Schlagwort: Corona-Viren

Gurgeln gegen Corona-Viren?

Klang sehr unseriös in meinen Ohren, als ich hörte, wie ein Hygiene-Experte in einer TV-Liverunde im Oktober 2020 vorschlug, mit Mundwasser gegen Corona-Viren vorzugehen.

„Wohl ein Scharlatan, die Leute kommen auf Ideen, wenn sie verzweifelt sind…

Mit Spatzen gegen Kanonen vorgehen?

Will er mit Spatzen gegen Kanonen vorgehen?“, drehte ich den Spruch um und schüttelte ungläubig den Kopf.

Ich dachte unwillkürlich an den „tollen Trump-Tipp“, mit Desinfektionsmittel-Spritzen Corona zu bekämpfen. Auf die Unsinnigkeit und Gefahr eines solchen Vorgehens aufmerksam gemacht von Virologen, Medizinern und Teilen der Öffentlichkeit, tat er es als Sarkasmus ab.

Da wir uns in Notzeiten und bei großer Gefahr an jeden noch so dünnen Strohhalm klammern, ging mir der Gurgel-Vorschlag nicht aus dem Kopf. Ich beschloss, der Sache nachzugehen und stieß interessanterweise auf aktuelle Laborexperimente von Virologen aus Bochum, die genau das jüngst untersucht hatten: Gurgeln gegen Coronaviren.

Die Gurgel-Idee vernahm ich erstmals von jemandem, der zwar nicht so umstritten ist wie Trump, dessen Aussagen als Hygieniker aber dennoch hie und da infrage gestellt werden: Klaus-Dieter Zastrow.

Virologin Toni Meister hat 8 Mundwasser getestet gegen Corona-Viren: 3 davon sollen wirksam sein

Ich stieß auf einen interessanten Hinweis: Ein Forscherteam um Virologin Toni Luise Meister von der Ruhr Universität Bochum soll 8 im Handel erhältliche Mundspülungen auf ihre Wirksamkeit gegen SARS-CoV-2 getestet haben.

Bei 3 der acht Mundspülungen hätten sie erfreulicherweise feststellen können, dass die Menge an Corona-Viren sich deutlich verringert habe: um das Dreifache weniger. Welche 3 Mundwasser es sind, steht weiter unten im Info-Kasten.

Über Corona-Viren wissen wir, dass sie zunächst den Mund-Rachen-Raum befallen und danach weiter runter wandern – was gefährlich werden kann u.a. für die Lunge. Weitere mögliche Schädigungen, die von Virologen und Ärzten (Pathologen) angemerkt wurden, betreffen das Herz und neurologische Vorgänge.

Ziel: Anzahl der Corona-Viren deutlich verringern

Wenn wir also FRÜHZEITIG mit den getesteten Mundwassern unseren Mund- und Rachenraum gründlich spülen (so 30 Sekunden bis 1 Minute bei den ersten Anzeichen an Hals, im Rachen…), könnte es uns gelingen, die Virusmenge zu verringern – was wiederum dazu führen könnte, dass Corona eventuell glimpflicher abläuft und wir andere Menschen weniger anstecken.

Diese Sätze schreibe ich deshalb im Konjunktiv, weil es lediglich Labor-Ergebnisse sind, bei denen wir nicht sicher sein können, ob wir außerhalb von Reagenzgläsern im echten Leben auch diese Resultate erzielen können.

Bevor die Hoffnung stirbt, sterben hoffentlich Corona-Viren

Nun, wir wissen zwar nicht, ob und wie es außerhalb von Labortest möglich ist, Corona-Viren durch gängiges Gurgeln anzugehen. Aber nur mal angenommen, es klappt, dann lohnt es sich tatsächlich, darüber nachzudenken. Die Hoffnung sollte zuallerletzt sterben – und vorher die Viren.

Gute Ergebnisse wären eventuell dann zu erreichen, wenn wir schon bei dem geringsten Anzeichen eines Halskratzens oder Nasen-Schniefens schnell reagieren und regelmäßig gurgeln. Dieser Tipp gilt nur für Gesunde. Bei Risikopatienten mit schweren Vorerkrankungen sind noch stärkere Zweifel angebracht.

Eines der als effektiv getesteten Mundwässerchen enthält Jod:

Iso-Betadine Mundwasser 1,0%

Menschen mit einer Jod-Allergie oder Schilddrüsenerkrankungen sollten hier Vorsicht walten lassen und das Mundwasser „Iso-Betadine“ nicht verwenden.

Zu beachten ist nicht nur, dass man orale Antiseptika so frühzeitig wie möglich anwenden soll, sondern dass trotz rechtzeitiger Verwendung von Mundwassern nicht alle Viren abgetötet werden können: die verbliebenen können sich weiter vermehren.

Hier ein zusammenfassendes Pro- und Contra-Gurgeln:

Gurgeln ja:
  1. es besteht die Möglichkeit, die Anzahl der Corona-Viren deutlich zu verringern
  2. die Anzahl anderer Viren und Bakterien können ebenfalls reduziert werden
  3. habe ich weniger Viren im Mund-Rachenraum, kann sich das Risiko verringern, andere anzustecken. Mein Vorteil könnte sein, dass die Symptome einer eventuellen Ansteckung mit Corona milder und kürzer ablaufen oder erst gar nicht auftauchen.
  4. Mundwasser können dabei helfen, Zähne, Zahnfleisch, Mund- und Rachenraum gesund zu erhalten. Ist das gewählte Mundwasser nicht zu scharf/ätzend und eher auf natürlichen ätherischen Ölen beruhend, eignet es sich präventiv und zur täglichen Mund- und Rachenhygiene.
  5. Ich habe in jedem Fall einen frischen Atem (durch die Maske kommt mir mein frischerer Atem entgegen).
Gurgeln nein:
  1. Was Forschern wie Toni Luise Meister im Labor gelungen sein mag (= in vitro) gegen Corona-Viren, muss nicht im realen Leben ( = in vivo) funktionieren. In der Praxis sind die genannten Mundwasser also noch nicht erprobt!!
  2. Nicht alle der drei erprobten Mundspülungen eignen sich für alle Menschen (bei Risikopatienten mit Vorerkrankungen ist die Wirkung noch fraglicher und das Mundwasser „Iso Betadine“ enthält Jod. Menschen mit einer Jod-Allergie oder Allergien gegen andere Inhaltsstoffe der 3 Mundspülungen oder Leute mit Schilddrüsen-Erkrankungen sollten vorher prüfen, ob sie das Mittel nehmen können!)
  3. Sind Corona-Viren vom Mund-Rachen-Raum tiefer gewandert oder haben sich in die Mundschleimhaut eingenistet, kommen Mundwasser schwer bis gar nicht ran.
  4. Wenn Corona-Viren auch über die Nase und Augen eindringen können, hilft kein Mundwasser
  5. Vorsicht, wenn man allergisch auf manche Inhaltsstoffe reagiert
  6. Einige Mundwasser können Zähne verfärben
  7. Wer zu viel und zu oft gurgelt mit ätzendem Mundwasser, kann Reizungen der Mundschleimhaut hervorrufen.

Auch wenn Skepsis angebracht ist hinsichtlich der Frage, ob man mit den im Labor erprobten Mundwassern den Corona-Viren den Garaus macht oder nicht:

Einen frischen Atem bekommt man allemal und es überlebt die Hoffnung, dass die unten genannten Mundwasser eben doch gegen (Corona-)Viren helfen.

Diese 3 Mundwasser sollen gegen Corona-Viren helfen können

Das Mundwasser „Listerine cool mint“ gehört zu den 3 getesteten und für wirksam befundenen Mundspülungen Foto: Tizia Koese

Einer der 3 „Sieger“ in der Toni Meister-Studie: Mundwasser „Listerine Cool Mint“. Von „Listerine“ gibt es im Handel verschiedene Mundwasser-Sorten, aber nur diese wurde vom Virologen-Team getestet und für wirksam befunden. Bei der „Cool Mint“-Variante gibt es noch die Unterkategorie „Cool Mint milder Geschmack“. Die geprüfte Flasche war „Cool Mint“: hat einen etwas schärferen Geschmack als die mildere Sorte. Dennoch deutlich süßlicher als das weiter unten erwähnte Mundwasser „Dequonal“.

Listerine cool mint -Mundspülung ist in Drogerien/Supermärkten erhältlich oder bestellbar bei amazonAFL:

https://amzn.to/36CaSxI

Anmerkung zum Preis von „Listerine cool mint“ bei obigem amazon-link: Bei amazon kostet die Listerine-Mundspülung mit 12,95 Euro für 3 Flaschen (à 500ml) plus 2,89 Euro Versandkosten derzeit mehr als in Supermärkten oder Drogerien. Vergleich: Im Handel vor Ort würden 3 Flaschen (à 600ml) Listerine circa 11.50 Euro kosten.

DequonalDequaliniumchlorid und Benzalkoniumchlorid
Iso-Betadine Mundwasser 1,0%Polyvidon-Jod
Listerine Cool MintEthanol und ätherische Öle (enthält u.a.Eucalyptol, Thymol, Menthol)

Das zweite im Labor auf Corona-Viren getestete Mundwasser ist „Dequonal“ . Es hat einen herberen Geschmack als „Listerine cool mint“. Der bittere Nachgang hält recht lange an, Alkoholgeschmack ist stärker als bei Listerine. Dequonal ist hier erhältlich AFL:

https://amzn.to/33MmZpV

Die A-H-A-Regel gilt weiterhin

Mundwasser, das möglicherweise fähig ist, Corona-Viren zu töten, ersetzt nicht die klassischen AHA-Regeln: Abstand-Hygiene-Alltagsmasken.

Kleiner Exkurs zu „Herpes-VIREN“

Mir ist bewusst, dass Corona-Viren etwas ganz anderes sind als Herpes-Viren und will diese beiden Viren-Gattungen keinesfalls in einen Topf werfen. Zumal es vorkommt, dass ein und dieselbe Viren-Spezies innerhalb der Gattung variieren kann und dadurch Unterschiede aufweist: Wir erleben das bei Grippe-Viren, die mutieren können und für die wir deshalb immer wieder den Impfstoff entsprechend anpassen müssen.

Dennoch scheint mir diese Beobachtung hinsichtlich Herpes-Viren und einer Lösung aus dem ätherischen Oregano-Öl in Wasser interessant:

Es zwiebelt leicht, wenn grässliche Herpes-Viren ausbrechen wollen. Da ich auf der Reise meine Herpes-Salbe nicht dabei hatte, verdünnte ich mein ätherisches Oregano-Öl (1 bis 2 Tropfen in einem Glas Wasser), gurgelte damit und betupfte auch die betroffene Lippenpartie mit einem getränkten Wattebausch täglich mehrmals.

Während ich mich einmal im Jahr durch den ungehemmten Herpes-Ausbruch für ein bis zwei Wochen wie ein Nasenbär fühlte und mich am liebsten unter die Erde verkriechen wollte, ließen sich nach dem frühzeitigen Gurgeln die Herpes-Bläschen erfreulicherweise nicht blicken: Die stelle blieb flach und nach einigen Tagen war gar nichts mehr zu sehen.

Wohlgemerkt: Diese Erfahrung bezieht sich nur auf HERPES- Viren, nicht auf CORONA-Viren!

Bei den Herpes-Viren konnte ich mit eigenen Augen beobachten, dass die Viren gehemmt wurden. Das ist bei Corona schwierig, denn hier stellen sich Fragen wie: „Habe ich jetzt eine Erkältung/Grippe/Corona?“ Oder jemand hat Corona und ist dennoch symptomfrei, merkt und sieht also nichts.

Ich dachte, Mundwasser bekämpfen in erster Linie Bakterien?

Was mich wundert bei der „Mundwasser-Diskussion“: Bisher wurden Mundwasser vorwiegend als Mittel gegen Bakterien im Mund- und Rachenraum angepriesen. Und jetzt sollen sie (zumindest einige ausgewählte) Corona-Viren abtöten können? Klar, bei einigen Mundspülungen steht, dass sie auch Pilze und Viren beseitigen können, dennoch hörte ich bisher überwiegend von „Bakterien bekämpfen“. Sollten sich die Ergebnisse der Virologin Toni Meister in der Praxis dahingehend bewähren, dass Mundspülungen mit bestimmten Inhalts- und Wirkstoffen auch gegen Viren helfen, habe ich nach der Lektüre ihrer Studien (siehe unten der Link dazu) `was Wichtiges gelernt.

Höchst interessant zu erfahren, dass es Forschern gelungen ist, im Labor nachzuweisen, dass ganz normal im Handel erhältliche Mundwasser wie „Listerine Cool Mint“ oder „Dequonal“ wirksam gegen Corona-Viren sein können.

Fazit für mich:

Ich werde diese beiden Mundwasser ausprobieren und sie mit meinem ätherischen Oregano-Öl vergleichen. Interessante Parallele zwischen dem empfohlenen Mundwasser „Listerine Cool Mint“ und meinem Oregano-Öl: beides enthält THYMOL.

An einem Punkt haben die genannten handelsüblichen Mundwasser einen Vorteil gegenüber meinem ätherischen Oregano-Öl: Während sie einen frischen Atem verleihen, rieche ich bei meinem Oregano-Öl stark nach Pizza. Denn das klassische Pizza-Gewürz ist nun einmal Oregano – und dann noch viel intensiver in der Variante ätherisches Öl!! Gibt aber Schlimmeres, als nach dem Pizza-Gewürz zu riechen – vor allem, wenn man seiner Gesundheit was Gutes tut.

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Quellen:
  1. Weitere Infos über den Labor-Test der Virologin Toni Luise Meister finden sich in: https://academic.oup.com/jid/article/222/8/1289/5878067 mit dem Titel: „Virucidal Efficacy of Different Oral Rinses Against Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2“ 
  2. Zweifel an der Wirksamkeit von Mundwassern gegen Corona meldet u.a. Werner Bartens in der „Süddeutschen Zeitung“ vom 22.9.2020 an: https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/coronavirus-mundwasser-gurgeln-1.5039837: „Hilft Gurgeln gegen das Virus?“
  3. Allgemeine Infos über das Thema „Mundwasser und Corona“ gibt es in verständlicher Form in einem TV-Sender-Beitrag des mdr vom 17.9.2020: https://www.mdr.de/brisant/mundspuelung-gegen-corona-100.html: „MIT MUNDSPÜLUNG GURGELN GEGEN CORONA-VIRUS?“