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Bitcoin kaufen oder nicht?

Infos für Bitcoin-Beginners über Chancen/Risiken von Bitcoin-Käufen

Entree

Die Frage „BITCOIN kaufen oder nicht?“ lässt sich besser beantworten, wenn man sich vorab ein wenig informiert, was BITCOIN ist und welche Chancen und Risiken der Einstieg in BITCOIN mit sich bringen kann.

Wer sich relevante Basics aneignet, kann eigenverantwortlich entscheiden, ob ein Investieren in BITCOIN etwas für ihn ist oder ob er lieber die Finger davon lassen sollte angesichts der Risiken, Fallstricke, unseriöser Akteure/Angebote und des extrem stark schwankenden BITCOIN-Kurses.

Dieser Guide bietet Dir das nötige informative Rüstzeug, um selbst beurteilen zu können, ob und wenn ja: wie, wann und in welcher Höhe ein Einstieg in BITCOIN Sinn machen könnte für Dich. Vor allem zeigt dieser Leitfaden die seriösen Pfade auf, so dass Du eventuelle Betrugsmaschen von unsoliden Akteuren der Crypto-Szene elegant umschiffen kannst.

Weder empfehle ich, BITCOIN zu kaufen, noch rate ich davon ab. Denn das wäre zu pauschal. Es hängt von jedem einzelnen selbst ab, von seiner Lebens- und Finanzsituation und seiner Risikobereitschaft.

Solltest Du Dich mit dem Gedanken rumtragen, BITCOIN kaufen zu wollen oder hast Dich sogar dazu entschieden- und Du weißt nicht so recht, wie die nächsten Schritte aussehen, dann findest Du in diesem Leitfaden Hilfe.

Dieser Leitfaden ist in 10 Kapitel gegliedert. Man muss ihn nicht von Anfang bis Ende lesen. Es ist natürlich auch möglich, ein einzelnes Kapitel oder Thema rauszupicken. Wer z.B. gleich zu Kapitel 2 „Wie und wo kaufe ich BITCOIN?“ springt, kann das Dargestellte verstehen, ohne die anderen Kapitel zu kennen.

Um Freude an einen so riskanten Invest wie BITCOIN haben zu können, sollte man nicht nur mögliche hohe Gewinne anvisieren, sondern auch potenzielle Risiken einkalkulieren. Ebenfalls wichtig: unterscheiden zu können zwischen seriösen und unsoliden Angeboten/Akteuren der Crypto-Szene. foto: shutterstock

BITCOIN hat zwei Gesichter

Dieser BITCOIN-Guide soll Lesern dabei helfen, sauber trennen zu können zwischen dem seriösen Gesicht von BITCOIN und den unsoliden Machenschaften, die in seinem Namen betrieben werden, um andere mit vermeintlich lukrativen Gewinnen zu betrügen.

Jetzt, wo der BITCOIN-Kurs wieder gestiegen ist und im November 2020 um die 15.000 Euro(1) erreicht hat, werden wahrscheinlich viele neugierig auf diese Anlage und wollen einsteigen. Preisvergleich zu Dezember 2010 vor 10 Jahren: ein BITCOIN kostete 20 Cent, im Oktober 2011 gerade mal 3 Dollar.

Im Umgang mit BITCOIN gibt es auch ohne das Dazutun von mutmaßlichen Betrügern zahlreiche Tücken und Unwegbarkeiten, die viel Zeit und Nerven kosten können. Das fängt bei der Wahl der Crypto-Börse an (jede Börse hat ihre Eigenheiten in puncto Anmelde- und Identifikationsverfahren oder Usecase) und betrifft weitere Fragen wie: “ Wie bewahre ich BITCOIN möglichst sicher auf?“ Oder auch: „Reicht mein technisches Wissen, um BITCOIN zu kaufen und eigenverantwortlich aufzubewahren?“ Wer sich vorab über diese Dinge informiert, spart sich viel Zeit und Ärger.

Seit 2016 informiere ich mich darüber, wo es im Bitcoin- und Crypto-Space einigermaßen seriös zugeht und wie im Gegensatz dazu auf unsolider Seite unseriöse Akteure ihre Machenschaften betreiben. In diesem Dschungel fällt es vielen schwer, die Spreu vom Weizen zu trennen. Dieser Guide möchte dies leisten und etwas Licht und Klarheit ins Wirrwarr bringen.

Wie so oft im Leben, gibt es auch bei BITCOIN zwei Gesichter. Die hier gesammelten Informationen dienen dazu, beide Seiten zu beleuchten, um mögliche Fallen rechtzeitig zu erkennen und sie bestenfalls zu meiden. Ein informatives Rüstzeug, das Euch dabei helfen soll, auf soliden BITCOIN-Pfaden zu wandeln.

Zur Schreibweise von BITCOIN:

Wenn ich DEN Bitcoin meine (die erste, bekannteste und größte des anonymen Erfinders SatoshiNakamato), wähle ich Großbuchstaben „BITCOIN“. Die andere Schreibweise „(Bit-)Coin“ steht sowohl für den Muttercoin BITCOIN als auch für die zahlreichen anderen Coins, die es mittlerweile zu Hauf gibt. Es fing 2009 mit BITCOIN an, mittlerweile sind auf der Website „Coinmarketcap.com“ über 7.000 Coins aufgeführt (Stand November 2020). Sie werden „Altcoins“ genannt. BITCOIN wird abgekürzt mit „BTC“.

Fragen tauchen auf, wenn man sich überlegt, in BITCOIN zu investieren:

Was ist eigentlich „BITCOIN“? Wer hat`s erfunden? (Kapitel 1)

Wie und wo kaufe ich BITCOIN (BTC)? (Kapitel 2)

Was kostet „ein“ BITCOIN? (Kapitel 3)

Wie bewahre ich BITCOIN sicher auf? (Kapitel 4)

Wenn ich ü40 bin: lohnt sich da noch ein (Bit-)-Coin-Kauf bei meinem kürzeren Anlagehorizont? (Kapitel 5)

Wo lauern Fallen und betrügerische Angebote? (Kapitel 6)

Weiteres Wissenswertes über BITCOIN?! (Kapitel 7)

Muss ich Gewinne aus (Bit-)Coin-Verkäufen versteuern? (Kapitel 8)

Was sollte noch geschehen, damit immer mehr Menschen Bitcoin als lohnendes Investment betrachten? (Kapitel 9)

RESÜMEE: so kann ein einigermaßen vernünftiger Rahmen für den Umgang mit (Bit-)Coin aussehen. (Kapitel 10)

Diese und weitere Fragen rund um die digitale Währung BITCOIN will ich in diesem Leitfaden beantworten.

Betrüger gibt es in so gut wie jeder Branche. So auch in der Crypto- und (Bit-)Coin-Welt. Es wäre schade, wenn Neulinge in fiese Fallen tappen.

Unabhängig von potenziellen Betrügern birgt der Charakter von BITCOIN für sich genommen große Risiken: Der BITCOIN-Kurs schwankt enorm, seine Volatilität ist extrem hoch: noch höher als bei Aktien.

Wer gut informiert ist und seine Gier auf das vermeintlich schnelle Geld einigermaßen beherrschen kann, ist besser präpariert, um nicht in die zahlreichen Kurslöcher zu fallen, die BITCOIN in der Vergangenheit zuhauf gezeigt hat und sehr wahrscheinlich auch zukünftig weiterhin zeigen wird. Je kleiner ein Markt ist, desto stärker ist er manipulierbar – dazu braucht es nur einige wenige big player. Der BITCOIN-Markt ist verglichen mit älteren Anlage-Assets wie Aktien oder Gold noch klein und daher derzeit stark manipulierbar (Stand November 2020).

Wer den Charakter des BITCOINS kennen lernt, ist besser vorbereitet, um nicht Gefahr zu laufen, sein Geld an dubiose Anbieter zu verlieren. Dass der BITCOIN an sich eine höchstriskante Anlage ist und man allein durch diesen Umstand viel Geld verlieren kann – also auch ohne das Dazutun von Betrügern, bleibt als Fakt bestehen. Jeder muss selbst für sich entscheiden, ob er/sie ein solches Risiko eingehen möchte oder nicht.

Menschen mit schwachen Nerven oder einem schwachen Herzen rate ich davon ab, sich auf BITCOIN einzulassen: Es kam und kommt vor, dass der Kurs um bis zu 80 oder 90 % an Wert (also Euro/Dollar) verliert innerhalb einer erschreckend kurzen Zeit: Wer das nicht aushält, sollte sein Geld lieber woanders investieren (Immobilien, Gold etc.).

Dieser Guide ist keine Finanz- oder Investmentberatung!

Haftungsausschluss

Weder empfehle ich, in Bitcoins zu investieren, noch rate ich davon ab. Mir geht es darum, mit Informationen aufzuklären und im Wirrwarr dieses relativ neuen Assets sowohl auf Gefahren/Risiken als auch auf mögliche Gewinne hinzuweisen. Dabei fokussiere ich vorhandene seriöse Pfade und weise auf mögliche betrügerische Maschen hin, damit Neulinge nicht in die zahlreichen Fallen tappen, die es in der Bitcoin- und Cryptoszene leider gibt.

Ich stelle mit diesem Leitfaden lediglich Wissen zur Verfügung, das ich mir in den letzten 4 Jahren nach bestem Wissen und Gewissen angeeignet habe. Jeder muss selber entscheiden, ob er sein Geld in ein hochriskantes Asset wie BITCOIN steckt oder nicht. Wenn er/sie es kaufen sollte, trägt er/sie allein die Verantwortung für eventuelle Verluste.

Ich hafte in keiner Weise für eventuelle Verluste, wenn jemand trotz der hier genannten hohen Risiken in BITCOIN investieren und Geld verlieren sollte. Wenn jemand Gewinne machen sollte, weil ihm einige der hier erwähnten Tipps geholfen haben, dies ohne größere Unfälle zu tun, ist es schön und gut und ich will natürlich keinerlei Anteile an solchen möglichen Gewinnen. Umgekehrt aber möchte ich auch nicht Teil haben an möglichen Verlusten.

Es kann nicht oft genug darauf hingewiesen und betont werden:

Der Charakter von Bitcoin ist extrem schwankend („volatil“) und das bedeutet: Es lässt sich mit Bitcoin viel Geld gewinnen – aber ähnlich groß ist das Risiko, sein Geld zu verlieren!

Kapitel 1: Was ist eigentlich BITCOIN? Wer hat`s erfunden?

BITCOIN erklärt vom Bitcoin-Pionier Andreas Antonopoulos

Andreas Antonopoulos (im Folgenden mit „AA“ abgekürzt) gilt global als ausgesprochen seriöser BITCOIN-Experte. Als Software-Profi hat er den richtigen technologischen Hintergrund, um zu erfassen, worum es geht. Als early bird und BITCOIN-Pionier gehört zu den wenigen, die das Thema umfassend und übergreifend verstanden haben – dies, obwohl er selbst bescheiden beteuert, noch nicht alles begriffen zu haben. Sein überragendes Wissen kann er mit seiner klaren (englischen) Sprache und logischen Gedankengängen sehr gut vermitteln.

AA ist ein Software-Experte mit griechisch-britischem Hintergrund. Laut eigenen Angaben soll er bei einem BTC-Preis von 3 Dollar begonnen haben, sich auf Bitcoin einzulassen. Er gehört zu den wenigen Crypto-Enthusiasten, die sich ihre Arbeit in Bitcoin auszahlen lassen und BTC so benutzen, wie wir es mit Euro tun. Er kauft/verkauft sein Bitcoin nicht auf Börsen, sondern von peer to peer (von Computer/Smartphone zu Computer/Smartphone). Mobile Smartphone-Wallets zum Aufbewahren von Bitcoins beurteilt er als recht sicher (sicherer als Desktop-Wallets, so AA. Vor allem dann sicherer, wenn man Microsofts „Windows“ habe).

AA erklärt im September 2016 den Charakter und die Anfänge des BITCOINS in einem 37-minütigen Video mit dem Titel: „Bitcoin for Beginners“:

AA charakterisiert Bitcoin als ein dezentrales globales, digitales Geldsystem, das frei ist und für jeden zugänglich, soweit er/sie Computer und Internetanschluss hat: befreit von dritten Instanzen, mit offenem Quellcode, zensur-resistent, also: neutral und ohne Zugehörigkeit zu einem Staat oder einer zentralen Bank. BITCOIN betrachtet er als eine erste Anwendung dieses dezentralen Geldsystems.

Eine seiner in anderen Videos genannten Bitcoin-Definitionen in Kürze:

Hash-basierte peer-to-peer-Transaktioen in verteilter digitaler Datenstruktur mit Zeitstempel.

Die cryptischen Hash-Zeichen sind hypersensibel: sie ändern sich sofort, wenn ich auch nur einen einzigen Buchstaben oder eine Zahl ändere: Damit ändert sich die Folge der Hash-Zeichen total und lässt sich nicht mehr identifizieren als die Zeichenfolge, die sie mal war. Hash-basierte Daten tragen zur Sicherheit von BITCOIN bei.

Der dem BITCOIN innewohnende PoW-Mechanismus (ProofOfWork) als Sicherheitsmethode ist stromintensiv, weil er von leistungsstarken Rechnern durchgeführt wird: Umweltbewusste kritisieren diesen Umstand. BITCOIN-Maximalisten wie Andreas Antonopoulos verteidigen diesen Aspekt dahingehend, dass der „BITCOIN“ aus diesem Grund so sicher sei und so gut wie unmanipulierbar.

Andere Methoden wie „Proof of Stake“, die keinen hohen Stromverbrauch verursachen, seien hingegen weniger sicher und demzufolge anfälliger für Hacks.

Eine kurze Bitcoin-Definition auf Deutsch liefert das online-Magazin „btc-echo“ in einem Video von 2018:

1.1. BITCOINS Wurzeln

BITCOIN ist eine digitale Währung, die es seit 2009 gibt und die von dem Anonymous Satoshi Nakamoto (SN) als Antwort auf die Banken- und Finanzkrise von 2008 entwickelt wurde. Ob der BITCOIN-Erfinder ein Mann, eine Frau oder eine Gruppe ist, ist bisher unbekannt. Den quelloffenen (open-source) BITCOIN-Code soll SN bereits 2007 geschrieben haben.

Schon bei dem Ausdruck „Währung“ scheiden sich die Geister: Während die CryptoSzene kein Problem mit Begriffen wie „CryptoCurrency“ (CryptoWährung) hat, möchten weite Teile an staatlichen Repräsentanten und der herkömmlichen (Zentral-)Banken- und Finanzwelt dem BITCOIN die Eigenschaft „Währung“ absprechen. Ob BITCOIN eine Währung ist oder nicht, sei erst einmal dahin gestellt – hier soll es zunächst darum gehen, den Charakter von BITCOIN zu betrachten die Inhalte/Funktionen/Intentionen zu beleuchten, die in ihm stecken.

Bisher fungiert BITCOIN als Investition und weniger als Währung. Ähnlich wie bei Gold wird er gekauft und aufbewahrt in der Hoffnung, dass der Kurs steigt. Deswegen wird BITCOIN gerne als „digitales Gold“ bezeichnet.

Der BITCOIN-Pionier und Software-Experte Andreas Antonopoulos über die fragliche Identität des BITCOIN-Erfinders SatoshiNakamoto in einem Video von 2017 (auf Englisch):

Das 9 Seiten umfassende Whitepaper(2) publizierte SatoshiNakamoto Ende Oktober 2008. Sein Titel lautet: „Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System.“ Ein digitales Geldsystem, das von Rechner zu Rechner funktioniert und ohne dritte Instanzen wie Banken und Staaten auskommen soll.

1.2. Two faces of BITCOIN

Wie so vieles im Leben hat auch BITCOIN zwei Gesichter: Er ist auf der einen Seite eine hochriskante und hochspekulative Assetklasse, inklusive sich darin tummelnder betrügerischer Akteure. Auf der anderen Seite bietet BITCOIN aber auch die Möglichkeit, innerhalb relativ kurzer Zeit hohe Gewinne zu erzielen, wenn man gewisse Dinge beachtet, die hier im Leitfaden zur Sprache kommen. Ein Quäntchen Glück gehört auch dazu.

Eine Garantie, mit BITCOIN Gewinne zu machen, gibt es auch bei Einhalten der hier genannten Tipps nicht! Dazu ist sein Kurs zu schwankend, manche Dinge laufen intransparent ab, Manipulationen finden statt.

Am 3.1.2009 soll der erste Bitcoinblock rechnerisch am Computer gemined (geschürft) worden sein. Als Beweis dient eine kurze Notiz, die SM diesem Genesis-Block beigefügt haben soll: Zu sehen ist die „Times“-Ausgabe vom 3. Januar 2009 mit dem Titel

„Chancellar on brink of second bailout for banks.“ (3)

Die ersten 50 BITCOINS werden auch auf das Jahr 2009 datiert. Seit 2011 ist SN in der Anonymität verschwunden.

Zwischen dem 3. Januar 2009 und 25. Januar 2010 sollen bei Blocknummer 36288 insgesamt 1.814.400 BITCOINS geschürft worden sein. 63 Prozent davon sollen nie ausgegeben worden sein. Dem BITCOIN-Erfinder Nakamoto werden ca. 1 Million BITCOINS zugeschrieben, die bis heute (2020) nicht bewegt worden seien.

1.3. BITCOINS Minen (schürfen)

Mit Rechenpower können Miner (Schürfer) Bitcoin minen (schürfen). Je stärker die Rechenpower, desto größer die Wahrscheinlichkeit, Bitcoin erfolgreich zu schürfen. Mittlerweile sind – in China beispielsweise – große Miningfarmen mit entsprechender Rechenleistung entstanden, die BITCOINS kommerziell schürfen mit leistungsstarken Rechnern, die allein zum BITCOIN-Mining eingesetzt werden: Da haben Miner mit privatem Computer schlechte Karten.

Nur derjenige, der am schnellsten mit seiner Rechenpower den richtigen Hash findet (Hash = eine Reihe an cryptischen Zahlen und Buchstaben, die ein Algorithmus generiert (bei BITCOIN ist es der SHA256-Algorithmus(5), der gemäß Zufallsprinzip bestimmte, unverwechselbare Muster erzeugt), und den Block als Erster 100-prozentig korrekt verifizieren kann, wird mit BITCOINS belohnt (Block-Reward(6)). Alle anderen gehen leer aus, akzeptieren den Sieger und machen sich auf, den nächsten Block zu finden.

Das Fundament: die Blockchain

Alle 10 Minuten wird 1 Block gefunden und rechnerisch verifiziert. Jeder Block trägt die Daten des vorherigen Blocks: eine Kette an Blocks ergibt die Blockchain (Chain = Kette), die täglich anwächst. Die Aspekte Sicherheit und Konsens übernehmen Computer mit der Proof of Work-Methode (PoW)(7): Basierend auf der stromintensiven Rechenleistung wird verifiziert. Das ist auch der Grund, warum Miningfarmen sich in Ländern und Regionen niederlassen, in denen die Stromkosten vergleichsweise gering sind. Der chinesische Boss der großen „Bitmain“- Mining-Farm Jihan Wu(8) gehört zu den schillerndsten Akteuren in der Cryptoszene.

Wem das Minen gelungen ist, der bekommt als Belohnung derzeit 6,25 BITCOINS. Vor vier Jahren waren es noch 12,5 BITCOINS. Dahinter steckt das so genannte „Halving“(9). Alle 4 Jahre halbiert sich die Anzahl der Bitcoins, die an Miner gehen. 6,25 BITCOINS an Belohnung mag zunächst viel klingen, wenn 1 BITCOIN ca 15.000 Euro wert ist. Dem gegenüber stehen aber hohe Strom- und andere Kosten von Miningfarmen/Minern.

BITCOIN hat von Haus aus einen deflationären Charakter durch die Begrenzung auf maximal 21 Millionen BITCOINS(10). Das Halving verstärkt diesen Effekt.

Sind sie mal alle ausgeschürft, dann kann es sein, dass das Geschacher um begehrte BITCOINS erst recht losgeht.

Den derzeit circa 8 Milliarden Menschen an Weltbevölkerung stehen auf der anderen Seite maximal 21 Millionen schürfbare BITCOINS entgegen. Bullische BITCOIN-Analysten gehen deshalb davon aus, dass dieser deflationäre Charakter zusammen mit dem Halving-Effekt die BITCOIN-Preise mit der Zeit in die Höhe schießen werde (11)

Die bisherige Preis-Entwicklung entspricht dieser These: Während der BITCOIN-Kurs im Jahr 2011 nur 3 Dollar betrug (12), ist ein Bitcoin nach nur 10 Jahren mittlerweile um die 15.000 Euro wert (November 2020, (13)). Jeder darf jetzt ausrechnen, um wie viel Prozent der BITCOIN-Wert gewachsen ist: Kein anderes Asset kann da mithalten, auch materielles Gold nicht. Immer dabei die ähnlich massiven BITCOINs Abstürze auf der anderen Seite der Waagschale berücksichtigen.

1.4. BITCOINS Charakter: ein flink springender Flummi

Pump & Dump, Bulle & Bär

Das Investieren in BITCOIN zählt zu den risikoreichsten Investments, die es überhaupt gibt. Dies deshalb, weil der Charakter von BITCOIN einem hibbeligen Flummi ähnelt: Der Kurs prallt hart auf den Boden (Dump, Bär), um dann wieder aufzuspringen und sich phasenweise in schwindelerregende Höhen zu bewegen (Pump, Bulle) – um dann erneut extrem hart auf den Boden zu fallen (wieder Dump). Das muss man erst einmal mit den Nerven und dem Herzen verkraften können. Wenn nicht, lieber Hände weg.

Allein in diesem November 2020 ließ sich beobachten, dass der BITCOIN-Preis auf der Bitstamp-Börse zunächst auf 19.666 Dollar schoss, um dann auf 16.800 Dollar (26. November 2020) zu plumpsen. In nur wenigen Tagen verlor er also annährend 3.000 Dollar an Wert!

Noch krasser waren die Kursbewegungen im Winter 2017 vor 3 Jahren: Im September 2017 ruhte der BITCOIN-Kurs bei gerade mal rund 3.000 Euro, während er nur knapp 3 Monate später Mitte Dezember auf sein erstes AllZeitHoch (AllTimeHigh, ATH) bei über 16.000 Euro hüpfte – um dann im darauffolgenden Jahr am 6. Februar 2018 wieder zu sinken auf 5.089 Euro!!! Von über 16.000 Euro auf ca. 5. 000 Euro in nur 7 Wochen!!! Das verkraftet nicht jeder, deshalb ist höchste Vorsicht geboten! Diejenigen, die beim AllTimeHigh Dezember 2017 BITCOIN teuer gekauft und in einem der Tiefststände in Panik geraten sind und wieder verkauft haben, sind gebrannte Kinder, die Verluste hinnehmen mussten.

Niemand weiß, wann der BITCOIN einen tiefen Boden (bottom) finden wird. Ähnlich schwierig ist es, den Punkt ausfindig zu machen, an dem die Kurve wieder steil nach oben zeigt und einen vorläufigen Höhepunkt erlangt.

Typische Muster in der Kursdarstellung sind demgemäß ein „W“ oder ein „M“ („Mc-Donald-Effekt“) oder „ein spitzer Kopf mit tiefen Schultern“.

Analyse-Tools für Aktien oder für BITCOIN mögen schön und gut sein, aber die Analyse-Vorhersagen für die extrem volatilen Crypto-Währungen (Crypto-Currency) sind noch unzuverlässiger als dies bei der klassischen Aktien-Analyse so manches Mal der Fall ist.

Etwas beruhigen mag der Umstand, dass man bei direkten BITCOIN-Käufen (= ich kaufe BITCOIN und lasse mich nicht auf Geschäfte mit Brokern ein, bei denen ich nur ein Papier besitze, das in dieser oder jener Hinsicht BITCOIN indirekt repräsentieren soll, ohne dass ich BITCOIN besitze) nur das verlieren kann, was man an Geld investiert hat. Es gibt ja durchaus Anlagemethoden, bei denen man in den Negativbereich runterrutschen kann und noch mehr Verluste erleidet als man insgesamt hineingesteckt hat.

Dennoch ist Vorsicht geraten bei BITCOIN-Investments: Habe ich 5.000 Euro bezahlt, um BITCOIN(-Anteile) zu kaufen und verkaufe ich bei einem Kurs von 3.000, dann habe ich in diesem Moment unterm Strich 2.000 Euro an Verlusten zu verbuchen.

Wenn es mir in einem günstiger verlaufenden Szenario gelingen sollte, meine BITCOIN-Anteile später für 7.000 zu verkaufen, habe ich 2.000 Euro Gewinn eingeheimst. Wenn derjenige, der sie mir für 7.000 abgekauft hat, seine Anteile später für 6.000 verkauft, hat er 1.000 Euro Miese gemacht.

Es ist ein Verschieben der möglichen Gewinne/Verluste auf die beteiligten Handelspartner (so wie bei Aktien-Gewinnen/Verlusten auch). Bemerkenswert ist der Level, auf dem das Ganze stattfindet: Ob ich bei einem Kurs von 4.000 Euro pro BITCOIN verkaufe/kaufe oder bei 15.000 Euro, wirkt sich durchaus auf den Inhalt meines Portemonnaies aus.

1.5. Die riskante Seite von (Bit-)Coin

Mittlerweile gibt es über BITCOIN hinaus über 7.000 verschiedene Coins, die auf Coinmarketcap aufgelistet werden. Die Nummer 2 auf der Coin-Rangliste nach BITCOIN ist der ETHER von Ethereum-Gründer Vitalik Buterin.

„Kriminelle nutzen Bitcoin“

(Bit-)Coins haben aufgrund ihrer extrem schwankenden Kurse einen zweifelhaften Ruf. Staaten und zentrale Banken beäugen misstrauisch die Entwicklung auf dem Crypto-Markt, denn die überwiegende Zahl der (Bit-)Coins und vor allem der BITCOIN selbst beansprucht, ohne dritte Instanzen wie Banken und Staaten auszukommen.

Dem explizit deflationären BITCOIN-Charakter mit seinen maximal 21 Millionen schürfbaren BITCOINS stehen die inflationären Schuldenberge der Staaten entgegen: Die Gelddruckmaschinen der Staaten hingegen laufen – gerade auch in diesen Pandemiezeiten – heiß. Da bekommt der eine oder andere das Bedürfnis, in einen Posten wie BITCOIN zu investieren als vermeintlich sicherer Hafen gegen eine möglicherweise ausufernde Inflation.

Nationen können mit politischen Entscheidungen (Bit-)Coin reglementieren. Da der Crypto-Handel eine globale Angelegenheit ist, neigen Crypto-Unternehmen dazu, ein restriktiv vorgehendes Land zu verlassen und sich in Ländern niederzulassen, die mehr Freiheiten bieten.

Die in der Bitcoinszene durchaus vorhandenen betrügerischen Angebote/Akteure sind nicht zu leugnen. Drogenumtauschplatz (SilkRoad und Mt. Gox-Börsen-Skandal siehe weiter unten), Börsen-Hacks, Fake-Coins wie der „OneCoin“-Betrug oder fragliche Schneeballsysteme wie „Bitconnect“ tragen nicht unbedingt zur Vertrauensbildung bei.

Diese dubiosen Machenschaften thematisiere ich weiter unten in Kapitel 6: „Wo lauern Fallen und betrügerische Angebote?“ Dem Cryptomarkt werden darüber hinaus Geldwäsche und Terrorfinanzierung vorgeworfen. Solche Vorwürfe werden von Kritikern genutzt, um Restriktionen anzumahnen und durchzusetzen. Das war mit dem Internet in seinen Anfängen ähnlich: Es wurde moniert, dass schmuddelige Akteure wie die Pornoszene das Internet nutzen und darüber hinaus zu viele Kriminelle sich dort rumtummeln würden. Mittlerweile nutzt so gut wie jeder das Internet. Gefahren lauern immer noch, aber wir haben uns darauf eingelassen und sehen mehr oder minder erfolgreich zu, dass wir potenziellen Betrügern im Internet nicht aufsitzen.

Zu den mutmaßlichen Verflechtungen der gehackten Crypto-Börse „Mt. Gox“ und dem Drogenskandal „SilkRoad“ findet sich im folgenden Video von „Mad Bitcoins“ eine kurze Meldung aus dem Jahr 2014 (in Englisch):

Es liegt an uns, was wir aus BITCOIN und Crypto machen

BITCOIN hat durchaus ein wankelmütiges, unsolides Gesicht, hinter dem Betrugsfallen lauern. Wobei es nicht der BITCOIN selbst ist, sondern dubiose Akteure, die BITCOIN in betrügerischer Absicht für ihre kriminellen Machenschaften missbrauchen. Denn BITCOIN selbst ist zunächst einmal nur ein neutrales digitales Protokoll – ähnlich wie das Internet-Protokoll – das nach festgelegten mathematischen und cryptischen Regeln auf Rechnern funktioniert.

Wir stehen wieder einmal vor der klassischen Situation: Ich kann ein Messer zum Brotschneiden benutzen, ich kann es aber auch missbrauchen, in dem ich damit einen Menschen ersteche/verletze/töte. Es liegt an uns, was wir daraus machen und welche Absichten wir verfolgen.

Wobei zugegebenerweise zum Teil recht bizarre und umstrittene Gestalten zu den „Pionieren“ des (Bit-)Coins zählen. Der Anti-Virus-Entwickler und Drogenkonsument McAfee(14) gehört dazu oder einer wie CraigWright, der behauptet, der BITCOIN-Erfinder zu sein. Auch das trägt zur Verunsicherung bei. Mit der Zeit betreten immer mehr Mainstream-Player den Cryptomarkt, wie z.B. paypal(15) oder „MicroStrategy“(16)

1.6. BITCOIN (BTC) nicht mit BitcoinCash (BCH) verwechseln!

Ein Fehler, der Anfängern unterlaufen kann: Man will BITCOIN (BTC) kaufen und kauft versehentlich „BitcoinCash“ (BCH), weil es den Namen „Bitcoin“ enthält. Nun gibt es innerhalb der Coins mittlerweile einige mit dem Beinamen „Bitcoin“. BitcoinCash ist aus einem so genannten Hard-Fork aus dem originalen BITCOIN vergabelt worden (Fork = Gabel).(17) Weitere Ableger sind BitcoinGold oder auch BSV („BitcoinSatoshiVersion“ des umstrittenen CraigWright, der zu den Crypto-Figuren gehört, die behaupten, der BITCOIN-Erfinder zu sein.(18)

1.7. Hodln oder hold?

Als „Hodln“ wird das Halten von (Bit-)Coins bezeichnet: (Bit-)Coins kaufen und so lange hodln, bis der Wert steigt und ein (Teil-)Verkauf Gewinne einbringt. Manche Hardcore-Hodler verkaufen gar nicht. foto: shutterstock

Hodln ist  populär, ist kult: (Bit-)Coin kaufen und (zum Teil jahrelang) halten, bis sie stark an Wert gewonnen haben – um dann einen Teil davon gewinnbringend zu verkaufen.

Zum Begriff „Hodln“: Er soll versehentlich entstanden sein, weil ein  BITCOIN-Enthusiast sich im Gespräch versprochen und versehentlich „hodl“, statt „hold“ gesagt haben soll. Übernommen und kultiviert wird seit dem der Ausdruck „hodln“.

Hier ein nettes Musikstück von kool savash und sido zum „Hodln“:

Sido & Savas „Hodln“ (Official HD Video) 2018   

1.8. Bitcoin ist bisher ein (volatiler) Wertspeicher, man zahlt damit idR nicht seine Miete

Vom anonymen BITCOIN-Schöpfer Satoshi Nakamato war BITCOIN so konzipiert, dass es als digitales Bezahlsystem funktionieren und das herkömmliche Geld- und Finanzsystem ersetzen, zumindest ergänzen sollte. Aber die Leute hodln: BITCOIN horten in der Hoffnung, dass es oder Teile davon zu einem späteren Zeitpunkt gewinnbringend verkauft werden kann.

Wenn dem BITCOIN von Kritikern vorgeworfen wird, es sei kein „richtiges Geld“, keine „richtige Währung“, dann trifft dies derzeit zu. Nur wenige Leute bezahlen per (Bit-)Coin. Warum sollte man es auch tun, wenn man damit rechnen kann, dass der Wert innerhalb von Wochen um 3.000 Euro oder mehr steigen kann? Der weitere Vorwurf, BITCOIN sei aufgrund seiner unberechenbaren Kurssprünge nach oben wie nach unten ein Spekulationsobjekt, mag auch zutreffen. So faszinierend das Phänomen „BITCOIN“ sein mag, ich kann nicht nachvollziehen, warum glühende BITCOIN-Anhänger auch dann alle Kritik von sich weisen, wenn sie in Teilen sachlich betrachtet zutrifft. Eine Reaktion wie: „Ja, mag sein, dass die Kritik zutrifft, dennoch ist und bleibt BITCOIN für mich die Zukunft“- scheint mir angemessener zu sein.

Wenn paypal seinen Kunden ermöglicht, nicht nur (Bit-)Coin zu kaufen/verkaufen und aufzubewahren, sondern auch damit zu bezahlen, kann es sein, dass mehr Leute mit Coins ihre Klamotten oder Elokrogeräte kaufen als bisher. Dennoch glaube ich, dass Bitcoin auf absehbare Zeit eher ein Wertspeicher sein und bleiben wird. Ein Wertspeicher, dessen Kurs (noch) stark schwankt.

BITCOIN ist ähnlich wie Gold ein Asset, das in den Leuten die Hoffnung weckt, es werde mit der Zeit wertvoller. Der einzige Unterschied: (Bit-)Coin lässt sich einfacher über Computer/Handys hin- und herschicken. Wer physisches Gold besitzt, muss es mit sich tragen, wenn er es bei sich haben möchte – dies auch dann, wenn er ins Ausland reist. Oder er tut sein Gold in einen Banktresor, wofür er jährlich eine Mietgebühr bezahlen muss. Für einen „Banktresor“ im (Bit)-Coin-Space wie „Ledger“ oder „Trezor“ muss man nur einmalig derzeit (November 2020) knapp 60 Euro bezahlen – und fertig, es fallen keine weiteren jährlichen Mietgebühren an.

Bisher hat BITCOIN die Wertsteigerung eindrucksvoll gezeigt: Zu den Anfängen 2010 lediglich ein paar Cent wert, kostet 1 Bitcoin derzeit (Stand 24. November 2020): 15.586 Euro. Es sind nicht viele Menschen, die auf die Schnelle mal 15.000 Euro hinblättern können für einen einzigen BITCOIN. Die kleinere Bitcoin-Einheit wird in „Satoshis“ dargestellt und hat 8 Dezimalstellen nach dem Komma.

1 Satoshi = 0,00000001 BITCOIN (BTC). (19)

Es mag die Zeit kommen, in der 1 BITCOIN so teuer wird, dass man vermehrt dazu übergeht, die Mengen in Satoshis anzugeben.

Auch wenn PayPal in das Crypto-Geschäft eingestiegen ist 2020  und man derzeit in den USA über PayPal Bit(Coins) kaufen/verkaufen kann – und darüber hinaus mit (Bit-)Coin wird bezahlen können: Bis heute spielt (Bit-)Coin als Zahlungsmittel kaum eine Rolle. Denn so gut wie jeder hofft auf die Wertsteigerung und hält sich deshalb damit zurück, mit (Bit-)Coin ein Handy oder ein Auto zu kaufen.

Niemand weiß, um wie viel der Wert des BITCOINS in 1 Woche, 1 Monat, 1 Jahr, 5 Jahren steigen/sinken wird. Wir erinnern uns: im Gegensatz zum derzeit inflationär gedruckten Geld hat BITCOIN einen deflationären Charakter mit der Tatsache, dass sein Gründer S.N. die Gesamtzahl an kursierenden und schürfbaren BTC auf knapp 21 Millionen begrenzt hat. Sind in Zukunft alle BITCOINS ausgeschürft, können sie nur noch hin- und hergeschoben werden zwischen den Besitzern/Händlern.

Steigt die Nachfrage und betreten immer mehr Menschen weltweit den Handel mit BITCOIN, wird auch der Preis voraussichtlich steigen bei gleichbleibender Maximal-Menge. Dies entspricht einer Theorie über deflationäre Entitäten. Die Theorie mag schön und richtig sein, ist die Frage, ob die Realität sich nach Theorien richtet.

Derzeit haben wir eine Weltbevölkerung von ca. 8 Milliarden Menschen. Auf diese verteilen sich die insgesamt 21 Millionen BTC. Je höher der Bitcoin-Kurs ist, desto begehrter wird er sein. Wenn BTC einen Kurs von 100.000 Dollar erreichen sollte, ist der Handel damit ein sehr riskanter Salto-Sprung ohne Netz: Der Abgrund bleibt bestehen und ein Sturz von 100.000 Dollar-Höhe um bis zu 90% kann schmerzhafter sein als einer, der bei 20.000 oder 10.000 Dollar stattfindet. Denn bei einem rapid einsetzenden Abverkauf und einem damit einhergehenden schnellen Kurssturz gilt für BITCOIN: den letzten beißen die Hunde.

1.9. BITCOIN hat keinen Besitzer

Das Neue an BITCOIN: Es gibt keinen Besitzer im herkömmlichen Sinne. Niemand kann einen Urheberanspruch auf BITCOIN erheben. Offensichtlich will dies nicht eimal sein Urheber, der Anonymus SatoshiNakamoto. Über die Gründe seiner Versenkung in der Anonymität wurde und wird wild spekuliert. Zum Beispiel wird erwähnt, dass SN sich nicht erpressbar machen möchte, weil er ja im Besitz von circa 1 Millionen Bitcoins sei. Trotzdem bleibt die Frage, warum der BITCOIN-Erfinder nicht seine Identität frei gibt, denn bis zum heutigen Datum (2020) würde er zum Helden einer ganzen digitalen Generation erhoben. Warum SN diese Lorbeeren nicht ernten will, ist und bleibt ein Rätsel.

Alle haben Zugang zum BITCOIN-Protokoll, wenn sie über einen Computer mit Internet-Anschluss verfügen und wenn sie sich für das Protokoll interessieren. Allerdings sollte man eine gewisse technische Affinität mitbringen, wenn man sich genauer mit dem BITCOIN-Protokoll beschäftigen möchte.

Der Quellcode von BITCOIN ist offen (openSource), nationenübergreifend, dezentralisiert auf viele Rechner verteilt. Solange es Internet-Verbindung gibt, funktioniert das BITCOIN-System. Das Internet bis auf den letzten Computer weltweit komplett auszuschalten, dürfte sich als schwierig erweisen.

BITCOIN ist also OpenSourceMoney für alle, die eine IP-Verbindung haben.

Antonopoulos redet in seinem Video darüber, dass man ohne eine Anmeldung oder Identifizierung am Bitcoin-Netzwerk teilnehmen und BITCOINS von Person/(Computer) zu Person/(Computer) anonym und nationenübergreifend in so gut wie jeden Teil der Erde transferieren kann gegen relativ geringe Gebühren. Der Aspekt des „Anonymen“ war/ist den Pionieren sehr wichtig; es ist aber fraglich, ob dieser Anspruch beibehalten/erfüllt werden kann.

Sämtliche Transaktionen sind in der BITCOIN-Blockchain erfasst worden von Beginn an. Und diese Blockchain ist transparent für jeden einsehbar. Besser kann man Transaktionen nicht nachvollziehen.

Okay, er sieht nur cryptische Transfer-Adressen, keine Echtnamen. Aber für Geheimdienste oder Polizei dürfte es möglich sein herauszubekommen, wer hinter diesen Adressen steckt. Ähnlich wie es beim Internet möglich ist, anhand von IDs herausbekommen zu können, wer der Nutzer ist.

Wer es darauf anlegt und über das entsprechende technische Know-how verfügt, kann erkennen, wer hinter einer BITCOIN-Transaktion steckt. Deshalb könnte es sich als fahrlässig erweisen, wenn Crypto-Akteure sich auf die vermeintliche „Anonymität“ von (Bit-)Coins verlassen. Das gilt auch für Coins wie Monero(20) oder Dash, denen die Anonymität der Nutzer besonders am Herzen liegt.

1.10. Crypto-Börsen haben den (Bit-)Coin-Handel überwiegend übernommen

Mit dem anonymen Hin- und Her-Schieben ist es eh vorbei, zumindest, was die Mehrheit der (Bit-)Coin-Käufer angeht. Es sind Krypto-Handelsbörsen wie Kraken, bitcoin.de, Coinbase oder Binance entstanden, bei denen ein großer Teil des (Bit-)Coin-Handels über die online-Bühne laufen.

Bei den Crypto-Börsen muss man sich in der Regel zuvor identifizieren, um (Bit-)Coin und Altcoins kaufen/verkaufen zu können. Cryptobörsen verlangen idR eine solche Identifizierung. Je höher die Summen sind, mit denen man hantieren will, desto strenger und langwieriger sind die Identifikations-Stufen. Der Identifikationsprozess kann dauern, weil man einige Dokumente online einreichen und oftmals ein Video- oder Post-Ident-Verfahren durchlaufen muss.

Nach wie vor laufen Transaktionen auch außerhalb der Crypto-Börsen. Sie werden „Over the counter“Markt (OTC-Markt) (21) genannt. Im OTC-Markt werden vor allem big player der Cryptoszene vermutet, die so genannten Wale. Auch über diesen Kanal können Leute mit hohem Bitcoin-Besitz den Markt manipulieren.

Ein großer Vorteil von (Bit-)Coin ist, dass man nur ein Smartphone/Computer braucht, um (Bit-)Coins zu kaufen/verkaufen und seine eigene Bank zu sein. Das kommt global betrachtet vor allem Menschen in ärmeren Regionen zunutze, die gar kein Bankkonto haben – und das sind weltweit betrachtet mehrere Milliarden – vor allem in Drittland-Regionen. So verwundert es nicht, dass Bitcoins zB in Nigeria sehr beliebt sind.

1.11. Wie kann ich sicher gehen, dass die (Bit-)Coin-Transaktion funktioniert? Das Thema „Vertrauen“ übernehmen die Rechner:

don`t trust, verify!

Niemand muss Angst haben, dass der Transaktionspartner sich plötzlich nicht mehr daran erinnern will, dass man ihm am Tag x eine bestimmte Summe an (Bit-)Coin gegeben hat: die Blockchain registriert sämtliche Transaktionen mit korrektem Zeitstempel akkurat und nachvollziehbar. Wenn alle Parameter stimmen (z.B, dass ich nachweisen kann, dass die Coins auch wirklich mir gehören) – wird die Transaktion auf rechnerischem Wege verifiziert und für alle einsehbar archiviert. Jeder kann, wenn er will, in die Blockchain gehen und überprüfen, von welcher Bitcoin-Adresse welche Summe an welche Adressen wann gegangen ist. Es wird nicht mit Echtnamen gehandelt, sondern mit cryptografischen Einzahlungs- und Auszahlungs-Adressen, die ein Algorithmus gemäß Zufallsprinzip generiert.

Kapitel 2: Wie und wo kaufe ich BITCOIN (BTC)?

Was muss ich tun, um BITCOIN kaufen zu können, sind sie wie meine Euros auf einem Bankkonto?

2.1. Seriöse Crypto-Börsen, auf denen Du BITCOIN und andere CryptoCoins kaufen kannst

Die Pionier-Zeiten, in denen Bitcoins ohne Handelsbörsen ausgetauscht wurden über Computer oder Handys, sind so gut wie vorbei. Mittlerweile findet der weltweite Handel überwiegend auf Crypto-Börsen statt. Und dort muss man sich in der Regel anmelden und/oder identifizieren, denn immer mehr Crypto-Börsen richten sich nach der KYC-Regel: „KnowYourCustomer“ (KenneDeinenKunden) (22). Das fällt unter die Reglementierungen, die von staatlicher Seite verlangt werden. Wollen Börsen sich einen legalen Touch verschaffen, führen sie KYC ein.

Ich nenne erst einmal die Crypto-Börsen, die ich mit geringem Geldeinsatz selbst schon ausprobiert habe und bei denen ich deshalb weiß: es funktioniert. Ein weiteres wichtiges Kriterium: sie gelten als vergleichsweise seriös und wurden bisher nicht gehackt.

Crypto-Börsen, die ich erprobt habe mit wenig Geldeinsatz: diese hier funktionieren und wurden bisher nicht gehackt:

bitcoin.de

bitcoin.de ist eine deutsche Crypto-Börse. Man meldet sich mit seinen persönlichen Daten an, macht ein Identverfahren (online per Video oder kostenpflichtig per Post), hinterlässt ein Bankkonto. Für den so genannten Express-Handel kann man sich ein Konto bei der fidor-Bank einrichten. Dieses war früher kostenlos, imittlerweile aber mit Kontoführungsgebühren verbunden. Kauf/Verkauf/Aufbewahrung funktionieren auch ohne fidor-Bank über die eigene Hausbank. Von diesem Bankkonto wird das Geld abgezogen, wenn man Crypto kauft, und dort landet das Geld, wenn man sie verkauft.

Stärken von bitcoin.de

  • Relativ einfaches Anmeldeverfahren
  • seriöse Börse, in Deutschland ansässig
  • größter Teil der Coins werden nach eigenen Angaben in so genannten „cold wallets“ aufbewahrt (23)
  • deutschsprachiger Support per Mail
  • man kann mit Euros CryptoCoins wie BITCOIN kaufen (dies ist auf internationalen Börsen nicht immer der Fall)

Nachteile:

Es werden nur wenige Coins gehandelt: unter anderem BITCOIN (BTC), BitcoinCash (BCH), Ether, Litecoin. Wenn man bedenkt, dass es mittlerweile über 7.000 verschiedene Coins gibt, sind die auf bitcoin.de gehandelten von der Anzahl her recht wenig.

Der Handel konzentriert sich aber eh auf Bitcoin und Ether, die Bitcoin-Dominanz beträgt derzeit 66 % (Mitte November 2020). Dennoch: Es gibt aufstrebende Coins, die mit neuen technischen und anwenderorientierten Entwicklungen in der Crypto- und Blockchain-Szene einhergehen – und diese findet man vergeblich in bitcoin.de.

Es werden nur User mit deutschem Pass akzeptiert. Wohnort in Deutschland reicht nicht aus.

Hier ein kurzes Video über die wichtigsten Schritte bei der Registrierung auf der Handelsbörse bitcoin.de von „Crypvision“:

Man kann bei bitcoin.de über seine eigene Hausbank CryptoCoins kaufen oder aber man richtet sich ein Konto bei der fidor-Bank ein (jetzt „futurum“). Letzteres ermöglicht den Express-Handel und eine größere Preisauswahl beim Coinkauf: ich komme bei Kauf und Verkauf besser weg. Ohne fidor-Konto kaufe ich teurer ein und verkaufe meine Coins billiger – ist natürlich ärgerlich.

Hier ein zweites Video von „Cryptvision“ zum Thema Bitcoin.de-Verifizierung“

Mann kann mit einem fidor-Konto auf bitcoin.de Coins kaufen, muss es aber nicht. Da ein fidor-Konto mittlerweile mit Kontoführungs-Gebühren verbunden ist, bitte entsprechend vorher informieren, wie viel die aktuellen Kosten betragen (zuletzt war von 5 Euro an monatlichen Kontoführungsgebühren zu lesen).

Wer sich eingehend mit den Rahmen-Bedingungen von bitcoin.de beschäftigen möchte, schaut am besten in de FAQs auf bitcoin.de (24) Dort werden so gut wie alle wichtigen Fragen beantwortet.

Deutschsprachiger Support

Großer Vorteil von bitcoin.de: Es gibt einen deutschsprachigen E-Mail-Support. Es wird idR recht schnell geantwortet, wenn man Fragen hat oder Hilfe braucht. bitcoin.de vermittelt auch zwischen Händler und Käufer, wenn Schwierigkeiten auftauchen sollten.

Ebenfalls wichtig: Nachdem man seine (Bit-)Coin gekauft hat, muss man innerhalb einer bestimmten Zeit den Kauf und die Bezahlung explizit bestätigen, ansonsten ist der Handel ungültig und man büßt an seinem Trustlevel ein.

Wenn man sich angemeldet hat auf bitcoin.de mit persönlichen Daten und Ident-Verfahren, kann man je nach Trust-Level für eine bestimmte Summe (Bit-)Coins kaufen. Der Marktplatz bietet einen Überblick über die angebotenen Käufe und Verkäufe. Habe ich keine fidor-Bank, kann ich nur die Käufe angehen, die meinem Level entsprechen – und die sind wie gesagt ungünstiger als die mit fidor-Bank (=expressHandel).

Angenommen, ich will 0.1 Bitcoin kaufen über meine Hausbank, so kann ich mir entweder aus der Liste der angebotenen Käufe einen Posten auswählen und den Kaufprozess anleiern, oder aber ich gehe oben in die Zeile, in der ich meine gewünschte Menge für den gewünschten Preis eingeben kann (wer Preise eingibt, die deutlich abseits des jeweils aktuellen Preises stehen, darf sich nicht wundern, wenn er kaum/keine Angebote aufgelistet bekommt.

Käufe sind verbindlich und müssen explizit bestätigt werden

Wenn man auf „kaufen“ drückt, gilt dies als verbindlicher Kauf. Überweist man nicht die entsprechend geforderte Summe, wird man durch eine Sanktion in seinem Trust-Level herabgestuft: Wer es hier so weit treibt, dass er einen miserablen Trust-Level bekommt, kann es bei späteren Käufen/Verkäufen schwer haben, einen Handelspartner zu finden. Eine kleine Möglichkeit gibt es, den Kauf zu widerrufen: Man kann beim Handelspartner anfragen, ob er bereit ist, den Kauf/Verkauf zu stornieren.

Habe ich das Geld überwiesen, muss ich innerhalb eines befristeten Zeitfensters anklicken, dass die Anweisung erfolgt ist – ansonsten ist der Handel ungültig.

Ist das Geld eingegangen und hat mein Handelspartner dies bestätigt, gehören die 0,1 Bitcoin mir. Sie tauchen dann in dem Reiter „mein Bitcoin.de“ auf. Auf bitcoin.de habe ich eine Übersicht meiner Käufe und Verkäufe: Das ist sehr nützlich, wenn man gegenüber dem Finanzamt nachweisen muss, ob, wann und in welcher Höhe man Gewinne erwirtschaftet hat.

Hier kannst Du Dich bei bitcoin.de anmelden, um BITCOIN zu kaufen/verkaufenAFL:

https://www.bitcoin.de/de/r/m9ga6y

Binance

Wer sich über die bei bitcoin.de genannten wenigen Coins hinaus noch für viele andere Alt-Coins interessiert, ist bei der Crypto-Börse „Binance“ gut aufgehoben. Binance ist in China gegründet worden und unter anderem in Malta ansässig. Um zu wissen, in was ich investiere, sollte ich mich aber vorher informieren, was hinter dem Coin steckt (Konzept, Ziel, Funktion, Team, Netzwerk, Community, Fortschritt, Zukunftsaussichten…). Viele Coins kommen, werden raufgepumpt, um dann wieder in der Bedeutungslosigkeit zu versenken: Oft stehen kurzzeitige Schneeballsysteme dahinter, bei denen nur einige wenige den Reibach machen, während die Mehrheit leer ausgeht.

Coins, die stark dastehen durch ein funktionierendes Netzwerk an Entwicklern und Usern wie BITCOIN oder Ether und dazu noch vielfältige Anwendungsmöglichkeiten bieten wie die Ethereum-Blockchain, haben bis heute Bestand/Wert.

Relativ neu bei Binance: Mann kann Euros auf das Binance- Konto transferieren und damit Coins kaufen. Aber Achtung: Hier gibt es Limits. Wer mit höheren Summen handeln möchte, muss mit zusätzlichen Hürden bei der Identifikation rechnen.

Hier kannst Du Dich bei binance anmelden, um BITCOIN zu kaufen/verkaufenAFL:

https://www.binance.com/en/register?ref=16127617

blockchain.com

blockchain.com ist in erster Linie eine wallet, bei der man einige der bekannten Coins aufbewahren, aber auch kaufen kann. Wer seine Coins auf einer BörsenWallet wie blockchain.com aufbewahrt, sollte sich bewusst machen, dass er nicht den PrivateKey (siehe Kapitel 4.1.) besitzt. Wer nicht den Private Key, besitzt, der hat keine richtige Kontrolle über seine Coins.

Hier kannst Du Dich bei blockchain.info anmelden, um BITCOIN zu kaufenAFL:

Blockchain − das vertrauenswürdigste Kryptounternehmen

Weitere Börsen, die in der deutschen Crypto-Community als seriös gelten, die ich aber nicht ausprobiert habe:

  • Bison von der Börse Stuttgart. Bei Bison kann man mit Euros einige Cryptocoins kaufen, u.a. BITCOIN. Sie bezeichnet sich nicht als klassische CryptoBörse, weil beim Kauf/Verkauf nicht einzelne (Privat-)Händler stehen wie bei bitcoin.de: „Bei BISON handelst du nach der Anmeldung und der nötigen Verifizierung immer mit der EUWAX AG, einer Tochtergesellschaft der Boerse Stuttgart GmbH.“
  • Kraken gilt ebenfalls als eine seriöse Handelsbörse im internationelen Crypto-Handel. Ansässig ist sie in den USA. Viele in der Crypto-Szene schwören auf Kraken, weil (Bit)-Coin-Käufe verglichen mit anderen Börsen zu günstigeren Preisen ablaufen und anfallende Gebühren sich moderat halten.Weiterer Vorteil: Obwohl es eine amerikanische Börse ist, kann man mittlerweile Coins mit Euro kaufen.
  • Bitwala aus Berlin: mobile Banking und Crypto-Trading in einem nach Anmeldung und Video-Ident-Verfahren: „Bei Bitwala bist du im Besitz der privaten Wallet-Schlüssel. Du hast die volle Kontrolle über deine Keys und deine Coins, niemand sonst kann darauf zugreifen oder Transaktionen autorisieren, auch Bitwala nicht.“ Zitiert aus:

Meine Auswahl an Crypto-Börsen richtet sich in erster Linie nach persönlichen Auswahlkriterien: Ich empfehle nur Börsen, die ich mit wenig Geldeinsatz und ohne großen Aufwand selbst ausprobiert und als „funktionierend“ kennen gelernt habe. Darüber hinaus sind gelten die ausgewählten Börsen in der Crypto-Community als seriös und sind bisher nicht gehackt worden.

Es gibt natürlich noch mehr CryptoBörsen, die einen seriösen Ruf genießen und die nicht hier aufgelistet sind. Ich erhebe keinen Anspruch darauf, alle existierenden soliden Börsen aufzuzählen. Wenn Ihr meinen solltet, die und die Börse gehört unbedingt in diese Reihe und sollte aufgenommen werden als „seriöse und funktionierende“ Crypto-Exchange (Börse), könnt Ihr es mir gerne mailen/vorschlagen in Euren Kommentaren.

Kapitel 3: Was kostet „ein“ BITCOIN?

Der BITCOIN-Preis schwankt stark. Zu Pionierzeiten schickten sich BITCOIN-Enthusiasten im Jahr 2010 die Coins für wenige Cent hin und her. Nach 10 Jahren muss man heute (Stand 23. November 2020, 14 Uhr) annährend 15.700 Euro Zahlen. Ich habe an dieser stelle mit Absicht die Uhrzeit notiert, denn BITCOIN ändert häufig seinen Kurs, manchmal sind innerhalb von nur wenigen Minuten deutliche Kursschwankungen zu verzeichnen.

Der aktuelle BITCOIN-Kurs ist stets einsehbar unter coinmarketcap.com (25) oder finanzen.net (26)

Im Laufe der Jahre haben wir enorme Wertsteigerungen beobachten können, aber auch Abstürze von 80 Prozent und mehr. Deswegen wiederhole ich: BITCOIN ist ein hochvolatiles Asset und nur mit der entsprechenden Vorsicht und Nervenstärke zu genießen.

Niemand muss „ein“ BITCOIN kaufen. Zumal man in diesem November 2020 über 15.000 Euro dafür hinblättern muss. Es lassen sich auch kleinere Anteile erwerben: 0,1 oder 0.2 oder 0,001…

3.1. BITCOINS Leitwährung in Fiat ist der US-Dollar

BITCOINS Kurspreis wird international in US-Dollar angezeigt. So wie es auch bei materiellem Gold der Fall ist. Derzeit haben wir einen recht schwachen Dollar (1 Dollar = 84 Cent im November 2020). Vor nicht allzu langer Zeit lag der Dollar bei 88/89 Cent: Hier sind die entsprechenden Währungs-Wechselkurse zwischen Euro und Dollar zu beachten.

Kapitel 4: Wie bewahre ich meine BITCOINS sicher auf?

Für viele wahrscheinlich ein Problem, für BITCOIN-Enthusiasten hingegen ein positives Alleinstellungsmerkmal und einer der wichtigen Gründe, warum es überhaupt BITCOIN gibt:

„Be your own bank“ bedeutet, dass man selbst für seine Cryptos und deren Aufbewahrung verantwortlich ist. Dafür gibt es so genannte Wallets ( = digitale Geldbörsen). Bei Hardwallets wie „Ledger Nano“ oder „Trezor“ besitzt man den privaten Zugangsschlüssel (Private Key). Andreas Antonopoulos pflegt zu sagen:

„Your private key = your bitcoin, not your private key = not your bitcoin“.(27)

Andreas Antonopoulos

Was er damit meint und was gemacht werden muss, um seine BITCOIN möglichst sicher aufzubewahren, seht Ihr in seinem Video von 2017:

Aus meiner Sicht das größte Risiko, seine (Bit)-Coins zu verlieren: Fehler bei der Aufbewahrung, die wir selbst zu verschulden haben.

Mögliche Fehler: Ich weiß nicht mehr, wo ich meinen PrivateKey und mein PIN aufbewahre.

Nach dem Kauf von Bitcoins müssen wir uns selbst darum kümmern, dass unsere Coins sicher aufbewahrt werden. Wir sind unsere eigene Bank: mit allen Vorteilen und den möglichen Nachteilen. Wir können nicht mehr unsere Sparkasse anrufen und dies und das erfragen. Auch sind unsere Einlagen auf den meisten Plattformen nicht im klassischen Banksinne bis zu 100.000 Euro gesichert.

4.1. Der Private Key

Wir sind unsere eigene Bank und selbst verantwortlich für den Zugang zu unseren Crypto-Konten. Dabei hilft uns der Private Key

Nur dann, wenn wir den so genannten PrivateKey besitzen, besitzen wir auch unsere (Bit-)Coins, bzw. er ist der Schlüssel zum Zugang zu unseren (Bit-)Coins.

Das (Bit-)Coin-Konto verwaltet man selbst mit Hilfe seines Private Keys und einer PIN.. Das erfordert nicht nur Verantwortung, sondern auch a bisserl (technisches) KnowHow.

Den Private Key richten wir selbst ein. Er besteht aus 12, bzw. 24 kurzen Wörtern, die nach dem Zufallsprinzip generiert werden aus dem Fundus des englischsprachigen Wörterbuchs.

Aus diesem Private Key werden die so genannten Public Keys generiert, wenn es darum geht, (Bit-)Coin-Transaktionen in die Wege zu leiten. Andreas Antonopoulos in eines seiner weiteren Videos aus dem Jahr 2018 über Private und Public Keys:

(Bit-)Coin in einer Hardware-Wallet aufbewahren mit Private Key

Eine vergleichsweise sichere Verwahrungsart stellen so genannte Hardware-Wallets dar. Sie ähneln einem USB-Stick. Wer so etwas besitzt und es sich korrekt einrichtet, ist im Besitz seines Private Keys und damit auch im Besitz seiner (Bit-)Coins.

Wenn es um Summen geht, deren Verlust wir nicht verkraften (möchten), empfiehlt sich eine solche Hardware Wallet.

4.2. Hardware-Wallet Ledger Nano

Der Ledger Nano sieht aus wie ein USB-Stick und kostet derzeit 59 Euro (Stand November 2020, in früheren Jahren war er deutlich teurer).

Es wurden in der Vergangenheit zwar die eine oder andere Schwachstelle am Ledger aufgezeigt, aber sie sind bisher nicht geknackt worden. Das spricht für sie und deshalb gelten Hardware-Wallets wie der Ledger (auch „cold wallet“ genannt) als eine sichere Art, (Bit-)Coins aufzubewahren.

Kaufen wir uns einen Ledger und richten ihn ein (wie das geht, wird im unteren Video von TOGB gezeigt), wird der so genannte PrivateKey durch ein Zufallsprinzip generiert. Er besteht aus 12 oder 24 englischen kurzen Wörtern (SEED genannt). Er zieht sich seine Phrase aus 2048 Wörtern des Englischen Wörterbuchs. Bei einem 12-Seed sind dies 2048 hoch 12 Kombinations-Möglichkeiten. Also schlecht knackbar.

Von diesem MasterPrivateKey werden PublicKeys generiert. Darüber hinaus müssen wir eine PIN wählen, die wir im Ledger eingeben, damit er sich mit der „Ledger Live-App“ auf unserem Computer-Desktop verbinden kann. Mit dieser PIN haben wir Zugang zu unserem (Bit-)Coin. Die Bitcoins selbst liegen stets auf der Blockchain, nicht im Ledger. Der Ledger ist unser Zugang zum (Bit-)Coin.

Neben dem Ledger gibt es auch die Möglichkeit, sich auf dem Computer-Desktop eine Wallet einzurichten.  Eine Desktop-Wallet gilt jedoch als unsicherer. Auf mobilen Smartphones lassen sich ebenfalls Wallets laden.

Da Hardware-Wallets wie der Ledger derzeit als recht sichere Methode gelten, verweise ich auf ein Video-Tutorial von Patrick, der unter dem Namen „TOGB“ einen Youtube-Kanal laufen hat und ausführlich den Umgang mit dem Ledger Nano erklärt:

TOGB-Youtube-Video im Mai 2019 zum Thema „Ledger Nano-Anleitung zur sicheren Bitcoin-Aufbewahrung:

Etwas kürzer, aber auch gut erklärt von btc.echo im Dezember 2017:

Der beste Weg, sich einen Ledger zu kaufen, ist über die Website des Herstellers zu gehen:

Hier kanns Du direkt beim französischen Hersteller „Ledger“ eine Ledger-HardwareWallet kaufenAFL:

 https://shop.ledger.com/?r=2a80f9641227


4.3. Alternative zum Ledger: Hardware-Wallet trezor

Die Hardware-Wallet „Trezor“ gilt ebenfalls als sicher. Der „Trezor one“ kostet derzeit 56,56 Euro und kann hier gekauft werden:

Trezor wirbt mit dem Slogan: „The safe place for your coins“. Der Trezor unterscheidet sich optisch ein wenig vom Ledger: ist etwas breiter und kürzer. Wie der Ledger auch, kann der Trezor über Bitcoin hinaus auch Ether und viele andere Altcoins sicher verwahren.

4.4. Wo ist mein PrivateKey? Wo habe ich meine PIN aufgehoben?

Wenn man seinen PrivateKey verliert und sich dann vielleicht noch nicht mehr an seinen HardwareWalletPin erinnern kann, hat man leider keinen Zugang mehr zu seinen BITCOINS. Zwar liegen BITCOINS noch auf der Blockchain, aber ich habe keine Möglichkeit mehr, an sie ranzukommen: sie sind für mich verloren.

Der einzige Trost: Es passiert auch anderen. Einige Millionen Bitcoin gelten als „eingefroren“, weil die ehemaligen Besitzer ihren PrivateKey und ihre PIN verloren haben.

Solche Verluste, bzw, die Angst, den Zugang zu seinen (Bit-)Coins zu verlieren, tragen dazu bei, dass (Bit-)coin noch nicht die Massenadaptation erfahren hat: Wer nicht mehr weiß, wo er seinen PrivateKey aufbewahrt hat mit den code-Wörtern und dann noch seine PIN vergessen hat, der hat schlechte Karten, denn er kommt nicht mehr an seine (Bit-)Coins ran.

Je höher die Summen sind, die man ausgegeben hat für (Bit-)Coins, um so bitterer ist ein solcher Verlust. Wir können uns nicht mehr darauf verlassen, dass unsere Coins von einer Bank wie die Sparkasse oder Postbank aufbewahrt wird – wo wir die Möglicheit haben, einen neuen PIN zu beantragen für den Fall, dass wir ihn verloren/vergessen haben. Der Handel mit (Bit-)Coins ist ein Salto-Sprung ohne Netz: ein harter Prall kann die Folge sein (bringt uns zwar nicht um wie ein wirklicher Salto-Fall, aber tut trotzdem weh.)

Big Player wie PayPal haben den Cryptomarkt betreten: US-Bürger können jetzt schon (November 2020) Bitcoin und einige weitere Coins über PayPal kaufen/verkaufen. Sie können ihre Coins auch aufbewahren lassen von PayPal: Aber sie haben dann nicht den PrivateKey in der Hand. Wenn es einen Hack o.ä geben sollte, sind (Bit-)Coin-Besitzer auf die Kulanz von PayPal angewiesen, wenn es darum geht, gestohlene und damit verlorene (Bit-)Coins zu erstatten.

Der Trend wird wahrscheinlich mehr und mehr dahin gehen, dass die Leute ihre (Bit-)Coins von einer dritten Instanz aufbewahren/verwalten lassen. Das steht der ursprünglichen Idee von BITCOIN „sei deine eigene Bank“ entgegen, aber andererseits ist es eben nach wie vor für viele schwierig, mit der Technik eines Hardwarewallets wie Ledger nano oder Trezor umzugehen – samt PrivateKey.

Kapitel 5: Wenn ich ü40 bin: lohnt sich da noch ein (Bit-)Coin-Kauf bei meinem kürzeren Anlagehorizont?

Wir haben in den vorherigen Kapiteln den Charakter des BITCOINS kennengelernt und den Umstand, dass es sich um ein stark schwankendes Investment handelt. Das entspricht dem bisher geltenden Grundsatz: Je risikoreicher ein Asset ist, desto lukrativer können die Gewinne sein. Das trifft auf BITCOIN zu – genauso trifft es aber zu, dass man riskiert, Geld zu verlieren. Dies wahrscheinlich in stärkerem Maße, als es bei Assets wie Betongold, Gold oder ETFs der Fall wäre.

Es kann nicht oft genug wiederholt werden: Nur dann, wenn man weiß, dass man es nervlich aushält, Geld zu verlieren durch BITCOIN-Invests, sollte man sich hineinwagen.

Der Zeit-Horizont eines ü-40-Menschen ist faktisch kürzer als der eines Mittzwanzigers. Ein zwanzigjähriger Student mag vielleicht 1.000 Euro in BITCOIN investieren – wenn der Kurs abstürzen  und er mit Verlusten verkaufen sollte, ist dies zwar ärgerlich, aber nach diesem Lehrgeld hat er noch viel Zeit vor sich, um das Lenkrad umzudrehen und hoffentlich Gewinne zu erwirtschaften durch zukünftige Anlagen.

Handelt es sich aber um einen 45, 55, 65 Jährigen, der zudem wenig Geld besitzt, ist bei BITCOIN Vorsicht geboten: Für alle und insbesondere für Ältere gilt: Nie mehr Geld einsetzen, als man finanziell und emotional verkraften kann bei einem eventuellen Totalverlust. Vor allem nicht sein sein ganzes Hab & Gut einsetzen, um noch mitmischen zu können bei BITCOIN.

Wenn ich denke: „Ich habe nur einen Teil meines Geldes in BITCOIN gesteckt, sollte der Kurs total den Bach runtergehen und ich verkaufe ganz unten, dann weine ich nicht um meine schönen Kröten“ – in so einem Fall wäre ein BITCOIN-Invest in finanzieller und emotionaler Hinsicht okay.

Klamm sein, womöglich noch Geld leihen müssen, um auf den rapid fahrenden BITCOIN-Zug zu springen in einer Phase, in der er enorm an Fahrt nach oben gewonnen hat – und sich dadurch hoffnungslos zu verschulden: nicht ratsam.

Kapitel 6: Wo lauern Fallen und betrügerische Angebote?

Ein Fallstrick, den es schon öfter gab: Crypto-Börse wird gehackt

Ich habe mich bei einer Crypto-Börse angemeldet, dort BITCOIN gekauft und lasse sie auf der Börse liegen. Wenn meine (Bit-)Coins auf einer Börse liegen, besitze ich sie nicht und habe keine Kontrolle über sie. Die Kontrolle, wenn es denn eine gibt, hat die Börse.

Ich bin nicht im Besitz des „Private Key“, wenn meine Coins auf ner Exchange (Handelsplattform) liegen. Nur dann, wenn ich den Private Key besitze, besitze ich auch meine Bitcoin. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn ich mir eine Hardware-Wallet besorge und mit ihrer HIlfe meine (Bit-)Coins „cold“ aufbewahre.“Cold“-Wallets (28) wie Ledger Nano oder Trezor hebe ich separat vom Computer/Internet woanders auf – sie haben keine Verbindung zum Internet – es sei denn, ich stelle sie zeitweise bewusst her, um (Bit-)Coins zu transferieren.

Manche Exchanges wie bitcoin.de oder binance heben nach eigener Aussage einen großen Teil ihrer Coins in einer cold-Wallet auf. Auch in diesem Fall besitze ich nicht den PrivateKey: „not your privateKey, not your bitcoin“. Falls die Börse gehackt wird, bin ich auf die Kulanz der Exchange angewiesen, wenn es darum geht, die User zu entschädigen.

6.1. Dubiose Akteure, Fallstricke, gehackte Börsen

Dieses Video bietet einen kleinen Überblick über einige krumme Machenschaften und deren dubioso Akteure, die beispielsweise beim FakeCoin „OneCoin“ , dem Skandal rund um „SilkRoad“/der CryptoBörse „Mt.Gox“ oder dem Schneeballsystem „BitConnect“ ihr Unwesen trieben (in Englisch):

Hacks und Scams fingen erschreckend früh an:

Der Börsen-Hack von Mt. Gox(29)

Beim Hack der großen Mt. Gox-Börse im Jahr 2011 soll ein „Unbekannter“ sich Zugang verschafft und 25.000 BITCOINS entwendet haben. Der BITCOIN-Preis lag im Juni 2011 bei 30 Dollar, nach dem Mt.Gox- Hack fiel er auf 3 Dollar im Oktober 2011.

Silk Road galt als halbseidenes Darknet für Drogengeschäfte. SilkRoad-Chef Ross Ulbricht wurde 2014 verhaft. Es hinterlässt einen faden Beigeschmack, wenn man betrachtet, dass es personelle Überschneidungen zwischen Mt.Gox und SilkRoad gegeben haben soll. (29)

Von denjenigen, die ihre Coins auf der Mt.Gox-Börse liegen gelassen hatten, verloren manche diese. Das kann immer und auf jeder Börse passieren, auch auf denen, die als seriös gelten. Das liegt einfach daran, dass Cyberkriminelle nicht schlafen und immer wieder Versuche starten, auf diese Weise sich zu bereichern. Abgesehen davon wurde und wird der Verdacht geäußert, dass es Mitglieder der Börse selbst sein könnten, die hinter dem Scam stecken. In beiden Fällen würde ich meine Coins verlieren. Deshalb ist es so wichtig, sich eine externe digitale Geldbörse einzurichten wie die Hardware-Wallet Ledger Nano oder Trezor und darüber zu wachen, dass man sein PrivateKey und seine PIN nicht verliert. Sollte ich meine PIN verlieren, kann ich mir mit Hilfe des PrivateKeys dennoch Zugang verschaffen zu meinem Konto.

Mt. Gox verprach nach dem Hack, seine Kunden entschädigen zu wollen. Ob und in welchem Umfang dies tatsächlich geschehen ist, konnte ich nicht umfassend nachverfolgen.

6.2. Tether-Hack im November 2017

Der Tether-Hack umfasste 31 Millionen Dollar. Das Pikante daran: Tether arbeitete mit der Börse „Bitfinex“ zusammen, die gehackt wurde. Bitfinex-Chef Strategy Officer Phil Potter soll gleichzeitig als Tether-Direktor fungiert haben. Tether selbst spielt als so genannter Stable-Coin eine zentrale Rolle im Crypto-Ökosystem. Tether behauptet, dass jeder Tether durch 1 Dollar gedeckt sei – einen Beweis konnten sie leider bis heute nicht erbringen. (30)

6.3. BitConnect: Bitconneeeeeccct!-Scam!!!!!!!!!!!!!!

BitConnect war eine große Betrugsmasche im Stile eines Pyramiden-Systems, auf die leider relativ viele Leute reinfielen. Der Bitconnect-Token wurde fleißig gekauft von Leuten, die den leeren Versprechen Glauben schenkten in der Hoffnung, schnell Geld zu scheffeln. Nachdem die Wertpapierbörse Texas das „Projekt“ BitConnect als Schneeballsystem bezeichnet und eine Unterlassungsklage angestrengt hatte, verlor der Token nach Ankündigung der Schließung über 90 % seines Wertes: viele verloren ihr Geld, nur einige wenige, die auf der Spitze der Pyramide saßen, sackten die Gelder ein. (31)

6.4. OneCoin-Scam

2014 gegründet, gehörte Onecoin zeitweise nach Bitcoin zum zweitgrößten Coin. Verantwortlich für die Betrugsmaschinerie von Onecoin ist die selbsternannte Crypto-Queen Ruja Ignatova . Zusammen mit ihren Gefolgsleuten sammelte sie viel Geld ein und tauchte dann unter. (32)

Hier ein aktuelles Video vom Januar 2020 über die dubiose Ruja Ignatova:

6.5. Mehrzahl der ICOs auf Ethereums Blockchain in den Jahren 2017/2018

Es gibt Trends in der Crypto-Ökonomie, die einem ermöglichen, viel Geld zu scheffeln: ICOs (InitialCoinOfferings). Analog zu Initial Public Offerings (IPOs) aus dem klassischen Börsenterrain werden bei ICOs für ein Projekt/StartUp Gelder von potenziellen (privat-)Investoren gesammelt. Das Geld lag bei Crypto-Enthusiasten recht locker in den Taschen, so dass riesen-Summen eingesammelt wurden. Nur leider verliefen bis zu 95 Prozent dieser ICOs ins Leere, bzw in die Taschen dubioser Akteure.

Allein Telegram sammelte im Rahmen eines ICOs 1,7 Milliarden Dollar. Bei dem Crypto-Unterfangen „EOS“ waren es 4,1 Milliarden. Daran ist zu erkennen, wie viel Geld global im Namen von Crypto-Start-ups eingesammelt wurde. Problem dabei: Seriöse Crytpo-Beobachter gehen davon aus, dass bis zu 90 Prozent dieser Gelder ins Leere gingen, weil z.B. Projektziele nicht erreicht/realisiert wurden – oder dass immense Summen in die Taschen dubioser Akteure geflossen sind.

Der Programmierer IvanOnTech zum Thema „ICO-Scams“:

6.6. DeFi-Hype und mögliche Scams

Nach dem ICO-Hype der Jahre 2017/18 erscheint gegenwärtig ein neuer Trend am Crypto-Horizont: DeFi (DecentralizedFinance/dezentrale Finanzen).

Bei DeFi geht es beispielsweise darum, auf dezentralisierten Plattformen mit Hilfe von SmartContracts (33)Coins zu verleihen/leihen und dafür Zinsen zu bekommen. Oder auch Crowdfounding zu betreiben. Wie bei ICOs in der Vergangenheit auch, dient die Ethereum-Blockchain für DeFi-Anwendungen.

Hier eine Kurz-Definition von Andreas Antonopoulos zur Frage: Was ist DeFi? Er vergleicht in seinem Video DeFi mit CeFi (Centralized Finance):

Es ist Vorsicht geboten bei Hypes wie ICO damals und DeFi jetzt. So wie in den Jahren 2017/18 immense Summen gesammelt wurden durch ICOs, wird dies in wahrscheinlich in ähnlicher Weise bei DeFi passieren. Das lockt Hacker an, die Lücken und Wege finden, illegal an Coins/Token ranzukommen, sprich: zu stehlen.

Darüber hinaus gibt es schon Hinweise für erste DeFi-exit-Scams (34). Es geht hier nicht darum, DeFi-Projekte zu verteufeln und sie alle als Scam abzustempeln. DeFi bietet viel Potenzial, ohne Frage – birgt aber auch hohe Risiken und Fallen. Es gilt – wie bei BITCOIN auch – sich vorab zu informieren, wenn man in DeFi einsteigen möchte.

btc-echo im September 2020 über das umstrittene DeFi-Projekt „SushiSwap“ und ob diesem Projekt ein Exit-Scam anhaftet oder nicht:

Kapitel 7: Weitere detaillierte Infos über BITCOIN

7.1. BITCOIN- und CryptoSzene (noch) männlich dominiert

Noch immer ist die Crypto-Szene von Männern dominiert: bei Crypto-Meetings around the world sind Männer überproportional anwesend, führende Bitcoin-Experten sind Männer. Von der Altersstruktur her sind zwanzig- und dreißigjährige Männer stark präsent.

Es gibt Bitcoin-Akteure wie Andreas Antonopoulos oder IvanOnTech, deren Wissen anderen sehr hilft – und es gibt leider sehr viele, die einfach nur mit ihrem Wissen angeben, ohne darauf zu achten, ob der Rezipient das Gesagte versteht oder nicht. Schön und gut, wenn jemand sich als „Experte“ tituliert (und das tun leider viele Dampfplauderer auf youtube) – aber m.E. kommt es darauf an, sein Wissen auch vermitteln zu können in der Weise, dass andere was davon haben.

Ein guter Anhaltspunkt, der hier die Spreu vom Weizen trennt: Crypto-Enthusiasten setzen ihre informativ-aufklärende Arbeit auch dann fort, wenn es stiller wird um BITCOIN, weil er eine jahrelange Talfahrt hat und in der öffentliche Wahrnehmung so gut wie verschwindet.

BITCOIN-Pioniere der ersten Stunde

Zur ersten Bitcoin-Generation gehören unter anderem:

Satoshi Nakamoto, Gavin Andresen, Hal Finney, Martti Malmi, Amir Taaki, Pieter Wuille, Nils Schneider, Jeff Garzik.

Gavin Andresen soll den BITCOIN-Core-Team verlassen haben, nachdem ihm vorgeworfen worden sei, dass sein Account kompromittiert worden sei. Ein Zugang, den Satoshi himself ihm ermöglicht haben soll. Er soll zum Team des Coins „BitcoinCash“ von Roger Ver gewechselt sein.

Weitere namhafte Bitcoin-Developer (abgekürzt „Dev“, übersetzt: Entwickler) waren/sind: Wladimir van der Laan, Eric Lombrozo, Matt Corallo, Peter Todd, Peter Wuille.

Zentrale Akteure bei BITCOIN ist das Entwickler-Team, das seit 2014 die Dokumentation übernommen haben soll und „BITCOIN-Core“ genannt wird: ein open-source-Projekt mit weltweit verteilten Unterstützern.

BITCOIN gehört niemandem. Unabhängig von zentralen Banken, Großunternehmen und Staaten existiert er und ist ein für jedermann in der Welt zugängliches Allgemeingut, das digital vorliegt und nach festgesetzten mathematischen Codes/Regeln funktioniert. BITCOIN-Core-Leute pflegen im Namen von BITCOIN das Netzwerk gemäß diesen Regeln, reagieren auf mögliche Fehler (Bugs) etc.

Die offizielle Website des Bitcoin-Core-Teams lautet: www.bitcoincore.org. Wer wissen möchte, wie die technischen Aktionen einzelner Bitcoin-Core-Devs aussehen, kann dies auf dieser Website einsehen:

www.github.com

Contributors to bitcoin/bitcoin · GitHub

GitHub ist ein offener Server (openSource), auf den Software-Codes gespeichert werden können. Alle, die Zugang zu diesem Server haben, können zusammen am Code arbeiten.

Im Juni 2018 soll Microsoft GitHub gekauft haben, woraufhin das CoreTeam den Wechsel zu Git-Lab anvisierten.

GitLab.org / GitLab · GitLab

Zum Core-Entwickler-Team gehört eine erlesene Anzahl an Devs, die über die reibungslose Funktion wachen und bei eventuellen Bugs (Fehlern, Schwächen) möglichst schnell reagieren. Einer der Bitcoin-Core-Devs, der von Anfang an dabei war, heißt Martti Malmi. Ein finnischer Computerwissenschaftler, der zu den allerersten gehören soll, die eMail-Kontakt mit dem anonymen Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto gehabt haben sollen.

7.2. BITCOINS strahlendes Antlitz

Bitcoins existieren wie bereits erwähnt nur digital: man kann sie nicht anfassen. Dennoch werden Bitcoins oft in Form einer strahlenden, goldenen Münze mit einem dicken „B“ bildhaft dargestellt. Das mag dem Bedürfnis des Menschen entgegenkommen, sich ein Bild machen zu wollen von einer Sache, die er verstehen will. Bitcoin-Symbole helfen zudem den Medien, ihre Texte mit passenden Fotos zu versehen: so wie ich es hier in meinem Text vorneweg getan habe. Bilder lockern den Text auf. Mit dem Charakter von Bitcoin hat dies aber nichts zu tun.

Das BITCOIN-Konzept basiert auf einem virtuellen Internet-Protokoll, existiert nur auf Rechnern. Es ist die reine Rechenleistung von Computern, die nach festgesetzten Regeln (rules) Bitcoins generieren.

BITCOINS inhaltlich strahlendes Antlitz steht für die Möglichkeit, mit Hilfe seriöser Anbieter, einem guten Timing , vernünftiger Strategie, nicht zu viel Gier auf Geld und einem Pensum Glück gewinnbringend in diese Cryptowährung zu investieren. Darüber hinaus bietet die seinem kleineren Crypto-Bruder“Ethereum“ (Coinname: Ether) zugrunde liegende Blockchain-Technologie mit ihren Smart Contracts eine neue Landschaft, in der sich digitale Infrastrukturen aufbauen lassen, die sich mit realen Entitäten wie sichere Nachverfolgbarkeit in der Logistik, Identitätsverfahren, Geldleihen/verleihen etc verbinden.

7.3. BITCOIN-Code bisher unknackbar

Seit der Existenz von BITCOIN ist es bisher NIEMANDEM gelungen, den von Satoshi Nakamoto festgelegten Bitcoin-Code zu knacken!

Man kann sich vorstellen, mit welchem Eifer weltbeste Hacker versuchten/versuchen, diesen Code zu hacken: bisher vergeblich – das will was heißen.

BITCOIN wird eher gehortet mit der Hoffnung, ihn oder Teile davon später gewinnbringend veräußern zu können. Das Problem dabei ist, dass es ein ständiges und unruhiges Auf und Ab ist. Es ist kein kontinuierlicher, leiser Anstieg. Manchmal geht es so rapide aufwärts bzw. abwärts in wenigen Minuten, dass manch einer in seiner Beobachtung nicht nachkommt.

BITCOIN verhält sich – wie bereits oben erwähnt- wie ein Flummi: Es prallt manchmal wuchtig auf den Boden, ist unten angekommen relativ wenig wert, um dann wieder abrupt hochzuspringen und hohe Preise zu erklimmen.

Diese extreme „Volatilität“ (Schwankung) schreckt viele potenzielle Investoren davon ab, BITCOIN zu kaufen.  Anhänger hingegen finden genau diese Sprunghaftigkeit spannend und hoffen auf jähe Wechsel, um bei einem eventuellen AllTimeHigh (AllZeitHoch) eine hübsche Summe abzusahnen (auszucashen) – um dann wiederum bei einem eventuellen Dip am Boden billig BITCOIN nachzukaufen. Ein Spiel, das klappen – aber auch gehörig daneben gehen kann.

7.4. Nur wenige (Bit-)Coin-Trader sahnen ab

Dann gibt es erklärte (Bit-)Coin-Trader (Händler), die mit aberwitzigen Trade-Begriffen um sich schmeißen (teilweise aus den Aktien-Chartanalysen übernommen und mit neuen Mode-Begriffen aus dem Crypto-Space geschmückt) und behaupten, sie würden durch den häufigen Handel mit (Bit-)Coins viel Geld machen. Demgegenüber steht die Statistik, dass man bei einem häufigen Hin- und Her eher Geld verliert: Nur ein kleiner Teil der Day-Trader macht tatsächlich sein Glück, der große Rest geht leer aus. Beobachter geben an, dass 80 bis 90 Prozent der Day-Trader Verluste erleiden, während nur circa 10 Prozent Gewinne einkassieren. Es gibt pessimistischere Analysten, die dieses Verhältnis 95:5 sehen.

7.5. Gier nach dem schnellen Geld und nach Reichtum

Gerade weil die theoretische Möglichkeit besteht, mit (Bit-)Coin viel Geld zu machen, sprießen Träume in die Höhe wie dieser hier, der in der Crypto-Szene massenweise durchgeschleust wurde und sich zusammenfassen lässt in dem bekannten Slogan

„When Lambo?“

Will heißen: Ich mache das dicke Geld mit Bitcoin und kaufe mir einen Lamborghini. Wie so oft gibt es einen großen Unterschied zwischen Traum und Wirklichkeit und wie so oft wird es wahrscheinlich nur wenigen Leuten gelingen, tatsächlich viel Geld zu scheffeln, sich einen „Lambo“ oder was auch immer zu kaufen.

Die Gier auf das vermeintlich schnelle Geld kann dazu verführen, ein risikoreiches und fahrlässiges Invest-Verhalten an den Tag zu legen – schließlich will man nicht ewig auf seinen Lambo, sein Traumhaus, seine erste Million etc warten.

7.6. FOMO & FUD sind schlechte Begleiter bei Kauf-/Verkaufentscheidungen

Wenn der BITCOIN-Preis auf dem aufsteigenden Ast nach oben läuft, kehrt bei manch einem FOMO ein: Fear Of Missing Out: Die Angst, den rapid nach oben fahrenden Zug zu verpassen. Die ganze Zeit, wo der Kurs relativ niedrig lag, hat man gezögert und plötzlich – bei einem hohen Preis – meint man, aufspringen zu müssen. Ergebnis: Man zahlt relativ hohe Preise.

FUD (Fear, Uncertainty, Doubt = Angst, Unsicherheit, Zweifel) kann zu jeder Zeit einkehren: Angst, dass der Bitcoinpreis zu Boden fällt und dort verharrt, Zweifel, ob BITCOIN überhaupt eine einigermaßen sinnvolle Geldanlage ist…

Hohe Risiken einzugehen wegen FOMO oder FUD, ohne sie zu reflektieren, kann sehr schnell schief gehen. Es wäre nicht das erste Mal, dass zu viel Gier zu immensen Verlusten führt.

Wie bei Aktien-Käufen und -Verkäufen auch, profitiert der eine, während gleichzeitig jemand anders einen Verlust erleidet. So läuft es auch auf dem Crypto-Markt. Er ist noch vergleichsweise klein. Es gibt so genannte „Wale“, die sehr viele Bitcoins besitzen. Immer mehr institutionelle Anleger und Big Player steigen mit der Zeit ein und kaufen hohe Mengen an Bitcoin (z.B paypal). Es braucht nur ein einziger Wal seine große Bitcoinmenge bewegen: das erzeugt deutliche Wellen im gesamten Haifischbecken.

Gegen große BITCOIN-Wale und Haie hat der kleine Fisch kaum eine Chance: Bis er begriffen hat, dass die Großen zum schnellen Angriff nach unten oder oben blasen, ist es meist schon zu spät.

Je größer die Marktkapitalisierung ist, desto weniger fällt ein einziger Akteur auf. Aus der herkömmlichen Aktien- und Finanzwelt finden einige Instrumente den Weg in die noch junge Crypto-Ökonomie: Es gibt bereits BitcoinFutures (35)und es ist lediglich eine Frage der Zeit, wann Bitcoin-ETFs auf den Markt kommen. Auch mit Hilfe von BitcoinFutures und ähnlichen Finanzinstrumenten können Marktmanipulationen bei BITCOIN vorgenommen werden.

Viele hatten erst dann begonnen, BITCOIN zu kaufen, als der Kurs vor circa 3 Jahren (Ende 2017) sein AllTimeHigh (ATH, Allzeithoch) erreicht hatte mit fast 20.000 Dollar. Dann kam der Fall: Der Kurs rutschte zwischenzeitlich auf fast 3.000 Euro runter. Wer bei 7.000, 6.000 oder gar 4.000 verkauft hat, hat sich bös verbrannt.

Kapitel 8: Muss ich Gewinne aus (Bit-)Coin-Verkäufen versteuern?

Hodln bringt den Vorteil mit sich, dass wenn ich Bitcoin länger als 1 Jahr halte, die Gewinne aus einem Verkauf steuerfrei sind. Möchte ich das Jahr nicht abwarten und vorher verkaufen, ist ein Betrag bis maximal 599 Euro ebenfalls steuerfrei.(36)

Ich bin keine Finanzamt-Expertin und angesichts der Tatsache, dass die Regelungen zur Steuer bezüglich (Bit-)Coins geändert werden könnten, ist es ratsam, sich stets aktuell zu informieren bei seinem Steuerberater, wie die aktuelle Gesetzeslage ist.

Zu empfehlen ist, sich seine Bitcoin-Käufe und -Verkäufe aufzubewahren, um einen Überblick darüber zu haben, ob und welche Coins der Steuer unterliegen. Und um dem Finanzamt gegenüber auf eine eventuelle Nachfrage hin beweisen zu können, wie die Gewinn- und Verlustverläufe waren/sind.

Kapitel 9: Was noch geschehen sollte, damit immer mehr Menschen Bitcoin als ein lukraktives Investment betrachten

Das Anmeldeverfahren auf Online-Crypto-Börsen ist für den Normalverbraucher nach wie vor zu kompliziert/langwierig. Das schreckt ab. Zukünftig müsste es einfacher werden, sich bei einer Börse anzumelden, bzw (Bit-)Coins zu kaufen. PayPal ermöglicht derzeit (November 2020) nur seinen amerikanischen Kunden den relativ einfachen Kauf/Verkauf/Aufbewahrung von (Bit-)Coins. Ob und wann dies in Europa und Deutschland der Fall sein, wird, ist noch nicht bekannt.

Die Tatsache, dass PayPal mitmischt, hat dem BITCOIN-Kurs einen Aufschwung verschafft, so die einhellige Meinung der Beobachter.

Allerdings: Die Pay-Pal-(Bit-)Coins liegen bei PayPal, man besitzt nicht seinen Private Key. Passiert etwas, drohen Verluste. Inwieweit PayPal für eventuelle Verluste gerade steht, ist mir nicht bekannt.

Die Aufbewahrung von (Bit-)Coins ist derzeit noch ein großes Problem. Was ist sicher, was praktikabel? Was, wenn ich meinen Private Key nicht mehr finde und auch nicht mehr weiß, wie meine PIN lautet? Denn dann habe ich keinen Zugang mehr zu meinen (Bit-)Coins, habe sie faktisch verloren.

Es wird geschätzt, dass circa 5.000 000 Bitcoins eingefroren sind deshalb, weil keiner mehr Zugang zu den betreffenden PrivateKeys/PINs hat.

Das kann jedem/jeder passieren: Man möchte seine wertvollen (Bit-)Coins besonders sicher aufbewahren und versteckt sie so, dass man sie selbst nicht mehr findet. Außerdem ist angeraten, PrivateKey und PIN getrennt aufzubewahren. Das erschwert das Aufbewahren und Wiederfinden zusätzlich.

Lösen ließe sich das Problem, wenn Anbieter- ähnlich wie eine herkömmliche Bank – für die Einlagen bis zu einer gewissen Höhe garantieren. Dann ähnelt die Crypto-Ökonomie zwar verstärkt dem herkömmlichen Bankensystem (was sie vom ursprünglichen Anspruch her eigentlich nicht wollte), aber dafür wäre die Kohle für die Kunden sicher.

Kapitel 10: RESÜMEE und ein einigermaßen vernünftiger Rahmen für den Umgang mit (Bit-)Coin

In diesem Guide galt es nicht zu klären, ob es ratsam ist, in (Bit-)Coin zu investieren oder nicht. Weder empfehle ich ein BITCOIN-Invest, noch rate ich davon ab. Die Infos dieses Leitfadens helfen hoffentlich dem einen oder anderen bei der Frage: „Ist BITCOIN was für mich oder sollte ich lieber die Finger davon lassen.?

Wenn jemand sich trotz aller oben genannten Risiken und Fallstricke dazu entscheiden sollte, (Bit-)Coin zu kaufen, dann könnte ein einigermaßen vernünftiger Umgang mit diesem hochriskanten Asset so aussehen:

Ich kaufe nur für so viel Geld (Bit-)Coin, wie ich einen eventuellen Totalverlust verkraften kann.

Mein (Bit-)Coin-Invest stellt bestenfalls nur einen kleinen Teil meiner gesamten Asset-Anlagen dar. Ich habe meine Invests also verteilt (diversifiziert) auf Immobilien, Gold, eventuell Aktien …. Damit habe ich das Risiko verteilt auf mehrere Schultern: sollte die eine total einknicken, bleiben noch meine anderen Invests übrig. Ich sollte stets darauf achten, dass ich flüssig genug bleibe, um monatlich wiederkehrende Kosten wie Miete, Lebensmittel, sonstige Anschaffungen… zahlen zu können.

Für den Kauf suche ich mir eine seriöse Cryptobörse wie bitcoin.de oder binance.com.

Habe ich für eine recht hohe Summe (Bit-)Coin gekauft und würde mich der Verlust durch einen eventuellen Börsen-Hack stark schmerzen, transferiere ich meine Coins auf eine Hardwallet von Ledger Nano oder Trezor. Ich kaufe direkt Bitcoins auf einer soliden Börse, lasse mich nicht auf „Broker“ ein, die für mich x oder y-Papiere kaufen, die angelehnt an den Bitcoin irgendwelche Anteilsscheine darstellen.

Ich vermeide den Fehler und leihe mir nicht Geld, um noch auf den rapid fahrenden Bitcoin-Zug zu springen. Ich entscheide mich fürs Hodln, weil ich das in Bitcoin investierte Geld nicht liquide brauche. Ich warte geduldig, bis Bitcoin ein relatives Hoch erreicht hat. Wenn ich einen Teil auscashen möchte, mache ich das, weil ich zum Beispiel das wieder in meinem Portemonnaie haben möchte, was ich ursprünglich investiert habe: danach kann ich entspannter zuschauen, wie der BITCOIN-Preis sich entwickelt. Mit einem gewissen Teil bleibe ich möglichst in BITCOIN drin, damit ich noch mitspiele für den Fall, dass der Kurs steil nach oben gehen sollte.

Beobachte ich einen Dump, kann ich wieder Bitcoin nachkaufen. Zu lange zu warten, bis der „höchste Punkt“ oder der „tiefste Boden“ erreicht ist, kann schief gehen: Nicht zu gierig auf das schnelle Geld sein und sich damit zufrieden geben, dass es einem nicht gelungen ist, auf dem „höchsten Stand“ zu verkaufen und am „tiefsten Punkt“ (nach-)gekauft zu haben. Denn das Höchste und das Tiefste lassen sich leider nur im Nachhinein ausmachen:

„Wenn ich gewusst hätte, dass der BITCOIN so weit hoch geht, hätte ich früher gekauft/später verkauft“ – solche und ähnliche Sätze sind nicht hilfreich. Denn wissen konnte es niemand.

Niemand muss einen ganzen BITCOIN kaufen: Es lassen sich auch kleine Anteile von 0,1, 0,2 oder 0,005 und noch kleiner kaufen. Gerade, weil der Kurs stark gestiegen ist, werden sich viele keinen ganzen BITCOIN kaufen können. Manche legen sich monatlich eine Summe beiseite, die sie entbehren können und die sie mehr oder weniger regelmäßig in BITCOIN investieren.

Anmerkung zu Affiliate-Programmen: Dieser Beitrag enthält Affiliate Links (mit AFL gekennzeichnet), also Verweise zu Unternehmen wie zB „ledger nano“ oder der Crypto-Börse „bitcoin.de“. Über diese AffiliateLinks empfehle ich Unternehmen oder Produkte, die zu den behandelten Themen passen (basierend auf eigene Erfahrung oder nach eingehender Analyse der Beurteilungen anderer Nutzer/Käufer). Wenn Leser auf einen AffiliateLink klicken und ein Produkt eines Partner-Unternehmens kaufen/nutzen, kann es sein, dass wir eine geringe Provision erhalten. Damit bestreiten wir einen Teil der Kosten für Betrieb und die Wartung unserer Website (Webhost, Theme, Content, Bilder…)

Disclaimer:

Zum Schluss möchte ich noch einmal betonen, dass dieser Guide keine Finanz- und Investmentberatung ist. Weder empfehle ich, in Bitcoins zu investieren, noch rate ich davon ab. Mir ging es nur darum, auf mögliche Risiken und Fallstricke hinzuweisen, die es leider gibt im (Bit)-Coin-Space. Dies in der Absicht, Infos zu liefern in diesem Leitfaden, um bei dem hochriskanten Narurell des BITCOINS Fallstricke möglichst zu meiden.

Wer trotz aller oben genannten hohen Risiken sich dazu entscheiden sollte, in (Bit-)Coin zu investieren, verantwortet ganz alleine eventuelle Verluste/Gewinne aus seinen (Bit-)Coin-Käufen/Verkäufen: Ich hafte nicht für etwaige Verluste.

Mögliche Fallstricke und größere Unfälle beim (Bit-)Coin-Invest lassen sich besser umschiffen, wenn man sich vor dem Einstieg in die (Bit-)Coin-Welt informiert. Damit Neulinge nicht in die zahlreichen Fallen tappen, die es in der Bitcoin- und Cryptoszene in betrügerischer Absicht leider gibt, sollten sie bestenfalls VORHER diese Infos lesen oder sich anderweitig informieren über den Charakter von BITCOIN: YouTuber/CryptoExperten wie Andreas Antonopoulos, TOGB oder IvanOnTech leisten hier hervorragende Aufklärungsarbeit.

Auch ohne betrügerische Akteure ist der relativ neuartige BITCOIN-Space mit zeit- und nervenaufwändigen Unwegbarkeiten bestückt, die man sich weitgehend ersparen kann, wenn man sich vorab vorbereitet.

Betrüger gibt es übrigens in so gut wie jeder Branche. Dieser Guide möchte dazu beitragen, die ungute Spreu vom nützlichen Weizen zu trennen. Die Infos habe ich nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Ich erhebe NICTHT  den Anspruch der Vollständigkeit (weil ich hier bewusst nur die Aspekte thematisiere, die mir wichtig erscheinen). Dieser Leitfaden beansprucht auch nicht, eine wissenschaftliche Doktorarbeit zum Thema „BITCOIN“ zu sein. Dennoch war es mir wichtig, bestimmte Inhalte und Begriffe mit Quellenhinweisen zu versehen: so haben Leser die Chance zu prüfen, woher ich die Infos habe und inwieweit sie glaubhaft sein mögen. Es kann sein, dass dieser Guide Fragen aufwirft. Diese können gerne an mich geschickt werden über die Kommentarfunktion dieses Blogs.

Für Anregungen und Hinweise auf eventuelle Ergänzungen oder Fehler bin ich dankbar und werde diese dann einarbeiten, nachdem ich die betreffenden Fakten überprüft habe: das Melden kann über die Kommentarfunktion ablaufen.

Dieser Guide enthält Affiliate-Links (mit AFL gekennzeichnet) in der Weise, dass ich nur diejenigen Unternehmen aus der Crypto-Branche empfehle, deren Dienste ich selbst ausprobiert, überprüft und für gut bzw. funktionsfähig befunden habe.

Ich habe diesen Guide erstmals November 2020 veröffentlicht. Nach und nach werde ich weitere Themen/Infos anfügen – fürs Erste aber hoffe ich, dass er viele nützliche Infos bietet für BITCOIN-Beginners.

Kurz zu mir:

Mein Name ist Tizia Koese. Als freie Autorin/Journalistin verfasste ich zahlreiche Artikel u.a. für örtliche Ausgaben der „Süddeutschen Zeitung“ und „welt kompakt“ München. Darüber hinaus sind zwei Romane von mir veröffentlicht worden: „netzlos glücklich“, „Granatapfelsplitter“.

Meine erste Begegnung mit BITCOIN: 2016

2016 hatte ich die erste konkrete  Begegnung mit Bitcoin&Blockchain. In den Jahren zuvor hörte ich hin und wieder mal das Wort„BITCOIN“, konnte aber damit nichts anfangen. Meine Assoziation war: „Irgendwas Dubioses, was ich nicht verstehe.“

Dann der Anruf meines Bruders 2016, der BWLer ist und als ChangeManager Unternehmen berät.

„Es geht um ein Kunst-Projekt, das ich realisieren möchte mit der Künstlerin Maris Palmi und das auf der Blockchain von Ethereum fußt“, sprach er.

„Aha“, dachte ich mir und verstand nichts.

Dann erklärte er mir, was er mit seinem Projekt namens „Theoretical Art“ vorhatte: Ein autarkes Geldsystem mit Hilfe der damals neuen Ethereum-Plattform (Blockchain) entwickeln, um den Erlös daraus freischaffenden Leuten in Musik, Malerei, Theater, Literatur… zugute kommen zu lassen. Ohne die finanzielle Not im Nacken zu spüren, sollten Freischaffende sich ihrer Kunst widmen können. Als freie Autorin mit beharrlichen finanziellen Fragen im Nacken war ich natürlich sehr interessiert und machte mit.

Ich begann in gewohnter Manier, genau zu recherchieren, worum es bei Bitcoin, Ethereum, Blockchain etc. geht. Je mehr ich las, desto mehr sah ich mich mit weiteren Fragen konfrontiert, so dass es notwendig wurde, sich stetig Informationen anzueignen über die Jahre hinweg. Das habe ich bis heute getan und mir ein gewisses Basiswissen angeeignet. Wobei ich nicht behaupten würde, dass ich alles verstanden hätte, aber ich habe durch meinen relativ frühen Einstieg einen gewissen Wissensvorsprung. Dieses Wissen will regelmäßig gepflegt und aktualisiert werden: Die Entwicklungen in der Crypto-Welt sind rasant, wenn man auf dem aktuellen Stand der Dinge bleiben will, sollte man stets up-to-date sein.

Mein Wissen gebe ich mit diesem Guide weiter, damit andere davon profitieren können in der Weise, dass sie verlustreiche und anstrengende/mühsame Wege meiden, wenn sie die CryptoCoin-Welt betreten möchten.  Ich erhebe NICHT den Anspruch der Vollständigkeit (weil ich hier bewusst nur die Aspekte thematisiere, die mir wichtig erscheinen und weil ich einen gewissen quantitativen Rahmen nicht sprengen möchte).

Fragen, Anregungen und Hinweise sind willkommen. Diese können gerne an mich geschickt werden über die Kommentarfunktion dieses Blogs.

Quellen und weiterführende Informationen:
  1. Der aktuelle BITCOIN-Kurs lässt sich auf diesen Websites verfolgen: Cryptocurrency Prices, Charts And Market Capitalizations | CoinMarketCap (in Dollar oder Euro) und auf FINANZEN.NET: Börse und Finanzen (in Euro).
  2. Einsicht in das Original-Whitepaper von Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto kriegt man hier: bitcoin.pdf Die deutsche Version findet man hier: Bitcoins Marktplatz, Forum und Informationen | futurum bank AG
  3. Nähere Erläuterungen zum 3. Januar 2009 finden sich in: Das ist der Grund, warum Bitcoin exisitert – Business Insider und in: Zehn Jahre Bitcoin: Es werde Geld | heise online
  4. Zum Thema „Blockchain“ siehe: Blockchain_WhitePaper_Grundlagen-Anwendungen-Potentiale.pdf (fraunhofer.de)
  5. Näheres zum Bitcoin-Algorithmus SHA256 und Hash-Graphen siehe: Was ist Hashing? | Binance Academy
  6. Zum Thema „Block-Reward“siehe: Bitcoin Halving 2020: All You Need to Know (ig.com)
  7. Zum haschbasierten Proof of Work-Konsens (PoW) siehe: Blockchain — Enzyklopaedie der Wirtschaftsinformatik (enzyklopaedie-der-wirtschaftsinformatik.de)
  8. Etwas mehr über Jihan Wu steht in: Die aktuellsten Nachrichten über Jihan Wu | Cointelegraph
  9. Ein Überblick über das „Halving“ findet sich in: Bitcoin-Halving-Countdown | Binance Academy Zu der Frage „Wann/Wenn der letzte Bitcoin geschürft ist?“ schreibt das online-Medium „btc-echo“: Anno 2140: Was passiert, wenn der letzte Bitcoin gemint wurde? (btc-echo.de)
  10. Näheres zu den maximal 21 Millionen Bitcoins ist nachzulesen in: Warum wird es ausgerechnet 21 Millionen Bitcoin (BTC) geben? (btc-echo.de)
  11. Interessante Gedanken zum deflationären Charakter von Bitcoin finden sich in: Deflationary Currency, Bitcoin, and Just a Store of Value? | by ecurrencyhodler | Medium
  12. BITCOIN-Kurs im Oktober 2011 lediglich 3 Dollar wert: #1 Einfaches Bitcoin Kurshistorie-Diagramm (Seit 2009) (buybitcoinworldwide.com). Auf Coinmarketcap (Bitcoin (BTC) Historical Data | CoinMarketCap) sind die Preise für BITCOIN erst ab April 2013 bis heute aufgezeichnet. Wenn man auf coinmarketcap.com geht, dort auf „Bitcoin“ (der erste Coin auf der Liste) klickt, dann auf „historical data“ und bei den Daten auf „all“ drückt, bekommt man einen Überblick über den historischen Verlauf des Bitcoin-Preises. Zu beachten ist, dass Bitcoin schon vor 2013 gehandelt wurde – außerhalb von Crypto-Börsen und meist unter frühen BITCOIN-Enthusiasten.
  13. Überblick über aktuelle Kurse und die mehr als 7.000 Cryptocoins bietet: Cryptocurrency Prices, Charts And Market Capitalizations | CoinMarketCap
  14. McAfee-Betrug: Bitcoin (BTC)-Wette abgesagt! Empfiehlt stattdessen diese Coins | Coin Kurier
  15. Bitcoin prices surge after Paypal jumps into the cryptocurrency business – CNN
  16. MicroStrategy Founder Predicts Bitcoin Would Become Primary Treasury Reserve Asset | Headlines | News | CoinMarketCap
  17. Über den Hard-Fork rund um BitcoinCash im Jahr 2017 siehe: Bitcoin Cash Hardfork: Was ihr beachten müsst (cryptomonday.de)
  18. Zum Australier CraigWright und seinen Behauptungen über BITCOIN und BSV siehe: Bitcoin-Erfinder: Ist Bitcoin SV der „wahre“ Bitcoin und steckt Craig Wright tatsächlich hinter Satoshi Nakamoto? | Nachricht | finanzen.net
  19. #1 Satoshi to Bitcoin Converter (EASY!) (buybitcoinworldwide.com)
  20. Zum Charakter von Monero siehe: Monero (XMR) price, marketcap, chart, and info | CoinMarketCap
  21. Bitcoin Over the Counter Trades (OTC): How the Whales Purchase Crypto (blockonomi.com)
  22. Blocktrainer 1×1: Was bedeutet KYC/AML | Blocktrainer
  23. In den FAQs von bitcoin.de findet sich diese Aussage: „Ähnlich wie Banken nur noch geringe Bargeldbestände bevorraten, halten wir auch nur geringe Bestände von Kryptowährungen auf unseren Servern für Auszahlungsanforderungen von Kunden in sogenannten Hot Wallets regelmäßig bereit. Dies entspricht ungefähr 2% des Gesamtbestands an Kryptowährungen, die von uns für unsere Kunden verwahrt werden. Das eigene Euro- und Kryptowährungsvermögen der futurum bank AG übersteigt den Bestand der Kryptowährungen in den Hot Wallets um ein Vielfaches und kann somit bei einem möglichen Verlust voll entschädigt werden.“ Zu finden in: Bitcoins Marktplatz, Forum und Informationen | futurum bank AG
  24. Fragen und Antworten (FAQs) werden auf bitcoin.de hier behandelt: Bitcoins Marktplatz, Forum und Informationen | futurum bank AG
  25. Cryptocurrency Prices, Charts And Market Capitalizations | CoinMarketCap
  26. FINANZEN.NET: Börse und Finanzen
  27. Andreas Antonopoulos zum Thema „private key“: (1184) Bitcoin Q&A: How Do I Secure My Bitcoin? – YouTube
  28. Welche Wallets es gibt, was der Unterschied von cold- und hot-Wallets ist und welche recht sicher sind, lässt sich nachlesen in: Was ist ein Kryptowährungs-Wallet? | Binance Academy
  29. Zum Mt.Gox-BörsenHack und welche Überschneidungen es mit dem SilkRoad-Skandal gibt, siehe: Mt Gox CEO Mark Karpeles Implicated as Silk Road Mastermind (coindesk.com)
  30. Zu Tethers umstrittener Rolle in der CryptoCoin-Szene siehe: Breaking: Tether ist nicht zu hundert Prozent durch hinterlegte US-Dollar gedeckt (btc-echo.de)
  31. Zum BitConnect-Schneeballsystem-Betrug siehe: Der BitConnect Betrug – Was ist eigentlich passiert? | Coin-Update.de (coin-update.de)
  32. Zum großen OneCoin-Betrug siehe:Cryptoqueen: How this woman scammed the world, then vanished – BBC News
  33. Eine verständliche Definition von SmartContracts findet sich in: Was bedeutet Smart Contract? | BTC-ACADEMY (btc-echo.de)
  34. Ein DeFi-exit-Scam wurde August 2020 in „Concierge“ thematisiert: Der Ethereum DeFi-Raum hat einen Exit-Scam erfahren (coincierge.de). Ob „SushiSwap“ ein Scam war oder nicht, wurde lebhaft in Medien diskutiert, u.a. hier: SushiSwap – Millionen-Scam bei DeFi-Hoffnung? | FinanceFWD.
  35. Bitcoin (BTC) Futures: Alles, was man wissen muss (btc-echo.de)
  36. Einige Infos zum Thema „(Bit-)Coin und Steuern gibt es hier: Welche Nachweise verlangt das Finanzamt bei Gewinnen durch Bitcoin und Kryptowährungen? (anwalt.de)