salz. 

Bärlauchpesto passt nicht nur zu Nudeln, sondern auch zu Brotaufstrichen. In sauberen Gläsern aufgehoben kann man sein Pesto über eine längere Zeit im Kühlschrank lagern und im Nu ein schmackhaftes Essen zaubern: denn dann braucht man nur noch Nudeln im Wasser aldente kochen.