Schlagwort: Migräne

CBD-ÖL: Hype oder hilfreich?

Eine Pipetten-Flasche mit CBD-Öl, die als Inhaltsstoffe Hanfextrakt und Olivenöl enthält.

CBD-Öl mag derzeit ein Hype sein, aber ist es auch eine ernstzunehmende Hilfe?

Die Frage „Hype oder Hilfe?“ habe ich einigen Schulmedizinern gestellt (Neurologen, Internisten, Allgemeinmedizinern). Die Antworten ähnelten sich und können so zusammengefasst werden:

„Es gibt nicht genügend (Langzeit-)Studien über CBD-Öl, aber ich habe Patienten, denen es sehr hilft und andere, bei denen sich nichts tut.“

Oder auch: „Die bisherigen Studienergebnisse und Statistiken sprechen nicht für die zweifelsfreie Wirksamkeit von CBD-Öl, aber einigen meiner Patienten habe ich es empfohlen und die subjektiven Erfahrungen sind zum Teil sehr positiv.“

Was mich überraschte: Alle Schulmediziner, die ich befragt habe, zeigten sich aufgeschlossen gegenüber CBD-Öl. Wenn ein Präparat wenig negative Nebenwirkungen aufzeigt wie es bei CBD der Fall ist, haben manche Schulmediziner eine kritische Einstellung nach der Denke: „Wenn es keine Nebenwirkungen hat, dann wohl wahrscheinlich auch keine evidente Wirkung. Sie können ja auch Zucker-Globuli schlucken, hilft auch manchen.“ Diese Haltung ignoriert, dass es Leute gibt, denen Soft-Präparate manchmal mehr helfen als schulmedizinische Hammerpräparate. Oder auch die Kombination von Schulmedizin und ergänzender Naturheilkunde. Darüber hinaus wertschätzt sie nicht die in zahlreichen Studien beobachteten Wirkungen von Placebo-Mitteln, die beispielsweise nur Zucker enthalten.

Was ist CBD-Öl eigentlich und bei welchen Beschwerden kann es helfen?

„CBD“ steht für „Cannabidiol“, dem nicht berauschenden/psychoaktiven Teil der Cannabis-Pflanze. Das CBD-Öl wird aus weiblichen Cannabispflanzen gewonnen. Es enthält die Inhaltsstoffe Cannabidiol auf Ölbasis.

Cannabispflanzen enthalten diverse Wirkstoffe, sogenannte Cannabinoide. Das populärste Cannabinoid ist das „THC“ (= Tetrahydrocannabinol), verantwortlich für die berauschende Wirkung. Um CBD legal herstellen und verkaufen zu können, darf es in Deutschland nur einen THC-Gehalt von maximal 0,2 Prozent haben.

Wichtig zu wissen: die saubere Unterscheidung zwischen einer Cannabis-Schmerz-Therapie, die durchaus und bewusst deutlich mehr THC enthalten kann und das frei verkäufliche CBD-Öl mit verschwind geringem THC.

Wobei kann das CBD-Öl helfen?

In erster Linie bei chronischen Schmerzen: chronische Migräne, Rückenschmerzen und andere Schmerzen des Gelenk/Knochenapparats – darüber hinaus bei Schlafstörungen, Verspannungen, Stress…

Dem CBD-Öl wird eine entkrampfende, entzündungshemmende, angstlösende Wirkung zugesprochen. Es wird auch gegen Übelkeit eingesetzt (zB bei einer Chemotherapie, um Begleiterscheinungen wie Übelkeit/Erbrechen zu lindern).  Ein „Drogenrausch“ ist nicht zu erwarten, da im CBD-Öl nur ein verschwindend geringer Anteil der psychoaktiven Substanz THC stecken darf (0,2 Prozent).

Da die Wirkung von CBD-Öl sehr subjektiv ist, wenn man denn überhaupt darauf anspringt, gilt es, einfach auszuprobieren, ob es etwas für einen selbst ist (dies am besten in Absprache mit dem Arzt).

Der menschliche Körper weist körpereigene Cannabinoide auf.

Es gibt verschiedene Konzentrationen, in denen CBD-Öl angeboten wird: 5, 10, 15, 20, 40…%ig zum Beispiel. Je höher konzentriert, desto teurer.

Migräne-Geplagte greifen zur 5%igen Flasche, die gängigste Konzentration gegen chronische Schmerzen oder Schlafstörungen ist die 10%-Variante.

CBD-Öl kann die Stimmung heben

Obwohl CBD-Öle nicht mehr als 0,2 Prozent der psychoaktiven Substanz THC enthalten dürfen, also als harmlos gelten, können sie die Stimmung heben. Diese erfreuliche Wirkung kann, muss aber nicht auftreten.

Wie wird CBD-Öl eingenommen?

CBD-Öl gibt es üblicherweise in kleinen Fläschchen mit einer Pipette oben drauf. Mit Hilfe dieser Pipette lassen sich CBD-Tropfen recht genau dosieren: Mit der Pipette etwas Öl aus der Flasche anpumpen, Mund öffnen und die Tropfen unter die Zunge tröpfeln. Circa 60 Sekunden (1 Minute) im Mund belassen und dann hinunter schlucken.

Was die Anzahl der Tropfen angeht, gibt es Berichte seitens der Anwender dahingehend, dass eine niedrige Anzahl an Tropfen eher stimulierend wirke und eine höhere entspannt bis schläfrig mache. Da CBD-Öl individuell anders wirkt, gilt es auszuprobieren, was einem besser bekommt/was einem lieber ist.

Als eine mögliche Richtschnur mag gelten (bei chronischen Schmerzen): 3×3 Tropfen täglich.

Wo kann man CBD-Öl beziehen?

Ich empfehle eine Apotheke des Vertrauens in Deutschland. Oder hier mal reingucken: Die österreichische Arbeitsgemeinschaft „ARGE CANNA“ prüft und zertifiziert Gütesiegel für CBD-Öle.

O-Ton ARGE CANNA: „Das unabhängige Gütesiegel der ARGE CANNA für cannabinoidhaltige Produkte seit 2016.“ Link: https://arge-canna.at/guetesiegel/

Allerdings ist man nach der Auswahl eines Gütesiegel geprüften CBD-Öls bei der Bestellung auf die Website des jeweiligen Anbieters angewiesen, wenn man nicht extra nach Österreich/Wien fahren will, um es vor Ort zu kaufen. Und Internet-Bestellungen von Medikamenten/Heilmitteln, na ja, da bin ich skeptisch. Zu viele schwarze Schafe, denen man begegnen kann. Als Anhaltspunkte bei der Auswahl könnten diese Fragen dienen:

  • Wie transparent vertreibt der jeweilige Anbieter sein CBD-Öl (gibt es beispielsweise Einsicht in die Ergebnisse einer Analyse, die von einem externen Labor durchgeführt wurden?)
  • Welches Verfahren wurde bei der Extraktion des Wirkstoffs Cannabidiol angewendet (ein möglichst schonendes Verfahren ist vorzuziehen)
  • Wie sieht es mit den Herkunftspflanzen aus? Sind sie belastet durch Pestizide und andere Schadstoffe?
  • Liegt der Preis deutlich niedriger als bei einem Öl mit geprüften Siegel (zB von „ARGECANNA“ geprüft/zertifiziert). Wenn ja, könnte es sich um ein Hanföl handeln, das sich zwar ähnlich gut wie Leinöl in der Küche verwenden lässt, aber nicht den Wirkstoff Cannabidiol in der notwendigen Menge enthält.

Ein 10ml-Fläschchen mit 10 %igem CBD-Öl kostet um 65/70 Euro. Die 5%ige Variante, die oft für Migräne-Patienten empfohlen wird, liegt bei circa 35 Euro. Also aufpassen vor Angeboten im Internet, die mit Billigpreisen locken.

Subjektive Erfahrungen mit CBD

Ich habe neben den Schulmedizinern auch einige befragt, die das CBD-Öl bereits einnehmen. Hier eine kurze Zusammenfassung der Antworten:

„Seitdem ich es nehme, habe ich keine Migräne-Attacken mehr“, erzählte mir eine 45-jährige Frau, die seit ihrem 15. Lebensjahr unter chronischer Migräne litt.

Auf meine Nachfrage hin, wie lange sie es bereits schlucke, lautete die Antwort:

„2 Wochen.“

Meine Reaktion: „Bisserl kurz, um beurteilen zu können, ob CBD wirklich hilft, oder?“

„Mag zunächst so aussehen, aber wenn du bedenkst, dass die Migränegefahr bei mir jeden Tag präsent war und ich 1x die Woche einen 24 bis 36 Stunden andauernden Schmerzanfall  hatte mit Übelkeit, Erbrechen, passiv im Bett liegen möglichst ohne Licht, Ton, Lärm…, dann empfinde ich es als einen Segen, 14 volle Tage totale Ruhe zu haben und schmerzfrei zu sein.“

Ein 37-jähriger mit chronischen ISG-Schmerzen berichtete:

„Sind plötzlich verschwunden, weiß auch nicht so genau, warum.“

Wieder meine Frage nach der Länge der Einnahme: 4 Wochen.

Weitere Frage: „Was konntest du beobachten in dieser Zeit?“

„Dass der Schmerz wieder zurückkehrte, wenn ich die Tropfen auch nur einen Tag/eine Nacht nicht einnahm.“

Das klang in meinen Ohren nicht so doll. Sollte es heißen, dass man ein Leben lang CBD-Öl-Tropfen schlucken muss, um schmerzfrei zu bleiben? Eher lästig und zudem ist das Zeug teuer. Ich konfrontierte den ISG-Kandidaten mit dieser Frage.

„Lebenslange Einnahme wäre nicht schön, klar, aber andererseits: auch wenn das Zeug sauteuer ist und ich es ein Leben lang nehmen müsste, würde ich alles daran setzen, es mir leisten zu können. Die Belohnung ist Schmerzfreiheit, das wäre es mir wert.“

Kritische Stimmen/negative Erfahrungen

Ich habe auch mit Leuten gesprochen, die nicht so begeistert waren.

„Am Anfang dachte ich: `wow, ich spüre meine Schmerzen am Rücken weniger, manchmal sogar gar nicht`. Dann aber merkte ich, dass das CBD-Öl mich unruhig und fahrig machte. Das störte mich dermaßen, dass ich es nicht mehr einnehme. Ich bin wieder zurückgekehrt zu meinen sanften Rückenübungen.“

Ich fragte zurück: „Aber ich hatte gelesen, dass die Einnahme von CBD-Öl einen eher ruhig stimmt?!“

„Keine Ahnung, mag theoretisch stimmen. Aber bei mir mit Sicherheit nicht. Ich hätte mir gewünscht, dass es mich beruhigt, aber genau das Gegenteil trat bei mir ein.“

Eine Migräne-Patientin machte ebenfalls negative Erfahrungen:

„Zuerst fühlte mein Kopf sich schön leicht an, die Migräne-Attacken kamen nicht so häufig. Das fand ich klasse. Ich begann zaghaft mit nur 2 Tropfen pro Tag, weil ich weiß, dass mein Migräne-Kopf sehr empfindlich auf fremde/neue Stoffe reagiert. Ich erhöhte auf 3 Tropfen und damit ging es mir gut. Dann 4 Tropfen: Ich bekam einen so schweren Migräne-Anfall, dass es viel länger als üblich dauerte, bis er der Schmerz und die Übelkeit endlich verschwanden: 2 Tage und 2 Nächte habe ich höllisch gelitten – seitdem fasse ich das Zeug nicht mehr an. Vor allem kam so ein unerklärlicher starker Druck zum Schmerz und zur Übelkeit hinzu, den ich sonst ohne CBD nicht hatte. Ab da hatte ich Angst vor einer weiteren Attacke dieser Art und lasse es lieber.“

Eines noch zu Schlafproblemen. Auch hierzu habe ich CBD-Probanden befragt.

„Ich schlafe besser ein und auch durch.“

Auf meine Nachfrage, wie das allgemeine Wach-Schlaf-Empfinden sei, hieß es:

„Auf mich wirkt das CBD-Öl tagsüber ähnlich stimulierend wie ein Espresso, dennoch kann ich nachts gut schlafen.“

Zu hören war aber auch: „Auf mich wirkt es beruhigend, ich brauche zusätzlich ein bis fünf Tassen Kaffee, um mich wachzuhalten tagsüber.“

Oder auch:

„Mich macht das Öl so unruhig, dass ich die ganze Nacht nicht schlafen kann und häufig aufwache, mich wie ein Propeller im Bett drehe.“

Auch hier wieder: widersprüchliche Erfahrungen/Wirkungen.

Aufgepasst bei Alkoholkonsum: Nicht ratsam ist die gleichzeitige Einnahme von Alkohol und CBD, weil es zu Schwindel kommen kann. Wer viel Kaffee trinkt und ein hypersensibles Nervenkostüm hat, sollte beobachten, wie das CBD auf Coffein reagiert.

Als mögliche Nebenwirkungen werden Mundtrockenheit, Herzrasen oder Benommenheit aufgeführt. Letzteres deutet auf veränderte Wahrnehmung hin. Wenn jemand Wahrnehmungsstörungen beobachten sollte, dann ehrlich die Frage beantworten: „Kann/soll ich noch Auto fahren?“

Zusammenfassend lässt sich sagen: Manchen hilft CBD-Öl, anderen nicht. Deshalb lautet die Antwort auf die Frage im Titel dieses Artikels: CBD-Öl ist derzeit (April 2020) sowohl Hype als auch hilfreich – zumindest bei einigen. Da ich auch mit Leuten gesprochen habe, die keinerlei Wirkung beobachten konnten bzw. Verschlimmbesserungen erlebt haben, kann ich keine Aussage darüber machen, ob man CBD nehmen sollte oder nicht. Wer aber ausprobieren möchte, ob er zu denen gehört, denen es hilft, kann es testen – muss aber damit rechnen, dass es entweder gar nicht hilft oder das die Beschwerden sogar schlimmer werden als zuvor. Ratsam wäre es, das Austesten von einem Arzt begleiten zu lassen.

Wie viel CBD?

Die jeweils auf der Packung empfohlenen Mengen an Tropfen nicht zu sehr überschreiten, weil es Schläfrigkeit oder Appetitlosigkeit hervorrufen kann (Appetitlosigkeit könnte zB bei Krebspatienten bedenklich sein, weil ihre Krankheit häufig mit Gewichtsverlust einher geht). Bei chronischen Schmerzen werden zB  3×3 Tropfen an 10-prozentigem CBD-Öl angeraten.

CBD-ÖL hat einen Chamäleon-Charakter

Das CBD-Öl scheint einen Chamäleon-Charakter zu haben: Es zeigt bei jedem ein anderes Gesicht. Passt sich offensichtlich dem an, was es im Körper des Einzelnen vorfindet. Es fehlen Langzeitstudien, die belegen könnten, dass und wie CBD wirkt. Dennoch bin ich noch keinem Schulmediziner begegnet, der eine mögliche positive Wirkung bei chronischen Schmerzen oder Schlafstörungen radikal verneint hätte. Obwohl Langzeitstudien noch fehlen und obwohl man (noch) nicht so richtig weiß, wie und warum  CBD wirkt, raten diejenigen Schulmediziner, die ich befragt habe, dazu, das CBD-Öl auszutesten. Dies wohl auch deshalb, weil wenig bis keine Nebenwirkungen zu befürchten sind. Wer herausbekommen möchte, ob CBD bei ihm/ihr wirkt und welches seiner zahlreichen Gesichter es im Einzelfall zeigt, tut dies am besten mit Hilfe eines Arztes. Der einem bestenfalls auch sagen kann, ob es denn überhaupt ratsam ist, angesichts der persönlichen Krankengeschichte/Indikationen das CBD auszuprobieren.

Wichtig: Dieser Artikel dient nur der Information und nicht der Selbstmedikation. Er gibt lediglich subjektive Erfahrungswerte wieder und ruft in keiner Weise dazu auf, mit CBD eine Selbstmedikation durchzuführen. Wer diese Substanz ausprobieren möchte, sollte sich unbedingt von einem Arzt beraten/begleiten lassen. Vor allem vor Beginn einer CBD-Einnahme ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt führen, um abzuklären, ob angesichts der eigenen subjektiven Krankenhistorie das CBD-Öl ratsam wäre oder nicht.

Aderlass in modernen Zeiten

Im Mittelalter manchmal problematisch, in modernen Zeiten kann ein Aderlass bei richtigem Vorgehen und unter ärztlicher Aufsicht u.a. helfen, den Bluthochdruck zu senken
Foto: shutterstock

Aderlass kann sich positiv auf Bluthochdruck auswirken. Diejenigen Mediziner und Heilpraktiker, die einen Aderlass vornehmen, berichten, dass es einigen Bluthochdruck-Patienten geholfen habe. Ein weiteres Leiden ist die Migräne, bei der die Zahl/Häufigkeit der Schmerzanfälle und auch die Schmerzintensität reduziert werden können.

Vor einem Aderlass den Hämoglobin-Wert ermitteln

Mediziner weisen auf einen wichtigen Aspekt hin, der vor einem geplanten Aderlass unbedingt geklärt werden muss:

Das Blut muss dahingehend untersucht werden, ob es genügend Hämoglobin enthält. Das ist der Stoff, der unserem Blut ihre rote Farbe verleiht. Eine wichtige Aufgabe des Hämoglobins ist der Transport von Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid im Blut.

Nur dann, wenn Frauen mindestens einen Hämoglobin-Wert von 12g/dl haben (Normalwerte liegen bei 12-16g/dl) und Männer 14g/dl (normal sind 14-18g/dl), gibt es grünes Licht für einen Aderlass. Andernfalls landen wir bei einer Problematik, die früher im Mittelalter vorkam.

Im Mittelalter ein Risiko

Im Mittelalter, als es keine Labore gab, die die Bestandteile des Blutes analysierten, ging das Aderlassen bei einigen Leuten schief: Sie wussten nicht, dass sie über zu wenig Hämoglobin verfügen oder zur Blutarmut (Anämie) neigen.

Wenn bei Menschen mit zu wenig Hämoglobin das Blut herausfloss, führte dies zu gravierenden gesundheitlichen Problemen bis hin zum Tod. Weil die nötigen Kenntnisse noch nicht vorlagen, ging man manchmal so vor: „Wenn es nicht hilft, 300 ml Blut rauszulassen, dann entnehmen wir 400/500/600/700ml…“ Was bei einem eklatanten Hämoglobin-Mangel zu einer rapiden Verschlechterung führte.

In unseren modernen Zeiten sind wir aufgeklärter und wir wissen, worauf geachtet werden sollte. Falls nicht, gibt es Ärzte, Medizinbücher und Online-Medien als Info-Quellen. Werden die notwendigen Rahmenbedingungen eingehalten, können Aderlässe u.a. dazu beitragen, den Bluthochdruck zu senken oder die Anzahl/Häufigkeit von Migräneanfällen zu verringern. Eine mögliche Alternative zu Medikamenten, die mit gravierenden Nebenwirkungen einhergehen können.

Vorsicht bei zu wenig Eisen im Blut oder bei einem Vitamin B12-Mangel

Wer auch vorsichtig sein sollte, sind diejenigen mit zu wenig Eisen im Blut. Der Eisengehalt wird mit dem Blutverlust weniger. Bei Vitamin-B12-Mangel sollte ebenfalls ein Arzt zu Rate gezogen werden. Wer keine Kenntnis über seinen Vitamin B12-Haushalt hat, sollte dies vorab klären.

Nicht alle Ärzte oder Heilpraktiker machen Aderlässe. Manche Mediziner lassen nur bestimmte Indikationen zu, wie z.B. die so genannte „Eisenspeicherkrankheit“.  Hierbei liegt eine erhöhte Eisenaufnahme aus der Nahrung vor. Bei dieser Krankheit macht es Sinn, mit Hilfe von Aderlässen die Eisenmenge zu reduzieren.

Das Prozedere beim Aderlass

Wer einen Arzt mit Kassenzulassung findet für den Aderlass, zahlt selbst nichts aus der eigenen Tasche. Heilpraktiker stellen eine Rechnung aus, die variieren kann. Es lohnt sich also, sich vorher zu informieren. Um eine ungefähre Vorstellung von den Kosten zu bekommen: Mit 60 Euro pro Aderlass ist durchaus zu rechnen. Wie lange, in welcher Menge und in welchen Abständen man sich Blut abzapfen lassen sollte, ist am besten mit dem Arzt zu besprechen.

Der Unterschied zur normalen Blutabnahme ist: Es wird mehr Blut rausgelassen in einer Bandbreite von 100 bis 500 ml. Wer zur Blutspende geht, gibt ca. 500 ml ab. Hildegard von Bingen empfahl für den Aderlass 100 ml.  

Der konkrete Ablauf des Aderlasses sieht so aus:

Zunächst wird die Einstichstelle desinfiziert, wie bei der normalen Blutabnahme auch. Ein tiefer Stich mit der Nadel in die Armvene und wenn sie getroffen wurde, fließt das Blut über einen Schlauch in einen Plastikbeutel. Es kann einem durchaus schummrig werden – dann kann man den Arzt, Heilpraktiker oder die Schwester/den Krankenpfleger darum bitten, den Druck der Binde am Oberarm leicht zu lockern. Besser ist es, wenn man währenddessen nicht allein gelassen wird, damit sofort reagiert wird, wenn man sich total unwohl fühlt o.ä.

Nach dem Aderlass entweder sehr viel Wasser trinken oder aber sich eine Elektrolyte injizieren lassen, um den Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen.

Wichtig: Hier geht es um allgemeine Informationen zum Thema „Aderlass“. Ein geplanter Aderlass sollte mit Bedacht und vor allem mit ärztlicher Begleitung angegangen werden. Die Infos ersetzen in keinem Fall eine Beratung durch Ärzte.