Schlagwort: Fisch

Drugs & Rock`n Roll, Teil 2

Aus der Reihe: „Körpereigene Drogen“

Teil 2: Endorphine

Unser Körper: Ein Pool mit körpereigene Drogen

Wir haben körpereigene Drogen. Es geht hier also nicht um Marihuana, Kokain oder Ecstasy, die von außen zugeführt werden, sondern um die Stoffe, die wir bereits in uns tragen und deren Mengenverhältnisse samt komplexer physiologischer und psychischer Interaktion einen enormen Einfluss haben auf unsere Psyche, kognitiven Fähigkeiten, Gesundheit, unser Wohlbefinden und Verhalten.

Welche Drugs  es sind, wie wir sie mit natürlichen Mitteln & Methoden herauskitzeln können, das will ich in dieser kleinen Reihe „Drugs & Rock`n Roll“ beleuchten. Dabei betrachte ich die Effeke, die auf der einen Seite bei einem eklatanten Mangel und auf der anderen bei einem signifikanten Überschuss entstehen können.

ACHTUNG: Liegt ein gravierender Mangel oder Überschuss an bestimmten Substanzen wie Dopamin vor, ist dringend geboten, einen Arzt (in diesem Falle einen Neurologen/Psychiater) aufzusuchen, weil dies behandlungsbedürftige Erkrankungen zur Folge haben kann. Ich betrachte in dieser Reihe nur leichte,  graduelle Schwankungen, auf die wir selbst Einfluss ausüben können.

Was in dieser Reihe mit „Drugs“ gemeint ist

Den Begriff „Drug“ fasse ich recht weit: Alle Stoffe, die beteiligt sind, wenn es um unsere Hirn- und Körperfunktionen (so genannte „Neurotransmitter“ zum Beispiel) geht und die Einfluss nehmen auf unser Befinden, emotionales Verhalten, unsere Gedanken, Gefühle und die Perspektive, die wir einnehmen, wenn wir die Welt/Ereignisse/ andere Menschen betrachten/beurteilen.

Einen wissenschaftlichen Anspruch erhebe ich nicht.  Das heißt, dass ich lediglich eine Auswahl an „Drugs“ thematisiere, dabei manchmal nur Teilaspekte betrachte, die mir interessant erscheinen hinsichtlich der Frage: Kann ich bei einem eventuellen Mangel/einem Zuviel an körpereigenen Drugs etwas ändern, damit es mir besser geht? Oder, was deutlich vernünftiger wäre: Kann ich dies gemeinsam mit meinem Arzt/Therapeuten angehen? Genauere chemische Zusammensetzungen oder theoretische Abfassungen sind weniger Gegenstand dieser Betrachtungen.

Natürlich läuft es nicht so einfach, dass man sich einen Neurotransmitter reinschiebt und schon ist alles wieder im Lot. Erstens können einige Substanzen wie z.B. Serotonin leider nicht die Blut-Hirn-Schranke überwinden und zweitens spielen sich im Hirn/Körper hochkomplexe Funktionen ab, die miteinander zusammenhängen und nuanciert unterschiedliche Ergebnisse liefern. Medikamente (Psychopharmaka), die bei Depressionen oder Psychosen auf Neurotransmitter abzielen, um die Dysbalance wieder einigermaßen ins Gleichgewicht zu bringen, bringen manchmal leider gravierende Nebenwirkungen mit sich. Umweltfaktoren und die individuelle Gen-Landschaft spielen natürlich auch noch mit.

Teil 2: Endorphine

Körpereigene Endorphine stimmen uns euphorisch und lassen uns unser Ziel erreichen, trotz Anstrengung und Schmerzen. Das ist bei Profi-Athleten oft zu beobachten. Im normalen Alltag können wir auch etwas dafür tun, dass unser Körper mehr Endorphine ausschüttet. Foto: shutterstock

Runner`s Rausch

Ein Hobby-Sportler wird so etwas wie Runner`s Rausch („Runner`s High“) eher nicht erleben: Profisportler, die intensiv, häufig und lange trainieren, kennen hingegen den pushenden Kick-Effekt. Sie beschreiben es als eine Art Rausch, ein Glücksempfinden. Beim intensiven Sport setzt der Körper vermehrt Endorphine frei. Sie sind unsere endogenen Morphine, wie der Begriff selbst schon nahelegt. Da Endorphine an den gleichen Rezeptoren andocken wie von außen zugeführte Opiate, können sie den rauschartigen Zustand erzeugen und uns euphorisch stimmen.

Euphorie durch Endorphine

Im Profisport zu beobachten: Radrennfahrer, Langstreckenläufer oder Biathleten sehen aus, als seien sie am Limit, manchmal wirkt die Mimik angestrengt, schmerzverzerrt – aber am Ziel angekommen, lächeln sie befreit, können vor Glück kaum Worte finden, um auszudrücken, wie sehr sie sich freuen über die erbrachte Leistung. Unsere Endorphine sind in solchen Extremsituationen in der Lage, Schmerz zu unterdrücken. Ein probates Schmerzmittel also, das wir immer mit uns führen. Auf der anderen Seite verschaffen sie das Gefühl des euphorischen High-Seins. Sie gewinnen an Oberhand, wenn wir unbedingt ein bestimmtes Ziel erreichen wollen, es trotz aller Widerstände und Schmerzen durchziehen und unser Ziel erreichen. Als würden Endorphine den Schmerz betäuben, damit wir weitermachen können – doller Mechanismus, das.

Im Alltag helfen uns Endorphine ebenfalls mit ihrer schmerzstillenden Kraft: Wenn wir uns z.B. verletzt haben. Dass diese Funktion ihre Grenzen hat, liegt auf der Hand: Es gibt Schmerzen wie zB an einem akut entzündeten Zahn, die nicht auszuhalten sind.

Wenn die Endorphin-Funktion stimmig ist, sind wir belastbarer. Nichts haut uns so schnell um, wir sind heiter gestimmt. Fehlt es mir hingegen permanent und über einen längeren Zeitraum hinweg, feht es auch an Antrieb, Lust, Motivation und Freude.

Wie erreiche ich, dass mein Körper mehr Endorphine ausschüttet, obwohl ich kein Profisportler bin?

Wer sich müde, antriebslos oder gereizt fühlt und düsteren Gedanken nachhängt, kann ein Gegenprogramm ansteuern, um aus dieser negativen Spirale wieder rauszukommen. Das gilt nur für leichte Verstimmungen, ernsthafte Erkrankungen wie eine schwere Depression oder gar Psychose gehören in eine (fach-)ärztliche Behandlung.

Was wir selbst tun können bei leichten Verstimmungen und Antriebslosigkeit:

Versuchen, die Trägheit zu überwinden und raus an die frische Luft! Regelmäßige Spaziergänge können schon dazu beitragen, dass wir unseren Körper motivieren, vermehrt Endorphine auszuschütten. Am besten noch bei Sonnenschein, denn das hebt die Laune noch stärker. Unsere Haut kann mehr Vitamin D produzieren durch das Sonnenlicht: Vitamin D wiederum hilft im Wechselspiel mit körpereigenen Substanzen, unsere Glückshormone zu wecken. Lacht uns die Sonne an, lächeln wir zurück. Und Lachen ist die Medizin, die ebenfalls  in der Lage ist, Endorphine herauszukitzeln. Lächeln und Lachen, auch wenn nur der geringste oder sogar gar kein Anlass besteht: das kann uns helfen, düstere Stimmungsphasen elegant zu umgehen. Einige Psychologen und Hirnforscher gehen davon aus, dass es kaum einen Unterschied macht, ob wir lachen, weil wir tatsächlich einen Grund dafür haben oder es völlig grundlos tun: Wir können also unserem Hirn vorgaukeln, dass es was zu lachen gibt und er nimmt es uns ab. Mit diesem raffinierten Trick können wir unser Hirn und damit uns selbst auf eine heitere Ebene hieven. Ich erschrecke mich manchmal im Positiven, wie schön plötzlich ein Mensch aussieht, nur weil er/sie lächelt. Ein Grund mehr zu smilen. Weitere Möglichkeiten, Endorphine freizusetzen: Schoko essen (kann sich aber nachteilig auf Zähne und Gewicht auswirken) – oder Erotik/Sex.

Zu einem gewissen Teil können wir auch über unsere Ernährung unseren Endorphinspiegel beeinflussen.

Hierzu eignen sich u.a. folgende Lebensmittel:

Fisch

Bananen

Hülsenfrüchte

Sesam

Avocados

Haferflocken

Käse

Mehr Infos zum Thema Endorphine finden sich hier:

https://www.dasgehirn.info/krankheiten/sucht/dopamin-und-endorphin-stoffe-die-suechtig-machen

https://www.brain-effect.com/magazin/endorphine-glueckshormone

Drugs & Rock`n Roll

In uns schlummern körpereigene „Drogen“ wie Dopamin oder Serotonin: Ein Mangel oder Überschuss hat oft gravierende Folgen für die Psyche, Gesundheit und das Verhalten Foto: shutterstock

Unser Körper: Ein Pool mit körpereigene Drogen

Wir haben körpereigene Drogen. Es geht hier also nicht um Marihuana, Kokain oder Ecstasy, die von außen zugeführt werden, sondern um die Stoffe, die wir bereits in uns tragen und deren Mengenverhältnisse samt komplexer Interaktion einen enormen Einfluss haben auf unsere Psyche, kognitiven Fähigkeiten, Gesundheit, unser Wohlbefinden und Verhalten.

Welche Drugs  es sind, wie wir sie mit natürlichen Mitteln & Methoden herauskitzeln können, das will ich in dieser kleinen Reihe „Drugs & Rock`n Roll“ beleuchten. Dabei betrachte ich die Effeke, die auf der einen Seite bei einem eklatanten Mangel und auf der anderen bei einem signifikanten Überschuss entstehen können.

ACHTUNG: Liegt ein gravierender Mangel oder Überschuss an bestimmten Substanzen wie Dopamin vor, ist dringend geboten, einen Arzt (in diesem Falle einen Neurologen/Psychiater) aufzusuchen, weil dies behandlungsbedürftige Erkrankungen zur Folge haben kann. Ich betrachte in dieser Reihe nur leichte,  graduelle Schwankungen, auf die wir selbst Einfluss ausüben können.

Was in dieser Reihe mit „Drugs“ gemeint ist

Den Begriff „Drug“ fasse ich recht weit: Alle Stoffe, die beteiligt sind, wenn es um unsere Hirn- und Körperfunktionen (so genannte „Neurotransmitter“ zum Beispiel) geht und die Einfluss nehmen auf unser Befinden, emotionales Verhalten, unsere Gedanken, Gefühle und die Perspektive, die wir einnehmen, wenn wir die Welt/Ereignisse/ andere Menschen betrachten/beurteilen.

Einen wissenschaftlichen Anspruch erhebe ich nicht.  Das heißt, dass ich lediglich eine Auswahl an „Drugs“ thematisiere, dabei manchmal nur Teilaspekte betrachte, die mir interessant erscheinen hinsichtlich der Frage: Kann ich bei einem eventuellen Mangel/einem Zuviel an körpereigenen Drugs etwas ändern, damit es mir besser geht? Oder, was deutlich vernünftiger wäre: Kann ich dies gemeinsam mit meinem Arzt angehen? Genauere chemische Zusammensetzungen oder theoretische Abfassungen sind weniger Gegenstand dieser Betrachtungen.

Natürlich läuft es nicht so einfach, dass man sich einen Neurotransmitter reinschiebt und schon ist alles wieder im Lot. Erstens können einige leider nicht die Blut-Hirn-Schranke überwinden und zweitens spielen sich im Hirn/Körper komplexe Funktionen ab, die miteinander zusammenhängen und nuanciert unterschiedliche Ergebnisse liefern. Medikamente (Psychopharmaka), die bei Depressionen oder Psychosen auf Neurotransmitter abzielen, um die Dysbalance wieder einigermaßen ins Gleichgewicht zu bringen, bringen leider gravierende Nebenwirkungen mit sich. Berücksichtigt werden sollten auch noch Aspekte wie Umweltfaktoren und natürlich die individuelle Gen-Landschaft.

Körpereigene Drugs sind z.B:

Dopamin

Endorphine

Serotonin

Oxytocin

Melatonin

Tyrosin

Noradrenalin

Adrenalin

Teil 1: Dopamin und sein Mitspieler Tyrosin

Dopamin-Mangel

Als Neurotransmitter des Zentralnervensystems und vegetativen Nervensystems wirkt sich Dopamin u.a. auf Motorik und Motivation aus. Hat jemand zu wenig Dopamin im Hirn, fehlt ihm oft der Antrieb. Er macht sozusagen die Schotten dicht, wenn er schwierigen Phasen begegnet, gibt schnell auf, weil er sich oft gestresst, überfordert fühlt. Wird zum Loner, isoliert sich sozial.

Bei einem eklatanten Mangel können Depressionen bis hin zu einer schweren Psychose die Folge sein. Bei der Nervenerkrankung Parkinson spielt ebenfalls ein signifikanter Dopamin-Mangel eine gewichtige Rolle. Die Steuerung der Motorik in der Hirnregion „Substantia nigra“ ist bei Parkinson gestört.1 Patienten leiden unter dem typischen Zittern an Händen oder Kopf und einem unsicheren, mitunter gebückten Gang. Gravierende Dopamin-Mängel mit ernsthaften Erkrankungen wie Psychose oder Parkinson gehören in die Hände von Ärzten (Neurologen).

Ein weiteres mögliches Zeichen für einen Dopamin-Mangel: Die Flucht in kurzsichtige Bedürfnisbefriedigung: lieber Fastfood, Kohlenhydrate wie Nudeln, Reis, Kartoffeln, süßes wie Limo, Schoko, Kuchen, Zigaretten, Alkohol, andere externe Drogen wie Kokain, Heroin … Eben alles, was ganz schnell Befriedigung verspricht.

Fast & Furious oder Slow Motion?

Ein Trend, der sich Dopamin-Fasten nennt

Zunächst klingt es widersprüchlich: Warum sollten Menschen, die zu wenig Dopamin haben ausgerechnet beim Dopamin fasten? Dann haben sie doch am Ende noch weniger Dopamin und das wäre kontraproduktiv? Antwort: Wer es schafft, auf die schnelle Befriedigung durch Koks oder Alk zu verzichten, umgeht den Teufelskreis der Sucht. Denn wer sich daran gewöhnt, einen schnellen Dopamin-Schuss nach dem anderen herbeizurufen, der braucht immer mehr Dopamin. Wenn er sich hingegen die schnelle Befriedigung verkneifen kann, kann er erfahren, dass es durchaus möglich ist, abseits von Alkohol, Heroin … Befriedigung zu erlangen. Vielleicht nicht so schnell und intensiv, dafür aber ohne all die negativen Begleiterscheinungen, die eine Alkohol- oder Heroinsucht mit sich bringt. Fast & Furious oder Slow Motion: die Mitte zwischen diesen beiden Extremen könnte hilfreich sein.

Dopamin-Überschuss

Wer zu viel Dopamin hat, lässt mehr Reize durch, kann nicht mehr filtern und unterscheiden, was wichtig und was weniger wichtig ist. An sich irrelevante Geräusche oder Ereignisse bekommen mehr Gewicht. Man verzettelt sich total, verliert den Überblick fürs Große und Ganze und manchmal geht einem sogar das Gefühl für sich selbst abhanden, Apathie und Gleichgültigkeit kehren ein. Man beißt sich fest.

Durch die ungefilterte Reizüberflutung ist man überfordert, fühlt sich dauergestresst – dies kann bis zum Nervenzusammenbruch führen.  

Funktion des Dopamins

Als Botenstoff ist Dopamin fürs Weiterleiten der Signale zwischen den Neuronen im Hirn zuständig. Dieser wichtige Transmitterstoff beeinflusst sowohl die körperliche wie auch die psychische Beweglichkeit.

Ausgeglichen sind diejenigen mit einem durchschnittlichen Anteil an Dopamin im Körper/Hirn. Der Dopaminspiegel wirkt sich auch auf die Lebenslust, den Mut, Aufgaben anzugehen und abzuschließen oder neue ins Visier zu nehmen. Mit Belohnung/Bestrafung hat Dopamin ebenfalls zu tun. Wenn es um Sex oder Geld geht, scheint der Mensch keine Grenzen zu kennen, so die Erkenntnisse aus der Verhaltensforschung.

Was kann ich auf natürliche Weise tun, um meine Dopaminspiegel zu pushen?

Liegt nur ein gradueller Mangel vor, der sich lediglich leicht negativ auf die Stimmung und den Antrieb auswirkt, kann man selbst einiges tun. Gravierender Dopaminmangel kann schwere Erkrankungen wie eine Psychose oder Parkinson zur Folge haben und gehört in ärztliche Behandlung.

Was wir selbst tun können:

-rausgehen und bewegen

-Sport/Bewegung generell

-uns fokussieren auf Dinge, die uns gut tun: zB Musik, die man mag. Rock`n Roll im übertragenen Sinne für gute Vibes kann sich günstig auf unser Gemüt auswirken.

-Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Yoga, TaiChi, QiGong…

–soziale Kontakte pflegen (schwierig in Corona-Zeiten).

– möglichst einem Job nachgehen, der einen nicht frustet

-sich Ziele setzen, die erreichbar sind

– ausgewogene Ernährung mit Lebensmitteln, die dabei helfen können, den Dopamin- bzw. Tyrosinspiegel zu dopen. Die Aminosäure Tyrosin ist eine Zwischenstufe bei der Bildung von Dopamin. An der Produktion beteiligt sind auch Magnesium, Zink, Eisen, Folsäure und die Vitamine C und B6. Nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ist es nicht nötig, gezielt die Aminosäure Tyrosin einzunehmen.

Eine graduelle Beeinflussung könnte über unsere Ernährung laufen. Lebensmittel mit hohem Tyrosinanteil sind u.a:2

Nüsse: Erdnüsse haben den höchsten Tyrosingehalt unter den Nüssen, gefolgt von Sesam und Mandeln

Hülsenfrüchte enthalten recht viel Tyrosin: Sojabohnen, Erbsen, weiße Bohnen, Linsen, Kichererbsen

Milchprodukte/Käse mit hohem Tyrosingehalt: Parmesan 36,6 % Fett i.Tr, Gauda 45% F.i.Tr, Edamer 30 % Fett i.Tr., Camembert 30 % Fett i.Tr., Brie 50 % i.Tr., Magerquark, Frischkäse 50% Fett i.Tr.

Getreide: Haferflocken, Dinkelmehl, Hafer

Gemüse enthält relativ wenig Tyrosin, an vorderster Reihe stehen: Grünkohl, Petersilie, Spinat, Kartoffeln

Wie Gemüse auch, steckt in Obst recht wenig Tyrosin. Am meisten haben Avocado, Bananen, Erdbeeren

Fisch : Thunfisch, Rochen, Lachs, Kabeljau, Sardine, Forelle, Heilbutt, Hering, Garnele

Fleisch: Kochschinken, Schweinefleisch, Rindfleisch, Lammfleisch, Kalbfleisch

Supplemente, die eventuell helfen könnten: 3

Zink-Orotat, Magnesium-Orotat (oder-Threonat), Rosenwurzeltee (Rhodiola Rosea), Ginkgo Biloba, Guarana.

1. Zum Zusammenhang Dopamin-Mangel und Parkinson siehe:

https://www.spektrum.de/lexikon/neurowissenschaft/dopamin/2959

2. Zu den Lebensmitteln und ihrem Tyrosin-Gehalt siehe:

https://www.eucell.de/ernaehrung/ernaehrungslexikon/aminosaeuren/semi-essentielle-aminosaeuren/tyrosin/lebensmittel.html

3. Zum Thema: Dopamin, Mangel und Überschuss siehe das Video des Gesundheitsmanagers für Prävention,  Mario Danzer: „Dopamin & menschliches Verhalten“

„Fisch essen ist gesund wegen Omega-3-Fettsäuren“, heißt es. Schützen sie wirklich das Herz und wie ist es mit Quecksilber und Mikroplastik in Fisch?

In Fisch stecken Omega-3-Fettsäuren, denen nachgesagt wird, dass sie unser Herz vor Erkrankungen schützen. Im Bild werden an einem Haken hängende Saiblinge und Forellen über offenem Feuer geräuchert.

Mich erstaunt es immer wieder, mit welcher Leidenschaft und welchem Nachdruck einige Leute gewisse Nahrungsmittel oder Substanzen als „gesund, weil…“ anpreisen.

Ein solcher Fall ist Fisch, bzw. die darin enthaltenen Omega-3-Fettsäuren. Lange Zeit hieß es, man solle unbedingt Fisch essen – so 1x die Woche oder öfter – um den Körper mit gesunden ungesättigten Omega-3-Fettsäuren zu versorgen. Denn unser Organismus kann diese Fettsäuren nicht selbst bilden und muss sie über die Nahrung aufnehmen.

Im Zuge dieser Message ging die Ära der Fischölkapseln los – die schnelle Art, die als gesund angepriesenen Fettsäuren aufzunehmen, ohne ein Fisch filetrieren und zubereiten zu müssen.

Wie zu erwarten war, tauchten Widersacher auf, die bezweifelten, dass Fischverzehr viel bringen würde für die Gesundheit.

Ich kenne kaum einen ernährungstechnischen Rat, dem nicht früher oder später widersprochen wird. Am Ende bleiben wir wie so oft ratlos zurück.

Ich will versuchen, ausgewogen darzustellen, was an wichtigen Fakten vorliegt, damit es leichter wird zu entscheiden, wie man sein Verhältnis zu Fisch gestalten möchte.

Fisch-Öl-Freunde

Befürworter des Fisch-Öls gaben an, dass man vor allem seinem Herzen was Gutes tue – man bräuchte nur die Inuit auf Grönland betrachten – die würden so gut wie gar nicht an Herzleiden sterben – und die essen nun mal viel fetten Fisch (Robben- und Walspeck). Es wird geraten, fettreiche Fische wie Lachs oder Makrele zu essen, weil die besonders viel von den wertvollen Omega-3-Fettsäuren enthalten würden.

Über das Herz hinaus wären Fischöle hilfreich, wenn es um die präventive Vermeidung von Schlaganfall oder gar Krebs ginge.

Fisch-Öl-Feinde

Vor allem amerikanische Food-Forscher widersprechen und weisen darauf hin, dass keiner überprüft habe, woran die Inuit denn tatsächlich gestorben seien. Diese Lücke sei mittlerweile nachgeholt worden mit dem Ergebnis, dass durch Studien belegbar sei, dass Fischöl leider nicht so hilfreich sei wie angenommen. Denn jetzt wisse man, dass auch die Inuit durchaus an Herzerkrankungen verstorben seien – dies wäre bisher nur nicht kommuniziert und erst recht nicht untersucht worden.

Fisch mag, so heißt in den Reihen der Kritiker, generell Bestandteil einer gesunden Ernährung sein, aber es sei noch kein Beweis erbracht worden dafür, dass allein Omega-3-Fettsäuren in der Lage seien, das Herz vor Erkrankungen zu schützen. Dies gelte insbesondere für Omega-3-Fettsäure-Kapseln. So fasst die Cochrane Collaboration die Ergebnisse einer Metastudie zu Omega-3-Fettsäuren über die Wirkung aufs Herz folgendermaßen zusammen:

„Es gibt wenig Evidenz bezüglich der Auswirkungen von Fischmahlzeiten.“

Soweit die typischen Gegenlager, wie wir sie bei fast jedem Lebensmittel vorfinden.

Und was ist mit Quecksilber oder Mikroplastik in Fisch?

Noch bekömmlich für uns bei den Mengen an Quecksilber und Mikroplastik, die in Fischmägen heutzutage stecken?

Über die obig grob skizierten typischen Lagerkämpfe hinaus möchte ich den Blick auf Quecksilber und Mikroplastik in Fischbeständen werfen. Einigkeit in der Expertenwelt herrscht immerhin darin, dass unsere Fische leider tatsächlich zu stark mit Quecksilber und/oder Mikroplastik konterminiert sind.

In der Tageschau vom 8. Juni 2019 wurde beispielsweise gemeldet, dass acht Millionen Tonnen Plastikmüll jährlich in den Meeren landen – und damit auch in den Mägen der Fische. Wenn wir dann diese Fische verzehren, landen wir bei der klassischen kreisrunden Nahrungskette.

Fischarten, die älter werden, sind dem Plastikmüll länger ausgesetzt.  Dazu zählt beispielsweise der Thunfisch.

Daher wird angeraten, lieber kurzlebigere und fettreiche Sorten wie Lachs oder Makrele zu essen, um in puncto Plastik und Quecksilber glimpflicher davonzukommen und gleichzeitig von den positiven Effekten zu profitieren.

Alternativen zu Fischöl in Fisch oder zu Fischöl-Kapseln

Fischöl-Kapseln werden häufig aus Krill gemacht – das sind kleine Krebstiere. Sinken dadurch die Krill-Bestände, werden anderen Meeresbewohnern die Nahrungsgrundlage weggenommen: Blau- und Finnwale, Tintenfische, Robben oder Pinguine ernähren sich von Krebstierchen.  

Wer nicht so gerne Fisch isst oder nicht dazu beitragen möchte, die Krillbestände zu senken, aber dennoch die als wertvoll propagierten ungesättigten Fettsäuren seinem Körper zuführen möchte, kann ausweichen auf pflanzliche Alternativen wie

Nüsse (insbesondere Walnüsse)

Pflanzliche Öle

Avocado

Wenn Fisch, dann …

Wer die Herkunft seiner Fische kennt, ist im Vorteil: Hier eine Fischzucht-Anlage unter freiem Himmel in Bayern

Umgekehrt gilt: Wer Fisch mag, der greift lieber zu Sorten, die eher kurz leben und dadurch weniger an Plastik und Quecksilber geschluckt haben. Fast alle Ernährungs-Experten sind sich einig darin, dass Fisch Bestandteil einer gesunden, ausgewogenen Nahrung ist. Die Meinungen gehen dann auseinander, wenn den im Fisch enthaltenen Omega-3-Fettsäuren allein oder gar Fischöl-Kapseln die und die gesundheitsfördernde Eigenschaft zugeordnet wird.

Schön ist es, wenn man seinen Fischlieferanten kennt: Ich fahre zum Beispiel mit meinem Radl eine Stunde zu einem Fischzüchter, der inmitten einer oberbayerischen Postkartenidylle seine Fische in natürlichen Bassins unter freiem Himmel großzieht. Ich kann dann mit dem Finger auf den Fisch tippen, den ich haben will.

Kein schöner Moment, wenn dieser Fisch wegen meinen Neigungen einen auf den Kopf kriegt. Eben noch munter im Teich und dann tot – wegen mir. Kein schönes Gefühl, aber wenn der Fisch in meiner Pfanne brutzelt und verführerisch duftet, dann verdränge ich den brutalen Akt, der notwendig war, damit ich mir einen ultra-frischen und schmackhaften Fisch einverleiben kann.

Wer so eine erquickliche Fischquelle gefunden hat wie ich, kann sich unter freiem Himmel an einen bayerisch-weiß-blau gedeckten Tisch hocken und eine Portion frisch geräucherten oder gebratenen Saibling bestellen.

Was ist nun mit den Omega-3-Fettsäuren: retten sie unser Herz vor Krankheiten oder nicht?
In Nachbarschaft zu den natürlich angelegten Fisch-Bassins sich niederlassen und eine Portion ultra-frischen gebratenen Saibling bestellen: ein wunderbarer Genuss unter freiem, bayerisch- weiß-blauen Himmel