Schlagwort: Gut heranreifen mit den Jahren

Gesund herbsteln

Es gibt Menschen, die sehen im Herbst ihres Lebens besser aus als sie es mit 20 oder 30 Jahren taten. Gut gereifte Wesen sozusagen. Nun, das ist nicht vielen vergönnt, aber dennoch können wir dazu beitragen, jenseits der 40, 50, 60… unsere Vitalität möglichst zu erhalten. Oder zumindest nicht allzu viel davon zu verlieren.

Wir können wie Blätter gesund herbsteln oder aber kränkeln. Die gute Nachricht dabei: Durch Ernährung, Bewegung, einen guten Umgang mit uns selbst und mit anderen etc. haben wir Mittel und Methoden, Einfluss auf den Alterungs-Prozess zu nehmen.

Diejenigen, die sich die Zeit nehmen, sich einigermaßen gesund zu ernähren, in Bewegung zu bleiben und auch dafür zu sorgen, dass sie sich mit sich selbst und anderen gut verstehen, haben sehr gute Chancen, dass sich ihre Lebensweise auf eine ansprechenden Weise sowohl in ihrem Körper wie auch in der Seele widerspiegelt.

Das ist nicht bei jedem Menschen der Fall. Manchen sieht man partout nicht an, wie sie die Jahrzehnte gelebt und wie sie Körper & Seele behandelt haben. Für die meisten gilt jedoch: Je älter wir werden, desto stärker strahlen wir aus, wie wir mit uns und anderen umgegangen sind. Am krassesten ist dies bei starken Rauchern oder Alkoholabhängigen zu sehen: Bei einigen Rauchern tendiert der Teint zu einer grau-gelblichen Farbe, wirkt ledern – bei vielen Alkoholikern ist das Gesicht aufgedunsen, rötlich.

Wohlgemerkt: Nicht alle, die ein solches Hautbild aufzeigen, sind extreme Raucher oder Trinker. Es ist lediglich ein Hinweis dafür, dass gewisse Giftstoffe im Körper und auf der Haut ihre Wirkung über Jahre oder Jahrzehnte hinweg entfaltet haben.

Was aus uns wird, wenn der Herbst des Lebens naht, können wir zu einem gewissen Grad selbst mitbestimmen

Die einfachste Methode, um positiv Einfluss zu nehmen, wäre demnach: Giftstoffe, die in Zigaretten, Alkohol und anderen Genussmitteln enthalten sind, wegzulassen oder sie nur in geringen Mengen einzuverleiben. Wer hin und wieder ein Glasl Wein oder eine Maß Bier genießt, ruiniert nicht seine Gesundheit. Im Gegenteil: Genuss ohne Reue kann sehr aufbauend wirken auf Körper und Seele. Der massive Missbrauch von Genussmitteln hingegen kann verheerende Folgen haben. Kommt auch auf die individuelle Konstitution an.

Ich habe mal einen 1,87 cm großen Mann erlebt, der in Kindheit und Jugend eine sehr gute Ernährung genossen und sich ausreichend bewegt hatte. Später gab er sich exzessiv dem Alkohol, Zigaretten und härteren Drogen hin. Erstaunlich,welche Mengen sein Körper und seine Seele tolerierte. Hätte eine zierliche Frau mit 1,60 cm Körpergröße schon längst umgehauen, während er den Missbrauch jahrzehntelang fortsetzen konnte, bis er in der Klinik landete.

Aber wenden wir uns Erfreulicheren Dingen zu: Allein durch Weglassen großer Mengen an Genussmitteln können wir uns Gutes tun. Das schließt Genuss mit ein. Wer nicht in der Lage oder Willens ist zu genießen oder hin und wieder zu sündigen, kann sich eine neue Form der Krankheit einfangen: zu gesund kann ungesunde Folgen haben.

Wer sich kasteit, könnte auf die Idee kommen, von anderen zu erwarten oder gar zu fordern, dass sie es ebenfalls tun.

Wer wird schon gern missbilligend angesehen oder wer lässt sich vorpredigen: „Guck mal, auf was ich alles verzichten kann, wie gesund ich lebe – und du??“ Ja und? Kann doch jeder selbst entscheiden, ob er zum verbotsverliebten Asketen wird oder nicht.

Klingt jedenfalls nicht entspannt. Verspannungen und das Versteifen auf die „eine und einzig richtige Art zu leben“ können zu einem unguten Klima im sozialen Umfeld führen.

Jeder mag seine eigene Methode haben, um einigermaßen seine Mitte zu finden. Ein wie auch immer gearteter Perfektionismus ist wider die menschliche Natur. Können wir uns drehen und wenden, wie wir wollen: Wir sind unvollkommene Wesen mit Mängeln, Schwächen…

Dennoch können wir ein Stück weit dafür sorgen, dass wir gut heranreifen mit den Jahren. Dass wir möglichst wenig von unserer Vitalität verlieren, obwohl die Jahreszeiten in schöner Regelmäßigkeit dahinfließen: Frühling-Sommer-Herbst-Winter…

Schade eigentlich, dass wir Menschen im Herbstalter nicht wie die Blätter im nächsten Frühling wieder in einem herrlich jungfräulichen Grün sprießen. Das ist uns nicht vergönnt. Aber wir können für wunderbare Herbstnuancen sorgen, wie diese Blätter hier:

Herbstfarben reichen über Gelb, Rot bis hin zu Braun. Menschen im Herbstalter bekommen im nächsten Frühling zwar kein neues grünes Blätterkleid, sie können aber – im metaphorischen Sinne – in den schönsten Herbstnuancen wie diesem Weinrot schimmern.