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SOS-Hilfe für Zähne: Gewürznelken

Wenn der Zahnarzttermin in der Ferne liegt, helfen Gewürznelken

Gewürznelken werden aus den noch nicht erblühten Knospen des Nelkenbaums gewonnen Foto: shutterstock

Wer nicht sofort zum Zahnarzt gehen kann oder mag, kann die Zahnschmerzen eine gewisse Zeit lang mit Gewürznelken oder Nelkenöl überbrücken.

Mitten in der Corona-Pandemie (Anfang April 2020) werden Stimmen laut, die kritisieren, dass bei weitem nicht alle Zahnarztpraxen mit Mundschutz und Einmalhandschuhen ausgerüstet seien. Da es heißt, dass Corona SARS CoV2 eine Tröpfcheninfektion sei und demzufolge sich über Speichel übertrage, ist es sehr ungünstig für alle Beteiligten, wenn die Zahnbehandlung ohne Mundschutz ablaufen soll.

Wer ausgerechnet  in solchen Zeiten Zahn- oder Zahnfleisch-Probleme bekommt und nicht zum Zahnarzt gehen mag, kann sich für eine gewisse Zeit mit einem bewährten natürlichen Mittel über Wasser halten: getrocknete Gewürznelken oder Nelkenöl.

Gewürznelken gibt es in fast jedem Supermarkt zu kaufen. Die getrockneten Blütenknospen des Gewürznelkenbaums ähneln mit ihrer ungeöffneten Knospe und dem daran hängenden kurzen Stängel einem kleinen Nagel. Sie  riechen aromatisch, dies vor allem dann, wenn man sie zerdrückt. Dann können sich die wertvollen ätherischen Öle entfalten: darunter das Eugenol, das leicht betäubend und schmerzlindernd wirkt.

Qualität von Gewürznelken selbst überprüfen im Wasserglas

Wer überprüfen möchte, ob er sich brauchbare Gewürznelken gekauft hat, braucht sie nur in ein Glas mit Wasser zu tun: tauchen sie ab oder bleiben zumindest senkrecht, enthalten sie noch genügend ätherische Öle (Eugenol) und taugen für die Zähne. Liegen sie hingegen waagerecht auf der Wasseroberfläche, ist zu viel Eugenol entfleucht. Für die Heilkunde sind solche Gewürznelken leider nicht mehr geeignet.

Tauchen Gewürznelken im Wasserglas unter oder schwimmen senkrecht, sind sie von guter Qualität. Bleiben sie hingegen waagerecht liegen, enthalten sie kaum noch ätherische Öle. Foto: tk

Ätherische Öle aus der Gewürznelke durch Zerdrücken rauspressen

Auf einem sauberen Teller Gewürznelke zerdrücken, damit sie ihr Eugenol absondert. Die zerdrückte Nelke auf die betroffene Stelle zwischen die Zähne oder an den Zahn seitlich legen. Bei Zahnfleischentzündungen in die Wangentasche stecken und falls die Schmerzen es zulassen sollten, leicht einmassieren.

Wer ohne Druck/Zerdrücken vorgehen möchte, kann sich reines ätherisches Nelkenblütenöl aus der Apotheke holen. 10 ml kosten um die 10 Euro.

Nelkenöl enthält besonders viel vom desinfizierenden, betäubenden und schmerzstillenden Eugenol und soll sowohl Bakterien, Pilze als auch Viren bekämpfen können. Jedoch ist Vorsicht geraten: unverdünntes, konzentriertes Nelkenöl kann die Schleimhäute reizen! Deshalb mit einem neutralen Öl verdünnen. Oder ein Wattestäbchen mit Wasser nass machen, 1 oder zwei Tropfen Nelkenöl auftragen und Zahn und/oder Zahnfleisch damit sanft bepinseln.

Aufgrund seiner antimikrobiellen Eigenschaften wird Nelkenöl auch Mundspülungen beigemengt, um möglichen Infektionen im Mund- und Rachenraum oder auch üblen Mundgeruch den Garaus zu machen. Solche Mundspülungen oder auch das Nelkenöl selbst sollten möglichst nicht geschluckt werden, weil sie hoch dosiert über einen längeren Zeitraum hinweg schädigend wirken können.