Schlagwort: Essens-Verbote

Wer braucht einen NoNo?

Wenn es NoNos gäbe, die dafür sorgen, dass wir uns gesund ernähren: würden wir einen wollen?

Ein NoNo kann mehr als ein Thermomix: Er ist so programmiert, dass er bei ungesunder Nahrung „NoNo“ sagt und danach ein bekömmliches Essen zubereitet.
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Eltern könnten dann einen programmierten NoNo für ihre Kinder kaufen, der sie von Beginn an begleitet. NoNos sind so programmiert, dass sie „NoNo“ sagen, sobald das Kleinkind etwas essen möchte, das nicht gesund ist: zum Beispiel Gummibären. Dabei wedeln sie verneinend mit dem Kopf und Zeigefinger. Hört das Kind nicht auf NoNo, geht der automatisierte Aufpasser dazu über, dem Kind die Gummibären aus der Hand zu reißen und sie durch einen Apfel o.ä. zu ersetzen. Oder NoNo bereitet dem Sprößling einen nahrhaften Porrigde aus Haferflocken zu.

Die Gummibären hingegen landen im stählernen Maul der lebensgroßen Maschine: keine Chance mehr, an sie ranzukommen. Wer meint, er könne ausweichen auf Schokolade, bei dem geht das Ganze von vorn los: NoNo ist zur Stelle und macht seinen Job.

Würden wir uns einen solchen NoNo anschaffen? Er kostet nicht viel, weil er staatlich subventioniert wird: Der Staat hat ein Interesse daran, die gesundheitlichen Folgen einer falschen/einseitigen Ernährung zu dämmen. Also brauchen wir nur symbolische 10 Euro dazuzahlen und schon hätten wir einen personalisierten NoNo zu Haus.

Später, wenn die Kinder groß werden, können sie ihren kleinen NoNo gegen einen erwachsenen austauschen, damit beide auf Augenhöhe sind/bleiben. Wer es vorzieht, sein NoNo aus Kindertagen zu behalten, kann dies tun.

Sicher gibt es platzsparende Apps am Smartphone, die uns in puncto Fitness & Ernährung unterstützen, aber wenn ich einen lebensgroßen, präzise programmierten Roboter im Haus habe, ist das ein visuelles Erlebnis. Auch wenn NoNo`s nur Maschinen sind, baut sich ein gewisses Verhältnis zu ihnen auf. Vielleicht ein positives, wenn ich sehe, dass NoNos Eingreifen dazu führt, dass ich nicht zunehme oder sogar abnehme und mich dabei vital fühle. Oder eher ein negatives, weil ich mit Verboten nicht klarkomme.

NoNos setzen dort an, wo manche von uns versagen: wir geben nach und stopfen Dinge in uns, obwohl wir wissen, dass sie uns nicht gut tun.

Und wenn wir schon mal einen NoNo zu Hause haben, dann könnte er auch darauf programmiert sein, richtig raffiniert zu kochen und vorher noch den Einkauf zu erledigen: NoNo kann viel mehr als ein Thermomix: Er steigt in ein selbst fahrendes Auto, kauft die besten Zutaten ein, kocht köstliche Speisen, die gesund & lecker sind (ist in ihm eingespeichert) und serviert mir das Ganze auf den Esstisch. Wenn ich genüsslich aufgegessen habe, räumt er alles ab und macht die Küche wieder blitzeblank sauber. Ist nur ein Gedankenspiel, aber es wird in Zukunft wahrscheinlich immer mehr automatisierte Helfer für den Alltag geben, insofern können wir uns jetzt schon fragen, wie wir dazu stehen.

Wäre ein solcher NoNo eine Hilfe oder würden wir ihn als lästig betrachten, weil er zu viel (Daten-)Kontrolle ausübt und zu sehr in unser Leben eingreift?