Schlagwort: entzündungshemmend

Der Magen mag`s: Kurkuma

links vorne: frischer Kurkuma, oben Ingwerknollen, auf der Untertasse aufgeschnittener Kurkuma mit knallig-gelber Farbe. Hin und wieder eine Kurkuma-Latte mit Milch und Zimt kann vitalisierend wirken. Foto: shutterstock

Knallig gelbe Kurkumaknolle

Kurkuma ähnelt den Ingwerknollen. Kein Wunder, gehört es doch zur Gattung der Ingwergewächse. Kurkumaknollen sind schmaler und viel knalliger in ihrer gelb-orangenen Farbe unter der dünnen Schale. Deshalb Vorsicht: Wer frische Kurkumawurzeln schält, bekommt verfärbte Finger – ähnlich, wie es bei einer frischen roten Beete der Fall ist: Finger färben sich stark und es dauert eine Weile, bis es sich auswäscht.

Curcuma longa, auch Gelbwurz genannt: gängige Sorte

Curcuma longa ist die gängigste Sorte; sie wird auch „Gelbwurz“ genannt. Die Lebensmittelindustrie nutzt die Farbeigenschaft des Kurkumas mit dem Farbstoff E100: die charakteristische Farbe von Senf oder Curry rührt von daher.

Vom Geschmack her ist Kurkuma etwas süßlicher als Ingwer. Verwendet wird es in der Regel als Gewürzpulver. Aus den getrockneten unterirdischen Trieben wird das Pulver nach einem speziellen Prozess gewonnen. Frische Knollen kann man aber auch kaufen.

Das Pulvergewürz enthält ätherische Öle, Harze, Eiweiße, Zuckerverbindungen und ca 5% an biologisch aktivem Curcumin (inklusive weiterer Curcuminoide).

Bei Magen-Darm-Beschwerden kann Kurkuma helfen

Erfahrung von Sven W.* (55 Jahre alt, er leidet seit Jahren an einem Reizdarm):

„Ich habe sehr gute Erfahrungen mit gemahlenem Kurkuma aus dem Reformhaus gemacht. Ich rühre jeden Tag einen Teelöffel mit etwas Honig und nehme es ein. Es hat mir mehr geholfen, als vieles andere, was ich ausprobiert habe: Heilerde magenfein, basisches Pulver …“

Woran mag es liegen, dass Kurkuma gut tut bei Magen-Darm-Beschwerden?

Einig ist sich die Wissenschaft und alternative Medizin darin, dass das Curcumin im Kurkuma entzündungshemmend wirkt. Es könne darüber hinaus bei der Fettverdauung helfen.

Das war es dann auch schon mit der trauten Einigkeit. Schon bei der Frage, ob man Kurkuma mit Honig, als Latte-Getränk oder mit Pfeffer einnehmen sollte, scheiden sich die Geister.

Das liegt daran, dass unser Körper Probleme damit hat, Curcumin aufzunehmen. Es ist  instabil und schwer wasserlöslich. Ein großer Teil wird recht schnell wieder ausgeschieden, ohne dass unser Körper es optimal verwerten konnte.

Was ist mit dem Pärchen Kurkuma-Pfeffer?

Weil Kurkuma allein es nicht schafft, so lange im Darm zu verweilen, dass er seine Wirkung besser entfalten kann, braucht er Partner. Oft vorgeschlagen wird schwarzer Pfeffer. Problem: Nicht jeder verträgt das im Pfeffer enthaltene Piperin. Wer Magen-Darm-Probleme hat, sollte hier also besonders vorsichtig sein. Die Verbraucherzentrale rät, sich mit dem Arzt abzusprechen, wenn man vorhat, Kurkuma über das Maß eines normalen Gewürzes hinaus benutzen zu wollen. Denn ansonsten könne man das provozieren, wogegen man es einnehmen wollte: Blähungen, Sodbrennen, Durchfall, Übelkeit oder gar Schmerzen.

Die Konstellation Kurkuma-Pfeffer wird schon als fertiges Gewürz angeboten. Aber, wie schon oben gesagt: hier ist Vorsicht geboten wegen einer eventuellen Unverträglichkeit des Piperins im Pfeffer.

Braucht Kurkuma ein Transportvehikel wie Mizellen?

Andere Hersteller bieten Kurkuma mit Mizellen als Transportvehikel an, um die Bioverfügbarkeit zu verbessern. Auch hier warnt die Verbraucherzentrale, das eine bessere biologische Wirkung solcher Produkte nicht gewährleistet sei.

Und wie wäre es mit dem Duo „Kurkuma-Öl“?

Eine dritte Variante empfiehlt Öle wie Oliven-, Kokos- oder Mandelöl zur besseren Aufnahme von Kurkuma. Da hilft nur ausprobieren, was man am besten verträgt und was bei einem selbst gut wirkt. Immer jedoch mit der Vorgabe, zunächst mit dem Arzt abzuklären, ob und in welcher Dosis es angebracht und bekömmlich wäre.

Fazit:

Entweder man folgt den Empfehlungen der Verbraucherzentrale und benutzt Kurkuma wie andere Gewürze auch nur in geringen Mengen. Oder aber man bespricht vorab mit seinem Arzt, ob und in welcher Dosierung es ratsam wäre, Kurkuma regelmäßig einzunehmen. Der Arzt kennt sich mit Höchstdosierungen pro Tag besser aus als man selbst – vor allem kann man gemeinsam mit ihm eventuelle individuelle Unverträglichkeiten abchecken. Dies gilt in noch viel stärkerem Maße für Schwangere, Stillende oder Patienten mit Gallensteinen (Kurkuma fördert die Gallensaftproduktion).

Vorsicht bei unhaltbaren Heilversprechen!

Heilversprechen, die mit Kurkuma einhergehen und sich auf schwere Erkrankungen wie Krebs oder Alzheimer beziehen, sind m.E. kritisch zu betrachten. Es gibt noch keine überzeugenden Humanstudien darüber. Bisherige Laborergebnisse, die sich nur auf eine kleine Teilnehmerzahl beziehen oder Labortests, die zum Teil abgebrochen worden sein sollen, ergeben keine zuverlässigen Aussagen darüber, ob Kurkuma bei Krebs helfen kann.

Kurkuma in normalen Gewürzmengen: unbedenklich

Hier noch ein Kurkuma-Latte-Getränk für Zwischendurch –  mit Kurkuma-Mengen, die unter der empfohlenen Dosis von der EFSA (European Food Safety Authority) aus dem Jahr 2010 liegen: nicht mehr als zwei Milligramm Curcumin pro Kilogramm Körpergewicht täglich liegen und deshalb als unbedenklich gelten:

Rezept für 1 Glas Goldene Milch:

Zutaten:

1 Teelöffel Kurkuma-Pulver

5g Ingwer

200 ml Hafermilch (oder Kuh-, Soja-, Mandelmilch)

halber Teelöffel Oliven-, Kokos- oder Mandelöl

nach Gusto: Zimt, Pfeffer, Muskat und zum Süßen: etwas Honig

Zubereitung: Zuerst wird eine Paste hergestellt:

Ingwer schälen und fein reiben. 60 ml Wasser in einen kleinen Topf gießen. Kurkumapulver, geriebenen Ingwer zufügen, unter Rühren aufkochen. Einige Minuten köcheln lassen bei schwacher Hitze, bis es etwas verdickt.

Hafermilch erhitzen und 1TL Kurkuma-Paste und Oliven-, Kokos- oder Mandelöl darunter rühren. Nach Geschmack mit 1 Prise Zimt und einer sehr kleinen Prise Pfeffer würzen, mit Honig süßen.

Welche Kurkuma-Marken haben eine gute Qualität?

Ich kann nur die Marken mit gutem Gewissen empfehlen, die ich kenne und über Jahre ausprobiert habe. Dabei orientiere ich mich an Bio-Produzenten, die ich schon seit Jahren kenne. Sicherlich gibt es noch weitere qualitativ akzeptable Hersteller, aber da ich sie nicht getestet habe, tauchen sie hier nicht auf.

Kurkuma in guter Qualität der traditionsreichen Bio-Marke „Sonnentor“ ist hier erhältlichAFL:

https://amzn.to/3quXkMl

Ebenfalls eine bewährte Bio-Reihe ist „Lebensbaum“. Kurkuma von Lebensbaum gibt es hierAFL:

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Frischen Kurkuma kann man in einigen Supermärkten, Früchteläden oder online hier bestellenAFL:

https://amzn.to/39GgXuZ

Mit frischem Kurkuma lässt sich ähnlich wie mit frischem Ingwer ein heißer Tee herstellen: Kurkuma waschen, in dünne Scheibchen schneiden, mit heißem, nicht mehr kochendem Wasser übergießen und einige Minuten einwirken lassen. Passt gut dazu: Grüner oder schwarzer Tee (lose, Beutel), frische Minzblätter, einige Tropfen frische Zitrone.

*Name ist der Redaktion bekannt

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Weitere Infos über Kurkuma:

  1. https://www.br.de/wissen/kurkuma-gewuerz-pulver-kurkumin-superfood-goldene-milch-gesund-102.html
  2. eine kritische Betrachtung liefert die Verbraucherzentrale in ihrem Beitrag: https://www.br.de/wissen/kurkuma-gewuerz-pulver-kurkumin-superfood-goldene-milch-gesund-102.html

Teebaumöl

Verdünnt mit destilliertem Wasser oder einem neutralen Pflegeöl ein probates Mittel gegen lästige Mitesser, Pickel und Pustel

Dieser Blog wendet sich zwar in erster Linie an Leute reiferen Alters und da sollten Mitesser oder Pickel eigentlich kein Problem mehr sein. Aber leider suchen diese lästigen Plagegeister manch eine/n nicht nur in der Pubertät, sondern auch im fortgeschrittenen Alter heim. Insofern macht es Sinn, ein Mittel zu betrachten, das uns Mutter Natur großzügig schenkt und das nach meiner Erfahrung besser gegen entzündete Pickel oder sonstige Hautunreinheiten hilft als viele gekaufte Präparate: TeebaumÖl.

Mutter Natur bietet uns manchmal wunderbare Mittel wie TeebaumÖl, das lästige Plagegeister wie Pickel effektiv beseitigen und dabei helfen kann, Hautunreinheiten vorzubeugen. Foto: tk

TeebaumÖl hat eine intensive, herb-würzige Duftnote: erinnert an Nadelbäume. Der australische Teebaum (Melaleuca alternifolia) kann bis zu sieben Meter hoch wachsen. Er gehört zu den Myrtegewächsen und seine Blätter sehen nadelartig aus. Australiens Ureinwohner, die Aborigines, sollen daraus ein ätherisches Öl gewonnen und es bereits vor langer Zeit bei Hautleiden oder Wunden benutzt haben. Mittlerweile ist TeebaumÖl für wenige Euro in hiesigen Drogerien und Apotheken erhältlich.

Das ätherische TeebaumÖl wird vor allem aus den Blättern (den drüsenartigen Knoten der Blätter) gewonnen und enthält noch weitere Substanzen wie beispielsweise Terpinen-4-ol, 1,8-Cineol und Limonen.

Mag sein, dass der wissenschaftliche Beweis noch nicht erbracht worden ist, was die positive Wirkung auf Hautunreinheiten angeht. Was hilft es mir, wenn ich gegen meine Hautprobleme Produkte/Medikamente/Salben verschrieben bekommen, die zwar als Medizinprodukte zugelassen sind nach einer langen Test- und Prüfphase, mir aber leider nicht helfen? Dann doch lieber ein natürliches Mittel wie TeebaumÖl anwenden, das – bei mir zumindest – sofort Wirkung zeigt.

Wirkung

Dem ätherischen Öl wird ein antiseptische, bakterizide und fungizide Wirkung zugesprochen. Da entzündliche Pickel und Pusteln oft bakteriell bedingt sind, kann TeebaumÖl mit seiner keimtötenden Wirkung hier gut helfen.

Hat eine keimtötende Wirkung: TeeebaumÖl

TeebaumÖl verdünnt anwenden, um Hautreizungen zu meiden

Wer das stark riechende, ätherische TeebaumÖl unverdünnt anwendet an seiner Haut, darf sich nicht wundern, wenn sie irritiert reagiert. Vor allem diejenigen mit empfindlicher Haut sollten es stets stark verdünnen: entweder mit destilliertem Wasser oder mit einem Basisöl (Leinöl, Kokosöl, Olivenöl, Mandelöl …) . Wer es mit Wasser verdünnt, kann es in eine saubere Sprühflasche füllen – das lässt sich besser dosieren: Ein Wattebausch nehmen, ansprühen und die betroffenen Hautstellen damit sanft abtupfen. Es hemmt und bekämpft entzündliche Pickel, Pustel … bei mir sehe ich die Wirkung schon nach wenigen Stunden: entzündlicher Prozess hört auf, Pickel/Pusteln verschwinden recht rasch. Wer nicht so sehr unter talgverstopften Poren leidet, kann das TeebaumÖl auch mit einem Basisöl verdünnen und so auf die Haut auftragen.

Achtung: Lungen mögen kein Teebaum-Öl! Nur äußerlich stark verdünnt anwenden, nie schlucken!

Auf meiner Teebaumöl-Packung steht es explizit drauf:

„Kann bei Verschlucken und Eindringen in die Atemwege zu schweren Lungenschäden führen.“

Ja, natürliche Mittel können nicht nur hilfreich sein, sondern bei unsachgemäßer Handhabung auch schaden: deshalb darauf achten, die Dämpfe des Teebaumöls nicht zu intensiv/lange einzuatmen – und vor allem: Teebaumöl ist NICHT zur innerlichen Einnahme gedacht! Wer meint, es schlucken zu müssen, weil es ja ein „harmloses Naturprodukt“ sei, irrt sich gewaltig und würde seiner Lunge immens schaden. Leute, die an Asthma leiden, sollten besonders vorsichtig sein, um nicht unnötig Atembeschwerden zu bekommen.

Wichtig: Diese Infos sind allgemeiner Art und beruhen auf rein subjektive Erfahrungen. Sie dienen nicht einer wie auch immer gearteten Selbstmedikation. Sie ersetzen vor allem nicht die Beratung bei einem Arzt.

CBD-ÖL: Hype oder hilfreich?

Eine Pipetten-Flasche mit CBD-Öl, die als Inhaltsstoffe Hanfextrakt und Olivenöl enthält.

CBD-Öl mag derzeit ein Hype sein, aber ist es auch eine ernstzunehmende Hilfe?

Die Frage „Hype oder Hilfe?“ habe ich einigen Schulmedizinern gestellt (Neurologen, Internisten, Allgemeinmedizinern). Die Antworten ähnelten sich und können so zusammengefasst werden:

„Es gibt nicht genügend (Langzeit-)Studien über CBD-Öl, aber ich habe Patienten, denen es sehr hilft und andere, bei denen sich nichts tut.“

Oder auch: „Die bisherigen Studienergebnisse und Statistiken sprechen nicht für die zweifelsfreie Wirksamkeit von CBD-Öl, aber einigen meiner Patienten habe ich es empfohlen und die subjektiven Erfahrungen sind zum Teil sehr positiv.“

Was mich überraschte: Alle Schulmediziner, die ich befragt habe, zeigten sich aufgeschlossen gegenüber CBD-Öl. Wenn ein Präparat wenig negative Nebenwirkungen aufzeigt wie es bei CBD der Fall ist, haben manche Schulmediziner eine kritische Einstellung nach der Denke: „Wenn es keine Nebenwirkungen hat, dann wohl wahrscheinlich auch keine evidente Wirkung. Sie können ja auch Zucker-Globuli schlucken, hilft auch manchen.“ Diese Haltung ignoriert, dass es Leute gibt, denen Soft-Präparate manchmal mehr helfen als schulmedizinische Hammerpräparate. Oder auch die Kombination von Schulmedizin und ergänzender Naturheilkunde. Darüber hinaus wertschätzt sie nicht die in zahlreichen Studien beobachteten Wirkungen von Placebo-Mitteln, die beispielsweise nur Zucker enthalten.

Was ist CBD-Öl eigentlich und bei welchen Beschwerden kann es helfen?

„CBD“ steht für „Cannabidiol“, dem nicht berauschenden/psychoaktiven Teil der Cannabis-Pflanze. Das CBD-Öl wird aus weiblichen Cannabispflanzen gewonnen. Es enthält die Inhaltsstoffe Cannabidiol auf Ölbasis.

Cannabispflanzen enthalten diverse Wirkstoffe, sogenannte Cannabinoide. Das populärste Cannabinoid ist das „THC“ (= Tetrahydrocannabinol), verantwortlich für die berauschende Wirkung. Um CBD legal herstellen und verkaufen zu können, darf es in Deutschland nur einen THC-Gehalt von maximal 0,2 Prozent haben.

Wichtig zu wissen: die saubere Unterscheidung zwischen einer Cannabis-Schmerz-Therapie, die durchaus und bewusst deutlich mehr THC enthalten kann und das frei verkäufliche CBD-Öl mit verschwind geringem THC.

Wobei kann das CBD-Öl helfen?

In erster Linie bei chronischen Schmerzen: chronische Migräne, Rückenschmerzen und andere Schmerzen des Gelenk/Knochenapparats – darüber hinaus bei Schlafstörungen, Verspannungen, Stress…

Dem CBD-Öl wird eine entkrampfende, entzündungshemmende, angstlösende Wirkung zugesprochen. Es wird auch gegen Übelkeit eingesetzt (zB bei einer Chemotherapie, um Begleiterscheinungen wie Übelkeit/Erbrechen zu lindern).  Ein „Drogenrausch“ ist nicht zu erwarten, da im CBD-Öl nur ein verschwindend geringer Anteil der psychoaktiven Substanz THC stecken darf (0,2 Prozent).

Da die Wirkung von CBD-Öl sehr subjektiv ist, wenn man denn überhaupt darauf anspringt, gilt es, einfach auszuprobieren, ob es etwas für einen selbst ist (dies am besten in Absprache mit dem Arzt).

Der menschliche Körper weist körpereigene Cannabinoide auf.

Es gibt verschiedene Konzentrationen, in denen CBD-Öl angeboten wird: 5, 10, 15, 20, 40…%ig zum Beispiel. Je höher konzentriert, desto teurer.

Migräne-Geplagte greifen zur 5%igen Flasche, die gängigste Konzentration gegen chronische Schmerzen oder Schlafstörungen ist die 10%-Variante.

CBD-Öl kann die Stimmung heben

Obwohl CBD-Öle nicht mehr als 0,2 Prozent der psychoaktiven Substanz THC enthalten dürfen, also als harmlos gelten, können sie die Stimmung heben. Diese erfreuliche Wirkung kann, muss aber nicht auftreten.

Wie wird CBD-Öl eingenommen?

CBD-Öl gibt es üblicherweise in kleinen Fläschchen mit einer Pipette oben drauf. Mit Hilfe dieser Pipette lassen sich CBD-Tropfen recht genau dosieren: Mit der Pipette etwas Öl aus der Flasche anpumpen, Mund öffnen und die Tropfen unter die Zunge tröpfeln. Circa 60 Sekunden (1 Minute) im Mund belassen und dann hinunter schlucken.

Was die Anzahl der Tropfen angeht, gibt es Berichte seitens der Anwender dahingehend, dass eine niedrige Anzahl an Tropfen eher stimulierend wirke und eine höhere entspannt bis schläfrig mache. Da CBD-Öl individuell anders wirkt, gilt es auszuprobieren, was einem besser bekommt/was einem lieber ist.

Als eine mögliche Richtschnur mag gelten (bei chronischen Schmerzen): 3×3 Tropfen täglich.

Wo kann man CBD-Öl beziehen?

Ich empfehle eine Apotheke des Vertrauens in Deutschland. Oder hier mal reingucken: Die österreichische Arbeitsgemeinschaft „ARGE CANNA“ prüft und zertifiziert Gütesiegel für CBD-Öle.

O-Ton ARGE CANNA: „Das unabhängige Gütesiegel der ARGE CANNA für cannabinoidhaltige Produkte seit 2016.“ Link: https://arge-canna.at/guetesiegel/

Allerdings ist man nach der Auswahl eines Gütesiegel geprüften CBD-Öls bei der Bestellung auf die Website des jeweiligen Anbieters angewiesen, wenn man nicht extra nach Österreich/Wien fahren will, um es vor Ort zu kaufen. Und Internet-Bestellungen von Medikamenten/Heilmitteln, na ja, da bin ich skeptisch. Zu viele schwarze Schafe, denen man begegnen kann. Als Anhaltspunkte bei der Auswahl könnten diese Fragen dienen:

  • Wie transparent vertreibt der jeweilige Anbieter sein CBD-Öl (gibt es beispielsweise Einsicht in die Ergebnisse einer Analyse, die von einem externen Labor durchgeführt wurden?)
  • Welches Verfahren wurde bei der Extraktion des Wirkstoffs Cannabidiol angewendet (ein möglichst schonendes Verfahren ist vorzuziehen)
  • Wie sieht es mit den Herkunftspflanzen aus? Sind sie belastet durch Pestizide und andere Schadstoffe?
  • Liegt der Preis deutlich niedriger als bei einem Öl mit geprüften Siegel (zB von „ARGECANNA“ geprüft/zertifiziert). Wenn ja, könnte es sich um ein Hanföl handeln, das sich zwar ähnlich gut wie Leinöl in der Küche verwenden lässt, aber nicht den Wirkstoff Cannabidiol in der notwendigen Menge enthält.

Ein 10ml-Fläschchen mit 10 %igem CBD-Öl kostet um 65/70 Euro. Die 5%ige Variante, die oft für Migräne-Patienten empfohlen wird, liegt bei circa 35 Euro. Also aufpassen vor Angeboten im Internet, die mit Billigpreisen locken.

Subjektive Erfahrungen mit CBD

Ich habe neben den Schulmedizinern auch einige befragt, die das CBD-Öl bereits einnehmen. Hier eine kurze Zusammenfassung der Antworten:

„Seitdem ich es nehme, habe ich keine Migräne-Attacken mehr“, erzählte mir eine 45-jährige Frau, die seit ihrem 15. Lebensjahr unter chronischer Migräne litt.

Auf meine Nachfrage hin, wie lange sie es bereits schlucke, lautete die Antwort:

„2 Wochen.“

Meine Reaktion: „Bisserl kurz, um beurteilen zu können, ob CBD wirklich hilft, oder?“

„Mag zunächst so aussehen, aber wenn du bedenkst, dass die Migränegefahr bei mir jeden Tag präsent war und ich 1x die Woche einen 24 bis 36 Stunden andauernden Schmerzanfall  hatte mit Übelkeit, Erbrechen, passiv im Bett liegen möglichst ohne Licht, Ton, Lärm…, dann empfinde ich es als einen Segen, 14 volle Tage totale Ruhe zu haben und schmerzfrei zu sein.“

Ein 37-jähriger mit chronischen ISG-Schmerzen berichtete:

„Sind plötzlich verschwunden, weiß auch nicht so genau, warum.“

Wieder meine Frage nach der Länge der Einnahme: 4 Wochen.

Weitere Frage: „Was konntest du beobachten in dieser Zeit?“

„Dass der Schmerz wieder zurückkehrte, wenn ich die Tropfen auch nur einen Tag/eine Nacht nicht einnahm.“

Das klang in meinen Ohren nicht so doll. Sollte es heißen, dass man ein Leben lang CBD-Öl-Tropfen schlucken muss, um schmerzfrei zu bleiben? Eher lästig und zudem ist das Zeug teuer. Ich konfrontierte den ISG-Kandidaten mit dieser Frage.

„Lebenslange Einnahme wäre nicht schön, klar, aber andererseits: auch wenn das Zeug sauteuer ist und ich es ein Leben lang nehmen müsste, würde ich alles daran setzen, es mir leisten zu können. Die Belohnung ist Schmerzfreiheit, das wäre es mir wert.“

Kritische Stimmen/negative Erfahrungen

Ich habe auch mit Leuten gesprochen, die nicht so begeistert waren.

„Am Anfang dachte ich: `wow, ich spüre meine Schmerzen am Rücken weniger, manchmal sogar gar nicht`. Dann aber merkte ich, dass das CBD-Öl mich unruhig und fahrig machte. Das störte mich dermaßen, dass ich es nicht mehr einnehme. Ich bin wieder zurückgekehrt zu meinen sanften Rückenübungen.“

Ich fragte zurück: „Aber ich hatte gelesen, dass die Einnahme von CBD-Öl einen eher ruhig stimmt?!“

„Keine Ahnung, mag theoretisch stimmen. Aber bei mir mit Sicherheit nicht. Ich hätte mir gewünscht, dass es mich beruhigt, aber genau das Gegenteil trat bei mir ein.“

Eine Migräne-Patientin machte ebenfalls negative Erfahrungen:

„Zuerst fühlte mein Kopf sich schön leicht an, die Migräne-Attacken kamen nicht so häufig. Das fand ich klasse. Ich begann zaghaft mit nur 2 Tropfen pro Tag, weil ich weiß, dass mein Migräne-Kopf sehr empfindlich auf fremde/neue Stoffe reagiert. Ich erhöhte auf 3 Tropfen und damit ging es mir gut. Dann 4 Tropfen: Ich bekam einen so schweren Migräne-Anfall, dass es viel länger als üblich dauerte, bis er der Schmerz und die Übelkeit endlich verschwanden: 2 Tage und 2 Nächte habe ich höllisch gelitten – seitdem fasse ich das Zeug nicht mehr an. Vor allem kam so ein unerklärlicher starker Druck zum Schmerz und zur Übelkeit hinzu, den ich sonst ohne CBD nicht hatte. Ab da hatte ich Angst vor einer weiteren Attacke dieser Art und lasse es lieber.“

Eines noch zu Schlafproblemen. Auch hierzu habe ich CBD-Probanden befragt.

„Ich schlafe besser ein und auch durch.“

Auf meine Nachfrage, wie das allgemeine Wach-Schlaf-Empfinden sei, hieß es:

„Auf mich wirkt das CBD-Öl tagsüber ähnlich stimulierend wie ein Espresso, dennoch kann ich nachts gut schlafen.“

Zu hören war aber auch: „Auf mich wirkt es beruhigend, ich brauche zusätzlich ein bis fünf Tassen Kaffee, um mich wachzuhalten tagsüber.“

Oder auch:

„Mich macht das Öl so unruhig, dass ich die ganze Nacht nicht schlafen kann und häufig aufwache, mich wie ein Propeller im Bett drehe.“

Auch hier wieder: widersprüchliche Erfahrungen/Wirkungen.

Aufgepasst bei Alkoholkonsum: Nicht ratsam ist die gleichzeitige Einnahme von Alkohol und CBD, weil es zu Schwindel kommen kann. Wer viel Kaffee trinkt und ein hypersensibles Nervenkostüm hat, sollte beobachten, wie das CBD auf Coffein reagiert.

Als mögliche Nebenwirkungen werden Mundtrockenheit, Herzrasen oder Benommenheit aufgeführt. Letzteres deutet auf veränderte Wahrnehmung hin. Wenn jemand Wahrnehmungsstörungen beobachten sollte, dann ehrlich die Frage beantworten: „Kann/soll ich noch Auto fahren?“

Zusammenfassend lässt sich sagen: Manchen hilft CBD-Öl, anderen nicht. Deshalb lautet die Antwort auf die Frage im Titel dieses Artikels: CBD-Öl ist derzeit (April 2020) sowohl Hype als auch hilfreich – zumindest bei einigen. Da ich auch mit Leuten gesprochen habe, die keinerlei Wirkung beobachten konnten bzw. Verschlimmbesserungen erlebt haben, kann ich keine Aussage darüber machen, ob man CBD nehmen sollte oder nicht. Wer aber ausprobieren möchte, ob er zu denen gehört, denen es hilft, kann es testen – muss aber damit rechnen, dass es entweder gar nicht hilft oder das die Beschwerden sogar schlimmer werden als zuvor. Ratsam wäre es, das Austesten von einem Arzt begleiten zu lassen.

Wie viel CBD?

Die jeweils auf der Packung empfohlenen Mengen an Tropfen nicht zu sehr überschreiten, weil es Schläfrigkeit oder Appetitlosigkeit hervorrufen kann (Appetitlosigkeit könnte zB bei Krebspatienten bedenklich sein, weil ihre Krankheit häufig mit Gewichtsverlust einher geht). Bei chronischen Schmerzen werden zB  3×3 Tropfen an 10-prozentigem CBD-Öl angeraten.

CBD-ÖL hat einen Chamäleon-Charakter

Das CBD-Öl scheint einen Chamäleon-Charakter zu haben: Es zeigt bei jedem ein anderes Gesicht. Passt sich offensichtlich dem an, was es im Körper des Einzelnen vorfindet. Es fehlen Langzeitstudien, die belegen könnten, dass und wie CBD wirkt. Dennoch bin ich noch keinem Schulmediziner begegnet, der eine mögliche positive Wirkung bei chronischen Schmerzen oder Schlafstörungen radikal verneint hätte. Obwohl Langzeitstudien noch fehlen und obwohl man (noch) nicht so richtig weiß, wie und warum  CBD wirkt, raten diejenigen Schulmediziner, die ich befragt habe, dazu, das CBD-Öl auszutesten. Dies wohl auch deshalb, weil wenig bis keine Nebenwirkungen zu befürchten sind. Wer herausbekommen möchte, ob CBD bei ihm/ihr wirkt und welches seiner zahlreichen Gesichter es im Einzelfall zeigt, tut dies am besten mit Hilfe eines Arztes. Der einem bestenfalls auch sagen kann, ob es denn überhaupt ratsam ist, angesichts der persönlichen Krankengeschichte/Indikationen das CBD auszuprobieren.

Wichtig: Dieser Artikel dient nur der Information und nicht der Selbstmedikation. Er gibt lediglich subjektive Erfahrungswerte wieder und ruft in keiner Weise dazu auf, mit CBD eine Selbstmedikation durchzuführen. Wer diese Substanz ausprobieren möchte, sollte sich unbedingt von einem Arzt beraten/begleiten lassen. Vor allem vor Beginn einer CBD-Einnahme ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt führen, um abzuklären, ob angesichts der eigenen subjektiven Krankenhistorie das CBD-Öl ratsam wäre oder nicht.