Schlagwort: Haut und Haare

Lieblings-Superfood: Haferkleie

Heimisches Superfood: Haferkleie foto: shutterstock

Eine meiner stärksten Favoritinnen, deswegen ein zweiter Beitrag zum heimischen Superfood „Haferkleie“.

Ein nützlicher Effekt, der eintritt, wenn man Haferkleie regelmäßig verzehrt: Sie kann Entzündungsprozesse im Körper verringern. Erkennbar beispielsweise an der Haut: Wer zu entzündeten Pickeln und Hautirritationen neigt, wird nach regelmäßigem Verzehr von Haferkleie über einen längeren Zeitraum hinweg eventuell beobachten können, dass die Entzündungen zurückgehen. Warum ist das so?

Haferkleie enthält eine Substanz, die gegen Entzündungen wirkt: Beta-Glucane.

Können die Beta-Glucane der Haferkleie zaubern?

Haferkleie enthält mehr an Beta-Glucanen als Haferflocken – eine Eigenschaft, die sie sehr wertvoll macht

Den zu den löslichen Ballaststoffen zählenden Beta-Glucanen wird nachgesagt, dass sie die Funktion spezieller Immunzellen (neutrophile Granulozyten) unterstützen können. Diese dämmen Entzündungsherde ein (mehr dazu unter: https://www.charite.de/fileadmin/user_upload/microsites/m_cc05/ilp/referenzdb/30523.htm )

Über Beta-Glucane heißt es, dass sie nicht nur Entzündungen hemmen können, sondern darüber hinaus auch auf den Cholesterinspiegel und den Blutzucker positiv einwirken.

Der Blutzucker steigt nach dem Verzehr von Haferkleie langsamer an als bei anderen Kohlehydraten. Beta-Glucane verzögern den Abbau der Nährstoffe, insbesondere den Aufschluss von Kohlenhydraten zu Zucker und die Resorption ins Blut. Es handelt sich bei der Haferkleie um komplexe Kohlenhydrate und nicht die einfachen, die in Zucker oder Weißmehl stecken.

Das in Haferkleie enthaltene Beta-Glucan hilft dem Körper, weniger von dem schädlichen ldl-Cholesterin mit der Nahrung aufzunehmen und kann dadurch den Cholesterin-Spiegel senken.

100 g Haferkleie enthalten ca 6-8 g Beta Glucane. Für die entzündungshemmende Wirkung, die natürliche Regulierung des Cholesterinspiegels und des Blutzuckerspiegels werden ca 3-6 g Beta Glucane täglich empfohlen. Das entspricht einer Menge von 30 bis 80 g Haferkleie pro Tag. Zwei bis drei Esslöffel ergeben ca 30 g. Die 30 bis 80g können auf zwei oder drei Portionen täglich aufgeteilt werden.

Über die Beta-Glucane hinaus enthält Haferkleie Biotine und Silicium: gut für Haut und Haare. Bei Haarausfall kann Biotin helfen – gerade auch in Kombination mit Zink, das ebenfalls in Haferkleie steckt. Eine positive Wirkung auf die Nerven könnten die in der H-Kleie enthaltenen „Nerven“-Vitamine B1und B6 ausüben. Weitere hilfreiche Bestandteile sind Eisen und Magnesium.

Der hilfreiche Effekt von Haferkleie muss natürlich nicht bei allen auftreten. Es mag Leute geben, die keine Wirkung feststellen. Und es gibt Leute, die vorsichtig sein und lieber auf Haferkleie verzichten sollten. Wer schon einmal einen Darmverschluss hatte oder unter gravierenden, chronischen Darmproblemen leidet, berät sich am besten mit seinem Arzt, ob es überhaupt ratsam wäre, Haferkleie zu essen. Für alle anderen mit weitgehend gesundem Darm gilt: ausprobieren.

Inhaltsstoffe der Haferkleie im Überblick und im Vergleich mit den gewalzten Haferflocken

Der Saat-Hafer zählt zur Familie der Süßgräser und ist Grundlage von Haferflocken, Haferkleie.

Größerflächige Haferflocken bestehen aus dem vollen Korn, die Haferkleie hingegen aus den Randschichten und dem Keimling des Hafers. Haferkleie ist ein Mühlenerzeugnis, ist feinkörniger als die platten, gewalzt aussehenden Haferflocken. Weitere Unterschiede im Überblick:

-Haferkleie verfügt über größere Mengen der zu den löslichen Ballaststoffen gehörenden, hilfreichen Beta-Glucane als Haferflocken

– sie hat etwas weniger Kohlenhydrate als Haferflocken

-Sie enthält auch etwas weniger Fett

-dafür etwas mehr Eiweiß

 – in Haferkleie ist zwar Gluten, aber weitaus weniger als z.B in Weizen. Für Zöliakie-Betroffene eventuell trotzdem nicht geeignet.

Eckdaten der Haferkleie im Überblick

100 Gramm Haferkleie liefern ca 350 kcal (variiert je nach Hersteller/Herkunft etc)

Ballaststoffe (15g), davon Beta-Glucane: 6-8 g

Fett: 8g, davon gesätttigte Fettsäuren: 1,5 g

Eiweiß: 17g

Salz: weniger als 0.01 g

Hilfe bei Allergien und Heuschnupfen

Kann auch bei Allergien und Heuschnupfen helfen, indem sie im Darm und auf das Immunsystem positiv wirkt: Hafer-Kleie (H-Kleie).

Die Symptome zeigen sich äußerlich durch Jucken, Niesen, Hautauschläge, aus Augen und Nase fließt es etc, aber die Ursache von Allergien und Heuschnupfen könnte tief innen im Darm liegen.

Unser Darm fungiert als wichtiges Immunorgan. Wenn das Immunsystem beginnt, auf an sich harmlose Dinge wie (Birkan-)Pollen, Gräser oder Erdnüsse übermäßig zu reagieren, treten u.a. Allergien und Heuschnupfen auf.

Unserem in sich verschlungenen Verdauungsring (Darm) sprechen manche Mediziner/Wissenschaftler ein „zweites Hirn“ zu.

Neben 100 Billionen Mikroben im Darm (= „Mikrobiom“) sind dort u.a. Nervenstränge, die sowohl mit dem Hirn kommunizieren als auch autonom Funktionen erfüllen können. Die Ähnlichkeit mit unserem ersten Hirn zeigt sich u.a. darin, dass im Darm die gleichen Nervenzell-Typen vorhanden sein sollen und dass Neurotransmitter des Gehirns wie Dopamin oder Serotonin auch durch den Darm fließen sollen.

Nun, ganz gleich, ob es Sinn macht, den Darm als ein zweites Hirn zu bezeichnen oder nicht: Er ist wohl wichtiger, als wir bisher wahrgenommen haben. Gerade auch die Wechselbeziehung Darm/Immunsystem ist ein weiteres Indiz dafür.

Ein großer Teil der Immunabwehr findet im Darm statt. Abwehrzellen, die in der Darmwand angesiedelt sind, stellen einen wichtigen Schutzwall für unseren Körper dar. Sie bekämpfen krankmachende Keime/Bakterien und sie sorgen dafür, dass ein möglichst gesundes Gelichgewicht zwischen der Anzahl an helfenden und schädlichen Mikroben vorliegt. Wenn dieses Gleichgewicht empfindlich gestört wird (zB durch die Einnahme von Breitband-Antibiotika), dann können Entzündungen und Erkrankungen auftreten wie Allergien/Heuschnupfen oder chronischer Reizdarm.

Es soll an dieser Stelle nicht suggeriert werden, dass Allergien und Heuschnupfen allein durch ein Ungleichgeweicht an guten/schlechten Mikroben im Darm entstehen, aber es lässt sich beobachten, dass viele Patienten, die größere Mengen oder eine hohe Dosis an Antibiotika eingenommen haben über eine gewisse Zeit, auffällig oft mit Allergien/Heuschnupfen oder Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa zu kämpfen haben. Im Falle von Breitband-Antibiotika werden zu viele helfende Mikroben/Bakterien abgetötet neben jenen, gegen die sie eingesetzt werden.

Und an diesem Punkt kommen die Beta-Glucane wieder ins Spiel: mit ihrer entzündungshemmenden Wirkung können sie Abhilfe schaffen.

Dass es aus dieser Sicht kontraproduktiv sein kann, bei Akne oder atopischer Dermatitis Antibiotika zu schlucken, liegt auf der Hand: Antibiotika (insbesondere Breitband-Antibiotika) töten wie bereits erwähnt nicht nur krankmachende Bakterien/Mikroben, sondern auch unsere Helfer-Bakterien. Sterben meine Helfer im Darm ab, überwiegen die krankmachenden Keime und ich manövriere mich in ein Ungleichgeweicht, das mich noch anfälliger macht für (Haut-)Krankheiten. Ein übler Teufelskreis, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Es sei denn, man verzichtet – wenn möglich und wenn seitens der behandelnden Ärzte nichts dagegen spricht – auf Breitband-Antibiotika und versucht andere Wege: Haferkleie, Heilerde, probiotischen Joghurt u.ä.. Die Absprache mit dem Arzt ist deshalb wichtig, weil es Situationen gibt, in denen es leider unerlässlich sein kann, Antibiotika zu schlucken: Wenn man beispielsweise nach einem schweren Unfall im Koma liegt, sämtliche inneren Organe schwerstverletzt sind und die Ärzte/Pflegekräfte um das Leben des Patienten kämpfen.

Erleichterung bei Verstopfung

Kann den Stuhlgang auf natürliche Weise regulieren: Haferkleie kauen und danach aber unbedingt viel Wasser trinken, um Risiken wie einen Darmverschluss zu vermeiden. Foto: tk

Bei Verstopfungen kann Haferkleie auch helfen: sie quillt im Darm auf, steigert das Stuhlvolumen und sorgt so für Erleichterung. Wegen dieser aufquellenden Eigenschaft ist es wichtig, viel zu trinken (Wasser, ungesüßte Getränke/Kräutertees). Sonst besteht im worst case die Gefahr eines Darmverschlusses. Zwar ist diese Gefahr größer bei Flohsamen, die noch stärker aufquellen als Haferkleie – dennoch sollte auch bei Haferkleie nicht vergessen werden, für ausreichend Flüssigkeit zu sorgen.

Wichtiger Hinweis: Auch wenn nach bestem Wissen und Gewissen zum obigen Haferkleie-Artikel recherchiert wurde, dienen die Infos in keiner Weise einer Selbstmedikation. Um abzuklären, ob der eigene Darm sich für den regelmäßigen Verzehr von Haferkleie eignet, sollte ein Arzt befragt werden – dies gilt vor allem für jene, die chronische Darmleiden haben oder einen gefährlichen Darmverschluss durchmachen mussten.