Schlagwort: Hygiene bei Mundmasken

Mundmaske nicht zur Viren-Rückschleuder werden lassen

In Coronazeiten kein Verstoß gegen das Vermummungsverbot: Mundmaske, Mütze, Sonnenbrille. Damit Mundmasken nicht gegen Hygieneregeln verstoßen, sollte beim Tragen auf einige Aspekte ein achtsames Auge geworfen werden.

Unabhängig davon, ob es Sinn macht oder nicht, einen simplen Mundschutz zu tragen: Auf die Hygiene sollte jeder achten.

Mundmaske tragen oder nicht? Diese Frage wird kontrovers diskutiert. Während Österreich eine landesweite Mundmasken-Pflicht in Supermärkten angeordnet hat, werden sie in anderen europäischen Nachbarländern freiwillig oder eben nicht getragen. Es wird häufig darauf hingewiesen, dass Mundmasken ohne die FFP2- oder FFP3- Zertifizierung professioneller Atemschutzmasken einen selbst nicht ausreichend schützen würden. Vielmehr würden sie „lediglich“ andere schützen für den Fall, dass ich das Virus in mir trage.  Je mehr Menschen eine Mundmaske tragen, desto geringer wäre diesem Gedanken zufolge das Risiko einer Ansteckung.

Ob und wie im professionellen medizinischen Umfeld benötigte FFP2- oder FFP3-Atemschutzmasken wieder verwendbar sind, darauf gehe ich hier nicht näher ein. Sie sollten eh dem Fachpersonal in Krankenhäusern, Arztpraxen etc. vorbehalten bleiben. Für den normalen Alltag lassen sich schnell selbst welche machen/nähen.

Unabhängig davon, ob es Sinn macht, simple Mundmasken zu tragen oder nicht: Wer sich dafür entscheidet, sollte in jedem Fall auf die notwendige Hygiene achten. Sonst kann sie zu einer Viren-Rückschleuder und damit selbst zur Quelle einer Infektion mutieren.

Hätten wir genügend Mundmasken, wäre es ratsam, sie nur einmal zu benutzen. Dem ist aber nicht so: der Mangel an Mundmasken ist – gerade auch global betrachtet – eklatant. Deshalb macht es Sinn, darüber nachzudenken, ob es möglich ist, sie mehrfach zu nutzen.

Unser Atem ist feucht. Wenn wir eine Mundmaske lange tragen, wird sie ebenfalls feucht. Wird eine solche Maske nicht häufig gewechselt beziehungsweise gründlich gereinigt/desinfiziert, kann sie uns in hygienischer Hinsicht schaden.

Wer eine Mundmaske aus Stoff hat und sie wieder verwenden möchte, sollte versuchen, sie sauber und hygienisch zu halten. Einige Methoden, die im Umlauf sind und die ich nachvollziehen kann, stelle ich hier vor.

Aber: Es gibt bei all diesen Methoden keine Garantie dafür, dass Mundmasken bei mehrmaligem Gebrauch tatsächlich ausreichend schützen!

Mundmasken reinigen/desinfizieren/trocknen

Mundmaske aus Baumwollgemisch-Stoff waschen

Eignet sich der Stoff zum Waschen bei mindestens 60 – oder noch besser bei 90 Grad: in die Waschmaschine und – falls trocknergeeignet – danach in die Trocknertrommel. Es heißt, dass Mikroben ab 60 der Garaus gemacht wird. Allerdings gab es auch schon Virologen, die für das Corona-Virus die Zahl ab 70 Grad genannt haben. Um sicher zu gehen, sollte also die Mundmaske aus einem kochfesten Stoff sein und lieber bei 90 Grad gewaschen werden. Über das Coronavirus (SARS-coV-2) heißt es, es möge keine Hitze und wegen seiner Fetthülle auch keine Seife. Eine Temperatur von 90 Grad kombiniert mit fettlösendem Waschpulver scheint also eine gute Hygiene-Waffe zu sein. Alternativ kann die Maske separat in einem Gefäß mit heißem Wasser und Waschpulver (ca 90 Grad) gewaschen werden. Liegt in der Maske auf Nasenhöhe eine Verstärkung aus Kunststoff oder Draht, wäre es vorteilhaft, dass sie so eingenäht wurde, dass man sie vorab herausnehmen kann.

Mundmaske desinfizieren

– mit Isopropanol

Mit 70-prozentigem Alkohol (Isopropanol) lassen sich Masken desinfizieren. Aber: Alkohol als Desinfektionsmittel (bzw. als Bestandteil von Desinfektionsmitteln) wird derzeit (April 2020) dringend in Krankenhäusern, Arztpraxen, Pflegeberufen etc. benötigt. Es wäre falsch, diesen Leuten das Mittel wegzunehmen für den privaten Gebrauch. Deshalb lieber die alternativen Wege wählen für die Hygiene von Mundmasken. Abgesehen davon weiß man nicht, ob man bei der Verwendung von Desinfektionsmitteln nicht unerwünschte Resistenzen schafft.

Gut, aber ohne Garantie: Im Backofen Viren an Mundmaske abtöten

Keine 100 % sichere Methode zum Abtöten von Viren, aber zum Trocknen gut geeignet: Backofen vorheizen auf 60 bis 90 Grad und hinein legen.

Methoden wie im Backofen bei 60-90 Grad trocknen lassen mögen zwar besser als nichts sein, gelten aber leider nicht als sicher, wenn es um das Abtöten von Viren geht. Dennoch ist es wichtig, die Mundmaske möglichst trocken zu halten, nachdem sie mit unserem feuchten Atem in Berührung gekommen ist. Falls der Stoff geeignet dafür ist, Mundmaske in den Backofen stellen und der Hitze aussetzen. Vorsicht: nicht verbrennen lassen.

Mit Bügeleisen trocknen

Eine Methode, die es ebenfalls schafft, die Mundmaske zu trocknen, bei der aber wie beim Backofen nicht sicher ist, ob auch wirklich alle Viren abgetötet werden: Bügeleisen heiß werden lassen, soweit der Stoff es zulässt und rübergehen – gleichzeitig wird der Stoff einigermaßen imprigniert. Und wasserabweisend ist gut bei Mundmasken, damit unser feuchter Atem sich darin nicht so stark verfängt.

Eine weitere Methode zum Trocken der Mundmasken: Bügeleisen heiß werden lassen und rübergehen. Temperatur so hoch wie möglich einstellen, ohne dabei den Stoff zu verbrennen.

Mundmaske aus Stoff selbst nähen: Wahl des Materials ist wichtig

Eine gute Variante ist es, die Mundmaske aus einem Stoff zu nähen, den ich problemlos in einem Topf auskochen oder der Waschmaschinen-Kochwäsche beifügen kann bei 90 Grad (bitte dabei die Befestigung am Kopf/hinter den Ohren berücksichtigen: Wenn sie aus Gummi sein sollte, kann sie schnell ausleiern. Besser wäre, auch hier einen kochfesten Stoff zu benutzen, den man sich um den Kopf oder hinter die Ohren binden kann). Des Weiteren wäre es praktisch, einen eventuell vorhandenen Nasenbügel aus Draht herausnehmen zu können vor dem Waschen. Ist der Ausgangsstoff wasserabweisend, um so besser: unser feuchter Atem verfängt sich darin weniger als bei einem weichen, saugfähigen Baumwollstoff. Zu dünn sollte der Stoff auch nicht sein. Auch wenn er gefaltet und dadurch dicker wird, ist ein dicht gewebter Stoff vorzuziehen.

Je trockener und sauberer die Mundmaske ist, desto größer ist die Chance, dass unser Mundschutz nicht zur Virusschleuder mutiert und uns dann womöglich mehr schadet als hilft. Außerhalb dieser Mundmasken-Maßnahme ist es hilfreich, auf Abstand zu achten, Hände gründlich/häufig zu waschen und in die Armbeuge zu husten/niesen. Oder noch besser: Wer niest/hustet, sollte es in einer solchen Phase vermeiden, Plätze aufzusuchen, an denen er anderen begegnet.

Einweg-Mundmaske aus Papier

Wer seine Mundmasken aus Küchenpapier und Tempotaschentüchern bastelt, kann sie nach einmaligem Gebrauch einfach entsorgen.

Auf YouTube gibt es mittlerweile zahlreiche Anleitungen für das Nähen von Mundmasken. Tipp: lieber eine simple Anleitung wählen, die im Ergebnis eine Maske hervorbringt, die kochfest ist, einen Nasenbügel hat und sich problemlos befestigen lässt hinter den Ohren oder am Hinterkopf.

FFP2-Maskenpflicht in Bayern

In Bayern gilt seit dem 18. Januar 2021 die Pflicht, nur noch FFP2-Masken tragen zu dürfen, wenn man Geschäfte, Busse, Bahnen oder Arztpraxen betreten möchte. Ob dies eine sinnvolle Verordnung ist, mag dahingestellt sein. Wer sie braucht und bestellen möchte, bekommt eine Packung mit 20 Masken für 16,59 Euro beispielsweise hier (eine Maske entspricht ca 80 Cent) (AFL):

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In anderen Bundesländern darf man die günstigeren OP-Masken tragen. Packung mit 50 zertifizierte OP-Masken (KN95) für 13,99 Euro sind hier erhältlich (AFL):

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Tipp für Leute, die Mundmasken nähen und vertreiben: Bitte achtet darauf, wie ihr sie nennt, um nicht diese Klage-Roboter am Hals zu haben. Sie dürfen nicht „Atemschutzmaske“ oder „Virenschutzmaske“ genannt werden. Es geht darum, nicht dem Eindruck zu erwecken, dass man ein Medizinprodukt vertreibt, das bestimmte Verordnungsgesetze zu erfüllen hat. Aber es gibt genügend Alternativen, um nervtötende juristische Fallstricke zu umgehen: „Mundbedeckung“ z.B soll juristisch einwandfrei sein.