Schlagwort: Entspannung

Natürliche Sedativa

Cool-down-Effekt durch beruhigende Pflanzen-Extrakte

Pflanzliche Sedativa wie Lavendel, Passionsblume, Baldrian, Melisse oder Hopfen.
Die prächtige Passionsblume gehört zu den natürlichen Sedativa, die allein oder in Kombination mit anderen beruhigenden Kräutern ihre entspannende Wirkung entfaltet. foto: shutterstock

Eine Auswahl an 5 natürlichen, beruhigend wirkenden Kräutern/Extrakten (Sedativa) stelle ich nachfolgend vor: Passionsblume, Melisse, Baldrian, Lavendel und Hopfen. Sie können in Phasen übermäßiger Gereiztheit/Genervtheit für einen angenehmen Cool-down-Effekt sorgen. Die Natur zeigt sich von ihrer großzügigen Seite und schenkt sie uns einfach so. Für alle hier angeführten pflanzlichen Substanzen gilt:

Pflanzliche Kräuter/Wurzeln/Extrakte können wirken, müssen es aber nicht bei jedem/jeder.

Nicht jeder verträgt jedes pflanzliche Mittel

Allergische Reaktionen oder sonstige Unverträglichkeiten können auch bei pflanzlichen Mitteln auftreten. Wird das beobachet, sollte man die Finger von dem betreffenden Kraut lassen! Vorsichtig sollten auch Schwangere oder Stillende sein.

Eine große Menge an beruhigenden Heilkräutern am Tage eingenommen kann müde und schläfrig machen. Das sollte bei der Absicht, Auto fahren oder Maschinen bedienen zu wollen berücksichtigt werden.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wer Medikamente einnimmt, sollte mit seinem Arzt vorab klären, ob eventuelle Wechselwirkungen mit den pflanzlichen Sedativa zu erwarten sind. Liegen schwerwiegende (Vor-)Erkrankungen vor, ist die vorherige Absprache mit einem Arzt unbedingt erforderlich. Die vorgestellten Kräuter/Extrakte sind lediglich als sanfte Unterstützer zu betrachten, wenn es darum geht, die Befindlichkeit zu verbessern. Sie ersetzen in keinem Fall Beratungen/notwendige Behandlungen von Ärzten.

Und jetzt die gute Nachricht: Wer die hier aufgeführten natürlichen Sedativa gut verträgt, kann sie untereinander kombinieren, um die beruhigende und schlaffördernde Wirkung zu erhöhen. Dementsprechend gibt es fertige Kombipräparate, die in Reformhäusern, Drogerien oder Apotheken erhältlich sind.

Passionsblume

Macht angenehm müde und kann Blutdruck senken

Klingt blumig: „Passionsblume“. Passion? Tatsächlich soll der Name sich auf die Passion von Jesus beziehen. Die hellen Außenblätter werden mit den Aposteln verglichen und das Innere mit der Dornenkrone. Unabhängig von ihrer religiösen Namensgebung vermag die Passionsblume zu helfen, wenn es darum geht, Spannungen oder Ängste loszuwerden. Darüber hinaus soll sie in der Lage sein, den Blutdruck zu senken.

Wirksame Bestandteile der Passionsblume sind Flavonoide (zB C-Glycosid, Apigenin, Luteolin) und ätherische Öle. Das Passionsblumen-Kraut wird arzneilich verwendet und kann als Tee zubereitet werden. Als Trockenextrakt wird es in Kapseln,  Tabletten oder Tropfen vertrieben. Passionsblume lässt sich, wie die meisten anderen natürlichen Sedativa, mit den anderen kombinieren – vorausgesetzt, man verträgt jedes einzelne Heilkraut.

Passionsblume kann schön müde und schläfrig machen. Daher ist es ratsam, sedativ wirkende Pflanzenkräuter abends vor dem Zubettgehen einzunehmen.

Eine sanfte Form der Einnahme ist Passionsblumen-Tee. In guter Bio-Qualität bietet die traditionsreiche Marke „Salus“ ihn anAFL:

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MELISSE/Zitronenmelisse :

Sanfter Charakter mit starker Heilkraft

Aus frischen Melissenblättern lässt sich Tee zubereiten. Melissse steckt auch in pflanzlichen Arznei- Produkten wie „Melissengeist“. Melisse schenkt einem cool-down-Phasen, beruhigt die Nerven.

Wer die grünen, zarten Blätter der Melisse zwischen den Fingern reibt, dem strömt ein leicht zitroniger Ruft entgegen. Deshalb wird sie auch Zitronenmelisse genannt.

Ein Melissentee vor dem Zubettgehen getrunken, kann nervöse Unruhe verringern und den Schlaf fördern. Natürlich kann der Tee auch am Tage getrunken werden. Dass er dann nicht wie ein Espresso als Wachmacher wirkt, sollte klar sein.

Am aromatischsten schmeckt der Tee, wenn er mit frischen Melisseblättern aufgebrüht wird. Eine gute Bioqualität ist vorzuziehen, um eventuelle Rückstände von fragwürdigen Pflanzenschutzmitteln zu umgehen. In Reformhäusern, ausgesuchten Bioläden, Drogerien und Apotheken gibt es Melisse in getrockneter Form für die Teezubereitung.

Interessant an der Melisse ist, dass ihren ätherischen Ölen zugesprochen wird, in günstiger Weise auf unseren GABA- Mechanismus einzuwirken. Der Botenstoff GABA (Gamma-Aminobuttersäure) ist für einen beruhigenden Effekt zuständig. Andere Botenstoffe wie zB Glutamat sind GABA-Gegenspieler und steigern dementsprechend die Erregung unserer Nervenzellen. Dadurch, dass die Wirkstoffe der Melisse in der Lage sind, an GABA-Rezeptoren anzudocken, beruhigen sie unser vegetatives Nervensystem.

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BALDRIAN:

Riecht nicht doll, aber kann beim Einschlafen helfen

Baldriantropfen sind ein gängiges pflanzliches Mittel, das bei Schlafstörungen und nervöser  Unruhe eingesetzt wird. Wer ein Baldrian-Fläschchen öffnet, wird wahrscheinlich nicht begeistert sein vom Duft: stumpfer, muffiger Geruch. Gut, manchmal muss man sich überwinden, wenn es um die Gesundheit geht.

Bis Baldriantropfen anfangen zu wirken, soll es einige wenige Wochen dauern. Also ist Geduld angesagt. Als ich Baldriantropfen ausprobierte, hatte ich diese Info nicht und war zwei Tage nach der Einnahme enttäuscht, dass er mir nicht dabei half, besser zu schlafen. Eine zweite Chance habe ich dem Baldrian seit dem nicht gegeben. Ich bin aber am überlegen, ob ich es nicht doch noch einmal probiere, denn das Interessante an Baldrian scheint mir zu sein, dass es – wie Melisse auch – die Fähigkeit besitzen soll, unseren GABA-Mechanismus dahingehend zu beeinflussen, dass wir uns ruhiger und entspannter fühlen. Substanzen, die eine positive Wirkung auf unseren Nerven-Botenstoff GABA (=GammaAminoButtersAuere) haben, besänftigen übermäßig gereizte Nerven.

Wichtige Inhaltsstoffe des Baldrians stecken hauptsächlich in den ätherischen Ölen. An erster Stelle ist Bornylacetat zu nennen, ferner u.a.: beta-Caryophyllene, Valeranon. Ein Bad mit Baldrianöl kann die Muskeln angenehm entspannen.

Baldrian in Form von Tropfen ist hier erhältlichAFL:

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Baldrian-Heilpflanzensaft von der traditionsreichen BioMarke „Salus“ kann über diesen Link bestellt werdenAFL:

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LAVENDEL

Betörender Duft mit hilfreicher Wirkung

Dem angenehm duftenden Lavendel wird ein besänftigender Effekt zugesprochen, der Unruhe vermindern, den Schlaf fördern und sich auch günstig auf nervösem Reizmagen oder Darmbeschwerden, Blähungen oder dem so genannten „Roemheld-Syndrom“ (übermäßige Gasansammlung im Magen-Darm-Trakt) auswirken kann. Getrockneten Lavendel gibt es fertig zu kaufen u.a. in Reformhäusern, Apotheken oder Drogerien.

Als wirksame Bestandteile werden genannt: ätherisches Öl (mit Linalylacetat, Linaool) und die Gerbstoffe in den Lavendelblüten.

Eine optisch ansprechende und sich günstig auf die Stimmung auswirkende Methode ist es, sich frische Lavendel-Pflanzen im Topf zu besorgen für die Balkonbepflanzung oder Lavendel im Garten großzügig anzulegen: Ein Meer an violetten Blüten, deren Duft heilende und besänftigende Wirkung ausströmt.

Ebenfalls angenehm sind ein Bad mit Lavendelöl oder ein Lavendelsäckchen unterm Kopfkissen, bzw. in Bettnähe.

Wem es mit dem kleinen Lavendelsäckchen unterm Kissen zu umständlich ist, kann ein Kissen mit getrockneten Lavendelblüten ausprobierenAFL:

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In Form von Tee wird beruhigender Lavendel von „Sidroga“ angebotenAFL:

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Wie eingangs im Text erwähnt, ist auch bei pflanzlichen Heilmitteln Vorsicht geboten. Zu denken „Ist aus der Natur, ist harmlos, kann mir also nicht schaden“, kann durchaus fatale Folgen haben.

Ein Beispiel: Ich habe mal Johanniskraut innerlich eingenommen, weil ich gehört hatte, dass es die Stimmung anheben und auch entspannen soll. Ich hatte die Information, dass Johanniskraut lichtempfindlich mache und dass man daher aufpassen solle. Allerdings konnte ich mir unter „lichtempfindlich“ nicht viel vorstellen – und wie es so kommt, begann ich an einem schönen heißen und sonnigen Julitag  die Einnahme. Die stimmungsaufhellende Wirkung soll, so heißt es über Johanniskraut, nach ein paar Wochen eintreten.

So weit kam ich leider nicht, denn eines schönen morgens wachte ich mit riesengroßen, roten kraterartigen Flecken im Gesicht auf. Zu der äußerst unansehnlichen Optik kam noch ein unerträgliches, permanentes Jucken hinzu. Ich traute mich nicht raus, musste aber zur Arbeit und hatte auch private Termine vereinbart. Wer mich sah, brach in spontanes Lachen aus – was ich nicht so witzig fand. Ich lief mit einer Orangenhaut voller Dellen im Gesicht herum, nur dass die Orange nicht Orange war, sondern tiefrot. Krater mitten im Gesicht, damit fühlt man sich nicht wohl. Der Vergleich mit der „Orangenhaut“ kam von meinem Bruder, der eine liebenswürdig direkte Art hat, die Dinge beim klaren Namen zu nennen.

Die Reaktionen der anderen, gekoppelt mit dem Dauer-Juckreiz und dem Gefühl, dass meine Gesichtshaut „verbrannt“ war, drückten meine Stimmung extrem runter. Nix da mit „stimmungsaufhellendem Johanniskraut“: Meine Laune stürzte rapide in den Keller, ja unter die Erde und war damit noch schlechter als vor der Johanniskraut-Einnahme.

Seit dieser traumatischen Begegnung mit Johanniskraut fasse ich das Kraut nicht mehr an. Ich kann also keine Aussage darüber machen, ob es stimmt, dass Johanniskraut die Stimmung aufhellt und sogar in der Lage sein soll, gegen eine leichte Depression zu wirken.

Was ich aber mit Sicherheit weiß: Pflanzliche Mittel wie Johanniskraut sind nicht harmlos, nur weil sie aus der Natur kommen. Man muss die Warnhinweise wie „macht lichtempfindlich“ u.a. ernst nehmen und das hieße zB, dass man nicht wie ich mitten im Sommer mit der Einnahme von Johanniskraut beginnt, sondern lieber im November /Dezember.

HOPFEN

Ohne Bier eine beruhigende Heilpflanze

Getrocknete Hopfenzapfen mit kochendem Wasser übergießen, ca. 10 Minuten wirken lassen und am besten abends vor dem Schlafengehen trinken: macht schön müde.

In Bier steckt Hopfen. Bei uns in Oberbayern wird viel Bier g’soffen: Die Leute sind auffallend entspannt und locker. Inwiefern der Alkohol ebenso dazu beiträgt, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber dass der Hopfen entspannend wirkt, ist bekannt. Verantwortlich für diese Wirkung werden die Bitterstoffe Humulon und Lupulon gemacht. Ohne Bier/Alkohol bleibt einem mit den puren Hopfenzapfen immerhin die schön entspannende Wirkung.

Es sind die weiblichen Blütenstände des Hopfens (Hopfenzapfen), die man für Tees hernehmen kann. Getrocknete Hopfenzapfen gibt es beispielsweise in Apotheken zu kaufen. Wer zufällig durch die Holledau in Bayern fährt, könnte bei einem Hopfenbauern Halt machen und freundlich fragen, ob er einige Hopfenzapfen vom Feld kriegt – gegen Geld natürlich.

Wer festgestellt hat, dass er nach einem Feierabend-Bierchen besser schlafen kann, kann dies ruhig auf den Hopfen zurückführen. Relaxen geht auch ohne Bier/Alkohol: durch Hopfen pur.

Getrocknete Hopfenblüten aus der Hopfenregion Hallertau für eine Teezubereitung sind hier erhältlichAFL:

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Der Tee der Biomarke „Herbaria“ enthält neben Hopfen weitere beruhigende Kräuter wie Melisse und LavendelAFL:

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CBD-ÖL: Hype oder hilfreich?

Eine Pipetten-Flasche mit CBD-Öl, die als Inhaltsstoffe Hanfextrakt und Olivenöl enthält.

CBD-Öl mag derzeit ein Hype sein, aber ist es auch eine ernstzunehmende Hilfe?

Die Frage „Hype oder Hilfe?“ habe ich einigen Schulmedizinern gestellt (Neurologen, Internisten, Allgemeinmedizinern). Die Antworten ähnelten sich und können so zusammengefasst werden:

„Es gibt nicht genügend (Langzeit-)Studien über CBD-Öl, aber ich habe Patienten, denen es sehr hilft und andere, bei denen sich nichts tut.“

Oder auch: „Die bisherigen Studienergebnisse und Statistiken sprechen nicht für die zweifelsfreie Wirksamkeit von CBD-Öl, aber einigen meiner Patienten habe ich es empfohlen und die subjektiven Erfahrungen sind zum Teil sehr positiv.“

Was mich überraschte: Alle Schulmediziner, die ich befragt habe, zeigten sich aufgeschlossen gegenüber CBD-Öl. Wenn ein Präparat wenig negative Nebenwirkungen aufzeigt wie es bei CBD der Fall ist, haben manche Schulmediziner eine kritische Einstellung nach der Denke: „Wenn es keine Nebenwirkungen hat, dann wohl wahrscheinlich auch keine evidente Wirkung. Sie können ja auch Zucker-Globuli schlucken, hilft auch manchen.“ Diese Haltung ignoriert, dass es Leute gibt, denen Soft-Präparate manchmal mehr helfen als schulmedizinische Hammerpräparate. Oder auch die Kombination von Schulmedizin und ergänzender Naturheilkunde. Darüber hinaus wertschätzt sie nicht die in zahlreichen Studien beobachteten Wirkungen von Placebo-Mitteln, die beispielsweise nur Zucker enthalten.

Was ist CBD-Öl eigentlich und bei welchen Beschwerden kann es helfen?

„CBD“ steht für „Cannabidiol“, dem nicht berauschenden/psychoaktiven Teil der Cannabis-Pflanze. Das CBD-Öl wird aus weiblichen Cannabispflanzen gewonnen. Es enthält die Inhaltsstoffe Cannabidiol auf Ölbasis.

Cannabispflanzen enthalten diverse Wirkstoffe, sogenannte Cannabinoide. Das populärste Cannabinoid ist das „THC“ (= Tetrahydrocannabinol), verantwortlich für die berauschende Wirkung. Um CBD legal herstellen und verkaufen zu können, darf es in Deutschland nur einen THC-Gehalt von maximal 0,2 Prozent haben.

Wichtig zu wissen: die saubere Unterscheidung zwischen einer Cannabis-Schmerz-Therapie, die durchaus und bewusst deutlich mehr THC enthalten kann und das frei verkäufliche CBD-Öl mit verschwind geringem THC.

Wobei kann das CBD-Öl helfen?

In erster Linie bei chronischen Schmerzen: chronische Migräne, Rückenschmerzen und andere Schmerzen des Gelenk/Knochenapparats – darüber hinaus bei Schlafstörungen, Verspannungen, Stress…

Dem CBD-Öl wird eine entkrampfende, entzündungshemmende, angstlösende Wirkung zugesprochen. Es wird auch gegen Übelkeit eingesetzt (zB bei einer Chemotherapie, um Begleiterscheinungen wie Übelkeit/Erbrechen zu lindern).  Ein „Drogenrausch“ ist nicht zu erwarten, da im CBD-Öl nur ein verschwindend geringer Anteil der psychoaktiven Substanz THC stecken darf (0,2 Prozent).

Da die Wirkung von CBD-Öl sehr subjektiv ist, wenn man denn überhaupt darauf anspringt, gilt es, einfach auszuprobieren, ob es etwas für einen selbst ist (dies am besten in Absprache mit dem Arzt).

Der menschliche Körper weist körpereigene Cannabinoide auf.

Es gibt verschiedene Konzentrationen, in denen CBD-Öl angeboten wird: 5, 10, 15, 20, 40…%ig zum Beispiel. Je höher konzentriert, desto teurer.

Migräne-Geplagte greifen zur 5%igen Flasche, die gängigste Konzentration gegen chronische Schmerzen oder Schlafstörungen ist die 10%-Variante.

CBD-Öl kann die Stimmung heben

Obwohl CBD-Öle nicht mehr als 0,2 Prozent der psychoaktiven Substanz THC enthalten dürfen, also als harmlos gelten, können sie die Stimmung heben. Diese erfreuliche Wirkung kann, muss aber nicht auftreten.

Wie wird CBD-Öl eingenommen?

CBD-Öl gibt es üblicherweise in kleinen Fläschchen mit einer Pipette oben drauf. Mit Hilfe dieser Pipette lassen sich CBD-Tropfen recht genau dosieren: Mit der Pipette etwas Öl aus der Flasche anpumpen, Mund öffnen und die Tropfen unter die Zunge tröpfeln. Circa 60 Sekunden (1 Minute) im Mund belassen und dann hinunter schlucken.

Was die Anzahl der Tropfen angeht, gibt es Berichte seitens der Anwender dahingehend, dass eine niedrige Anzahl an Tropfen eher stimulierend wirke und eine höhere entspannt bis schläfrig mache. Da CBD-Öl individuell anders wirkt, gilt es auszuprobieren, was einem besser bekommt/was einem lieber ist.

Als eine mögliche Richtschnur mag gelten (bei chronischen Schmerzen): 3×3 Tropfen täglich.

Wo kann man CBD-Öl beziehen?

Ich empfehle eine Apotheke des Vertrauens in Deutschland. Oder hier mal reingucken: Die österreichische Arbeitsgemeinschaft „ARGE CANNA“ prüft und zertifiziert Gütesiegel für CBD-Öle.

O-Ton ARGE CANNA: „Das unabhängige Gütesiegel der ARGE CANNA für cannabinoidhaltige Produkte seit 2016.“ Link: https://arge-canna.at/guetesiegel/

Allerdings ist man nach der Auswahl eines Gütesiegel geprüften CBD-Öls bei der Bestellung auf die Website des jeweiligen Anbieters angewiesen, wenn man nicht extra nach Österreich/Wien fahren will, um es vor Ort zu kaufen. Und Internet-Bestellungen von Medikamenten/Heilmitteln, na ja, da bin ich skeptisch. Zu viele schwarze Schafe, denen man begegnen kann. Als Anhaltspunkte bei der Auswahl könnten diese Fragen dienen:

  • Wie transparent vertreibt der jeweilige Anbieter sein CBD-Öl (gibt es beispielsweise Einsicht in die Ergebnisse einer Analyse, die von einem externen Labor durchgeführt wurden?)
  • Welches Verfahren wurde bei der Extraktion des Wirkstoffs Cannabidiol angewendet (ein möglichst schonendes Verfahren ist vorzuziehen)
  • Wie sieht es mit den Herkunftspflanzen aus? Sind sie belastet durch Pestizide und andere Schadstoffe?
  • Liegt der Preis deutlich niedriger als bei einem Öl mit geprüften Siegel (zB von „ARGECANNA“ geprüft/zertifiziert). Wenn ja, könnte es sich um ein Hanföl handeln, das sich zwar ähnlich gut wie Leinöl in der Küche verwenden lässt, aber nicht den Wirkstoff Cannabidiol in der notwendigen Menge enthält.

Ein 10ml-Fläschchen mit 10 %igem CBD-Öl kostet um 65/70 Euro. Die 5%ige Variante, die oft für Migräne-Patienten empfohlen wird, liegt bei circa 35 Euro. Also aufpassen vor Angeboten im Internet, die mit Billigpreisen locken.

Subjektive Erfahrungen mit CBD

Ich habe neben den Schulmedizinern auch einige befragt, die das CBD-Öl bereits einnehmen. Hier eine kurze Zusammenfassung der Antworten:

„Seitdem ich es nehme, habe ich keine Migräne-Attacken mehr“, erzählte mir eine 45-jährige Frau, die seit ihrem 15. Lebensjahr unter chronischer Migräne litt.

Auf meine Nachfrage hin, wie lange sie es bereits schlucke, lautete die Antwort:

„2 Wochen.“

Meine Reaktion: „Bisserl kurz, um beurteilen zu können, ob CBD wirklich hilft, oder?“

„Mag zunächst so aussehen, aber wenn du bedenkst, dass die Migränegefahr bei mir jeden Tag präsent war und ich 1x die Woche einen 24 bis 36 Stunden andauernden Schmerzanfall  hatte mit Übelkeit, Erbrechen, passiv im Bett liegen möglichst ohne Licht, Ton, Lärm…, dann empfinde ich es als einen Segen, 14 volle Tage totale Ruhe zu haben und schmerzfrei zu sein.“

Ein 37-jähriger mit chronischen ISG-Schmerzen berichtete:

„Sind plötzlich verschwunden, weiß auch nicht so genau, warum.“

Wieder meine Frage nach der Länge der Einnahme: 4 Wochen.

Weitere Frage: „Was konntest du beobachten in dieser Zeit?“

„Dass der Schmerz wieder zurückkehrte, wenn ich die Tropfen auch nur einen Tag/eine Nacht nicht einnahm.“

Das klang in meinen Ohren nicht so doll. Sollte es heißen, dass man ein Leben lang CBD-Öl-Tropfen schlucken muss, um schmerzfrei zu bleiben? Eher lästig und zudem ist das Zeug teuer. Ich konfrontierte den ISG-Kandidaten mit dieser Frage.

„Lebenslange Einnahme wäre nicht schön, klar, aber andererseits: auch wenn das Zeug sauteuer ist und ich es ein Leben lang nehmen müsste, würde ich alles daran setzen, es mir leisten zu können. Die Belohnung ist Schmerzfreiheit, das wäre es mir wert.“

Kritische Stimmen/negative Erfahrungen

Ich habe auch mit Leuten gesprochen, die nicht so begeistert waren.

„Am Anfang dachte ich: `wow, ich spüre meine Schmerzen am Rücken weniger, manchmal sogar gar nicht`. Dann aber merkte ich, dass das CBD-Öl mich unruhig und fahrig machte. Das störte mich dermaßen, dass ich es nicht mehr einnehme. Ich bin wieder zurückgekehrt zu meinen sanften Rückenübungen.“

Ich fragte zurück: „Aber ich hatte gelesen, dass die Einnahme von CBD-Öl einen eher ruhig stimmt?!“

„Keine Ahnung, mag theoretisch stimmen. Aber bei mir mit Sicherheit nicht. Ich hätte mir gewünscht, dass es mich beruhigt, aber genau das Gegenteil trat bei mir ein.“

Eine Migräne-Patientin machte ebenfalls negative Erfahrungen:

„Zuerst fühlte mein Kopf sich schön leicht an, die Migräne-Attacken kamen nicht so häufig. Das fand ich klasse. Ich begann zaghaft mit nur 2 Tropfen pro Tag, weil ich weiß, dass mein Migräne-Kopf sehr empfindlich auf fremde/neue Stoffe reagiert. Ich erhöhte auf 3 Tropfen und damit ging es mir gut. Dann 4 Tropfen: Ich bekam einen so schweren Migräne-Anfall, dass es viel länger als üblich dauerte, bis er der Schmerz und die Übelkeit endlich verschwanden: 2 Tage und 2 Nächte habe ich höllisch gelitten – seitdem fasse ich das Zeug nicht mehr an. Vor allem kam so ein unerklärlicher starker Druck zum Schmerz und zur Übelkeit hinzu, den ich sonst ohne CBD nicht hatte. Ab da hatte ich Angst vor einer weiteren Attacke dieser Art und lasse es lieber.“

Eines noch zu Schlafproblemen. Auch hierzu habe ich CBD-Probanden befragt.

„Ich schlafe besser ein und auch durch.“

Auf meine Nachfrage, wie das allgemeine Wach-Schlaf-Empfinden sei, hieß es:

„Auf mich wirkt das CBD-Öl tagsüber ähnlich stimulierend wie ein Espresso, dennoch kann ich nachts gut schlafen.“

Zu hören war aber auch: „Auf mich wirkt es beruhigend, ich brauche zusätzlich ein bis fünf Tassen Kaffee, um mich wachzuhalten tagsüber.“

Oder auch:

„Mich macht das Öl so unruhig, dass ich die ganze Nacht nicht schlafen kann und häufig aufwache, mich wie ein Propeller im Bett drehe.“

Auch hier wieder: widersprüchliche Erfahrungen/Wirkungen.

Aufgepasst bei Alkoholkonsum: Nicht ratsam ist die gleichzeitige Einnahme von Alkohol und CBD, weil es zu Schwindel kommen kann. Wer viel Kaffee trinkt und ein hypersensibles Nervenkostüm hat, sollte beobachten, wie das CBD auf Coffein reagiert.

Als mögliche Nebenwirkungen werden Mundtrockenheit, Herzrasen oder Benommenheit aufgeführt. Letzteres deutet auf veränderte Wahrnehmung hin. Wenn jemand Wahrnehmungsstörungen beobachten sollte, dann ehrlich die Frage beantworten: „Kann/soll ich noch Auto fahren?“

Zusammenfassend lässt sich sagen: Manchen hilft CBD-Öl, anderen nicht. Deshalb lautet die Antwort auf die Frage im Titel dieses Artikels: CBD-Öl ist derzeit (April 2020) sowohl Hype als auch hilfreich – zumindest bei einigen. Da ich auch mit Leuten gesprochen habe, die keinerlei Wirkung beobachten konnten bzw. Verschlimmbesserungen erlebt haben, kann ich keine Aussage darüber machen, ob man CBD nehmen sollte oder nicht. Wer aber ausprobieren möchte, ob er zu denen gehört, denen es hilft, kann es testen – muss aber damit rechnen, dass es entweder gar nicht hilft oder das die Beschwerden sogar schlimmer werden als zuvor. Ratsam wäre es, das Austesten von einem Arzt begleiten zu lassen.

Wie viel CBD?

Die jeweils auf der Packung empfohlenen Mengen an Tropfen nicht zu sehr überschreiten, weil es Schläfrigkeit oder Appetitlosigkeit hervorrufen kann (Appetitlosigkeit könnte zB bei Krebspatienten bedenklich sein, weil ihre Krankheit häufig mit Gewichtsverlust einher geht). Bei chronischen Schmerzen werden zB  3×3 Tropfen an 10-prozentigem CBD-Öl angeraten.

CBD-ÖL hat einen Chamäleon-Charakter

Das CBD-Öl scheint einen Chamäleon-Charakter zu haben: Es zeigt bei jedem ein anderes Gesicht. Passt sich offensichtlich dem an, was es im Körper des Einzelnen vorfindet. Es fehlen Langzeitstudien, die belegen könnten, dass und wie CBD wirkt. Dennoch bin ich noch keinem Schulmediziner begegnet, der eine mögliche positive Wirkung bei chronischen Schmerzen oder Schlafstörungen radikal verneint hätte. Obwohl Langzeitstudien noch fehlen und obwohl man (noch) nicht so richtig weiß, wie und warum  CBD wirkt, raten diejenigen Schulmediziner, die ich befragt habe, dazu, das CBD-Öl auszutesten. Dies wohl auch deshalb, weil wenig bis keine Nebenwirkungen zu befürchten sind. Wer herausbekommen möchte, ob CBD bei ihm/ihr wirkt und welches seiner zahlreichen Gesichter es im Einzelfall zeigt, tut dies am besten mit Hilfe eines Arztes. Der einem bestenfalls auch sagen kann, ob es denn überhaupt ratsam ist, angesichts der persönlichen Krankengeschichte/Indikationen das CBD auszuprobieren.

Wichtig: Dieser Artikel dient nur der Information und nicht der Selbstmedikation. Er gibt lediglich subjektive Erfahrungswerte wieder und ruft in keiner Weise dazu auf, mit CBD eine Selbstmedikation durchzuführen. Wer diese Substanz ausprobieren möchte, sollte sich unbedingt von einem Arzt beraten/begleiten lassen. Vor allem vor Beginn einer CBD-Einnahme ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt führen, um abzuklären, ob angesichts der eigenen subjektiven Krankenhistorie das CBD-Öl ratsam wäre oder nicht.